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Kapitel 428

Author: Tana Sil
Die nächsten Tage tauchte Tristan nicht mehr auf. Luna hatte auch keine Zeit für ihn. Dr. Harris war in Flussstadt angekommen, und Luna war damit beschäftigt, Renates Behandlung zu organisieren. So verging Fasching in all dem Trubel.

Eine weitere Nacht hatte Luna bei ihrer Mutter durchwacht. Sie schlief halb auf dem Klappbett, als das Handy in ihrer Hand vibrierte.

Noch nicht ganz wach, hob sie reflexartig ab: „Hallo?“

Keine Antwort. Sie stellte auf Lautsprecher: „Hallo? Wer ist da? Ist da di
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  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 429

    Luna wusste natürlich nichts von dem Beben in Saskias Brust. Sie war nur überrascht, dass auch Julian heute eine weiße Hemdbluse trug.Sie hatte ihn in Weiß so gut wie nie gesehen. Schwarz hatte sie bisher als seine Farbe empfunden, ruhig, verhalten, edel. Erst heute begriff sie: Weiß konnte ihn weicher machen, ihm etwas Mildes, beinahe Sanftes geben.Sie ging zu ihm und beschwerte sich halblaut: „Du hättest mir gestern Abend ruhig einen Hinweis geben können. Ich bin völlig unvorbereitet.“Am Abend zuvor hatte er ihr ein Video von der Katze seiner Cousine geschickt, die Rückwärtssaltos machte. Sie hatte gestaunt, dass Katzen so etwas konnten, und um mehr Aufnahmen gebeten. Er hatte zurückgeschrieben: „Du magst die Katze? Ich hol sie dir.“Luna hatte ihm sofort zugetraut, der Cousine die Katze wirklich wegzunehmen. Diesem Mann war alles zuzutrauen.Sie hatte abgewehrt, aber er war drauf und dran gewesen. In einem plötzlichen Einfall hatte sie umgeschwenkt: „Ich hatte als Kind eine

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    Die nächsten Tage tauchte Tristan nicht mehr auf. Luna hatte auch keine Zeit für ihn. Dr. Harris war in Flussstadt angekommen, und Luna war damit beschäftigt, Renates Behandlung zu organisieren. So verging Fasching in all dem Trubel.Eine weitere Nacht hatte Luna bei ihrer Mutter durchwacht. Sie schlief halb auf dem Klappbett, als das Handy in ihrer Hand vibrierte.Noch nicht ganz wach, hob sie reflexartig ab: „Hallo?“Keine Antwort. Sie stellte auf Lautsprecher: „Hallo? Wer ist da? Ist da die Ärztin?“„Dein Mann.“Luna war auf einen Schlag wach. Sie nahm das Handy weg und sah auf das Display: Julian.Die letzten Tage hatte sie sich um Renate gekümmert und mit ihm nur ein paar Worte über WhatsApp gewechselt. Sie wusste, dass er bei seiner Familie war. Großbürgerlich, viele Regeln. Er hatte keine Zeit gehabt, herzukommen.Sein plötzlicher Anruf überraschte sie: „Was ist?“„Was ist? Du fragst mich?“ Julian schnaubte leise und amüsiert. „Nimm das Handy zur Seite, mach den Kalender

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    Luna nahm sein „letztes Mal“ nicht ernst, so wie ein Spieler jedes Mal schwört, ab morgen aufzuhören. Bei ihr hatte Tristan jeden Kredit längst verspielt.Aber sie wollte Renate nicht stören und ging mit ihm auf den Flur vor dem Zimmer: „Sprich.“Tristan sah sie an und fragte vorsichtig: „Tut die Wange noch weh?“ Die Ohrfeige nagte an ihm. „In über zwanzig Jahren habe ich dich nie geschlagen…“Luna unterbrach ihn, ein wenig ungeduldig: „Lass das mit der Ohrfeige. Hast du sonst noch etwas zu sagen?“Er sah sie unverwandt an. Ihr von Natur aus kühles Gesicht. Heute betrachtete er es zum ersten Mal seit Jahren wirklich. Dann fiel es ihm auf: Je älter sie wurde, desto ähnlicher sah sie…Sein Ausdruck wurde weicher. Er zeigte mit den Händen: „Als du zu uns kamst, warst du so klein. Du hast täglich zweiundzwanzig Stunden geschlafen und warst kaum wachzubekommen. Ich dachte, du wärst krank, und bin mit dir zu mehreren Ärzten gerannt. Corinna hatte als Baby längst nicht so viel geschlafen

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 426

    „Dich anzugehen, was bringt das? Wir nehmen uns das vor, was dir am Herzen liegt. Und wir sagen Luna gleich noch, dass du nicht ihr leiblicher Vater bist. Dass die Schuldenfalle damals, mit der du sie als Pfand weggegeben hast, von Anfang an ein abgekartetes Spiel war.“Konrad lächelte kalt. „Du und Lennart, ihr brauchtet Geld. Ihr wusstet, dass hinter Luna jemand stand, der sie schützte, und ihr habt zusammengelegt, getan, als wolltet ihr Luna verkaufen, um den Hintermann zu zwingen, sie freizukaufen.“Die Wahrheit lag auf dem Tisch. Tristan blieb das Wort im Hals stecken: „Woher weißt du das?“Konrad lachte trocken, richtete sich auf, schob die Hände in die Taschen und sah auf ihn hinunter: „Tristan, Hartwin. Du bist ein Mistkerl. Und jetzt spielst du den fürsorglichen Vater.“Tristan blieb lange stumm. Dann brach es aus ihm heraus, und er schluchzte auf dem Boden: „Ja. Ich bin ein Mistkerl. Ich habe sie im Stich gelassen, ich habe Luna im Stich gelassen…“„Wenn du das weißt, da

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 425

    Es war eine private Villa. Kaum trat er ein, hörte er Tristans sture Ausflüchte.„Ich weiß nicht, wovon Sie reden. Ich habe das nie gesehen, nie davon gehört!“Julian senkte den Blick. Die Haushälterin der Villa holte ein Paar Hausschuhe aus dem Schrank und stellte sie ihm hin.In dem prunkvollen Salon saß Konrad breitbeinig auf dem Sofa, die Ellbogen auf den Knien. In der Hand hielt er einen Löffel und rührte damit den Kaffee auf dem Couchtisch um, während er Tristan von oben musterte.„Tristan. Warum, glaubst du, sitzen wir gerade dir gegenüber und niemand anderem? Hm? Wir wissen es längst, und du spielst hier den Ahnungslosen?“„Ich weiß doch nicht, was Sie von mir wollen. Ich bin behindert, ich kann nicht richtig gehen, und Sie setzen mir trotzdem zu. Haben Sie kein Gewissen!“Konrad warf den Löffel weg: „Ich gebe dir eine Chance, und du nutzt sie nicht. Das hier ist schon ein Entgegenkommen. Aus Rücksicht auf Luna wollte ich nicht handgreiflich werden, aber du zwingst mich r

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 424

    Bei diesem Schlag mit dem Nudelholz blutete Tristan im Gesicht.Luna hielt Renate rasch zurück: „Mama! Hör auf!“Renate sah Tristan an, voller Enttäuschung und Bitternis: „Warum … warum kannst du nicht einfach in Ruhe leben! Kaum geht es uns endlich besser, schon musst du wieder Unfrieden stiften, alle gegen dich aufbringen … du, du…“Renate wurde kreidebleich. Luna ahnte etwas Schlimmes und umarmte sie schnell: „Mama! Bleib ruhig! Bitte!“„Du … du…“Renate war so aufgebracht, dass ihr schwarz vor Augen wurde, und sie sackte wie ein Brett zu Boden.Es brauste Luna in den Ohren, ihre Gedanken setzten aus.Auch Renates Kunstherz schlug Alarm, das rote Warnlicht blinkte. Luna packte die Hand ihrer Mutter und wählte sofort die 112!Doch es war Fasching. Wegen der Umzüge waren halbe Stadtviertel gesperrt, überall herrschte Chaos auf den Straßen, und ein Rettungswagen hätte ewig gebraucht.Zum Glück hatte Julian an diesem Tag aus einer Laune heraus darauf bestanden, dass sie seinen

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