LOGINSophie Reyes kam mit einem Ziel an die Ashford University: ihr Stipendium behalten, den Kopf untenhalten und nie zulassen, dass jemand ihr so nahekommt, dass er die Risse sieht, die sie jahrelang verborgen hat. Sich in jemanden zu verlieben war niemals Teil des Plans, schon gar nicht in Nathaniel Calloway, den Erben eines der reichsten Gastgewerbeimperien des Landes. Ihr erstes Treffen ist eine Katastrophe. Das zweite lässt sich nicht erklären. Beim dritten kann Sophie nicht länger so tun, als würde nichts sie immer wieder auf eine Weise zueinanderziehen, die zu absichtlich erscheint, um Zufall zu sein. Dann beginnen die Nachrichten. Halt dich von Nathaniel Calloway fern. Zuerst hält sie es für einen Scherz, bis ein Foto eintrifft, eines, das sie und Nate aus versteckter Entfernung zeigt — der Beweis, dass jemand sie schon seit Langem beobachtet hat, lange bevor sie es bemerkte. Während Nate immer zurückhaltender wird und entschlossener, sie vor einer Vergangenheit zu schützen, die er sich weigert zu benennen, beginnt Sophie zu vermuten, dass die im Calloway-Clan vergrabenen Geheimnisse weiter zurückreichen, als es ihnen beiden bewusst ist, bis hinein in die vergessene Geschichte ihrer eigenen Familie. Mit Eifersucht, Rivalität, verborgenen Feinden und einem Jahrzehnt alten Verrat, der droht, alles zu zerstören, müssen Sophie und Nate entscheiden, ob die Wahrheit den Preis wert ist, den sie kosten wird, und ob eine durch Zufall entstandene Liebe überleben kann, wenn sich der Zufall als Lüge erweist.
View MoreVivianDer Name hing schwer zwischen ihnen in der Luft, schwerer als alles, was Sophie an diesem Tag gehört hatte — und das sagte einiges nach den letzten Stunden.„Deine Mutter“, wiederholte Sophie langsam, während ihr Verstand die Puzzleteile mühsam zusammensetzte. „Meine Mutter hat vielleicht für deine Mutter gearbeitet?“„Ich weiß es nicht“, gab Nate zu, seine Stimme unsicher. „Ich war noch jung, als sie starb. Ich erinnere mich nicht an alle Leute, die damals für unsere Familie gearbeitet haben. Hausangestellte, Assistenten, Eventkoordinatoren — da waren über die Jahre Dutzende, die durch unser Haus kamen.“„Aber das Timing“, drängte Sophie. „Wenn deine Mutter gestorben ist, als du vierzehn warst, dann war das ungefähr zur gleichen Zeit wie das Feuer, oder?“Nates Miene spannte sich an. „Fast genau zur gleichen Zeit, ja. Ein paar Monate auseinander.“Sophies Puls beschleunigte sich. „Das ist kein Zufall.“„Nein“, stimmte er leise zu. „Das glaube ich auch nicht.“Sie saßen in ange
Was der Name kostetSophie saß wie gelähmt auf ihrem Stuhl, und Camilles Worte legten sich über sie wie eiskaltes Wasser. Die Bibliothek um sie herum lief genau so weiter wie einen Moment zuvor — Studenten blätterten in Büchern, irgendwo summte ein Drucker —, aber alles wirkte plötzlich fern, gedämpft unter dem Donnern ihres eigenen Pulses in den Ohren.„Das ist nicht möglich“, sagte Sophie schließlich, ihre Stimme ruhiger, als sie sich fühlte. „Mein Vater ist nicht in einem Feuer gestorben. Er ist gegangen. Er hat unsere Familie verlassen, nachdem sein Geschäft zusammengebrochen ist. Das weiß doch jeder.“Camilles Gesicht blieb sorgfältig neutral, doch etwas fast Mitfühlendes flackerte in ihren Augen. „Ist dir das so gesagt worden?“„Das ist passiert.“„Vielleicht“, sagte Camille leise. „Oder vielleicht war das die Geschichte, die für die Leute leichter zu glauben war.“Sophies Hände ballten sich unter dem Tisch zu Fäusten. „Du weißt nichts über meine Familie.“„Du hast recht. Nicht
Etwas EchtesZum ersten Mal seit ihrer Ankunft in Ashford ging Sophie auf dem Rückweg zu ihrem Wohnheim, ohne alle paar Schritte über die Schulter zu schauen. Das Gespräch im Café hatte ihr mehr Fragen als Antworten hinterlassen, aber es hatte ihr auch etwas gegeben, das sie verzweifelt gebraucht hatte: Ehrlichkeit. Echte, ungeschützte Ehrlichkeit, die Art, die das wachsende Gefühl in ihrer Brust schwerer machte, es einfach als bloße Neugier abzutun.Priya wartete bereits, sobald Sophie durch die Tür trat und vibrierte förmlich vor Ungeduld.„Und?“, verlangte Priya und ließ ihre Hausaufgaben ganz stehen. „Erzähl alles. Was ist im Café passiert?“Sophie setzte sich langsam an den Bettrand, sammelte ihre Gedanken und begann zu erzählen. Sie erzählte Priya alles, was Nate ihr anvertraut hatte: das Feuer, die Familie, die ihren Vater verlor, den Geschäftspartner, der ohne Erklärung verschwand, und Julians seltsame Fixierung auf das Anwesen.Als sie fertig war, hatte sich Priyas Miene voll
Zwei UhrSophie stand wie erstarrt mitten im Innenhof, das Telefon ans Ohr gepresst, Nates Worte hallten immer wieder in ihrem Kopf nach. Er hatte dieselbe Nachricht erhalten. Wer auch immer diese Warnungen verschickte, hatte beide innerhalb weniger Minuten erreicht — so knapp, dass es unmöglich ein Zufall sein konnte.„Nate“, sagte sie vorsichtig, „welches Feuer meint diese Person?“Eine lange Pause dehnte sich über die Leitung. „Nicht am Telefon. Bitte. Ich erkläre alles, ich verspreche es, aber nicht so.“„Das sagst du die ganze Zeit.“„Ich weiß. Und ich weiß, dass das nicht fair dir gegenüber ist.“ Seine Stimme wurde weicher, Erschöpfung schwang in jedem Wort mit. „Kannst du mich treffen? Irgendwo ruhig. Ich will dir alles erzählen, bevor es jemand anderes tut und es so verdreht, dass ich schlecht dastehe.“Sophie blickte auf ihren Nachmittagsplan, wog die Neugier gegen die leise, hartnäckige Stimme ab, die sie daran erinnerte, dass jetzt schon zwei verschiedene Menschen sie davo











