LOGINNates POVDie Spritze war meinem Hals so nah, dass ich das kalte Metall über meiner Haut schweben spüren konnte, und für einen schrecklichen Moment schien alles in mir zu erstarren. Das Gewicht der maskierten Gestalt drückte auf mich, ihre Hand war um mein Handgelenk geschlossen, während die andere die Spritze ruhig hielt, die Nadel direkt über der Haut unter meinem Kiefer zitternd. Ich konnte sehen, wie sich die Flüssigkeit darin bewegte, während wir miteinander kämpften, und der Anblick löste eine heftige Welle der Angst in mir aus, weil plötzlich kein Raum mehr für Fehler war. Wenn diese Nadel eindrang, hatte ich keine Ahnung, was mit mir geschehen würde. Ich wusste nicht, was sich darin befand, und ich wollte es auch nicht herausfinden.Ich verstärkte meinen Griff um ihr Handgelenk und drückte mit aller Kraft nach oben, meine Arme brannten von der Anstrengung.„Geh runter von mir“, presste ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.Die Person antwortete nicht. Sie drückte nur
Nates POVIch hasste jede Sekunde dieses Plans, aber den Gedanken, nichts zu tun, hasste ich noch mehr. Als sie Joel in ein anderes Krankenhaus brachten, waren meine Nerven bereits so angespannt, dass mich jedes Geräusch dazu brachte, den Kopf zu drehen, und jedes unbekannte Gesicht ließ meine Hand instinktiv eine Faust ballen. Die Ärzte hatten immer wieder erklärt, dass Joel sich noch in einem äußerst kritischen Zustand befand und dass der Transport gefährlich hätte sein können, aber ihn in demselben Krankenhaus zu lassen, in dem es jemand bereits geschafft hatte, nahe genug an ihn heranzukommen, um ihn anzugreifen, war noch schlimmer. Also brachten wir ihn vorsichtig und unauffällig dorthin, und während der gesamten Zeit dachte ich an die Person, die in sein Zimmer gelangt war. Wer auch immer sie war, sie hatte keine Angst vor einem Krankenhaus voller Ärzte, Krankenschwestern, Kameras und Sicherheitsleuten gehabt. Das bedeutete, dass sie auch ein Ortswechsel nicht abschrecken würde.
Ryens POV„Aber wer sind sie?“ Flüsterte ich und starrte auf die geschlossenen Türen am Ende des Flurs, hinter denen Joel irgendwo um sein Leben kämpfte. „Wer könnte uns nur so sehr zerstören wollen und bereit sein, dafür zu töten?“Nate antwortete nicht sofort. Er saß neben mir, die Ellbogen auf die Knie gestützt, die Hände fest ineinander verschränkt, während seine Augen weiterhin auf den Flur gerichtet waren. Sein Gesicht war hart geworden, all die Erschöpfung und Angst unter etwas Kälterem begraben, etwas Entschlossenem. Ich sah, wie sich sein Kiefer bewegte, während er nachdachte, seine Finger sich immer fester ineinander verhakten, bis seine Fingerknöchel blass wurden.„Ich weiß es nicht“, sagte er schließlich mit leiser Stimme. „Aber wir werden es herausfinden.“Ich drehte mich zu ihm und suchte sein Gesicht. „Wie?“„Wie auch immer wir müssen.“ Er hob den Blick zu mir, und etwas in seinen Augen war jetzt anders. Die Angst war noch da, tief unter der Oberfläche verborgen, aber s
Ryens POVDer zweite Schuss kam nicht, aber weder Nate noch ich bewegten uns eine gefühlte Ewigkeit, geduckt hinter dieser Kiste, mein Herz schlug so heftig gegen meine Rippen, dass ich kaum atmen konnte. Die Stille danach war irgendwie schlimmer als die Schüsse selbst. Als Nate schließlich entschied, dass es sicher genug war, zog er mich an der Hand hoch, und wir rannten zu der Stelle, an der Joel lag. Seine Brust hob und senkte sich in kurzen, feuchten, angestrengten Atemzügen, Blut tränkte sein Hemd dunkel.„Er lebt.“ Nate ging neben ihm auf die Knie und drückte beide Hände fest auf die Wunde, seine Stimme war angespannt vor Dringlichkeit. „Ryen, ruf den Notruf, jetzt.“Meine Hände zitterten so stark, dass ich mein Handy kaum entsperren konnte. Meine Finger versagten zweimal, bevor die Verbindung endlich hergestellt wurde. Meine Stimme sprudelte panisch heraus, während ich dem Mitarbeiter die Adresse, die Einzelheiten und alles andere mitteilte, wonach er fragte, während Nate weite
Ryens POV„Sag mir nicht, dass ich warten soll.“ Nate schüttelte meine Hand ab, ohne mich auch nur anzusehen, sein Fokus lag nun vollkommen auf Joel, und bevor ich erneut nach ihm greifen konnte, packte er eine Handvoll von Joels Hemd und drückte ihn noch härter gegen die kalte Metallwand der Laderampe. „Sag es mir jetzt. Wer ist diese Frau? Wer zum Teufel ist sie?“Sein Kopf schnellte in die Richtung, in die sie geflohen war. Jetzt war dort nichts als Schatten und das entfernte Licht der Straßenlaternen, wo sie noch Sekunden zuvor gestanden hatte. „Du hast Nachrichten verschickt. Fotos gesammelt, Bargeld, was auch immer das hier ist.“ Seine Stimme wurde lauter und hallte von dem Wellblech um uns herum wider. „Was ist sie für dich?“Joel antwortete nicht, sein Atem kam in kurzen, panischen Stößen, und Nates Kiefer zuckte vor Frustration, bevor er ihn schließlich losließ, irgendeine Zurückhaltung setzte trotz der Wut ein, die offensichtlich unter seiner Haut brodelte. Er würde keine fl
Ryens POVDie Tage, die darauf folgten, fühlten sich an wie ein Drahtseilakt über etwas, dessen Grund ich nicht sehen konnte. Ich tauchte weiterhin bei Joel auf, wie ich es immer getan hatte, lachte über seine Witze, ließ ihn mir Kaffee einschenken, und jedes einzelne Mal, wenn ich es tat, zog sich etwas in mir klein und krank zusammen. Ich hasste, wie leicht mir die Vorstellung gelang, und ich hasste mich noch mehr dafür, wie gut ich offenbar schon immer darin gewesen war, so zu tun, als wäre alles in Ordnung, noch bevor ich überhaupt wusste, dass ich es tat.Nate blieb die ganze Zeit in meiner Nähe, nie weit entfernt, beobachtete aus der Distanz, wann immer ich mich mit Joel traf, und achtete auf kleine Dinge, die mir vielleicht selbst entgangen wären. Einen Anruf, für den Joel sich entfernte. Einen Ordner, den er hastig außer Sichtweite schob, sobald ich hereinkam. Die Art, wie seine Augen öfter als früher zu seinem Handy wanderten, eine stille Anspannung hinter seinem sonst so ung
Ryens POV„Komm nicht zu spät zum Training. Wir müssen mit Staffeldrills anfangen, wenn wir die Steelport Wolves schlagen wollen." Coach Delaneys Stimme war wie immer scharf und fordernd.Er wartete keine Antwort ab, bevor er sich umdrehte und wegging. Ich beobachtete seine sich entfernende Gestalt
Ryens POVMein Griff um mein Telefon wurde fester, bis meine Knöchel weiß wurden.Scheiße.Die Nachricht auf dem Bildschirm verschwamm für eine Sekunde, als eine neue Welle der Panik mich traf. Eine Katastrophe nach der anderen. Erst neben Nate aufzuwachen, dann herauszufinden, dass er das alles ab
Ryens POV„Was zum Teufel machst du in meinem Bett?“, fragte ich. Die Worte kamen aus meinem Mund, bevor ich verarbeiten konnte, was ich sah.Ich wachte früher mit hämmernden Kopfschmerzen auf. Mein Körper fühlte sich extrem wund an, besonders meine untere Hälfte. Das Morgenlicht strömte durch die
Ryens POV„Wir gehen jetzt hinein. Folge mir“, sagte Joel.Er parkte sein Auto in einer dunklen Straße auf der Ostseite der Stadt. An der schweren Metalltür war kein Schild. Der große Mann an der Tür nickte Joel zu und ließ uns sofort hinein.„Wo genau sind wir?“, fragte ich.„Ein Ort, an dem sich






