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Kapitel 2

Penulis: Wowo
Als ich in meine Wohnung in Manhattan zurückkehrte, war es bereits mitten in der Nacht.

Ich buchte irgendein Hotel, wusch mich und fiel in einen tiefen, benommenen Schlaf.

In den frühen Morgenstunden riss mich ein aufgeregter Anruf aus dem Schlaf.

Meine Chefin klang zugleich besorgt und aufgeregt.

„Elena, im East District ist etwas passiert. Die Vitale- und die Lanza-Familie liefern sich einen Schusswechsel an einer Kirche am Stadtrand. Ich weiß, das ist das Revier deines Verlobten, aber wenn du ein Exklusivfoto bekommen könntest …“

Sie sprach den Satz nicht zu Ende. Ich hatte bereits aufgelegt.

Carlo würde mich niemals in die Nähe dieses Ortes lassen.

Doch genau deshalb musste ich hin.

Ich entsperrte mein Handy.

Da sah ich Sophias neuesten Social-Media-Post.

Nur ein einziges Foto.

Darauf lag Sophias Hand in Carlos großer Hand, an beiden Ringfingern glänzten die Eheringe.

Mein Blick blieb an der alten Narbe auf Carlos Arm hängen.

Trotz allem tat etwas in meinem längst erstorbenen Herzen noch immer weh.

Diese Narbe stammte von damals, als Carlo mit achtzehn mich vor den Schlägen meines Vaters beschützt und sich an einer zerbrochenen Flasche geschnitten hatte.

Es war auch der Grund, warum ich immer geglaubt hatte, ihm lag etwas an mir.

Wie sich herausstellte, war das alles nur mein Wunschdenken gewesen.

Der letzte Rest von Zuneigung in meinem Herzen erlosch endgültig.

Ich klappte meinen Laptop auf, ordnete rasch meine Unterlagen und bat eine befreundete Anwältin, eine Mitteilung zur Auflösung der Verlobung aufzusetzen.

Als ich zur Kirche zurückkehrte, herrschte dort bereits das reinste Chaos.

Ich unterdrückte meine Gefühle und begann, Ärzte für die Verletzten vor Ort zu kontaktieren.

Der Schusswechsel war weit schlimmer, als ich erwartet hatte.

Als ich die neue Baustelle in der Nähe der Kirche und die illegal gelagerten Sprengstoffe sah, stieg in mir ein unguter Verdacht auf.

Im nächsten Moment wurde ich von hinten heftig getreten.

Ich schlug hart auf dem Boden auf und schürfte mir Hände und Gesicht am Kies auf.

Michaels Stimme erklang hinter mir.

„Elena, du sturer Abschaum! Bist du ihnen bis hierher nachgelaufen, nur um sie beim Fremdgehen zu erwischen?! Hast du sie noch alle?!“

Irgendwann hatte Michael völlig vergessen, wie unsere Mutter durch Sophias Mutter zu Tode gekommen war.

Ich konnte diesen Tag niemals vergessen.

Meine Mutter hatte auf dem Dach gestanden, der Wind zerrte an ihrem Haar.

Sie hatte sich noch einmal zu mir umgedreht, ihre Augen voller Verzweiflung.

Sie sagte: „Elena, es tut mir leid.“

Dann sprang sie.

Später sagte mein Vater: „Sie war psychisch krank. Es war Selbstmord.“

Bereits am nächsten Tag zog Sophias Mutter mit ihrer Tochter bei uns ein.

Sie höhnte mich an: „Ich bin schon lange mit deinem Vater zusammen. Deine Mutter hat das nicht ausgehalten und sich deshalb umgebracht.“

Ich erzählte Carlo die Wahrheit. Er glaubte mir nicht.

Er sagte: „Dein Vater hat doch schon gesagt, es war Selbstmord. Wen willst du eigentlich beschuldigen?“

Auch Michael glaubte mir nicht. „Sophias Mutter ist eine gute Frau. Hör auf, sie zu verleumden!“

Inzwischen war er zu Sophias Schoßhündchen geworden.

So einen Bruder wollte ich nicht mehr.

Ich stand schweigend auf, klopfte mir den Staub ab und ging auf ihn zu.

Ohne jede Regung im Gesicht trat ich vor ihn hin und verpasste ihm eine schallende Ohrfeige.

Michaels Kopf flog zur Seite. Er war wie erstarrt. Damit, dass ich mich wehren würde, hatte er nicht gerechnet.

Bevor er reagieren konnte, sah ich ihn mit reiner Verachtung an.

„Bild dir nichts ein. Wenn du Sophia so sehr magst, dann bleib doch wie ein Hund an ihrer Seite.

„Diese Ohrfeige hast du dir verdient. Von jetzt an sind wir fertig miteinander.“

Ich ignorierte seinen wütenden Blick und drehte mich zum Gehen um.

Nicht weit entfernt kam Carlo mit der blassen Sophia auf dem Arm auf mich zu.

Über sein Gesicht huschte ein Anflug von schlechtem Gewissen. „Elena, ich hab gestern Abend vergessen, dir alles Gute zum Geburtstag zu wünschen.

„Sobald ich hier fertig bin, hol ich dir eine Geburtstagsfeier nach.“

Ruhig sah ich an ihm vorbei, an Sophia vorbei, an ihren ineinander verschlungenen Fingern vorbei.

Dann schüttelte ich den Kopf.

„Nein.“

Meine gelassene Reaktion ließ alle drei erstarren.

Michael, der aufgeholt hatte, höhnte.

„Elena, was soll das Theater? Hör auf damit.“

„Du bist schwanger mit Carlos Kind und spielst immer noch die Unnahbare?“

„Erbärmlich.“

„Selbst schwanger bist du es nicht wert, vor Sophia zu knien.“

Früher hätten mich diese Worte zerbrochen.

Doch inzwischen war es mir gleichgültig.

Als Carlo meine Gleichgültigkeit bemerkte, verdüsterte sich sein Gesicht.

„Elena, du störst hier schon meine Arbeit, weil du mir hinterhergelaufen bist, und jetzt machst du auch noch eine Szene?“

„Ich sag's dir gleich, meine Geduld hat Grenzen. Sophia muss sich ausruhen. Deine Anwesenheit macht sie nur nervös.“

„Geh nach Hause. Sofort!“

Er packte meine Hand und wollte mich fortziehen.

Im nächsten Moment fielen erneut Schüsse.

Im selben Augenblick stürzten Carlo und Michael gleichzeitig zu Sophia, die ungeschützt im Freien stand.

Carlo stieß mich instinktiv zu Boden.

Offenbar hatte auch er es gesehen: Jemand hinter ihm zielte auf mich.

Eine Kugel traf mich mit unheimlicher Präzision in die Seite.

Der Schmerz explodierte in mir, und ich verlor das Bewusstsein.

Als ich wieder aufwachte, lag ich in einem Krankenhausbett.

Das Zimmer war leer.

Eine Krankenschwester kam herein, zog mir den Infusionsschlauch heraus und sah mich besorgt an.

„Wussten Sie nicht, dass Sie schwanger waren? Warum waren Sie an so einem gefährlichen Ort? Sie haben das Baby durch die Schusswunde verloren.“

Ich starrte still zur Decke. Meine Stimme war leise.

„Verstehe. Danke.“

Die Krankenschwester seufzte. „Sie hatten eine Fehlgeburt. Sie müssen sich bald einer Ausschabung unterziehen.“

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