LOGINFür die Scheidung von Warren Alcott gab ich alles freiwillig auf. Kein Geld. Kein Besitz. Nicht einmal meinen dreijährigen Sohn nahm ich mit. Als Warren sah, dass ich wieder die alten Kleider aus der Zeit vor unserer Ehe trug, erstarrte er für einen kurzen Augenblick. Dann verzog er spöttisch den Mund. „Was soll das werden? Du willst nicht einmal Colton Alcott? Den Erben, den du doch um jeden Preis zur Welt bringen wolltest?“ Er lehnte sich zurück. Sein Blick war kalt, arrogant und voller Hohn. „Pass bloß auf, dass du dein kleines Theater nicht zu weit treibst. Am Ende kommst du aus dieser Nummer selbst nicht mehr raus.“ Ich unterschrieb den Scheidungsvertrag und schob ihn über den Tisch zu ihm hinüber. „Keine Sorge. Das ist kein Theater.“ Warren starrte mich an. Zum ersten Mal lag echte Überraschung in seinem Blick. Erst nach einigen Sekunden setzte er seine Unterschrift darunter. „Auf einmal so vernünftig? Gut. Dann bin ich großzügig. Du darfst deinen Sohn später sogar besuchen.“ Er legte den Stift weg und musterte mich aufmerksam. In seinen Augen lag diese selbstgefällige Sicherheit, die ich drei Jahre lang ertragen musste. „Jetzt kannst du mich noch anflehen. Vielleicht nehme ich dich dann sogar wieder—“ Ich sagte nichts. Ich stand einfach auf und ging. Warren glaubte, ich heiratete ihn nur, weil ich nach der Macht der Mafia gierte. Er war überzeugt, ich nutzte eine alte Schuld aus und drängte mich mit aller Gewalt in die Familie Alcott. Selbst meinen Sohn sah er nur als Werkzeug. In seinen Augen brachte ich Colton nur zur Welt, damit er eines Tages das Imperium der Familie erbte. Doch sobald Warren von meinem Tod erfuhr, blieb ihm nichts mehr, was er noch falsch verstehen konnte.
View MoreMeine Beerdigung wurde die prachtvollste, die es in der Familie Alcott seit hundert Jahren gab.Das ganze Anwesen war mit weißen Rosen bedeckt.Das waren zu Lebzeiten meine Lieblingsblumen.Schade nur, dass ich sie nie bekam, solange ich noch lebte.Warren stand neben dem Kristallsarg, den er für ein Vermögen anfertigen ließ.Tagelang schlief er nicht. Er magerte so sehr ab, dass er kaum noch wie ein Mensch aussah.Der Priester las andächtig aus der Bibel.In diesem Moment stürmte ein Mann herein. In seiner Hand hielt er ein Dokument.„D-Don ... Der Bevollmächtigte der Donna hat ihr Testament gebracht. Er sagte, die Donna bestand darauf, dass es bei der Beerdigung vorgelesen wird.“Warren riss ihm das Dokument aus der Hand und schlug es hastig auf.Als er die vertraute Handschrift sah, erstarrte er.Das war mein letztes Geschenk an Warren.Ein letztes, großes Geschenk vor meinem Tod.Je weiter Warren las, desto mehr Farbe wich aus seinem Gesicht.Am Ende war es aschgrau.Einer der Männ
Als Cynthia von zwei Bodyguards hereingeschleift wurde, schrie sie noch immer.„Lasst mich los! Ich bin die Prinzessin der Familie Whitley! Ich bin die zukünftige Donna der Familie Alcott!“Warren saß auf dem Sofa.Eine furchteinflößende Kälte ging von ihm aus. Er wirkte wie ein Dämon, der direkt aus der Hölle gekrochen kam.„Die zukünftige Donna der Familie Alcott?“Er lachte leise.In seiner Stimme lag kein Funken Wärme.„Cynthia, du hast mein Vertrauen ausgenutzt. Hinter meinem Rücken hast du die Menschen verletzt, die mir am wichtigsten waren. Hat sich das gut angefühlt?“Cynthias Herz setzte für einen Schlag aus.Doch sie zwang sich zur Ruhe und presste ein paar Tränen hervor.„Warren, was redest du da? Hat Colton sich etwa bei dir beschwert? Die Verletzungen an seinem Arm stammen von einem Streit mit anderen Kindern. Er hatte Angst, dass du wütend wirst. Deshalb schiebt er es mir in die Schuhe!“Knall!Ein Schuss krachte durch den Raum.Die Kugel streifte Cynthias Wange und zertr
Warren trug meine Leiche zurück in unser Schlafzimmer.Er legte mich auf das Bett und zog die Decke sorgfältig bis zu meinen Schultern hoch.„Zieht die Vorhänge zu. Allie erträgt beim Schlafen kein Licht.“Er gab den Dienstboten diese Anweisung.Seine Stimme war leise.So leise, als fürchtete er, mich zu wecken.Dann setzte er sich an mein Bett und sah mich reglos an.Als öffnete ich jeden Moment die Augen.Als schmiegte ich mich wieder wie früher an ihn, wenn er nur lange genug wartete.„Allie, du hast doch immer gesagt, du willst wieder mein Steak essen. Ich koche heute für dich. Steh auf und probier wenigstens einen Bissen, ja?“Ich sah kalt auf ihn herab, während er mit sich selbst sprach.An meinem Geburtstag wartete ich bis tief in die Nacht auf ihn.Ich wartete darauf, dass er zurückkam und mir mein Geburtstagsessen kochte.Doch statt ihm sah ich ihn und Cynthia.Eng verschlungen.Voller Hitze.Und jetzt wollte er auf einmal kochen.Für eine Leiche.In diesem Moment wurde die Tü
Cynthia kam auf hohen Absätzen näher.Sie hielt sich die Nase zu. Als sie einen Blick auf mich auf der Bahre warf, verzog sie angewidert das Gesicht. Doch in ihren Augen blitzte heimliche Genugtuung auf.„Warren, ich habe es doch gesagt. Sie spielt nur Theater. Das ist bestimmt irgendeine Doppelgängerin, die sie organisiert hat. Nur damit du weich wirst. Sie ist wirklich bösartig. So etwas bringt auch nur sie fertig.“Warren wirkte, als riss ihn jemand aus einem Albtraum.Er drehte sich ruckartig zu ihr um und starrte sie an. Seine Augen glänzten unheimlich hell.„Ja. Es ist falsch. Sie hatte immer Angst vor Schmerzen. Wie soll sie sich da selbst erschießen?“Seine Stimme wurde plötzlich scharf.„Schnell. Holt den Gerichtsmediziner her. Sofort!“Ich lachte kalt in mich hinein.Ja.Früher hatte ich wirklich Angst vor Schmerzen.Wenn ich mir nur in den Finger schnitt, hielt ich dir sofort die Hand hin und wollte, dass du sie verbindest.Aber verglichen mit einem toten Herzen war eine Kug