LOGINDrei Tage nach meinem Tod erhielt mein Verlobter einen Anruf, um meine Leiche zu identifizieren. Er spottete nur: „Sie ist tot, na und? Ruft mich an, wenn sie unter der Erde liegt.“ Die Polizei, ohne andere Optionen, kontaktierte meine Notfallnummer – meinen Jugendfreund. Er lachte gleichgültig: „Wirklich tot? Nicht mein Problem. Verbrennt sie doch oder so..“ Dann tauchte meine Leiche im Internet auf – und plötzlich sahen beide aus wie Geister.
View MoreEin dumpfer Schlag. Tim hielt sich die Nase und wich zurück; ihm wurde schwindlig. Noch ehe er reagieren konnte, packte Fabian ihn am Kragen und schlug ihm mit mehreren harten Fäusten ins Gesicht. Die beiden schienen all ihren aufgestauten Groll herauszulassen, jeder Schlag traf mit voller Wucht, keiner wich zurück.„Tim, Emma ist meine Verlobte! Sie hat mich gewählt. Du hättest verschwinden sollen, statt dich wie eine aufdringliche Schlange ständig an sie zu hängen!“ „Fabian, du weißt also, dass Emma deine Verlobte ist? Warum hast du sie dann nicht beschützt? Warum warst du nicht gut zu ihr? Kaum kam Jana zurück, hast du dich von ihr abgewandt! Ich wollte dir das schon lange zeigen!“ Ich zog mich in eine Ecke zurück und sah zu, wie sie kämpften, bis beide erschöpft waren – der eine lehnte an der Wand, der andere am Türrahmen. Tim wischte sich das Blut von der Nase, atmete schwer und lehnte den Kopf nach hinten, den Blick auf Fabian gerichtet. „Sag mal, warum hast du
Nachdem Anna gegangen war, blieb Fabians Körper in genau derselben Haltung, reglos. Das Video lief immer wieder von Neuem ab; offenbar hatte einer der Schläger, aus Angst, Jana könne die Schlusszahlung nicht leisten, auch ihr Gesicht und ihre Stimme aufgezeichnet. Ein Streifen goldenen Lichts fiel durch das Fenster und legte sich auf Fabians Rücken, sodass sein ganzes Gesicht in Dunkelheit versank. Plötzlich tauchte eine Gestalt am Eingang der Villa auf. Tim hielt einen Bericht in der Hand, seine Brust hob und senkte sich heftig. Er blickte zu Fabian hinüber, als wolle er Gewissheit suchen. „Anna hat hier die Wahrheit über Emmas Tod. Fabian, Emma sie...“ „...ist tot.“ Lange Zeit hatte Fabian nicht gesprochen; seine Stimme klang heiser, als er endlich sprach. Unverwandt starrte er auf den Bildschirm, dann verzog sich sein Mund zu einem bitteren Lächeln. „Sie ist wirklich tot. Und Jana... sie hat tatsächlich getötet.“ „Tim, scheint, als hätten wir uns bei
Drei Tage später traten zwei Männer aus dem Tor der Haftanstalt. Fabians Gesicht war düster, unter seinen Augen lagen dunkle Schatten. Auch Tim sah nicht besser aus. Er trat wütend gegen einen Stein am Straßenrand und sagte mit kalter Stimme: „Wir müssen Emma finden, sonst ist Jana wirklich in Gefahr.“ Fabian nickte nur, ohne eine Meinung zu äußern, aber im Vergleich zu Tim blieb er deutlich ruhiger. „Ich kümmere mich darum, Emma zu finden. Du überlegst, wie du Jana auf Kaution freibekommen kannst.“ Tim warf ihm einen zornigen Blick zu. „Wie soll man sie jetzt freikaufen? Alle behaupten, sie habe jemanden getötet.“ Fabians dunkle Augen verrieten keine Regung, und seine Stimme blieb völlig gleichgültig, als er sagte: „Eine Schwangerschaft ermöglicht eine Beantragung der Haftverschonung.“ Tim verstand sofort und fuhr ohne Zögern in Richtung Krankenhaus. Ich sah in Fabians ausdrucksloses Gesicht und verspürte zum ersten Mal Angst. Um Jana zu retten, kam er so
Der ursprüngliche Lärm verstummte augenblicklich nach diesem Vorfall.Fabian und Tim runzelten die Stirn und stellten sich schützend vor Jana. Niemand bemerkte das flüchtige Aufflackern von Panik in Janas Augen. Mir schossen einige verschwommene Bilder durch den Kopf, doch sie huschten so schnell vorbei, dass ich sie nicht festhalten konnte. Dann sah ich zwischen den Polizisten eine Frau eintreten – schwarzes Kleid, eine kleine weiße Blume an der Brust.Anna Schneider, meine liebste Freundin.Ihre Augen waren gerötet und geschwollen, das Gesicht müde und ausgezehrt. Ich fuhr hoch, stand plötzlich vor ihr, hob zitternd die Hand und wollte sie berühren.Doch meine Hand glitt einfach durch ihren Körper hindurch. Die Frau hob den Arm, zeigte auf Jana, ihre Stimme klang heiser, aber unbeirrbar: „Herr Polizist, das ist Jana, die wahre Mörderin.“ Mit diesen Worten erstarrte die ganze Luft im Raum. Nach ein paar Sekunden brach ein empörtes Raunen los. „Was redet s