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Kapitel 7

Penulis: Herbst
Laura war kurz überrascht und sah unbewusst auf ihren Knöchel.

„Nur verstaucht. Es ist nichts.“

Sie zog das verletzte Bein ein Stück zurück.

Florian sah jede ihrer Bewegungen.

„Bei dieser Kälte allein auf einer Bergstraße. Hat es beim letzten Sprung in den See nicht geklappt, und jetzt suchst du dir einen neuen Weg in den Tod?“

Die Stimme des Mannes klang sehr angenehm, tief und warm, wie ein Cello in einem Konzertsaal.

Doch seine Worte waren grausam.

Nicht nur Laura erstarrte für einen Moment. Auch Daniel war kurz überrascht.

Herr Sommer ging sonst immer angemessen und höflich mit Menschen um. So scharf hatte Daniel ihn noch nie erlebt.

Lauras Gesicht wurde für einen Moment blass.

Sie sagte nur leise: „Nein.“

Vielleicht lag es daran, dass sie damals, als sie Florian zum ersten Mal sah, noch die geliebte Tochter ihres Vaters war. Jetzt hatte Florian sie gleich zweimal in ihrem schlimmsten Zustand gesehen. Laura fühlte sich innerlich unwohl.

Sie schämte sich.

Florian sah die ungesunde Röte auf ihrem blassen Gesicht und dann ihr leicht zitterndes Kinn.

„Steigst du zuerst in meinen Wagen, oder willst du weiter hier stehen und warten, bis dein Mann dich abholt?“

Lauras Körper war längst eiskalt.

„Dann muss ich Sie wohl bemühen, Herr Sommer.“

Florians Gesicht entspannte sich ein wenig. Immerhin war Laura nicht so dumm, dass sie weiter auf Markus wartete.

Laura wollte gerade das Bein heben und Florian zum Wagen folgen, da hielt er sie auf.

Florian wies seinen Assistenten an.

„Fahr den Wagen her.“

Laura spürte Florians Rücksicht und war ihm dankbar, dass er ihre Verlegenheit nicht offen ansprach.

„Danke, Herr Sommer.“

Daniel fuhr den Wagen heran und öffnete die Tür zum Rücksitz.

„Danke.“

Laura bedankte sich höflich. Als sie das Bein hob, wurde ihr ohnehin blasses Gesicht noch fahler.

Florian streckte die Hand aus.

Laura sah auf den Arm, der vor ihr lag, und verstand schnell, was Florian meinte.

Diesmal lehnte sie nicht ab. Doch sie stützte sich nur durch den Mantel hindurch auf seinen Arm und setzte sich in den Wagen.

Im Wagen war es angenehm warm. Die Heizung blies Laura ins Gesicht. Sie war ohnehin völlig erschöpft, und nun wurde ihr Kopf noch schwerer. Ihre Lider sanken langsam herab.

Doch der Mann neben ihr wirkte zu kühl und distanziert. Laura hatte ein wenig Angst vor ihm.

Vielleicht lag es an seinem ernsten Gesicht. Vielleicht auch daran, dass er früher mit ihrem Vater zusammengearbeitet hatte. Neben Florian fühlte Laura sich noch immer befangen.

„Ins Krankenhaus? Oder soll ich dich zurück zum Weber bringen?“

Laura schüttelte den Kopf.

„Nicht nötig. Bringen Sie mich bitte nur bis zu einer Stelle unten am Berg, wo ich ein Taxi nehmen kann.“

Florian sah sie nicht an. Er senkte den Kopf und bearbeitete Nachrichten auf seinem Handy.

„Mit Selbstmitleid einen Mann weichklopfen wollen ...“

An dieser Stelle hob Florian den Kopf und wandte den Blick zu ihr.

„Zu dumm.“

Sein Blick war eindeutig ruhig. Trotzdem spürte Laura den Spott darin ganz deutlich.

Sie verstand. Er hatte wahrscheinlich die Nachrichten gesehen und missverstanden, dass sie wegen der Affäre ihres Mannes nicht mehr weiterwusste und deshalb in den See sprang.

Jetzt dachte er vermutlich wieder, dass sie mitten in der Nacht auf dieser Bergstraße lief, weil sie sich mit Markus stritt. Er dachte wohl, sie wollte ihren Mann weichmachen und hoffte, dass er zu ihr zurückkam.

„Nein.“

Laura sah auf die Bergstraße vor der Windschutzscheibe. Ihre Stimme war sehr leise.

„Vorgestern Abend bin ich aus Versehen ins Wasser gefallen. Für heute Abend danke ich Ihnen ebenfalls, Herr Sommer.“

Sie erklärte nicht weiter und wandte den Blick zum Fenster.

Draußen begann es irgendwann wieder zu schneien. Laura starrte gedankenverloren aus dem Fenster.

Florian sah sie an. Das Licht der Straßenlaternen fiel immer wieder ins Wageninnere. Im Wechsel von Helligkeit und Schatten wirkte ihr Gesicht unruhig und fern. Nur ihre Augen blieben klar. Sie waren voller Schmerz, doch Florian erkannte darin auch eine Spur von Entschlossenheit.

Als Laura wieder aufwachte, war der Wagen dunkel. Neben ihr hörte sie nur ab und zu das Tippen auf einer Tastatur.

Sie öffnete die Augen. Der Mann neben ihr trug eine Brille mit dünnem goldenem Rahmen.

Im schwachen Licht des Laptopbildschirms wirkte sein Gesicht weniger kalt und streng. Seine Züge waren etwas weicher geworden.

„Wach?“

Florian fragte, ohne den Blick vom Bildschirm zu nehmen.

Er arbeitete noch immer.

Erst jetzt merkte Laura, dass sie ihn eben angestarrt hatte.

Sie wandte den Blick ab und sah aus dem Fenster.

„Wo sind wir?“

Sie wusste nicht, wie lange sie geschlafen hatte. Ein Blick nach draußen zeigte ihr, dass der Wagen in einer Tiefgarage stand.

„Du hast Fieber. Dein Fuß muss auch behandelt werden.“

Florian klappte den Laptop zu.

„Gehen wir.“

Die Autotür wurde geöffnet. Daniel trat sofort heran und schob einen Rollstuhl vor sich her.

„Frau Schneider, Herr Sommer hat einen Termin für Sie beim Facharzt reserviert.“

Laura sah den Rollstuhl an. Sie zwang sich nicht länger und setzte sich hinein.

Der Arzt untersuchte Lauras Fuß. Es war eine Prellung des Weichgewebes. Mit ein paar Tagen Ruhe wurde es wieder gut. Nur das Fieber war stark. Tabletten allein reichten nicht.

Florian begleitete Laura zur Infusion.

Nachdem die Nadel gelegt war, verließ die Krankenschwester den Raum.

Laura hatte die Krankenschwester eben gefragt. Bis die Infusionen durchgelaufen waren, dauerte es ungefähr drei Stunden.

„Herr Sommer, vielen Dank für heute. Sie können ruhig wieder an Ihre Arbeit gehen. Wenn die Infusion fertig ist, kann ich allein zurück.“

Daniel war inzwischen gegangen. Im Krankenzimmer waren nur noch sie beide.

Florian senkte den Kopf und bearbeitete Nachrichten auf seinem Handy. Als er Lauras Worte hörte, sah er nicht zu ihr auf.

„Soll ich deinen Mann kontaktieren?“

Bei diesen Worten sah er auf Lauras Fuß.

„Der Arzt hat eben gesagt, dass dein Fuß zwar nicht gebrochen ist, du ihn aber trotzdem nicht belasten darfst. Ich gehe erst, wenn dein Mann hier ist.“

Ganz gleich, wie man es betrachtete, Laura war Stephan Schneiders Tochter. Stephan hatte Florian damals geholfen. In dieser Lage konnte er nicht einfach zusehen, wie dessen Tochter in Schwierigkeiten steckte.

Was Laura danach mit diesem verwöhnten Sohn aus Familie Weber anfangen wollte, ging ihn nichts an.

Florian nahm sein Handy.

„Wie lautet die Nummer deines Mannes?“

Seine schlanken Finger schwebten über dem Bildschirm. Er wartete auf Laura.

Als sie lange nicht antwortete, hob Florian den Kopf.

Lauras Fieber war inzwischen gesunken. Ihr Gesicht wirkte nicht mehr so krank wie zuvor. Sie war noch immer blass, doch ihre Wangen hatten wieder etwas Farbe.

Ihr langes Haar war locker hochgesteckt. Einzelne Strähnen fielen an ihren Wangen herab und ließen ihr ohnehin schönes Gesicht noch weicher wirken.

Als Florian Laura zum ersten Mal sah, blieb sein Blick sofort an diesem Gesicht hängen.

Mehrere Jahre waren vergangen, doch ihre Schönheit hatte nichts verloren. Im Gegenteil, sie trug nun eine ruhigere, reifere Anziehung in sich.

Selbst Florian verlor für einen Moment die Fassung.

„Nicht nötig.“

Laura nahm eine lose Haarsträhne und schob sie sanft hinter ihr Ohr.

„Ich ...“

Sie wollte ihre Wunden nicht vor anderen zeigen. Vor allem nicht vor Florian.

Er hatte sie früher gesehen, als sie noch vor ihrem Vater verwöhnt und eigensinnig auftreten konnte.

Sie wollte nicht, dass Florian auf sie herabsah, dass er sie bemitleidete.

„Wenn die Infusion fertig ist, gehe ich allein zurück.“

„Dein Vater und ich kennen uns von früher. Du musst nicht so förmlich zu mir sein.“

„Wenn du Markus zurückgewinnen willst, gibt es viele Wege. Aber dich selbst dafür leiden zu lassen.“

Florian sah Laura an. In seinem Blick lag unverhüllte Abneigung.

„Das ist zu dumm.“

Er fuhr fort.

„Wenn du weiter bei ihm bleiben willst, kann ich dir helfen und mit Markus reden.“

„Einen Mann wie ihn zur Treue zu bringen, ist unmöglich.“

„Aber die Familie Weber wird mir wohl diesen Gefallen tun. In Zukunft lassen sie Markus nicht mehr ganz so weit gehen.“
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