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Kapitel 6

ผู้เขียน: Herbst
Laura wusste genau, dass Markus ihr damit eine Warnung geben wollte.

Markus wollte ihr zeigen, welchen Preis sie zahlte, wenn sie die Familie Weber verließ.

Doch sie war damals mit nichts in diese Familie gekommen. Wenn sie all das jetzt verlor, kehrte sie nur an den Anfang zurück.

Wovor sollte sie also Angst haben?

Laura sagte nichts mehr. Sie öffnete die Tür und ging direkt hinaus.

Die Villa der Familie Weber lag in einer abgeschlossenen Anlage. Hier wohnten nur Menschen, die in Seestadt Rang und Namen hatten. Auch die Verwaltung der Anlage war natürlich erstklassig.

Taxis von außerhalb durften nicht hinein.

Schließlich wohnte hier niemand, der ein Taxi nahm.

Laura ging über die breite Straße. Es war kurz vor Abend, der Himmel wurde bereits dunkel.

Auf der Straße gab es außer gelegentlich vorbeifahrenden Wagen nur Laura.

Es hatte den ganzen Tag aufgehört zu schneien. Doch weil es viel zu kalt war, war alles inzwischen vereist.

Zum Glück hatte die Verwaltung rechtzeitig geräumt. Auf der Straße war kaum noch Schnee zu sehen. Nur an den Bäumen am Straßenrand hing eine Schicht aus Eiskristallen.

Bei diesem Wetter wurden Hände und Füße schon nach kurzer Zeit draußen taub.

Lauras Fieber war gerade erst gesunken. Dazu hatte sie in den letzten zwei Tagen kaum etwas gegessen. Jetzt wurde ihr vor den Augen immer wieder schwarz.

Sie sah zum Tor der Anlage, das noch ein gutes Stück entfernt war. Dann zog sie ihre Daunenjacke enger um sich und ging mit zusammengebissenen Zähnen weiter.

Auf der stillen Bergstraße fuhren nur noch wenige Autos.

Nachdem die Sonne untergegangen war, wurde es schlagartig dunkel. Nur die Straßenlaternen auf beiden Seiten spendeten noch schwaches Licht.

Seit jener Sache hatte Laura Angst vor der Dunkelheit. Besonders davor, allein nachts auf einer Straße zu gehen.

Sie sah auf die dunklen Wälder zu beiden Seiten der Straße. Unbewusst beschleunigte sie ihre Schritte.

Plötzlich erschien hinter ihr ein grelles Licht.

Laura trat näher an den Straßenrand, damit der Wagen hinter ihr vorbeifahren konnte.

Doch der Wagen fuhr nicht vorbei. Er folgte ihr weiter in gleichbleibendem Abstand und beleuchtete den Weg vor ihren Füßen.

In Laura stieg Angst auf.

Sie beschleunigte ihre Schritte. Doch der Wagen folgte ihr noch immer langsam, nicht zu nah und nicht zu weit. Sogar der Abstand zwischen ihnen blieb gleich.

Laura sah das Licht auf dem Boden vor sich. Ihr Herz schlug so heftig, dass es ihr fast in den Hals sprang.

Der Albtraum aus der Vergangenheit, an den sie am wenigsten denken wollte, tauchte in ihrem Kopf auf.

Laura wagte es nicht, sich umzudrehen. Sie konnte nur mit aller Kraft nach vorn rennen.

„Herr Sommer.“

Der Assistent sah den Mann im Rückspiegel an und wartete auf seine Anweisung.

„Fahr ihr nach.“

Florian Sommer war eigentlich hierhergekommen, um einen älteren Bekannten zu besuchen. Auf dem Rückweg sah er eine Frau auf der Bergstraße gehen.

Er erkannte sie auf den ersten Blick.

Es war Laura Schneider.

Bei dieser Kälte ging sie allein auf der Bergstraße. Hatte die Familie Weber nicht einmal einen Fahrer für sie?

Oder hatte sie sich mit ihrem Mann gestritten und wollte nun, dass er Mitleid mit ihr bekam?

Er dachte an die Berichte in den Medien.

Wenn er früher gewusst hätte, dass Lauras Sturz in den See an jenem Abend kein Unfall war, sondern ein Selbstmordversuch wegen der Affäre ihres Mannes, dann hätte er sie damals nicht gerettet.

Bei diesem Gedanken sah Florian aus dem Fenster zu der schmalen Gestalt draußen.

In Gedanken beschimpfte er sie.

Dumme Frau!

Sie verletzte sich selbst, nur um bei einem Mann Schuldgefühle auszulösen. Wenn das nicht dumm war, was dann?

Trotzdem ließ Florian seinen Assistenten langsamer fahren und ihr aus der Ferne folgen.

Das hier war schließlich eine Bergstraße. Es war spät, und eine Frau war allein auf diesem Weg. Sicher war das nicht.

„Fahr langsamer und bleib hinter ihr.“

„Ja.“

Daniel Becker antwortete und nahm den Fuß vom Gas. Dann folgte er der Frau vor ihnen.

Vorgestern Abend, als Herr Sommer in den Eissee sprang, um jemanden zu retten, hatte Daniel sogar schon an seine Kündigung gedacht. Zum Glück war Herr Sommer ein guter Schwimmer und brachte die Frau schnell wieder an die Oberfläche.

Später erfuhr Daniel, dass diese Frau die Ehefrau aus der Familie Weber in Seestadt war. Außerdem war sie die Tochter des früheren Bürgermeisters von Seestadt.

Herr Sommer hatte früher eine Zeit lang in Seestadt gearbeitet. Vermutlich half er ihr damals wegen alter Verbindungen.

Nur hatte Daniel nicht erwartet, dass sie jetzt wieder auf Frau Schneider trafen.

Bei diesem Wetter, noch dazu am Abend, lief eine Frau allein auf einer Bergstraße. Das passte einfach nicht zusammen.

„Frau Schneider scheint es in der Familie Weber nicht besonders gut zu haben.“

Daniel Becker lenkte den Wagen und sprach den Gedanken aus, der ihm durch den Kopf ging.

Er hatte sie nun zweimal getroffen. Einmal sprang sie in den See, einmal lief sie in einer Winternacht allein auf einer Bergstraße. Ganz gleich, wie man es sah, glücklich wirkte das nicht.

Florian sah noch immer zu der Frau vor dem Fenster hinaus. Als er die Worte seines Assistenten hörte, warf er einen Blick in den Rückspiegel.

Daniel bemerkte den Blick von hinten und verstand sofort, dass er zu viel gesagt hatte.

Er schwieg wieder und konzentrierte sich darauf, der Frau vor ihnen zu folgen.

Laura rannte immer schneller. In ihrer Panik trat sie versehentlich auf Schnee am Straßenrand. Ihr Fuß rutschte weg, und sie stürzte direkt auf die eiskalte Straße.

Sie wagte nicht, nach hinten zu sehen, und erst recht nicht, Zeit zu verlieren. Sofort wollte sie aufstehen und weiterlaufen. Doch kaum bewegte sie sich, schoss ein bohrender Schmerz durch ihren Knöchel.

Hinter ihr hörte sie eine Autotür aufgehen. Die Schritte, die sich ihr langsam näherten, klangen wie Totenglocken aus der Hölle und zerrten jene Erinnerung hervor, an die sie am wenigsten denken wollte.

Sie sah den Schatten vor sich. Sie sah, wie diese Gestalt ihr immer näher kam.

Als eine ruhige, große Hand auf ihre Schulter fiel, zögerte Laura keine Sekunde. Sie packte diese Hand und biss mit aller Kraft hinein.

Florians Handgelenk schmerzte. Mit der anderen Hand packte er Lauras Kinn und konnte sich erst so befreien.

„Hilfe! Hilfe!“

Laura schrie laut um Hilfe. Sie umklammerte ihre Tasche und schlug immer wieder damit um sich. Die Angst hatte längst jede Vernunft verdrängt. In ihrem Kopf blieb nur ein Gedanke.

Sie durfte auf keinen Fall gefasst werden!

Sie kümmerte sich nicht um die Verletzung an ihrem Fuß. Wankend stand sie auf und wollte den Berg hinunterlaufen.

Doch jemand packte sie an der Schulter.

„Warum läufst du weg!“

Florians Stimme war kalt und scharf.

In diesem Moment holte auch Daniel sie ein.

„Frau Schneider, das ist Herr Sommer. Vorgestern sind Sie ins Wasser gefallen, und Herr Sommer hat Sie gerettet. Sie müssen keine Angst haben.“

Erst als Laura das hörte, kehrte ihre Vernunft langsam zurück. Nach und nach beruhigte sie sich.

Sie sah den Mann vor sich an. Unter der gelblichen Straßenlaterne warf seine Braue Schatten über seine Augen. In seinem Blick lag eine kühle Distanz.

Dieser Mann ...

Sie erinnerte sich.

Damals, als ihr Vater noch im Amt war, war er einmal zu ihnen nach Hause gekommen. Er war ein Untergebener ihres Vaters.

Als sie ihn damals sah, war er gerade erst nach dem Studium als Nachwuchsbeamter eingestiegen. Ihr Vater sagte, seine Zukunft sei grenzenlos.

Zufällig war sie auch als Kind einmal ins Wasser gefallen. Damals hatte ebenfalls dieser Herr Sommer sie gerettet.

„Steh erst einmal auf.“

Florian sprach und streckte ihr eine Hand hin. Dabei wurde ein Stück seines Handgelenks sichtbar.

Im Licht der Straßenlaterne sah Laura die Bissspur darauf.

Verlegenheit zeigte sich auf ihrem Gesicht. Sie nahm Florians Hand nicht, sondern zwang sich, allein aufzustehen.

„Danke, Herr Sommer. Eben ... habe ich mich danebenbenommen. Es tut mir leid. Und danke, dass Sie mich vorgestern gerettet haben.“

Florian sah die Frau vor sich an. Ihr Gesicht hatte sich im Vergleich zu früher kaum verändert. Doch von der früheren Helligkeit und Lebendigkeit war nichts mehr zu sehen.

Auch die strahlenden Augen aus seiner Erinnerung waren inzwischen von einem matten Schatten bedeckt.

Er bemerkte, dass sie seine Hand nicht nahm. Als sie aufstand, wurde ihr ohnehin blasses Gesicht noch fahler. Ihre Brauen zogen sich zusammen. Offensichtlich hielt sie einen starken Schmerz zurück.

„Verletzt?“
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