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Jade und die Eisernen Drillinge
Jade und die Eisernen Drillinge
Author: Déesse

Kapitel 1: Der perfekte Mann hat immer einen versteckten Zwilling

Author: Déesse
last update Last Updated: 2026-02-14 01:56:14

Jade

Ich schaue mich im Spiegel meines Zimmers an, eine erloschene Zigarette zwischen meinen Fingern.

Meine Kurven zeichnen sich sanft im gedämpften Licht ab, eine Silhouette, die sowohl feline als auch verletzlich ist.

Ich liebe diesen Körper, diese Mischung aus Stärke und Sanftheit, diese Haut, die sanfte Streicheleinheiten und stumme Wunden erfahren hat. Meine vollen Hüften, meine schmale Taille, meine langen Beine, mein schlanker Hals.

Ich arbeite in der digitalen Kommunikation. Ein Beruf, der mich genauso erschöpft, wie er mich begeistert.

Meine Tage sind eine Abfolge endloser Meetings, fieberhafter Brainstormings, unzähliger E-Mails.

Ich bin gut in dem, was ich tue. Manchmal sogar zu gut.

Aber am Ende des Tages, wenn ich die Tür meiner Wohnung hinter mir schließe, umschließt mich die Stille wie eine Falle.

Ich möchte noch an die Liebe glauben, wie in den Filmen.

Die Liebe, die plötzlich kommt, alles durcheinanderbringt.

Die einen aus dem Gleichgewicht bringt, ohne Grund lächeln lässt, ohne Berührung zum Vibrieren bringt.

Und dann war da dieser Abend.

Eine Vernissage in einer Kunstgalerie, im Herzen der Stadt.

Meine Kollegen hatten mich mitgeschleppt, behauptend, es wäre "gut fürs Networking".

Ich hatte keinerlei Lust dazu.

Ich schlenderte zwischen den Bildern umher, ein Glas Wein in der Hand, betrachtete erstarrte Körper, erstarrte Gesichter, gemalte, aber tote Emotionen.

Und dann spüre ich diesen Atem.

Eine Präsenz hinter mir.

Eine warme, sanfte, tiefe Stimme.

— Du siehter echter aus als all diese Werke.

Ich drehe mich um, mein Herz schlägt plötzlich zu schnell.

Er ist da. Caleb.

Groß, schlank, mit diesem diskreten Charme, der nicht schreit, sondern flüstert.

Seine klaren blauen Augen durchdringen die Menge wie ein Lichtstrahl.

Sein Lächeln ist eine stille Einladung, ein geheimes Versprechen.

Sein Duft, Leder, Holz, Gewürze, umhüllt mich wie ein brennender Schleier.

— Ich wollte dich nicht stören, murmelt er, aber... du bist unmöglich zu ignorieren.

Ich schlucke, verwirrt, unfähig zu antworten.

Ich spüre, wie meine Wangen erröten.

— Arbeitest du hier? frage ich schließlich, um meine Sprache wiederzufinden.

— Nein, nur ein Kunstliebhaber, antwortet er lächelnd. Und anscheinend ein diskreter Bewunderer.

Ich lache, nervös.

— Diskret? So gut bist du nicht.

Er neigt den Kopf, amüsiert.

— Vielleicht. Aber manchmal ist Diskretion nutzlos, wenn das Verlangen zu stark ist.

Ich schaudere, nicht nur wegen der Temperatur in der Galerie.

— Kommst du oft hierher? versuche ich, das Gespräch zu verlängern.

— Nicht wirklich, aber heute Abend hatte ich einen guten Grund. Dich zu treffen.

Ich wende den Blick ab, verlegen.

— Du bist seltsam.

— Und du fesselnd.

Wir stehen da, in einem Moment außerhalb der Zeit.

Ich ertappe mich dabei, ihm meine Geheimnisse, Zweifel, Träume anvertrauen zu wollen.

— Weißt du, manchmal habe ich das Gefühl, unsichtbar zu sein, sage ich sanft.

Er sieht mich ernst an.

— Nicht heute Abend. Ich heiße Caleb.

Ich spüre seine Finger sanft meine Hand streifen.

Ein Schauer durchfährt mich.

— Du kannst mich Jade nennen.

— Jade? Ist das so? fragt er, während er seine Hand in meine legt.

Ich nicke.

— Caleb.

Sein Name rollt wie eine Berührung über meine Zunge.

— Ich würde gerne mehr über dich erfahren, Jade. Wenn du mir das erlaubst.

Ich atme tief ein.

— Ich wäre einverstanden.

Die folgenden Tage sind ein zarter Tanz.

Er ruft mich nicht jeden Tag an, er schickt mir nicht zu viele Nachrichten.

Er weiß, wie man die Abwesenheit dosiert, das Verlangen weckt, ohne es zu ersticken.

Als er mich endlich zum Abendessen einlädt, wähle ich ein Kleid, das meine Formen umschmeichelt, mich wie eine Frau, unwiderstehlich fühlen lässt.

Das Restaurant ist klein, gedämpft, intim.

Die Kerzen werfen bewegte Schatten auf unsere Gesichter.

— Du bist noch schöner als im grellen Licht der Galerie, sagt er, während er meine Hand nimmt.

Ich erröte.

— Caleb...

— Jade, hör auf zu erröten, das ist grausam für mich.

Ich lache leise.

Während des gesamten Essens hört er nicht auf, mich anzusehen, seine Augen brennen mit einer neuen Intensität.

Er spricht wenig, hört viel.

Als er mir seinen Mantel beim Verlassen reicht, streifen seine Finger meinen Arm.

Ein elektrischer Schauer durchläuft mich.

— Ich glaube, ich könnte mich daran gewöhnen, flüstert er.

— An was? frage ich neugierig.

— Dich zu berühren. Nur ein bisschen.

Ich spüre, wie meine Wangen sich erhitzen.

— Weißt du, sagt er, während er sich nähert, Geduld hat ihren Reiz. Aber sie ist nicht unendlich.

Ich schaudere erneut.

Seine Hände streifen meinen Rücken, während wir Seite an Seite in der kühlen Nacht gehen.

Der Kontakt ist leicht, fast schüchtern.

Aber er überwältigt mich.

Die Tage vergehen, und die Berührungen werden sicherer.

Er legt seine Hand auf meine Hüfte, dann auf meinen unteren Rücken.

Ich fühle, wie meine Knie jedes Mal nachgeben.

Und dann kommt die Nacht, in der ich ihm die Tür meiner Wohnung öffne.

Ich trage ein Kleid, das jede Kurve umschmeichelt, meine offenen Haare fallen in Wellen über meine Schultern.

— Du bist wunderschön, murmelt er, während er mich intensiv ansieht.

Seine Finger streifen meinen Nacken, als würde er um Erlaubnis bitten.

Dann kommen seine Lippen sanft auf die meinen, langsam, zärtlich, besitzergreifend.

— Jade, du weißt, dass ich auf dich gewartet habe, murmelt er zwischen zwei Küssen.

Ich schließe die Augen und lasse mich fallen.

Er liebt mit einer fast unrealistischen Zärtlichkeit.

Jeder Kuss ist ein Versprechen.

Jede Berührung ein Geständnis.

Sein warmer Atem gegen meine Haut lässt mich vibrieren.

Ich fühle mich geliebt. Vollständig.

Ich glaube an diese Perfektion.

Ich glaube an Caleb.

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