LOGINBLURB / SYNOPSIS Marys Leben sollte gewöhnlich sein. Bis ihr Freund Alex Scott – der einzige Sohn einer der reichsten Familien in Südkalifornien – plötzlich verschwindet. Keine Leiche wird gefunden. Aber die Welt geht davon aus, dass Alex tot ist. Und Mary wird zur Hauptverdächtigen. Gezwungen, vor der Polizei zu fliehen, taucht Mary in die Schatten ab, verzweifelt danach, ihre Unschuld zu beweisen und herauszufinden, was mit dem Mann geschehen ist, den sie liebte. Dann wird sie entführt und in einem mysteriösen Raum eingesperrt. Während Mary um ihre Flucht kämpft, beginnen Ermittler, beunruhigende Hinweise rund um Alex’ Verschwinden aufzudecken. Sheriff Daniel Cole, Detective Harry, FBI-Agent Richard Reed und andere folgen einer Spur, die sie zu Menschen führt, die weit mehr zu wissen scheinen, als sie sollten. In der Zwischenzeit entdeckt Alex’ Vater Scott McCall etwas Verborgenes in einer geheimen Datenbank. Sein angeblich toter Sohn hatte eine geheime Identität. Two-Face 2. Und er war Mitglied einer Organisation namens die Company. Plötzlich ist Alex’ Verschwinden keine einfache Morduntersuchung mehr. Mary ist gefangen. Die Polizei jagt nach Antworten. Mächtige Menschen verbergen Geheimnisse. Und irgendwo im Schatten liegt die Wahrheit darüber, was wirklich mit Alex Scott geschehen ist. Aber in einer Geschichte, in der jeder etwas zu verbergen hat… kann die Wahrheit gefährlicher sein als die Lüge.
View MoreMary sah die Polizeiwagen und hielt für einen Moment den Atem an. Einer blockierte die Straße. Ein anderer war von der Seite herangefahren. Türen öffneten sich. Hände ruhten in der Nähe der Waffen. Die Stimme eines Beamten drang durch das offene Fenster.
„Steigen Sie aus, die Hände in die Höhe!“
Ihre Finger krallten sich um das Lenkrad, bis die Knöchel weiß wurden. Der Motor lief noch. Zehn Minuten zuvor war Allison mit einem Lächeln ausgestiegen, hatte sie Baby genannt und war wie an jedem anderen Morgen zur Ecke gegangen. Der Beifahrersitz war jetzt leer.
Mary starrte auf den leeren Sitz, dann auf die näher kommenden Beamten. Sie drückte die Tür auf. Warme Luft strömte herein. Stiefel schabten über den Asphalt. Mehrere Waffen hoben sich gleichzeitig und zielten auf ihre Brust.
„Hände, wo wir sie sehen können!“
Sie hob beide Arme. Einen Moment später klickte Metall um ihre Handgelenke. Jemand drückte sie nieder. Ihre Knie trafen den Gehsteig. Die Oberfläche fühlte sich durch ihre Jeans heiß an. Sie behielt den Blick auf dem Boden, bis ein vertrautes Lachen sie erreichte.
Mary hob langsam den Kopf. Allison stand ein paar Meter entfernt, die Arme verschränkt. Das Lächeln in ihrem Gesicht war klar und zufrieden, nichts wie das, das früher Essen mitgebracht oder bis die Stadtlichter draußen vor dem Fenster verschwammen, wach geblieben war.
„Überraschung“, sagte Allison.
Marys Mund öffnete sich, aber kein Laut kam heraus. Allison trat näher, ohne die Linie zu überschreiten, die die Beamten gezogen hatten. Sie neigte den Kopf, wie jemand, der ein fertiges Werk betrachtet.
„Ich habe dir gesagt, ich habe gute Nachrichten.“
Die vergangene Nacht kehrte in einem einzigen Blitz zurück: Pizzakartons auf dem Boden und Allisons helle Stimme, die etwas zum Feiern versprach. Marys Schultern spannten sich an. Sie sprach mit leiser Stimme, die kaum zu hören war.
„Du hast das geplant.“
Allison bestritt es nicht. Sie sah nur zu. Mary zog gegen die Hände, die ihre Arme festhielten.
„Wie lange?“
„Lange genug“, antwortete Allison. Ihr Ton blieb fast sanft. „Neuigkeiten verbreiten sich, Baby Girl. Sogar an einem Ort wie diesem.“
Mary schüttelte einmal den Kopf. „Hier kennt niemand, wer ich bin.“
„Sie wussten es nicht“, sagte Allison. „Ich schon.“
Der Name des vermissten Jungen lag unausgesprochen zwischen ihnen. Die Beamten verstärkten ihren Griff. Mary behielt die Augen auf Allisons Gesicht gerichtet.
„Ich habe ihn nie angefasst.“
Allisons Lächeln veränderte sich nicht. „Ich habe nie behauptet, dass du es getan hast. Der Scott-Familie ist dieser Teil egal. Ihnen geht es um Ergebnisse.“
Marys Arme wurden still in den Händen der Beamten. Die Fragen, die sich einst wie Fürsorge angefühlt hatten, die ständige Anwesenheit, als alle anderen verschwunden waren, die leichte Art, wie Allison sich unentbehrlich gemacht hatte – all das ordnete sich in der Stille neu.
Die Beamten zogen sie hoch und lenkten sie zum wartenden Wagen. Mary wandte sich einmal um.
„Allison—“
Allison sah nur zu. In ihrem Gesichtsausdruck lag kein Bedauern. Nicht einmal die Höflichkeit, wegzuschauen. Sie schoben Mary auf den Rücksitz. Die Tür schlug so hart zu, dass das Glas klirrte.
Durch das Fenster sah sie Allison noch dort stehen, wie sie kleiner wurde, während der Wagen wegfuhr. Mary bewegte einmal die gefesselten Finger, dann hörte sie auf. Zwei Wochen vorsichtiger Stille, in Zimmern ohne Kameras zu schlafen, nie zweimal denselben Weg zu nehmen – und es war zu Ende gegangen, weil sie zugelassen hatte, dass jemand sie Baby nannte.
Sie sah die beiden Beamten auf den Vordersitzen an. Keiner sprach. Das Funkgerät blieb still. Die Stille fühlte sich falsch an. Wenn das eine einfache Festnahme gewesen wäre, hätte Allison nicht draußen gestanden wie eine Lieferbestätigung, und sie hätte den Namen Scott nicht laut ausgesprochen.
Mary drehte sich zum Heckscheibe. Ein Mann stand neben einem der unmarkierten Wagen, die sie zurückgelassen hatten. Keine Uniform. Kein Abzeichen. Er sprach mit niemandem. Er beobachtete einfach das Fahrzeug, während es sich bewegte. Sein Gesichtsausdruck blieb ruhig auf eine Weise, die die Haare auf ihren Armen aufrichtete.
Er hob eine Hand an sein Ohr, sprach ein paar Worte, die sie nicht hören konnte, und sah ihr dann durch das Glas direkt in die Augen. Der Wagen bog um die Ecke. Der Mann verschwand aus dem Blickfeld. Mary saß ganz still auf dem Sitz, den Blick auf die leere Stelle gerichtet, wo er gestanden hatte.
Mr. Scott McCall stand regungslos im Lagerhaus und starrte auf die Wand vor sich, während Matthew einige Meter hinter ihm stand und ihn aufmerksam beobachtete. Scott hatte beide Hände hinter dem Rücken verschränkt, doch von seiner sonstigen Ruhe war nichts mehr zu spüren. Zum ersten Mal in seinem Leben wirkte der Mann, der sich Feinden, Bedrohungen und Situationen gestellt hatte, vor denen gewöhnliche Menschen zurückgeschreckt wären, wirklich erschüttert. Alles, was er über seinen Sohn geglaubt hatte, begann plötzlich um ihn herum zusammenzubrechen, und er konnte keine einzige Erklärung finden, die Sinn ergab.Scott hatte immer geglaubt, dass die Company dafür verantwortlich war, Alex von ihm wegzunehmen. Er hatte sich eingeredet, dass der Boss seinen Sohn entführt, irgendwo eingesperrt oder ihn vielleicht sogar aus Rache an Scott getötet hatte. Dieser Glaube hatte ihm geholfen, seine Wut über Wochen hinweg aufrechtzuerhalten, denn die Company für alles verantwortlich zu machen, hatte
Mary saß still auf der Bettkante und starrte die Wände um sich herum an, als könnten sie plötzlich zu sprechen beginnen und ihr alles erklären, was geschehen war, seit dieser Albtraum begonnen hatte. Ihr Blick wanderte langsam von einer Ecke des Zimmers zur anderen, auf der Suche nach etwas, das sie nicht benennen konnte. Nichts ergab mehr einen Sinn. Jede Antwort schien eine weitere Frage aufzuwerfen, und jeder Mensch, dem sie vertraute, schien noch ein Geheimnis zu verbergen.Sie senkte den Kopf und rieb ihre Hände aneinander, während sie verzweifelt versuchte, den Sturm der Gefühle in ihrem Inneren unter Kontrolle zu bringen. Sie war wütend auf sich selbst, weil sie zugelassen hatte, dass alles so weit gekommen war. Sie war wütend auf die Menschen, die sie mitgenommen hatten, und auf die Polizei. Am wütendsten war sie jedoch darüber, dass sie nicht verstehen konnte, warum Alex verschwunden war und weshalb sie mitten in etwas hineingeraten war, das viel größer war als sie selbst. Mi
Sheriff Cole und Detective Harry fuhren schweigend durch die belebten Straßen von Los Angeles. Der Motor brummte gleichmäßig, während sich das Fahrzeug durch den Verkehr bewegte, doch keiner der beiden Männer schien an einem Gespräch interessiert zu sein. Ihre Gedanken kreisten um dieselbe Sache: den nächsten Schritt. Etwas hatte sie zu diesem Restaurant geführt, und keiner von ihnen wusste genau, was sie dort finden würden. Cole richtete seinen Blick auf die Straße, während Harry gelegentlich aus dem Fenster schaute und die vorbeiziehenden Straßen beobachtete. Die Spannung zwischen ihnen blieb bestehen, besonders weil Harry immer noch Zweifel daran hatte, wie sehr er seinem eigenen Sheriff vertrauen konnte.Nach einigen Minuten erreichten sie schließlich das Restaurant. Das Gebäude war groß und ständig von Menschen umgeben, die durch die Türen ein- und ausgingen. Es war eines der beliebten chinesischen Restaurants in Los Angeles und zog Menschen an, die etwas anderes als das gewohnte
Die Tür öffnete sich langsam, und ihre Scharniere gaben ein leises Geräusch von sich, das sofort Marys Aufmerksamkeit erregte. Sie hob den Kopf und blickte zum Eingang, wobei sie die Stille erwartete, an die sie sich gewöhnt hatte, seit man sie in diesem Zimmer eingesperrt hatte. Stattdessen trat der mysteriöse Mann in Schwarz durch die Tür. Sein Gesicht war noch immer vollständig bedeckt, sodass Mary nicht einmal das kleinste Detail seiner Identität erkennen konnte. Er betrat ruhig den Raum, blieb einige Schritte von ihr entfernt stehen und sah sie direkt an. Mary erwiderte seinen Blick mehrere Sekunden lang, bevor sie erschöpft seufzte.„Mary“, sagte er ruhig. „Wie geht es dir heute?“„Mir geht es gut“, antwortete sie.Der Mann hielt inne und schien von ihrer Antwort überrascht zu sein. Als er schließlich antwortete, war eine leichte Belustigung in seiner Stimme zu hören. „Nun, das ist eine bessere Antwort, als wie sonst einfach zu schweigen.“ Mary wandte für einen Moment den Blick
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