LOGINDie Nachtluft ist dickflüssig, diese Art von schwüler Hitze, bei der sich die Haut anfühlt, als wäre sie zu eng für den eigenen Körper.
Ich stehe mit Mom auf dem Balkon; der Duft von blühendem Jasmin aus dem Garten unten vermischt sich mit der Citronella-Kerze, die zwischen uns flackert. Sie redet über den Garten – dass die Hortensien endlich angehen, dass der Boden umgegraben werden muss – aber ich höre kaum ein Wort.
Meine Augen suchen ständig den dunklen Rasen ab, den Schatten der Garage, den Lichtschein aus dem Wohnzimmerfenster. Ich suche ihn.
Seit seinem Versprechen heute Morgen bin ich wie eine straff gespannte Saite. Vorhin, als das Haus leer war und die Stille zu laut dröhnte, hatte ich mich an meinen Laptop zurückgezogen.
Ich hatte mich durch Erotikseiten gescrollt und Fremden dabei zugesehen, wie sie das Verlangen nachahmten, das ich tatsächlich spürte, während meine Hand sich schnell und verzweifelt unter meinem Hosenbund bewegte.
Ich hatte versucht, das Fieber zu kühlen, den Druck abzulassen, aber es machte die Erwartung nur noch schlimmer. Jetzt, wo ich neben meiner Mutter stehe, spüre ich eine frische, schwere Feuchtigkeit zwischen meinen Schenkeln, die rein gar nichts mit der sommerlichen Schwüle zu tun hat.
„Lara? Hörst du überhaupt zu?“, fragt Mom und legt den Kopf schief.
„Ja“, lüge ich, und meine Stimme klingt in meinen eigenen Ohren belegt. „Nur... müde. Die Hitze.“
Bevor sie weiter nachbohren kann, piepst ihr Handy auf dem Glastisch. Sie wirft einen Blick auf den Bildschirm, und ihr Gesichtsausdruck wandelt sich zu etwas Professionellem, Dringendem. „Das muss ich kurz annehmen. Das Büro.“
Sie winkt mir zerstreut zu und geht zum fernen Ende des Balkons, bereits tief in ein Gespräch über Quartalsberichte verwickelt.
Ohne die Ablenkung durch ihre Stimme wirkt die Stille des Hauses hinter mir wie ein Magnet. Ich drehe mich um und trete durch die Glasschiebetür, wobei ich die gedämpften Geräusche von Moms Telefonat hinter mir lasse.
Das Wohnzimmer ist dämmrig, nur vom Mondlicht erhellt, das durch die Gardinen fällt. Ich mache zwei Schritte hinein und erstarre.
Die Luft verändert sich. Es ist ein Sog – eine physische Schwere im Raum, die sich in der Ecke bei den schweren Samtvorhängen konzentriert.
Mein Herz hämmert gegen meine Rippen, ein panischer, pochender Rhythmus, der in meinen Ohren widerhallt. Ich sehe ihn noch nicht, aber ich spüre ihn. Der Duft von Zeder und kühler Abendluft erreicht mich zuerst.
„Suchst du jemanden, Kleines?“
Die Stimme kommt aus dem Schatten. Marcus tritt vor, seine Silhouette breit und imposant. Er trägt noch seine Arbeitskleidung, das Hemd am Kragen aufgeknöpft, die Ärmel hochgekrempelt. Er sieht gefährlich aus. Er sieht aus, als hätte er im Dunkeln gewartet, nur um zuzusehen, wie ich hereinkomme.
Ich bekomme keine Luft. Meine Oberschenkel pressen sich instinktiv zusammen, und die Reibung jagt einen Blitz direkt in mein Innerstes.
„Ich... ich habe dich beim Abendessen nicht gesehen“, flüstere ich mit zitternder Stimme.
„Ich habe dich vom Flur aus beobachtet“, murmelt er und tritt näher, bis er in meinen persönlichen Bereich eindringt. Er streckt die Hand aus, sein Daumen umfasst die Unterseite meines Kiefers und zwingt mich, hochzusehen. „Beobachtet, wie du deine Beine nicht stillhalten konntest. Beobachtet, wie du ständig nach mir Ausschau gehalten hast.“
Er gleitet mit der Hand meinen Hals hinunter, seine Handfläche heiß auf meiner Haut. „Du zitterst, Lara. Ist es die Angst? Oder bist du einfach so verzweifelt?“
„Beides“, hauche ich.
Er verliert keine weitere Sekunde. In einer fließenden, kraftvollen Bewegung dreht er mich um. Meine Vorderseite prallt gegen die kühle, gestrichene Wand der Nische, die nur durch ein paar Zentimeter Trockenbauwand vor der Sichtlinie des Balkons verborgen ist.
„Hände hoch“, knurrt er an meinem Ohr.
Ich stemme meine Handflächen gegen die Wand, mein Atem geht in flachen Stößen. Ich höre das metallische Klirren seines Gürtels, das Rascheln eines Reißverschlusses. Es ist so laut im stillen Haus.
Diesmal hält er sich nicht mit Vorspielen auf. Er reißt meine Seidenshorts und den Spitzen-Slip mit einem Ruck herunter und entblößt mich im dunklen Raum. Seine Hand findet mich – feucht, nass und bereit. Er stöhnt auf, ein tiefes, urtümliches Geräusch, das gegen meinen Rücken vibriert.
„Ich habe dir gesagt, dass ich dich heute Nacht beanspruchen werde“, flüstert er.
Er hakt ein Bein um meines, spreizt mich weit und dringt mit einem einzigen, tiefen, rücksichtslosen Stoß in mich ein.
Ich vergrabe mein Gesicht in meinem Arm, um den Schrei aufzufangen, der sich aus meiner Kehle reißt. Er ist so massiv, so ausfüllend, dass er mich dehnt, bis ich glaube, zu zerbrechen. Er beginnt, gegen mich zu hämmern, ein schweres, rhythmisches Schlagen von Hüften gegen Hintern, das die gerahmten Fotos auf dem nahegelegenen Regal klappern lässt.
Die Lust ist eine gewaltige Welle, die so hart über mir zusammenschlägt, dass meine Knie nachgeben, aber er packt meine Hüften, drückt mich gegen die Wand und nimmt sich alles, was ich zu geben habe.
Poch. Poch. Poch.
Und dann bleibt die Welt stehen.
Knarr.
Das Geräusch der Schiebetür, die wieder geöffnet wird. Das unverkennbare Tippen von Moms Sandalen auf dem Parkett.
„Lara? Bist du hier drin? Das Licht ist aus...“
Marcus erstarrt. Er ist immer noch tief in mir vergraben, seine Brust bebt gegen meinen Rücken, sein Puls rast gegen meine Haut. Ich kann fühlen, wie er in mir zuckt, die rohe Reibung, gehalten in einem Zustand quälender Stillstille.
Mein Herz schlägt nicht mehr nur; es ist wie ein panischer Vogel, der in einem Käfig gefangen ist. Mein Atem stockt. Wenn sie noch zwei Schritte weiter nach links geht, wird sie uns sehen. Sie wird ihren Ehemann in ihrer Tochter vergraben sehen, unsere Schatten an der Wand ineinander verschlungen.
Marcus lehnt sich vor, seine Lippen streifen mein Ohr, seine Stimme nur noch ein Geisterhauch.
„Beweg dich nicht.“
Die Schritte kommen näher.
Biancas POVIch schlug die Tür zu und drehte mich sofort zum Bett um.„Er ist weg. Komm raus.“Einen Moment lang geschah nichts. Kein Geräusch. Eine leichte Falte erschien auf meiner Stirn.„Er ist weg, Mike. Du kannst jetzt rauskommen.“Ein paar Sekunden später kroch er langsam unter dem Bett hervor. Er richtete sich auf und klopfte den Staub von sich, strich über sein Hemd, seine Hose und seine Arme.Ich stand ein paar Schritte entfernt, ein Bein leicht nach vorne gestellt und die Hände ineinander verschränkt, während ich ihn beobachtete.Er bemerkte meinen Gesichtsausdruck.„Was?“Ich räusperte mich leise und sah für einen Moment weg.„Wann wird das alles aufhören?“Seine Hand hielt mitten in der Bewegung inne, während er sich den Staub vom Hemd klopfte. Langsam hob er den Kopf.„Was?“, fuhr er mich an, als würde er nicht verstehen, was ich meinte.„Du hast mich gehört“, erwiderte ich mit ruhiger Stimme.Er starrte mich einen Moment lang an, bevor er einen Schritt auf mich zumachte
Biancas POV„Braves Mädchen“, flüsterte er und gab mir einen sanften Klaps auf den Hintern, während sein Blick meinen durchdrang.Ich sah ihn an, während meine Brust unter meinem unregelmäßigen Atem heftig bebte. Ein Sturm aus Gefühlen erfasste mich, während meine Augen jede seiner Bewegungen verfolgten. Wut brannte in meinem Blick, vermischt mit einer Anziehung, die ich nicht wahrhaben wollte, und ich spannte meinen Kiefer an, während er seelenruhig seinen Gürtel schloss, völlig unbeeindruckt von der Spannung, die zwischen uns in der Luft lag.Mein Atem wurde schwerer, als er langsam den Kopf hob und sich ein breites, wissendes Grinsen auf seinen Lippen ausbreitete.„Du hast das gut gemacht, Mädchen“, sagte er und beugte sich näher zu mir, sodass der kleine Abstand zwischen uns verschwand.Mein Herz machte einen Satz, und ich wandte sofort das Gesicht ab, weil ich mich weigerte, ihm entgegenzukommen.„Ja, ich liebe es, wenn du so stur bist“, sagte er, zog sich zurück und richtete sic
ANFANG VON GESCHICHTE 3Biancas PerspektiveIch ging voran, meine Schritte gleichmäßig, während meine Freunde und mein jüngerer Bruder mir folgten und ihr Lachen und albernes Plaudern die Luft erfüllten.Ich ging weiter den Weg entlang und achtete kaum darauf, wohin ich trat, bis mein Fuß gegen einen Fußball stieß, der mir im Weg lag. Ich blickte hinunter und fragte mich, wem er gehörte, während der Ball von mir wegrollte und im Garten eines Nachbarn verschwand.Ich sah schnell weg und trat auf den Gehweg, der zu unserer Haustür führte.„Tschüüüss!“, rief Sammy, mein Bruder, von hinten.Ich blickte über meine Schulter.Er stand da und winkte unseren Freunden enthusiastisch zu, bevor er sich wieder dem Haus zuwandte.Das Geräusch einer sich öffnenden Tür zog plötzlich meine Aufmerksamkeit auf sich.Mein Blick Schnellte sofort nach vorne.Die Tür öffnete sich schließlich, während sich ihre Stimmen mit der Luft vermischten.Meine Füße standen für einen Moment still, als sich die Tür weit
Tianas POVZwei Wochen späterIch starrte auf das bereits gepackte Gepäck auf dem Bett.Ja.Meine Entscheidung stand fest, und ich war bereit zu gehen.Ich griff nach dem ersten Koffer, schloss meine Hand um den Griff und zog ihn zum Bettrand, bevor ich ihn mit etwas Mühe herunterzog und auf dem Boden abstellte.Einen nach dem anderen brachte ich die Koffer aus dem Schlafzimmer nach unten und stellte sie im Wohnzimmer ab, bis mir beim Heruntertragen des letzten Koffers bereits die Arme zu schmerzen begannen.Abby saß gemütlich auf dem Sofa und kicherte über etwas auf ihrem Handy, als hätte sie mit dem Chaos um mich herum überhaupt nichts zu tun, bevor sie zu mir aufsah.„Oh, Mädchen. Du bist schon fertig?“Ich verdrehte die Augen. „Du solltest hier sein, um mir zu helfen, aber du hast nicht einmal nach mir gesehen.“Sie sah mich unschuldig an. „Komm schon, Mädchen. Ich dachte, du wärst im Badezimmer.“Ich blieb mitten auf der Treppe stehen und starrte sie an.„Badezimmer? Über sieben
Tianas POVIch nahm den Stift vom Officer entgegen und senkte den Blick auf das Dokument vor mir.„Hier unterschreiben“, wies er mich an und deutete auf die freie Stelle am unteren Rand.Ich nickte und begann zu unterschreiben.Meine Hand bewegte sich gleichmäßig über das Papier, als ich plötzlich Schritte hinter mir hörte.Sie wurden langsamer.Dann blieben sie direkt neben mir stehen.„Du glaubst, du hast gewonnen?“Meine Hand erstarrte.Ich erkannte diese Stimme sofort.Martha.Kennys Tante.Langsam lehnte ich mich zurück und erhob mich, während ich den Stift auf den Schreibtisch fallen ließ. Ich weigerte mich, mich in ihre Richtung zu drehen.„Das ist erst der Anfang“, fügte sie hinzu.Bevor ich antworten konnte, ertönte Abbys Stimme hinter mir.„Ist dir eigentlich klar, dass du dich auf einer Polizeiwache befindest? Officers! Hört ihr überhaupt, was sie sagt? Hört ihr, was sie sagt?“Ich neigte den Kopf in Abbys Richtung.„Abby, hör auf. Bitte.“„Nein, Tiana.“ Ihre Stimme blieb f
Tianas POVDie Polizeiwache war alles andere als ruhig.Beamte liefen im Gebäude ein und aus. Einige trugen Akten unter den Armen, während andere hastig in ihre Telefone sprachen.Stimmen überschnitten sich aus verschiedenen Ecken und erzeugten ein ständiges Stimmengewirr, das es schwer machte, sich auf irgendetwas zu konzentrieren.Eine Frau stand in der Nähe des Empfangs und weinte unkontrolliert, während sie erklärte, dass ihr Kind verschwunden sei.Ein Beamter stand vor ihr und versuchte, sie zu beruhigen, während ein anderer etwas in ein Protokollbuch schrieb.Ich saß schweigend auf einer der Bänke, meine Hände auf meinem Schoß ineinander verschränkt.Mein Kopf fühlte sich seltsam taub an.Hinter mir saßen Kenny und seine Tante im Besucherbereich. Seine Tante sprach eindringlich mit einem anderen Beamten und zeigte dabei gelegentlich in meine Richtung.Ich wandte den Blick ab.Ich hatte nicht die Kraft, mich darum zu kümmern.Ein paar Minuten später kam ein Beamter auf mich zu un
Der Supermarkt hätte sich nicht wie ein Minenfeld anfühlen dürfen, aber jedes fluoreszierende Licht wirkte wie ein Scheinwerfer auf meiner Haut. Ich folgte Marcus durch die Gänge; meine Beine waren noch schwer und empfindlich vom Vormittag. Er bewegte sich mit einer erschreckend ruhigen Effizienz u
Die Sonntagmorgen-Sonne ist eine physische Last, schwer und unerbittlich drückt sie gegen die Schlafzimmervorhänge. Ich wache vom Geräusch der laufenden Dusche auf dem Flur auf – dem Gästebad. Mom. Die Routine ist eine Lüge, die wir immer besser zu erzählen wissen.Ich liege in meinem eigenen Bett,
Ich sitze auf dem Hocker, die Beine übereinandergeschlagen, der Puls hämmert zwischen meinen Oberschenkeln. Ich habe mich in Leggings und ein bauchfreies Top umgezogen.ch steige wieder auf. Schnell.„Komm mit mir“, sagt er. „Will spüren, wie du auf meinem Schwanz kommst.“Seine Hand gleitet zwisch
Der Rest des Vormittags ist Folter im Gewand des normalen Lebens.Ich versuche, mich in der Routine zu verlieren: das Wohnzimmer saugen, Wäsche zusammenlegen, alles tun, um meine Gedanken von der Hitze abzulenken, die sich in meinem Unterleib sammelt. Doch jede Vibration des Staubsaugers, jedes Büc






