Mag-log inHeute trug er ein sauberes, marineblaues Polohemd, dessen Stoff über seinen Schultern spannte. Er sah exakt wie der verantwortungsbewusste, trauernde Witwer aus, den die Stadt respektierte. Niemand wusste, dass meine Fingernägel unter diesem Polo dünne, rote Halbmonde auf seinem Rücken hinterlassen hatten.
„Lara? Bist du das?“
Die Stimme ließ mein Herz aussetzen. Ich drehte mich um und sah Mrs. Gable, eine langjährige Freundin meiner Mutter, die ihren Wagen auf uns zustreuerte.
„Oh, hallo, Mrs. Gable“, sagte ich, wobei meine Stimme eine Oktave zu hoch klang. Ich spürte, wie Marcus hinter mich trat. Er berührte mich nicht – er wusste es besser –, aber die bloße Wand seiner Hitze war direkt hinter mir, eine stille Warnung.
„Marcus, schön Sie draußen zu sehen“, zwitscherte sie, während ihre Augen zwischen uns hin- und herwanderten. „Wie läuft es im Haus? Es muss so still sein, jetzt wo Lara erwachsen ist.“
„Wir kommen zurecht, Evelyn“, sagte Marcus, seine Stimme ein glattes, tiefes Grollen. Er legte eine Hand auf den Griff des Einkaufswagens; dabei streiften seine Knöchel meine Hüfte. Der Kontakt war flüchtig, aber er fühlte sich an wie ein elektrischer Schlag. „Lara war eine große Hilfe. Sie hält alles in Ordnung.“
Das Wort Ordnung fühlte sich an wie ein Bleigewicht. Mein Gesicht brannte. Ich starrte auf den Boden, terrorsisiert von der Vorstellung, sie könnte den „verstörten“ Blick in meinen Augen sehen oder wie mein Puls in der Grube meines Halses hämmerte. Ich fühlte mich wie eine Kriminelle. Schlimmer noch: Ich fühlte mich wie ein Mädchen, das erwischt werden wollte.
Nach einigen Minuten quälenden Smalltalks konnten wir uns endlich lösen. Marcus sagte kein Wort, bis wir im Schutz des Geländewagens waren und die Türen mit einem dumpfen Schlag ins Schloss fielen, um die Welt auszusperren.
„Du hast gezittert“, sagte er, ohne mich anzusehen, während er den Motor startete.
„Sie hat uns angesehen, Marcus. Als wüsste sie es. Was, wenn sie es jemandem erzählt?“
„Lass sie ruhig schauen“, murmelte er und legte den Gang ein. „Aber wenn du mein Mädchen sein willst, Lara, musst du lernen, die Fassung zu bewahren. Du hättest uns fast verraten.“
Der Tadel schmerzte, aber er ließ auch ein vertrautes Ziehen in meiner Brust erblühen. Er war nicht nur mein Liebhaber; er war der Mann, der die Regeln aufstellte.
Als wir zurück zum Haus kamen, fühlte sich die Stille anders an. Sie war aufgeladen. Marcus trug die Tüten in die Küche, aber er fing nicht an, sie auszupacken. Er stand an der Kücheninsel und beobachtete mich, wie ich an der Tür verharrte.
„Komm her“, befahl er.
Ich ging auf ihn zu, mein Atem stockte. Er streckte die Hand aus, packte meinen Nacken fest und drückte meinen Kopf nach hinten. Sein Daumen fuhr die Linie meines Kiefers nach, seine Augen waren dunkel und unergründlich.
„Du machst dir solche Sorgen darüber, was die Nachbarn denken“, flüsterte er und beugte sich vor, bis seine Lippen die meinen streiften. „Über die ‚Verwerflichkeit‘ von all dem. Willst du aufhören?“
„Nein“, hauchte ich, das Wort war ein verzweifeltes Ausatmen.
„Dann zeig mir, wie egal dir die Regeln sind.“
Er führte mich nicht ins Schlafzimmer. Er setzte sich auf einen der hohen Küchenhocker und zog mich zwischen seine Knie. Durch den Höhenunterschied waren wir auf Augenhöhe. Er griff nach unten und öffnete den Reißverschluss seiner Jeans mit einem langsamen, bewussten metallischen Ratschen, das meine Knie weich werden ließ. Er zog sie nicht herunter; er befreite sich einfach. Seine dicke, schwere Länge sprang hervor, bereits dunkel vor Erregung.
„Benutz den Mund, mit dem du Mrs. Gable angelogen hast“, murmelte er, seine Hand krallte sich fester in mein Haar. „Ich will sehen, ob du mich genauso gut befriedigen kannst, wie du die Unschuldige spielst.“
Ich sank auf die Knie auf die harten Fliesen. Der Kontrast des kalten Bodens auf meiner nackten Haut und der Hitze, die von ihm ausging, war schwindelerregend. Ich sah zu ihm auf und erkannte den rohen, raubtierhaften Hunger in seinem Blick. Er war nicht mehr der „Anker“. Er war der Sturm.
Ich nahm ihn zuerst in die Hand; meine Finger schlossen sich kaum um seinen Umfang. Er war wie Samt über Stahl, pulsierend mit jedem Schlag meines Herzens. Ich lehnte mich vor, meine Lippen öffneten sich, während ich seine Spitze in den Mund nahm.
Marcus stieß ein tiefes, kehliges Stöhnen aus, seine Finger krallten sich in mein Haar und gaben den Rhythmus vor. Ich schloss die Augen und konzentrierte mich nur auf seinen Geschmack – Salz, Moschus und reine Männlichkeit. Ich ging tiefer, meine Kehle verengte sich um ihn; ich wollte jeden Zentimeter, wollte beweisen, dass ich ihm vollkommen gehörte.
„Gutes Mädchen“, krächzte er, während seine Hüften zuckten.
Ich beschleunigte das Tempo, meine Zunge umspielte die empfindliche Eichel, meine Hand arbeitete synchron am Schaft. Die Geräusche in der stillen Küche waren obszön – das feuchte Gleiten meines Mundes, sein stockender Atem, das ferne Summen des Kühlschranks. Jedes Mal, wenn ich aufsah, sah ich die schiere Intensität in seinem Gesicht, wie seine Muskeln vor Anstrengung angespannt waren, um nicht die Kontrolle zu verlieren.
Er griff nach unten, seine Finger fanden mein Kinn und zogen mich von sich fort. Ich wimmerte über den Verlust, meine Lippen glänzten.
„Noch nicht“, keuchte er. „Ich will dich spüren.“
Er stand auf, seine Jeans fiel ihm um die Knöchel. Er hob mich auf die Kücheninsel – genau an die Stelle, an der wir gefrühstückt hatten, während die Erinnerung an meine Mutter über uns schwebte. Er schob mein Kleid bis zur Taille hoch und spreizte meine Beine weit, bis ich ihm völlig ausgeliefert war.
Diesmal benutzte er seine Hände nicht. Er trat näher, sein Glied streifte meinen Eingang und neckte die feuchten, geschwollenen Falten. Ich war bereits klatschnass, der Granit unter mir fühlte sich glitschig an.
„Sieh mich an, Lara“, befahl er.
Ich zwang meine Augen auf und traf auf seine schwarzen, geweiteten Pupillen.
„Sag mir, wem du gehörst.“
„Dir“, keuchte ich, meine Finger krallten sich in die Kante der Arbeitsplatte. „Ich gehöre dir, Marcus.“
Er drang mit einem einzigen langsamen, quälend tiefen Stoß in mich ein. Ich stieß einen erstickten Schrei aus, mein Rücken wölbte sich, als er mich bis zum Anschlag ausfüllte. Es fühlte sich an, als würde er bis in meine Seele greifen und die Teile von mir beanspruchen, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie existierten.
Er bewegte sich nicht schnell. Er blieb tief in mir, seine Hüften kreisten in langsamen, mahlenden Bewegungen, die bei jeder Drehung meine Klitoris trafen. Die Reibung war wahnsinnig machend. Ich schlang meine Beine um seine Taille und zog ihn näher, wollte in seiner Hitze verschwinden.
„Du bist so eng“, flüsterte er mit gebrochener Stimme. „Als wärst du nur dafür gemacht, mich zu halten.“
Dann begann er ernsthaft zu stoßen, der Rhythmus stetig und unerbittlich. Die Kücheninsel knarrte unter unserem Gewicht. Ich konnte mein Stöhnen nicht mehr unterdrücken; es hallte von den Wänden wider, eine Symphonie der Hingabe. Jedes Mal, wenn er tief in mich stieß, verschwamm meine Sicht.
Ich stieg auf, der Druck baute sich zu einem engen, goldenen Knoten in meinem Unterleib auf. Ich spürte, dass auch er seine Grenze erreichte; seine Stöße wurden kürzer, härter, verzweifelter.
„Marcus—“, schluchzte ich seinen Namen, während meine Innenwände sich um ihn krampften.
„Komm für mich, Baby. Jetzt sofort.“
Der Befehl war der letzte Funke. Ich zerbrach, mein Körper zuckte, während Welle um Welle der Lust über mich hereinbrach. Ich spürte, wie er eine Sekunde später folgte – ein tiefes, stilles Beben erschütterte seinen ganzen Körper, als er sich in mir entleerte, sein Gesicht in meiner Halsbeuge vergraben.
Wir blieben lange so, das einzige Geräusch war unser schwerer Atem und das Ticken der Uhr an der Wand. Die Schuldgefühle waren immer noch da und lauerten im Schatten des Flurs, aber für den Moment reichte die Hitze aus, um sie in Schach zu halten.
Schließlich wich er zurück und suchte meinen Blick. Er streckte die Hand aus und wischte mit dem Daumen sanft eine einzelne Träne von meiner Wange.
„Morgen“, sagte er, und seine Stimme kehrte zu diesem stetigen, ruhigen Anker zurück. „Machen wir es wieder.“
Ich nickte, wohlwissend, dass ich – egal wie vielen Mrs. Gables wir begegnen würden – immer wieder hierher zurückkehren würde. Zu ihm.
Biancas POVIch schlug die Tür zu und drehte mich sofort zum Bett um.„Er ist weg. Komm raus.“Einen Moment lang geschah nichts. Kein Geräusch. Eine leichte Falte erschien auf meiner Stirn.„Er ist weg, Mike. Du kannst jetzt rauskommen.“Ein paar Sekunden später kroch er langsam unter dem Bett hervor. Er richtete sich auf und klopfte den Staub von sich, strich über sein Hemd, seine Hose und seine Arme.Ich stand ein paar Schritte entfernt, ein Bein leicht nach vorne gestellt und die Hände ineinander verschränkt, während ich ihn beobachtete.Er bemerkte meinen Gesichtsausdruck.„Was?“Ich räusperte mich leise und sah für einen Moment weg.„Wann wird das alles aufhören?“Seine Hand hielt mitten in der Bewegung inne, während er sich den Staub vom Hemd klopfte. Langsam hob er den Kopf.„Was?“, fuhr er mich an, als würde er nicht verstehen, was ich meinte.„Du hast mich gehört“, erwiderte ich mit ruhiger Stimme.Er starrte mich einen Moment lang an, bevor er einen Schritt auf mich zumachte
Biancas POV„Braves Mädchen“, flüsterte er und gab mir einen sanften Klaps auf den Hintern, während sein Blick meinen durchdrang.Ich sah ihn an, während meine Brust unter meinem unregelmäßigen Atem heftig bebte. Ein Sturm aus Gefühlen erfasste mich, während meine Augen jede seiner Bewegungen verfolgten. Wut brannte in meinem Blick, vermischt mit einer Anziehung, die ich nicht wahrhaben wollte, und ich spannte meinen Kiefer an, während er seelenruhig seinen Gürtel schloss, völlig unbeeindruckt von der Spannung, die zwischen uns in der Luft lag.Mein Atem wurde schwerer, als er langsam den Kopf hob und sich ein breites, wissendes Grinsen auf seinen Lippen ausbreitete.„Du hast das gut gemacht, Mädchen“, sagte er und beugte sich näher zu mir, sodass der kleine Abstand zwischen uns verschwand.Mein Herz machte einen Satz, und ich wandte sofort das Gesicht ab, weil ich mich weigerte, ihm entgegenzukommen.„Ja, ich liebe es, wenn du so stur bist“, sagte er, zog sich zurück und richtete sic
ANFANG VON GESCHICHTE 3Biancas PerspektiveIch ging voran, meine Schritte gleichmäßig, während meine Freunde und mein jüngerer Bruder mir folgten und ihr Lachen und albernes Plaudern die Luft erfüllten.Ich ging weiter den Weg entlang und achtete kaum darauf, wohin ich trat, bis mein Fuß gegen einen Fußball stieß, der mir im Weg lag. Ich blickte hinunter und fragte mich, wem er gehörte, während der Ball von mir wegrollte und im Garten eines Nachbarn verschwand.Ich sah schnell weg und trat auf den Gehweg, der zu unserer Haustür führte.„Tschüüüss!“, rief Sammy, mein Bruder, von hinten.Ich blickte über meine Schulter.Er stand da und winkte unseren Freunden enthusiastisch zu, bevor er sich wieder dem Haus zuwandte.Das Geräusch einer sich öffnenden Tür zog plötzlich meine Aufmerksamkeit auf sich.Mein Blick Schnellte sofort nach vorne.Die Tür öffnete sich schließlich, während sich ihre Stimmen mit der Luft vermischten.Meine Füße standen für einen Moment still, als sich die Tür weit
Tianas POVZwei Wochen späterIch starrte auf das bereits gepackte Gepäck auf dem Bett.Ja.Meine Entscheidung stand fest, und ich war bereit zu gehen.Ich griff nach dem ersten Koffer, schloss meine Hand um den Griff und zog ihn zum Bettrand, bevor ich ihn mit etwas Mühe herunterzog und auf dem Boden abstellte.Einen nach dem anderen brachte ich die Koffer aus dem Schlafzimmer nach unten und stellte sie im Wohnzimmer ab, bis mir beim Heruntertragen des letzten Koffers bereits die Arme zu schmerzen begannen.Abby saß gemütlich auf dem Sofa und kicherte über etwas auf ihrem Handy, als hätte sie mit dem Chaos um mich herum überhaupt nichts zu tun, bevor sie zu mir aufsah.„Oh, Mädchen. Du bist schon fertig?“Ich verdrehte die Augen. „Du solltest hier sein, um mir zu helfen, aber du hast nicht einmal nach mir gesehen.“Sie sah mich unschuldig an. „Komm schon, Mädchen. Ich dachte, du wärst im Badezimmer.“Ich blieb mitten auf der Treppe stehen und starrte sie an.„Badezimmer? Über sieben
Tianas POVIch nahm den Stift vom Officer entgegen und senkte den Blick auf das Dokument vor mir.„Hier unterschreiben“, wies er mich an und deutete auf die freie Stelle am unteren Rand.Ich nickte und begann zu unterschreiben.Meine Hand bewegte sich gleichmäßig über das Papier, als ich plötzlich Schritte hinter mir hörte.Sie wurden langsamer.Dann blieben sie direkt neben mir stehen.„Du glaubst, du hast gewonnen?“Meine Hand erstarrte.Ich erkannte diese Stimme sofort.Martha.Kennys Tante.Langsam lehnte ich mich zurück und erhob mich, während ich den Stift auf den Schreibtisch fallen ließ. Ich weigerte mich, mich in ihre Richtung zu drehen.„Das ist erst der Anfang“, fügte sie hinzu.Bevor ich antworten konnte, ertönte Abbys Stimme hinter mir.„Ist dir eigentlich klar, dass du dich auf einer Polizeiwache befindest? Officers! Hört ihr überhaupt, was sie sagt? Hört ihr, was sie sagt?“Ich neigte den Kopf in Abbys Richtung.„Abby, hör auf. Bitte.“„Nein, Tiana.“ Ihre Stimme blieb f
Tianas POVDie Polizeiwache war alles andere als ruhig.Beamte liefen im Gebäude ein und aus. Einige trugen Akten unter den Armen, während andere hastig in ihre Telefone sprachen.Stimmen überschnitten sich aus verschiedenen Ecken und erzeugten ein ständiges Stimmengewirr, das es schwer machte, sich auf irgendetwas zu konzentrieren.Eine Frau stand in der Nähe des Empfangs und weinte unkontrolliert, während sie erklärte, dass ihr Kind verschwunden sei.Ein Beamter stand vor ihr und versuchte, sie zu beruhigen, während ein anderer etwas in ein Protokollbuch schrieb.Ich saß schweigend auf einer der Bänke, meine Hände auf meinem Schoß ineinander verschränkt.Mein Kopf fühlte sich seltsam taub an.Hinter mir saßen Kenny und seine Tante im Besucherbereich. Seine Tante sprach eindringlich mit einem anderen Beamten und zeigte dabei gelegentlich in meine Richtung.Ich wandte den Blick ab.Ich hatte nicht die Kraft, mich darum zu kümmern.Ein paar Minuten später kam ein Beamter auf mich zu un
Der Rest des Vormittags ist Folter im Gewand des normalen Lebens.Ich versuche, mich in der Routine zu verlieren: das Wohnzimmer saugen, Wäsche zusammenlegen, alles tun, um meine Gedanken von der Hitze abzulenken, die sich in meinem Unterleib sammelt. Doch jede Vibration des Staubsaugers, jedes Büc
Sonnenlicht schneidet in scharfen, goldenen Streifen durch die Küchenjaleousien. Die Kaffeemaschine gluckert ihre letzten Tropfen in die Kanne. Das Haus riecht nach dunkler Röstung, geröstetem Brot und der schwachen, anhaltenden Spur der Feuchtigkeit von letzter Nacht. Ich bin immer noch wund auf
Drei Jahre ist es her, seit Mom gestorben ist, und das Haus trägt in den stillen Ecken noch immer ihren Geist in sich. Die Art, wie die Dielen nachts im Flur knarren, der schwache Lavendelduft, der im Wäscheschrank hängt, die Küchenschublade, in der ihr Lieblingspfannenwender noch immer unberührt
Die Nachtluft ist dickflüssig, diese Art von schwüler Hitze, bei der sich die Haut anfühlt, als wäre sie zu eng für den eigenen Körper. Ich stehe mit Mom auf dem Balkon; der Duft von blühendem Jasmin aus dem Garten unten vermischt sich mit der Citronella-Kerze, die zwischen uns flackert. Sie redet