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Kapitel 66

last update publish date: 2026-10-22 14:15:16

Sables Perspektive

„Welche Nachricht?“, fragte ich.

„Sag Halric genau das, was ich dir gesagt habe. Die Zahlungsunterlagen, das Rourke-Siegel, Berns gefälschte Beweise. Er ist derjenige, der damals den Hinweis auf deine Blutlinie gefunden hat – er wird sofort begreifen, wie schwer das wiegt.“ Corwins Stimme blieb leise und drängend. „Er hat die Befugnis, eine Notfallsitzung des Rates einzuberufen, wenn er die Beweise für glaubwürdig genug hält.“

„Und wenn Ophelia da
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    Sables PerspektiveDie Menge lichtete sich nicht so leicht. Die Wachen mussten erst einen Weg freimachen, um mich vom Hof wegzubringen, und als ich endlich eine ruhige Ecke fand, um zu Atem zu kommen, zitterten meine Beine nicht nur von der Heilung.Ich hatte Halric immer noch nicht erreicht. Corwins Nachricht lag den ganzen restlichen Nachmittag unvollständig in meiner Brust, und ich musste einen jungen Rudelläufer mit dem Versprechen einer Gegengunst bestechen, damit er dem alten Elder unauffällig einen gefalteten Zettel in die Hände spielte. Er las ihn, wurde blass und verschwand ohne ein Wort zu jemandem in Richtung Archivhalle. Das musste fürs Erste reichen.Die Wachen brachten mich in eine kleine Gästeunterkunft, als die Sonne tief stand, und sagten mir, ich solle bleiben, der Alpha wolle mit mir sprechen, sobald die Ratsangelegenheiten für die Nacht erledigt seien. Ich saß am Rand eines fremden Bettes, starrte auf Steinwände, die sich nichts wie die

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    Sables Perspektive„Welche Nachricht?“, fragte ich.„Sag Halric genau das, was ich dir gesagt habe. Die Zahlungsunterlagen, das Rourke-Siegel, Berns gefälschte Beweise. Er ist derjenige, der damals den Hinweis auf deine Blutlinie gefunden hat – er wird sofort begreifen, wie schwer das wiegt.“ Corwins Stimme blieb leise und drängend. „Er hat die Befugnis, eine Notfallsitzung des Rates einzuberufen, wenn er die Beweise für glaubwürdig genug hält.“„Und wenn Ophelia davon erfährt, bevor ich ihn erreiche?“„Dann haben wir den Vorteil der Überraschung bereits verloren.“ Corwins Griff um die Gitterstäbe wurde noch fester. „Du musst schnell und unauffällig handeln. Lass sie nicht sehen, dass du dich direkt den Quartieren der Ältesten näherst.“Alaric war neben mir ganz still geworden, der Kiefer angespannt, etwas arbeitete hart hinter seinem erschöpften Ausdruck.„Ich sollte derjenige sein, der das überbringt“, sagte er.„Sie b

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    Sables SichtIch hielt ihren Blick, mein Herz pochte, und ich weigerte mich, sie sehen zu lassen, wie sehr diese Drohung mich tatsächlich getroffen hatte.„Dann hat er wohl nicht besonders gründlich gesucht“, schnitt eine vertraute Stimme die Spannung, und ich drehte mich um und sah Alaric rasch näherkommen, sein Gesichtsausdruck scharf trotz der Erschöpfung, die immer noch in seinen Zügen lag. „Ophelia. Was geht hier vor?“„Nichts.“ Ihre Fassung kehrte im Nu zurück, glatt und angenehm, die Verwandlung fast schwindelerregend angesichts dessen, was ich gerade darunter gesehen hatte. „Ich begrüße Sable nur ordentlich. Ich stelle mir vor, dass das alles ziemlich überwältigend für sie sein muss.“„Von wo ich stand, sah das nicht nach einer Begrüßung aus.“ Seine Augen wanderten zwischen uns hin und her, und etwas Misstrauisches verhärtete sich dahinter. „Du siehst blass aus, Sable.“„Mir geht’s gut“, sagte ich, meine Stimme klang enger, als ic

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    Sables POVAlaric hatte keine Chance zu antworten, bevor sich die Aufmerksamkeit der Menge verlagerte. Gemurmel breitete sich wellenartig zum Eingang des Innenhofs aus, wo gerade jemand Neues eingetroffen war.Dieses instinktive Zusammenziehen in meiner Brust, vor dem Yarrow mich gewarnt hatte – eine rohe Wahrnehmung, die nichts mit der Markierung zu tun hatte und alles damit, eine Bedrohung zu erkennen, bevor meine Augen sie überhaupt bestätigten.Ophelia bewegte sich mit geübter Anmut durch die sich teilende Menge, ihr Ausdruck gefasst, elegant, genau das Bild einer zukünftigen Luna, das mir vor Wochen im Hollow beschrieben worden war. Dann fielen ihre Blicke auf mich, und für eine unbewachte Sekunde wich die Farbe vollständig aus ihrem Gesicht.Es war nur kurz, kaum ein Aufflackern, fast so schnell wieder verschwunden, wie es erschienen war. Aber ich sah es, und dem scharfen Blick nach, den Alaric zu ihr warf, sah er es ebenfalls.„Alaric“, sagte sie, ihre Stimme trotz dessen, was

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    Sables PerspektiveEtwas in ihm veränderte sich, nachdem er es gesagt hatte. Der rohe Unglaube verhärtete sich rasch zu etwas anderem, als hätte er sich dabei ertappt, vor einem Publikum dieser Größe zu ehrlich zu sein, und musste sich wieder irgendwie Kontrolle zurückerobern.„Wo warst du?“, fragte er, und seine Stimme schärfte sich jetzt, trug genug Kraft, dass ein paar Wölfe in der Nähe tatsächlich zusammenzuckten. „Wochenlang. Wo?“„Das ist nichts, was ich hier bespreche.“„Du stehst mitten in meinem Territorium, bist von meinen eigenen Wachen hierhergebracht worden, und du denkst nicht, dass mir eine Antwort darauf zusteht?“„Du hast von mir nichts zu fordern.“ Die Worte kamen gefasster heraus, als ich erwartet hatte, obwohl mein Herz heftig gegen meine Rippen schlug. „Nicht hier. Nicht vor allen.“Sein Kiefer spannte sich an, Frustration flackerte über Züge, die noch immer ausgehöhlt wirkten von dem, was ihn langsam umbrachte. „Wer hat dich beschützt?“Ich antwortete nicht, und

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    Sables PerspektiveZwei Wachen lösten sich sofort aus der Menge und eilten in die unteren Ebenen. Der Rest des Hofes schien kollektiv auszuatmen, sobald sie fort waren – doch die Spannung ließ nicht wirklich nach. Wenn überhaupt, verdichtete sie sich. Jeder Blick war weiterhin auf den Raum zwischen mir und Alaric gerichtet, als warte das ganze Rudel darauf, was als Nächstes geschehen würde.Er war keinen Schritt näher gekommen, seit er den Befehl gegeben hatte. Er stand einfach da und starrte mich an, und langsam wurde mir klar, dass das, was er sah, wenn er mich ansah, irgendwie nicht zu dem passte, was er im Kopf hatte.Seine Augen wanderten über mich, nahmen Detail für Detail auf, als baue er Stück für Stück ein Bild zusammen, und keines der Stücke passte richtig. Meine Kleidung – praktische Leder statt des schlichten Kleides, das ich an jenem Abend getragen hatte. Meine Haltung – jetzt gefestigter, das Gewicht gleichmäßig verteilt statt der gebeugten,

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