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152

Author: Dark Ocean
last update publish date: 2026-09-26 19:29:17

REINA

Er lag zu meinen Füßen.

Domenico Gravano – die mächtigste, erschreckendste, verzehrendste Präsenz, der ich in meinem Leben je begegnet war – lag zu meinen Füßen.

Er war so gefallen, wie große Dinge fallen. Schwer und endgültig und ohne Anmut, eine Hand ausgestreckt, die andere nutzlos gegen die Stirn gedrückt, wo das Blut hervorkam. Quellend. Dunkel und schnell und unerbittlich, sammelte sich gegen den Marmor unter ihm und breitete sich in einer Form aus, die immer weiter wuchs.

Seine Aug
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  • Mach Mich Stöhnen, Daddy   153

    REINADer Infusionsbeutel machte ein weiches, rhythmisches Geräusch.Ich hatte ihm zugehört, was sich wie Stunden anfühlte. Lag auf dem Rücken und starrte an die Decke eines privaten Krankenhauszimmers, mit einer Nadel im Arm und einem hohlen Platz in meiner Brust, dem die Ärzte einen klinischen Namen gegeben hatten, der sich aber in der Stille dieses Zimmers wie etwas viel Einfacheres und Härteres anfühlte, als irgendein medizinischer Begriff fassen konnte.Eine Fehlgeburt.Ich wendete das Wort in meinem Kopf, so wie man etwas Zerbrechliches in den Händen wendet, die Ränder prüft und versucht, sein Gewicht zu verstehen. Die Ärztin war freundlich gewesen, als sie es mir sagte. Sanft. Sie hatte erklärt, dass das Trauma, der Sturz, der physische Schock von allem, was in jener Nacht passiert war, zu viel gewesen sei. Dass solche Dinge manchmal auch ohne so extreme Umstände passierten. Dass es nicht meine Schuld sei.Ich hatte nicht geweint, als sie es mir sagte.Ich war mir nicht sicher,

  • Mach Mich Stöhnen, Daddy   152

    REINAEr lag zu meinen Füßen.Domenico Gravano – die mächtigste, erschreckendste, verzehrendste Präsenz, der ich in meinem Leben je begegnet war – lag zu meinen Füßen.Er war so gefallen, wie große Dinge fallen. Schwer und endgültig und ohne Anmut, eine Hand ausgestreckt, die andere nutzlos gegen die Stirn gedrückt, wo das Blut hervorkam. Quellend. Dunkel und schnell und unerbittlich, sammelte sich gegen den Marmor unter ihm und breitete sich in einer Form aus, die immer weiter wuchs.Seine Augen waren offen.Sie waren auf mich fixiert.Er atmete noch – rau, nass, schreckliche Atemzüge, die irgendwo tief in seiner Brust rasselten. Blut blubberte in seinem Mundwinkel, als er hustete. Seine Lippen bewegten sich. Nur kaum. Gerade genug.„Mi—“ Ein Husten. Mehr Blut. „Mein—“Seine Augen schlossen sich.Seine Hand wurde still.Der Laut, der aus mir kam, war kein Schrei. Es war etwas, das unter dem Schreien existierte – etwas Primales und Formloses, das aus meiner Brust riss, bevor ich es st

  • Mach Mich Stöhnen, Daddy   151

    REINAPaolo hatte die Waffe nicht gesenkt.Er stand im zerstörten Türrahmen, die Waffe auf seinen Vater gerichtet, die Brust hob und senkte sich, und seine Augen brannten mit etwas, das ich in zwei Jahren Ehe nie von ihm gesehen hatte. Etwas, das offensichtlich viel länger als zwei Jahre aufgebaut worden war. Viel länger, als ich ihn kannte.Domenico hatte sich auch nicht bewegt.Sie standen sich gegenüber im Raum – Vater und Sohn – und die Luft zwischen ihnen war so geladen und so alt, dass ich mich wie ein Eindringling darin fühlte. Als würde ich etwas bezeugen, das seit Jahrzehnten auf genau diesen Moment hingearbeitet hatte.„Paolo.“ Domenicos Stimme war vorsichtig. Gemessen. Die Stimme, die er benutzte, wenn er etwas managte. „Das ist nicht—“„Nicht.“ Paolos Stimme brach bei dem einzigen Wort. „Wage es nicht, mich gerade zu managen. Mach nicht diese Stimme. Nicht heute Nacht.“Domenico wurde still.„Weißt du“, sagte Paolo leise, „wie lange ich vor dir panische Angst hatte?“Keine

  • Mach Mich Stöhnen, Daddy   150

    REINADie Kabelbinder hatten sich in meine Handgelenke eingeschnitten, bis sie roh waren.Ich hatte vor zwanzig Minuten aufgehört, dagegen zu ziehen, als mir klar wurde, dass der Stuhl sich wirklich nicht bewegte und der Kunststoff bei jedem Versuch nur tiefer in meine Haut eindrang. Also saß ich. Die Hände zitterten im Schoß. Die Augen fixiert auf den Boden vor mir, weil Hochschauen bedeutete, Elisa zu sehen, und ich konnte nicht weiter Elisa ansehen, ohne komplett auseinanderzufallen.Sie lag auf dem Boden in der Nähe der gegenüberliegenden Wand.Sie hatten sie fünfzehn Minuten, nachdem Domenico seine Anrufe gemacht hatte, hereingebracht – zwei seiner Männer zogen sie durch die Tür und ließen sie fallen, als wöge sie nichts. Ihre Hände waren hinter dem Rücken gefesselt. Ihre Knöchel mit derselben rücksichtslosen Effizienz gebunden. Ihr Gesicht war—Ich kniff die Augen zusammen.Ihr Gesicht war zerstört.Blut überall. Über den Wangenknochen, den Kiefer, die Schläfe, dunkel verklumpt

  • Mach Mich Stöhnen, Daddy   149

    CALESTINOIch zog mein Hemd wieder an, die Finger arbeiteten langsam die restlichen Knöpfe. Lorenzo saß am Rand der Bar und beobachtete mich mit dieser halb geschlossenen Zufriedenheit, die ich nie vollständig hatte hassen können, egal wie sehr ich es versuchte.Ich drehte mich zu ihm um.„Ich brauche etwas von dir“, sagte ich.Er neigte den Kopf. „Du hast gerade etwas von mir gehabt, Cal. Du hast mir gerade die Fähigkeit zum Gehen genommen.“„Ich meine es ernst, Enzo.“Das Amüsement verließ sein Gesicht nicht ganz, aber es verschob sich und machte Platz für etwas Aufmerksameres. Er verschränkte die Arme und wartete.„Ich werde dir helfen“, sagte ich. „Mit deinem Vater, meine ich. Ich werde dir helfen, an Domenico ranzukommen, und ich werde dir helfen, es zu beenden. Was auch immer du von mir brauchst, ich bin bereit, es zu tun.“ Ich hielt seinen Blick beständig. „Aber ich brauche etwas im Gegenzug.“„Sag es.“ Er stöhnte und warf mir einen halben Blick zu.„Reina.“ Ich hielt meine Sti

  • Mach Mich Stöhnen, Daddy   148

    PAOLODie Ampel vor mir sprang auf Rot.Ich hielt das Auto an, saß mit den Händen am Lenkrad und starrte ins Nichts. Der Motor lief im Leerlauf. Die Stadt bewegte sich um mich herum, so wie immer – gleichgültig, ununterbrochen, unbeeindruckt davon, dass ich in einem stehenden Fahrzeug auf einer gewöhnlichen Straße auseinanderfiel.Ich hätte vor einer Stunde zu Hause sein sollen.Ich konnte mich nicht dazu bringen, dorthin zu fahren.Meine Finger zogen sich um das Lenkrad zusammen, und ich spürte, wie es kam, so wie ich es immer kommen spürte – nicht allmählich, nicht sanft, sondern auf einmal, wie eine Tür, die von innen eingetreten wird. Ich versuchte, dagegen anzukommen. Versuchte, im Auto zu bleiben, auf dieser Straße, in diesem Körper, der fünfundzwanzig Jahre alt war und nirgendwo in der Nähe dieses Zimmers.Es funktionierte nicht.Es funktionierte nie.Ich war fünfzehn, als ich zum ersten Mal verstand, dass es Menschen in der Welt gab, die andere nicht aus Verzweiflung oder Wut

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