LOGINAva
Stille erfüllte das Badezimmer. Unsere Blicke waren ineinander verhakt, während die Luft regelrecht zu knistern schien. Ich schluckte und wandte meinen Blick von seinem ab.
„Danke“, murmelte ich.
„Ich bin derjenige, der eine wunderschöne Freundin und einen fantastischen Sohn geschenkt bekommen hat. Ich sollte derjenige sein, der Danke sagt.“ Ein leises Lächeln huschte über meine Lippen.
„Ja, ja. Das ändert trotzdem nichts an—–“
„Wir sind quitt.“ Er brachte mich zum Schweigen, indem er sich das Handtuch noch ein letztes Mal über das Gesicht zog, bevor er seine Brille hervoholte und sie aufsetzte.
Ich schluckte schwer.
Ich wollte nicht lügen; er war gutaussehend, umwerfend gutaussehend. Aber mit seiner Brille…
Heilige Scheiße! Er sah völlig verändert aus. Als wäre er direkt dem Himmel entsprungen, mit einem Gesicht, das nur geschaffen worden war, um bewundert zu werden. Seine grauen Augen besaßen eine Tiefe, die jede Seele in ihren Bann ziehen konnte, und seine Lippen hatten einen sanften Roséton.
Er war der lebende Beweis dafür, dass zwei völlig gegensätzliche Dinge gleichzeitig existieren konnten.
Himmel und Hölle. Eine Schönheit, die einen fassungslos machte.
„Mir geht's… gut“, brachte ich heraus und schluckte. „Ich werde dann mal gehen.“ Er nickte. „And lass Tristan ja nicht mehr dein Gesicht als Skizzenblock benutzen. Ich meine das absolut ernst.“
„Zu Befehl, Captain.“ Ich konnte nicht anders, als über seine Worte zu lachen und zu sehen, wie sich seine Lippen zu einem Lächeln formten.
„Gut.“ Ich drehte mich um und ging hinaus, während mein Herz wie verrückt gegen meine Rippen hämmerte.
Ganz bestimmt nicht wegen ihm.
Den Rest des Tages verbrachte ich eingesperrt in meinem Zimmer und arbeitete wie eine Besessene. Es war Sonntag, was bedeutete, dass ich eigentlich nicht im Büro arbeiten durfte.
Andrew beschützte nicht nur Tristan; er war bereit, mich an das Haus zu ketten, nur um sicherzugehen, dass ich mich nicht überanstrengte.
Ein kleines Lächeln stahl sich auf meine Lippen, als die Erinnerungen hochkamen.
Vor sieben Jahren, kurz nach unserer Ankunft. Nach einer Woche hier hatte ich mich wie eine Last gefühlt, eher wie eine Schmarotzerin. Schlimmer noch, er hatte mich keinerlei Hausarbeit erledigen lassen. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er mich wahrscheinlich sogar gefüttert. Er hatte es versucht, aber ich hatte mich geweigert.
Ich hatte Andrew angefleht, in seiner Firma arbeiten zu dürfen. Ich hatte jahrelang für Derek geschuftet – jahrelang hatte ich seine Firma aus dem Dreck gezogen. Andrew hatte das damals strikt abgelehnt mit der Begründung, ich sei schwanger und bräuchte Ruhe. Er fügte jedoch hinzu, dass ich mich nach der Entbindung gerne bewerben könne. Wenn ich das Auswahlverfahren bestünde, könne ich für ihn arbeiten.
Das hatte meinen Puls damals in die Höhe treiben lassen.
Ich war nicht nur glücklich gewesen; ich hatte vor Freude sprudeln können. Er warf mir den Job nicht einfach hinterher; er verlangte, dass ich mich bewarb. Hier ging es nicht um Vetternwirtschaft; ich musste mir den Platz verdienen. Und ich arbeitete hart, jeden einzelnen Tag gab ich noch mehr Gas.
Tief im Inneren hatte ein Teil von mir geglaubt, ich würde es nicht schaffen. Ich dachte, ich sei nichts wert und meine Arbeit sei nicht der Grund gewesen, warum Dereks Unternehmen aufgestiegen war. Doch nach sieben Jahren harter Arbeit, in denen wir nicht nur die Nummer eins im Land geworden waren, sondern elf Länder dominierten und überall an der Spitze standen, musste ich einsehen, dass ich mich gründlich geirrt hatte.
Ich war keine Närrin. Derek hatte mich damals nicht in seine Firma geholt, weil er sich um mich sorgte.
Schwachsinn.
Er wusste ganz genau, dass ich es draufhatte.
Ich stieß einen tiefen Seufzer aus. Mein Kopf dröhnte von den stundenlangen Recherchen. Die Tür knarrte leise auf, und das Geräusch von kleinen Schritten war zu hören.
Ich brauchte mich gar nicht umzudrehen, um zu wissen, wer es war – besonders als sein leises Kichern durch den Raum schwebte.
„Buh!“, rief er, und ich starrte ihn einfach nur an.
Ich war nicht Andrew; ich würde auf seine kleinen Spielchen nicht eingehen.
„Mama“, schmollte er, und ich beugte mich vor, um ihn fest in meine Arme zu schließen.
„Ja, mein Schatz?“
„Ich habe dich erschreckt, aber du hast dich überhaupt nicht bewegt.“
„Wolltest du etwa, dass ich schreie?“ Er nickte aufgeregt. „Warum?“
„Weil das lustig gewesen wäre.“
„Mein Liebling, hör mir zu. Man zieht keinen Spaß aus dem Schmerz von anderen.“
„Aber ich habe dir doch gar nicht wehgetan“, blinzelte er mich mit großen Augen an.
„Aber du hättest es tun können. Man muss keine sichtbare Wunde haben, um verletzt zu sein.“
„Es tut mir leid, Mama. Ich werde nie wieder versuchen, dich oder jemand anderen zu erschrecken.“ Seine blauen Augen, die meinen so ähnlich waren, wurden trüb.
„Das ist mein braver kleiner Prinz.“ Ich drückte einen Kuss auf sein schwarzes, lockiges Haar, woraufhin er glücklich kicherte. Er machte es sich auf meinem Schoß bequem und legte seine winzigen Hände an meine Stirn. „Was machst du da?“
„Du arbeitest schon seit Stunden. Du musst müde sein, deshalb massiere ich dich jetzt.“
„So massiert man aber nicht“, sagte ich zwischen meinem Lachen.
„Echt nicht? Hat Papa mir das etwa falsch beigebracht?“
„Papa?“
„Ups.“ Er schlug sich sofort die kleine Hand auf den Mund. Ich kannte diesen Gesichtsausdruck nur zu gut; es war sein Ich-hätte-das-nicht-sagen-dürfen-Gesicht.
„Tristan, verheimlichst du mir etwas?“
„Mama, versprich mir, dass du es niemandem verrätst.“ Ich beugte mich zu ihm hinunter.
„Versprochen.“
„Na ja, Papa hat mich hergeschickt. Er hat gesagt, ich soll dich von der Arbeit ablenken, weil du dich viel zu sehr stresst.“
Ich blinzelte überrascht. „Das hat er gesagt?“
„Ja. Und er hat auch gesagt, ich soll deinen Kopf massieren.“
Bei seinen Worten wurde mir ganz warm ums Herz. Andrew war noch immer genauso fürsorglich, wie er es vom ersten Tag an gewesen war.
„Tatsächlich?“ Ich zog Tristan enger an mich und stand auf.
„Mama, wo gehen wir hin?“
„Zu deinem Papa. Und keine Sorge, ich werde ihm nichts verraten.“
„Perfekt!“ Ich lachte, als wir das Zimmer verließen und uns auf den Weg zu Andrews Büro machten.
Ich mochte vielleicht ein Workaholic sein, aber Andrew… du meine Güte. Er konnte tagelang sein Büro nicht verlassen. Und wenn er es doch tat, dann nur wegen mir – um sicherzugehen, dass es mir gut ging, ich gegessen hatte oder Tristan glücklich war.
Ich bog ab und folgte dem endlosen, in warmen Farben gestrichenen Flur. Schließlich erreichte ich sein Büro und stieß die Tür ohne anzuklopfen auf.
Er blickte durch seine Brille auf, und verdammt, die Temperatur im Raum schien augenblicklich zu sinken.
Sein schwarzes Hemd war nicht ganz zugeknöpft, sodass sein Schlüsselbein frei lag – was meine Fantasie sofort beflügelte.
„Papa!“, rief Tristan, wand sich aus meinem Griff und sprang direkt in Andrews Arme.
„Was für eine Heuchelei“, sagte ich und verschränkte die Arme vor der Brust.
Er wandte seinen Blick zu Tristan, der bereits damit beschäftigt war, die Dokumente in Andrews Hand durcheinanderzubringen.
„Ich wollte gerade ins Bett gehen.“
„Diese Ausrede zieht bei mir nicht.“ Ich trat näher an den Schreibtisch heran.
„Schon gut. Es tut mir leid. Ich sollte mich wohl auch mal ausruhen.“
„Sehr vernünftig. Aber erst, nachdem du etwas gegessen hast.“
Seine Lippen öffneten sich leicht. „Woher weißt du…“
„Ich lebe seit sieben Jahren mit dir zusammen. Du isst nie etwas, es sei denn, du stehst kurz vor einer Ohnmacht.“
„Ich falle nicht in Ohnmacht.“ Ich hätte fast die Augen verdreht.
„Oder wenn du versuchst, mich zum Essen zu bewegen.“
„Das stimmt!“, warf Tristan ein. „Ich gehe kurz zu Tante Maria und bitte sie, uns etwas zu machen.“ Damit flitzte er auch schon davon. Mein Blick folgte ihm mit einem breiten, glücklichen Lächeln auf den Lippen.
„Ich habe keinen Hunger“, lenkte Andrew meine Aufmerksamkeit wieder auf sich.
„Ein weiser Mann hat mal zu mir gesagt: Man muss keinen Hunger haben, um zu essen.“ Seine Lippen formten sich zu einem schwachen Lächeln.
„Meine eigenen Worte gegen mich zu verwenden… brillant.“
Ich verbeugte mich dramatisch. „Ich habe eben von den Besten gelernt.“ Sein Lächeln wurde breiter.
„Ich werde essen, sobald ich hiermit fertig bin. Übrigens habe ich eine E-Mail erhalten, dass du ein Stellenangebot bekommen hast.“
Ich erstarrte, mein Gesicht verlor jede Farbe. Er musste es bemerkt haben, denn er sprang augenblicklich auf, das Gesicht von Panik verzerrt. „Ist alles in Ordnung? Tut dein Kopf weh? Ich habe dir doch gesagt, du sollst nicht…“ Er kam bereits auf mich zu, doch ich hielt ihn mit meiner Stimme auf.
„Das Stellenangebot ist in England.“ Er hielt inne. „Ein Unternehmen braucht eine Finanzchefin, um sie vor dem Bankrott zu retten. Ich… ich weiß nicht, was ich sagen soll.“ Ich senkte den Kopf.
Ich hasste das. Sieben Jahre waren vergangen, und Dereks Verrat suchte mich immer noch heim. Das Angebot war gut, das Gehalt fantastisch, aber es war ja nicht so, als ob ich das Geld bräuchte. Andrew zahlte mir das Doppelte, und er bestand absolut darauf, für Tristans Ausbildung aufzukommen. Ich wusste ohnehin kaum, wohin mit dem Geld.
„Möchtest du zusagen?“, fragte er mit ruhiger Stimme.
„Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht.“
Er überwand die Distanz zwischen uns und nahm mein Gesicht sanft in seine Hände. „Du brauchst keine Angst zu haben. England ist groß. Die Wahrscheinlichkeit, dass du ihm über den Weg läufst, liegt bei unter einem Prozent. Und selbst wenn es passiert, kenne ich dich: Du bist stark genug, um dir nichts gefallen zu lassen. Sieben Jahre sind eine lange Zeit. Ich weiß, dass du vielleicht noch nicht ganz geheilt bist, aber du bist stark genug, um nicht wieder auf seinen Blödsinn hereinzufallen.“ Er ließ mein Gesicht los und ergriff stattdessen meine Hände. „Außerdem bin ich an deiner Seite. Wenn du den Job absagen willst, ist das völlig in Ordnung. Und wenn du gehen willst, dann unterstütze ich dich.“
„Aber wenn ich gehe, muss ich Tristan mitnehmen. Wie willst du denn hier alleine klarkommen?“
Ich sah, wie seine Lippen ganz leicht zitterten. „Ich werde schon zurechtkommen. Außerdem bist du ja nicht für immer weg.“
Ich nickte langsam.
Ich bin immer bei dir.
Aber er würde eben nicht physisch dort sein. Das war ein gewaltiger Unterschied, und schon bald sollte ich das auf die harte Tour lernen – genau dann, wenn ich wieder zurück in die Hölle geworfen würde, die ich einst hinter mir gelassen hatte.
AvaIch wachte früh auf, als es im Zimmer noch vollkommen still war. Ich stand aus dem Bett auf, zog mich an, verließ das Haus und machte mich auf den Weg zu meinem Jet.Der Pilot startete die Triebwerke, und nur wenig später hoben wir ab. Der Flug dauerte einige Stunden, bis wir schließlich in Italien landeten.Als ich aus dem Flugzeug stieg, wartete bereits ein schwarzer Wagen auf mich. Der Fahrer brachte mich auf direktem Weg zum Anwesen.Das Anwesen war komplett leer; niemand lebte mehr hier.Die Luft im Inneren roch nach kaltem Tabak und altem Blut. Ich ging in mein Arbeitszimmer, setzte mich an den großen Schreibtisch und klappte meinen Laptop auf, um zu arbeiten.Während Dokumente und Zahlen den Bildschirm füllten, trat mein Assistent Marco ein. Er schloss die Tür hinter sich, blieb vor meinem Schreibtisch stehen und begann zu sprechen.„Boss, jemand versucht sich gegen uns zu erheben“, sagte Marco. „Wir haben einen Verräter in den eigenen Reihen, und ein Krieg steht bevor. Hin
AvaIch stieß ein Gähnen aus und wollte mich gerade ausgiebig strecken, als mich etwas am Boden hielt. Ruckartig schlug ich die Augen auf.Da lag jemand! Mein nervötender, aber umwerfend gutaussehender Mitbewohner.Wir lagen ganz nah beieinander, eng aneinander gepresst, seine Hand lag an meiner Taille, meine auf seiner Brust. Ich blinzelte die letzte Schläfrigkeit weg und starrte dieses absolute Kunstwerk von einem Mann an.Die Sonne war bereits aufgegangen und warf ein blasses, orangefarbenes Licht auf seine Züge: dichte, perfekt geschwungene Augenbrauen, lange Wimpern. Mein Blick wanderte weiter über seine markante Nase hinab zu seinen roten Lippen – denselben Lippen, die mich verschlungen hatten, die mich so tief geküsst hatten, dass ich ohne seine Hilfe kaum noch atmen konnte. Den Lippen, die das Verlangen in mir erst geweckt hatten. Ich ließ meinen Blick weiter zu seiner meißelförmigen Kieferpartie und seinem Schlüsselbein gleiten. Der Rest seines Körpers war unter dem grauen Ob
AvaIch wartete darauf, dass sie sich korrigierte, doch sie blieb einfach stehen, das Kinn stolz erhoben, die Nase leicht gerümpft, als wäre sie fest von der Richtigkeit ihrer Worte überzeugt.„Wie bitte?“„Mein Ernst. Das ist der einzige Weg, um ihnen das Maul zu stopfen. Ich kenne Sharon; sie wird es dir reindrücken. Sie wird dafür sorgen, dass du dich minderwertig fühlst – genau wie draußen vor der Tür. Zuerst habe ich nicht verstanden, warum sie vor deinen Augen ihr Gift spucken musste, aber jetzt ist es mir klar.“ Sie atmete tief durch und fuhr fort. „Ich wusste schon immer, dass sie falsch ist – all ihre aufgesetzten Lächeln und die bitteren Worte. Und jetzt hat sie ihren ersten Zug gemacht.“ Sie lehnte sich näher zu mir. „Um zu verhindern, dass sie dich komplett zerquetscht, musst du ihr zeigen, dass es dir völlig egal ist. Sie hat dir nicht deinen Mann weggenommen; sie hat dir eine Last abgenommen. Zeig ihr, dass du jeden anderen haben kannst, der um Längen besser ist, und auß
AvaIch stieß ein träges Gähnen aus und wollte mich gerade ausgiebig strecken, als mich etwas am Boden hielt. Ruckartig schlug ich die Augen auf.Ein Jemand! Mein nervötender, aber umwerfend gutaussehender Mitbewohner.Wir lagen ganz nah beieinander, eng aneinander gepresst, seine Hand lag an meiner Taille, meine auf seiner Brust. Ich blinzelte die verbliebene Schläfrigkeit weg und starrte dieses absolute Kunstwerk von einem Mann an.Die Sonne war bereits aufgegangen und warf ein blasses, orangefarbenes Licht auf seine Züge: dichte, perfekt geschwungene Augenbrauen, lange, dunkle Wimpern. Mein Blick wanderte weiter über seine ebenmäßige Nase hinab zu seinen roten Lippen – denselben Lippen, die mich verschlungen hatten, die mich so tief geküsst hatten, dass ich ohne seine Hilfe kaum noch atmen konnte. Den Lippen, die dieses unerschöpfliche Verlangen in mir geweckt hatten. Ich ließ meinen Blick weiter zu seiner meißelförmigen Kieferpartie und seinem markanten Schlüsselbein gleiten. Der
VIVIANDie Stille wog schwer im Raum, dicht und unbeweglich. Sie kroch mir bis tief in die Knochen, bis ich ihren bitteren Nachgeschmack auf der Zunge spüren konnte. Ich starrte sie an – völlig erstarrt über die unfassbare Dreistigkeit, die sie zur Schau stellte, während sie das breiteste Lächeln aufsetzte, das die Menschheit je gesehen hatte, und stolz für die Kameras posierte. Mein Blick war fest auf sie gerichtet, doch sie würdigte mich keines einzigen Blickes.Ich riss mich zusammen und schraubte mir meine gewohnte, fehlerfreie Maske der Neutralität so fest ins Gesicht, dass es wehtat.Das wilde Auslösen der Kameras durchbrach die drückende Stille, die uns umgab.„Sind Sie die besagte Cousine, die der wahre Kopf hinter dem phänomenalen Erfolg von Vale Construction ist?“„In welchem Verhältnis stehen Sie genau zu Miss Vivian Vale?“„Verraten Sie uns, warum Sie sich dazu entschieden haben, Ihre Identität vor den Medien geheim zu halten und nur aus dem Schatten heraus zu arbeiten?“„
ALEXNach dem beinahe ruinierten Frühstück beschloss ich, die Sache abzuhaken. Ich hatte überreagiert. Egal wer zum Teufel er war, es gab verdammt nochmal keine Möglichkeit, dass er sich jemals zwischen Vivian und mich drängen könnte. Unser Abendessen war voller Lachen gewesen; sie hatte ihre Deckung abgelegt und frei über ihren peinlichsten Moment gesprochen. Sie erzählte, wir lachten, und ich sah eine Seite an ihr, von der ich nicht gewusst hatte, dass sie existierte. Das kleine Mädchen in ihr, das Freude an allem fand, das so frei und verschmitzt war. Und als sie sagte, sie könne keinen Spaß mehr haben, schoss das Blut brüllend durch meine Adern. Sie kann es, und sie wird es. Ich war jetzt hier, und es war mir scheißegal, ob ihre ganze Familie von ihr abhing, als wäre sie Sauerstoff, oder ob ihre Firma zusammenbrechen würde, wenn sie sich nicht in einen Workaholic verwandelte. Sie würde Spaß haben und frei lieben, weil sie das und noch viel mehr verdiente.Stille kehrte ein, und ic







