LOGINEmmaAlles riecht nach Desinfektionsmittel, das ist das Erste, was mir auffällt, noch bevor ich die Augen öffne. Dieser saubere Duft, der das ganze Krankenhaus erfüllt und mich noch müder macht.Mein Kopf fühlt sich schwer an, mein Körper fühlt sich fremd an. Ich habe einen dumpfen Schmerz hinter den Augen und meine Glieder sind schwach, als hätte ich sie tagelang nicht benutzt.Ich öffne langsam die Augen, das Licht über mir ist zu hell. Ich blinzle mehrmals, um mich daran zu gewöhnen. Zuerst wird die Decke scharf, weiß und fremd.Mein Herz beginnt schneller zu schlagen. Wo bin ich? Ich drehe meinen Kopf leicht, und da sehe ich sie.„Emma!“Ivas Stimme klingt erleichtert, als sie zu mir eilt. Ihr Gesicht wirkt müde, doch ihr Blick wird weicher, sobald sie mich wach sieht.„Du bist wach. Oh mein Gott, du hast mich erschreckt.“Ich runzle die Stirn, meine Stimme klingt schwach und trocken. „Iva… was… was mache ich hier?“Mir brennt der Ha
Emmas Sicht „Bist du dir sicher, was du da sagst?“, fragt Iva mit belegter Stimme vor Schock. Ich sitze regungslos auf dem Sofa, genau wie ich zusammengebrochen bin, als ich nach Hause kam. Meine Hände sind kalt, meine Brust fühlt sich eng an, als würde etwas Schweres auf mir lasten. Ich bin zur Personalabteilung gegangen und hatte etwas Unbedeutendes erwartet, nur ein paar Hintergrundinformationen, nichts Ernstes. Aber was sie mir sagte, hat alles zerstört, was ich zu wissen glaubte. „Ja“, flüstere ich, meine Stimme kaum fest, während mir Tränen über die Wangen laufen. „Sie sagte, mein Vater säße seit über zwanzig Jahren wegen Betrugs im Gefängnis. Zwanzig Jahre, Iva … und meine Mutter hat es mir nie erzählt.“ „Oh mein Gott“, haucht Iva und schlägt sich die Hand vor den Mund. „Moment mal, er war die ganze Zeit im Gefängnis? Emma …“ Sie schüttelt langsam den Kopf, Ungläubigkeit steht ihr ins Gesicht ges
Emma Der Cursor zeigt auf den Bildschirm, meine Finger verweilen einen Moment länger als nötig über der Tastatur. Hier ist alles: jede Datei, jedes Überbleibsel aus meiner alten Tätigkeit, jedes Dokument, das Knox angefordert hat – alles ist beigefügt. Mit einem letzten Tippen drücke ich auf Senden und sehe zu, wie der Fortschrittsbalken kurz aufflackert, bevor er verschwindet. Mir entfährt ein langer, zitternder Atemzug, als würde er monatelange Anspannung mit sich forttragen. Endlich fühlen sich meine Lungen wieder völlig frei an. Ohne nachzudenken, klappe ich den Laptop zu. Hier gibt es nichts mehr für mich. Ich lehne mich zurück und starre leer die Wand an. Nächsten Monat ändert sich alles. Ich habe mich bereits entschieden, ich werde mich auf Stellen bewerben, aber nicht hier in der Gegend. Ich schaue mich in weiter entfernten Städten um, wo ich nicht
EmmaIch trete schnell zur Seite und achte darauf, nicht mit ihr zusammenzustoßen. Ich war so schnell unterwegs gewesen, so in Gedanken versunken, dass ich die Personalabteilung, die direkt an der Tür stand, erst bemerkt hatte, als es fast zu spät war.Ich halte die Fotos fest in der Hand, die Ränder drücken sich in meine Handfläche, während sie mich anlächelt. Aber ich traue dem Ganzen nicht, nicht im Geringsten.Sie muss etwas gehört haben. Vielleicht nicht alles… aber genug.„Oh, Miss Emma, es tut mir so leid, dass ich Ihnen im Weg bin.“Ich zwinge mich, ruhig zu atmen und die Anspannung in meinem Gesicht zu lindern. Ich schüttle leicht den Kopf und erwidere ihr Lächeln, das meine Augen jedoch nicht erreicht. „Schon gut. Ich bin nur froh, dass ich dich nicht umgestoßen habe. Das wäre schlimmer gewesen.“Einen Moment lang stehen wir einfach nur da und sehen uns in einer Stille an, die sich etwas zu lange hinzieht. Dann schnappt sie plötzlich nach Luft,
EmmaIch sitze an meinem Schreibtisch und starre auf das Bild meines Vaters, das ich auf Ivas Laptop gefunden habe.Meine Finger schweben regungslos über der Tischkante. Meine Augen bleiben auf das Bild gerichtet, als könnte es verschwinden und die Wahrheit mit sich reißen, wenn ich wegschaue.Der Mann auf dem Bild sieht normal aus, sogar freundlich. Ganz anders als das Chaos, zu dem mein Leben geworden ist.Auf der anderen Seite des Raumes tippt Iva eifrig, das gleichmäßige Klappern ihrer Tastatur erfüllt die Stille. Sie wirkt ruhig und konzentriert, als ob in ihrer Welt noch alles in Ordnung wäre.Im Gegensatz zu meinen.Ich sitze hier wie gelähmt da und tue nichts, während meine Gedanken völlig außer Kontrolle geraten.Knox hat es bereits klargestellt: Ich bin nicht länger seine Assistentin. Damit ist Schluss. Mein Kündigungsschreiben liegt schon auf meinem Laptop – getippt, formatiert und fertig. Ich muss es ihm nur noch übergeben, wenn er v
KnoxDas Morgenlicht fällt durchs Fenster und trifft mein Gesicht, reißt mich aus dem Schlaf. Ich blinzle ein paar Mal, erst desorientiert, unsicher, wo ich bin. Dann dämmert es mir: die Decke, das Zimmer, mein Schlafzimmer. Mein Bett fühlt sich leer an, seit Emma weg ist.Ich bleibe eine Weile dort stehen, schaue nach oben und beobachte, wie der Staub träge durch das Sonnenlicht wirbelt.Die Erinnerungen kommen nicht alle auf einmal. Sie schleichen sich ein, eine nach der anderen. Die Zeit, als ich sie in der Küche gevögelt habe, und andere Orte, an denen wir miteinander geschlafen haben.Dann folgen weitere, ihre Stimme, sanft, als sie meinen Namen stöhnt. Verdammt, ich vermisse diese Momente.Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich sie in ihrem Büro sah, wie sie ihre Muschi berührte und sich mit dem Dildo selbst befriedigte.Ich verdränge die Gedanken, ich will keine Erektion bekommen und mich dann im Badezimmer damit auseinandersetzen müssen.






