로그인„Dein Ehemann ist ein Narr, Vivienne. Er hat sich vor deinem wahren Zauber verschlossen – aber ich werde nicht zulassen, dass du mir entgleitest“, flüsterte Alistair Vance mit einem durchdringenden Blick, der jede ihrer Bewegungen festhielt. Vivienne Sterling erstarrte. Die überwältigende Präsenz des Mannes vor ihr ließ ihr Herz schneller schlagen. Zwei Jahre lang hatte sie in einer lieblosen Ehe ausgeharrt und die Verachtung ihres Ehemanns Dominic Thorne schweigend ertragen. Doch als sie auf dem festlichen Bankett den Mut fand, ihre wahre Ausstrahlung zu zeigen, zog sie ausgerechnet die Aufmerksamkeit eines weitaus gefährlicheren Jägers auf sich. Die Vivienne, die einst von allen übersehen und unterschätzt wurde, wird plötzlich zur unerschütterlichen Obsession der vier mächtigen Männer des Vance-Clans. Hinter den prunkvollen Mauern ihres goldenen Käfigs muss sie sich einem neuen, komplizierten Schicksal stellen: gefangen zwischen der dominanten Autorität des Familienoberhaupts, dem unbändigen Ehrgeiz des Kronerben und der erbarmungslosen Rivalität seiner beiden Neffen, die alles daransetzen, ihr Herz für sich zu gewinnen.
더 보기KAPITEL 1
Das bordeauxrote Satinkleid fühlte sich an wie eine Schlinge, die sich immer enger um Vivienne Sterlings Selbstbewusstsein legte. Vor dem großen Spiegel in der Damentoilette eines luxuriösen Hotels im Stadtzentrum stand sie reglos da und betrachtete ihr Spiegelbild, während sie versuchte, ihre Atmung unter Kontrolle zu halten. Einhundertachtundfünfzig Zentimeter groß. Achtzig Kilogramm schwer. Vor zwei Jahren, als sie den Mittelgang der Kirche entlanggeschritten war, hatte sie noch eine schlanke, gepflegte Figur und ein strahlendes Lächeln besessen, das Dominic einst für einen flüchtigen Moment hatte innehalten lassen. Doch zwei Jahre in einer kalten Ehe voller Zurückweisung hatten alles verändert. Stress, Depressionen und die Einsamkeit, die unaufhörlich an ihrer Seele nagte, hatten Vivienne dazu gebracht, Trost im Essen zu suchen, bis ihr Körper außer Kontrolle geraten war. Die Ironie bestand darin, dass Dominic sie in den zwei Jahren ihrer Ehe nicht ein einziges Mal berührt hatte – geschweige denn, dass sie ein Kind bekommen hätten. Für ihn war sie nichts weiter als ein veraltetes Dekorationsstück, eine demütigend unberührte Ehefrau. „Hast du vor, dich bis zum Ende der Veranstaltung hier zu verstecken, Vivienne?“ Diese kalte Baritonstimme riss Vivienne aus ihren Gedanken. Dominic Thorne, ihr Ehemann, stand an der Verbindungstür. Sein maßgeschneiderter Anzug schmiegte sich perfekt an seinen großen, athletischen Körper. Perfekt. Ein Wort, das in scharfem Kontrast zu Viviennes Erscheinung an diesem Abend stand. Dominic trat näher und betrachtete seine Frau durch ihr Spiegelbild mit den scharfen Augen eines Falken, in denen niemals auch nur ein Hauch von Wärme gelegen hatte. „Bleib in meiner Nähe, rede nicht zu viel und um Himmels willen … fass das Essen nicht an. Heute Abend steht der Ruf von Thorne Enterprises auf dem Spiel. Die Art, wie du isst, ist peinlich.“ Vivienne ballte ihre verschwitzten Hände zu Fäusten und spürte den Ehering, der inzwischen viel zu eng an ihrem molligen Finger saß. „Ich weiß, Dominic. Ich werde dich nicht blamieren.“ „Gut“, erwiderte Dominic knapp und ohne jedes Interesse, bevor er seiner Frau den Rücken zukehrte. „Komm.“ Wäre es nicht der ausdrückliche Wunsch seiner verstorbenen Großmutter gewesen, ihre Ehe als Dank dafür zu arrangieren, dass Vivienne ihr einst das Leben gerettet hatte, hätte Dominic einer armen, ungebildeten Frau wie ihr niemals freiwillig auch nur einen Blick geschenkt. Und Dominic sorgte dafür, dass Vivienne diesen „Gefallen“ Tag für Tag mit grausamer Vernachlässigung bezahlte. Selbst heute Abend hatte er sie nur auf Drängen seiner Mutter mitgebracht, die ihre mollige Schwiegertochter aufrichtig ins Herz geschlossen hatte. In dem Moment, als sie den prunkvollen Ballsaal betraten, wurde Vivienne von purem Luxus überwältigt. Hohe Decken mit funkelnden Kristallleuchtern, das helle Klirren von Champagnergläsern und das gedämpfte Lachen der Damen der High Society mit ihren modelhaften Figuren erfüllten den Raum. Instinktiv richtete Vivienne ihre zitternden Schultern auf und versuchte, den wertenden Blicken standzuhalten, die sie vom ersten Augenblick an trafen. „Oh, Dominic! Du bist endlich da!“ Mehrere Geschäftspartner Dominics, elegante Männer aus alteingesessenen Adelsfamilien, kamen gemeinsam mit ihren Partnerinnen auf ihn zu. Die Frauen trugen maßgeschneiderte Couture-Kleider, die ihre schlanken Figuren und eleganten Schlüsselbeine perfekt zur Geltung brachten. Ihre Blicke wanderten sofort zu Vivienne und musterten ihren Körper von oben bis unten mit unverhohlener Belustigung. Anstatt sie zu begrüßen, lachte einer von Dominics Freunden, Lucas, leise auf und stieß Dominic mit dem Ellenbogen an. „Dominic, dein Geschmack hat sich seit der Trennung von Giselle wirklich verschlechtert. Ich dachte erst, du hättest ein Schwein mitgebracht, aber es ist tatsächlich … deine Ehefrau?“ Lucas' spöttische Bemerkung löste unter den anwesenden Frauen unterdrücktes Gelächter aus. Vivienne hatte das Gefühl, als würden unzählige unsichtbare Nadeln ihr Herz durchbohren. Sie warf ihrem Ehemann einen Blick zu. Dominics Kiefer verspannte sich für einen kurzen Moment – ob aus Verärgerung über Lucas' Worte oder aus Scham, konnte sie nicht erkennen. Doch schließlich setzte er lediglich ein höfliches, dünnes Lächeln auf, um die geschäftliche Atmosphäre nicht zu belasten. Er ließ den grausamen Witz einfach unbeantwortet, als würde er bestätigen, dass Lucas nicht ganz unrecht hatte. „Ach komm schon, Lucas. Ärgere Dominic doch nicht so“, sagte eine Frau im goldenen Abendkleid mit gespieltem Mitgefühl, obwohl ihr Blick Vivienne voller Verachtung musterte. Vivienne ballte die Hände unter den Falten ihres bordeauxroten Kleides so fest zu Fäusten, dass ihre Fingernägel weiß wurden. Das Gefühl der Wertlosigkeit und Erniedrigung lastete schwer auf ihrer Brust und schnürte ihr die Kehle zu, bis ihr das Atmen schwerfiel. Plötzlich wurde das Licht im Ballsaal gedimmt. Das Stimmengewirr verstummte allmählich, während sich alle Blicke auf die Hauptbühne richteten, die von einem sanften Scheinwerferlicht erhellt wurde. „Sehr geehrte Damen und Herren“, erklang die Stimme des Moderators aus den Lautsprechern. „Heute Abend dürfen wir einen ganz besonderen Ehrengast begrüßen. Eine Künstlerin, die nach fünf erfolgreichen Jahren auf den Bühnen Europas und Amerikas in ihre Heimat zurückgekehrt ist. Bitte heißen Sie willkommen … Giselle Moreau!“ In dem Moment, als Vivienne diesen Namen hörte, spürte sie, wie Dominic neben ihr erstarrte. Seine Hand, die das Cocktailglas hielt, verkrampfte sich so fest, dass die Adern deutlich hervortraten. Eine melancholische, dramatische Klaviermelodie erfüllte den Saal. Hinter den schweren Samtvorhängen trat eine Frau hervor. Giselle Moreau. Sie war die Verkörperung von Perfektion. Groß, schlank und von außergewöhnlicher Anmut. Ihr modernes Tanzkostüm schmiegte sich elegant an ihren Körper und unterstrich ihre makellosen Proportionen. Mit jeder Bewegung erzählte Giselle eine Geschichte voller Sehnsucht und Reue. Und mitten in ihrer fesselnden Darbietung richtete sie ihren Blick auf einen einzigen Punkt im Publikum. Dort, wo Dominic stand. Langsam wandte Vivienne den Kopf ihrem Ehemann zu. Ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen, als sie den Ausdruck in seinem Gesicht erkannte. Der sonst so kalte Mann starrte regungslos auf die Bühne. In seinen Augen lagen Sehnsucht, Bewunderung und unverfälschtes Verlangen – ein Blick, den er Vivienne während ihrer gesamten zweijährigen Ehe niemals geschenkt hatte. Die Stimmen um sie herum wurden erneut lauter. „Siehst du das? Offenbar ist ihre berühmte Liebesgeschichte von vor fünf Jahren noch längst nicht vorbei.“ „Zwischen Giselle und der dicken Frau neben Dominic liegen Welten. Dominic muss jeden einzelnen Tag leiden.“ Jedes einzelne Wort und jeder bewundernde Blick in Giselles Richtung wurden zu weiterem Brennstoff für das Feuer, das die letzten Reste von Viviennes Geduld verzehrte. Ihre Unsicherheit verschwand langsam und machte einer lodernden Wut Platz, die ihre Brust erfüllte. Sie hatte es satt, die Fußmatte dieser erzwungenen Ehe zu sein. Donnernder Applaus erfüllte den Ballsaal, als Giselle ihren Tanz in einer eleganten Pose beendete. Wieder traf ihr Blick direkt auf Dominic. „Giselle ist wirklich ein vollkommenes Kunstwerk“, sagte Lucas laut genug, damit alle es hören konnten, offensichtlich darauf bedacht, die Situation weiter anzuheizen. „So sieht wahre Eleganz aus. Nicht wahr, Dominic?“ Endlich löste Dominic den Blick von der Bühne. Er wandte sich Vivienne zu und bemerkte ihr gerötetes Gesicht sowie ihre unruhige Atmung. Doch anstatt sie in den Arm zu nehmen, verzog er angewidert das Gesicht. „Was ist mit dir los, Vivienne? Du schwitzt, und du siehst völlig ungepflegt aus“, zischte Dominic dicht an ihrem Ohr. „Fahr mit dem Chauffeur nach Hause. Deine Anwesenheit hier ist mir vor meinen Geschäftspartnern einfach nur peinlich.“ Der letzte Satz traf Vivienne wie ein Donnerschlag. Etwas in ihr zerbrach. Die letzte Mauer, die ihr Herz zwei Jahre lang vor Vernachlässigung, Einsamkeit und Enttäuschung geschützt hatte, fiel in sich zusammen. Der Schmerz, den sie all die Zeit schweigend ertragen hatte, verwandelte sich in einen einzigen Moment grenzenlosen Mutes. Noch bevor Vivienne sich umdrehen und gehen konnte, erfüllte ein vertrauter, süßer Duft die Luft. Anmutige Schritte näherten sich, während die Menge wie von selbst Platz machte. Giselle Moreau blieb direkt vor Dominic stehen. „Wie geht es dir, Darling?“, fragte Giselle mit sanfter Stimme, ganz ohne die geringste Scheu. Ohne zu zögern schlang sie ihre schlanken Arme um Dominics Nacken. Und direkt vor Viviennes Augen geschah etwas, das ihr das Herz zerriss. Dominic – der Mann, der sich ihr gegenüber stets wie ein unnahbarer Eisblock verhalten hatte – wirkte plötzlich lebendig. Ohne einen Moment des Zögerns erwiderte er Giselles Umarmung und legte seine Arme fest um die schmale Taille seiner ehemaligen Geliebten – vor den Augen Hunderter angesehener Gäste. „Nun ... es sieht ganz so aus, als würde eine alte Liebe wieder aufblühen“, kommentierte Lucas provokant und erntete vielsagende Lächeln der Umstehenden. Viviennes Blut schoss ihr heiß bis in den Kopf. Ihre fülligen Finger krallten sich so fest in die Seiten ihres Kleides, dass ihre Fingerknöchel weiß hervortraten. Das heftige Zittern, das sich von ihrer Brust durch ihren ganzen Körper ausbreitete, versuchte sie mit aller Kraft zu unterdrücken. Unter dem bordeauxroten Kleid ging ihr Atem immer schneller und schwerer. Ihre Brust fühlte sich an, als würde sie zerquetscht – nicht wegen ihres Gewichts, sondern weil ihre Würde soeben in tausend Stücke gerissen worden war. Sie würde nicht zulassen, dass man sie zu einer erbärmlichen Lachnummer machte. Mit einer entschlossenen Bewegung trat Vivienne nach vorn. Trotz ihrer kurvigen Figur richtete sie sich stolz auf und hob das Kinn, ungeachtet der verurteilenden Blicke, die sie von allen Seiten trafen. Ihre plötzliche Bewegung riss Dominic und Giselle augenblicklich aus ihrer innigen Umarmung. Vivienne blickte Dominic direkt in die kalten Augen, bevor sie ihren scharfen Blick auf Giselle richtete. Ihre Stimme zitterte nicht mehr. Sie erklang laut, klar und entschlossen und durchschnitt die letzten Gespräche im Saal, bis an mehreren Tischen plötzlich völlige Stille herrschte. „Wenn hier alle Eleganz so sehr bewundern ... dann kann ich genauso tanzen wie die erste Liebe meines Mannes!“ Mit einem Schlag versank der prächtige Ballsaal in gespenstischer Stille. Dominics Augen weiteten sich. Entsetzen und lodernde Wut zeichneten sich deutlich auf seinem Gesicht ab, überwältigt von der Dreistigkeit seiner Ehefrau. Doch hoch oben auf dem exklusivsten VIP-Balkon, verborgen im dunkelsten Teil des Saales, hatte genau diese Stille die Aufmerksamkeit von vier Männern geweckt. Vier Paar Augen, die den langweiligen Abend bis eben mit kühler Gleichgültigkeit verfolgt hatten, richteten sich nun vollständig auf die Frau im bordeauxroten Kleid. Auf die Frau, die soeben mitten im Ballsaal den Funken entfacht hatte, der einen Krieg auslösen würde.Kapitel 67Vivienne war gerade erst aus dem Auto gestiegen. Doch plötzlich legte sich ein großer, kraftvoller Griff von der Seite fest um ihr Handgelenk.„Hey – lass mich los! Wer—“„Steig ein, Vivienne.“ Eine tiefe, kalte und gebieterische Baritonstimme schnitt ihr abrurupt das Wort ab.Vivienne blickte auf und sah in Alistair Vances dunkle Augen, die sie ohne das geringste Fältchen von Freundlichkeit anstarrten. Der reife, zweiundvierzigjährige Mann zog Viviennes üppigen Körper mit einem einzigen scharfen Ruck zu sich heran, öffnete die Hintertür seiner luxuriösen schwarzen Limousine und stieß die füllige Frau mit ihren achtzig Kilo auf die Rumpffläche der schallgeschützten Kabine. Alistair sprang direkt hinterher und verriegelte die Türen von innen mit extrem schnellen Bewegungen.Vivienne stieß einen langen Atemzug aus und korrigierte ihre Sitzposition auf dem weichen Ledersitz. Sie warf einen Blick auf Alistair, der nun mit angespannten Kiefern neben ihr saß.„Wohin bringst du m
Kapitel 66Vivienne lehnte ihren üppigen Rücken gegen die lederne Rückenlehne des Bürostuhls in ihrem Arbeitsbereich. Der Stapel von Marketingunterlagen, den sie gerade unterschrieben hatte, lag ordentlich auf dem Schreibtisch. Nach drei vollen Stunden anstrengender Diskussionen mit Benita und den Investoren löste sich die Spannung in ihren Schultern allmählich. Die kurvige Frau mit ihren achtzig Kilo auf der Waage trug ein zufriedenes Lächeln im Gesicht; ihr erstes Treffen als CEO war reibungslos und ohne den kleinsten Makel verlaufen.Sie griff nach dem schwarzen Telefon in der Ecke ihres Schreibtischs und drückte auf den Einschaltknopf. In dem Moment, als der Bildschirm aufleuchtete, prasselte eine unaufhaltsame Flut von Benachrichtigungen herein, die das schlanke Gerät violently in ihrer fülligen Hand vibrieren ließ.*Bzzzt... Bzzzt... Bzzzt...*Mehr als hundert Anrufe in Abwesenheit und Tausende von Textnachrichten füllten den Bildschirm. Jede einzelne davon stammte von demselbe
64Julian Vance schlug mit der Faust auf den Glastisch im Wohnzimmer seines Apartments, was ein lautes Krachen erzeugte. Sein Atem ging stoßweise, und seine breite Brust hob und senkte sich rasch, während er darum kämpfte, seine Wut unter Kontrolle zu halten. Seine dunklen Augen blieben auf den Fernsehbildschirm gerichtet, auf dem noch immer stumm der Film für Erwachsene lief.„Verdammt nochmal! Wie kannst du es wagen, solche Spielchen mit mir zu spielen, Vivienne!“, brüllte Julian, und seine Stimme hallte durch den gesamten Raum.Er griff nach dem Telefon, das neben einem Teller mit frischem Obst lag – genau jenem Obst, das Vivienne so schätzte –, und wählte erneut ihre Nummer.Das Ergebnis war dasselbe.Die kühle Stimme der automatischen Ansage teilte ihm mit, dass die Nummer nicht erreichbar sei.„Verdammtes Telefon!“, fluchte Julian.Er pfefferte es auf das Sofa, bevor er mit großen Schritten auf das bodentiefe Fenster zuging und mit der Handfläche gegen das Glas schlug.Die Vor
63Vivienne stieg die Treppe mit ruhigen, eleganten Bewegungen hinab. Ihre achtzig Kilo schwere Gestalt wirkte nach der morgendlichen Dusche erfrischt. Sie trug ein enges, cremefarbenes T-Shirt, das ihre Kurven betonte, kombiniert mit einem langen, schwarzen Bleistiftrock, der einen hohen Schlitz entlang ihres rechten Oberschenkels aufwies.Gerade als sie den Wohnbereich erreichte, wurde die Eingangstür der Villa mit Schwung aufgestoßen.Dominic Thorne schritt im knittrigen Hemd herein. Von seiner Krawatte war weit und breit nichts zu sehen, und sein Haar war auffallend zerzaust. Was Viviennes Aufmerksamkeit jedoch am meisten erregte, waren die rötlich-violetten Flecken, die über seinen Hals verstreut waren – ein eindeutiges Zeichen für eine lange und leidenschaftliche Nacht mit Giselle.Vivienne blieb auf der letzten Stufe der Treppe stehen. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und verzog die Lippen zu einem spöttischen Lächeln.„Sieh mal an, wer schließlich um diese Uhrzeit nach





