FAZER LOGINAdrian Vale ist ein 24-jähriger, junger und ausgesprochen charismatischer Englischprofessor am Blackwood College. Trotz seines strengen Rufs im Hörsaal und seiner ausgeprägten Intoleranz gegenüber Faulheit zählt er zu den beliebtesten Dozenten auf dem Campus, und fast jede Studentin ist insgeheim in ihn verliebt. Doch hinter seiner ruhigen Autorität und seinem makellosen Image verbirgt sich ein äußerst verschlossener Adrian, der keinerlei Interesse an Beziehungen hat. Ryder, 21, ist Student im dritten Studienjahr am selben College und ein aufstrebender Hockeyspieler, bekannt für sein Talent, seine Arroganz und seine Neigung zu Unruhestiftung. Er ist kein Erstsemester mehr, und sein Selbstvertrauen ist mit der Zeit nur noch gewachsen – ebenso wie sein Ruf, Autoritäten infrage zu stellen, wann immer es ihm passt. Für die meisten ist Ryder einfach nur ein weiterer überheblicher Sportler mit zu viel Freiheit und zu wenig Disziplin. Alles ändert sich, als Ryder und sein Freund eine waghalsige Wette abschließen – eine Wette, die Ryder herausfordert, Professor Vales unerschütterliche Kontrolle zu brechen, ihn über seine Grenzen hinaus zu treiben und ihn auf eine Weise zu berühren, wie es noch keinem Studenten gelungen ist. Ryder und Professor Vale begegnen sich auf eine Weise, die keiner von ihnen ignorieren kann. Was mit Irritation, Trotz und ständigen Auseinandersetzungen innerhalb und außerhalb des Hörsaals beginnt, entwickelt sich langsam zu etwas weitaus Gefährlicherem. Die Spannung zwischen ihnen ist unübersehbar und verwischt die Grenze zwischen Hass und Verlangen. Doch am Blackwood College sind Beziehungen zwischen Studenten und Dozenten strengstens verboten. Ein falscher Schritt könnte Adrians Karriere zerstören und Ryders Zukunft im Eishockey beenden. Dennoch scheint keiner von beiden bereit – oder in der Lage –, sich davon zu trennen.
Ver maisADRIANS PERSPEKTIVE Drei Tage der Stille liegen schwer und erstickend wie Frischhaltefolie über einer Leiche in der Wohnung. Adrian bewegt sich wie ein Geist durch die Räume; die Routine, Arbeiten zu korrigieren und vor gelangweilten Studenten Vorlesungen zu halten, ist das Einzige, was ihn noch an die Realität bindet. Seit jener Nacht hat er Ryder nicht mehr gesehen, nicht mehr das tiefe, raue Flüstern seiner Stimme gehört oder die Wärme seines Körpers gespürt. Mayas Drohungen haben sich in Luft aufgelöst; ihr Schweigen gleicht dem von Ryder. Es spielt keine Rolle. Das sagt er sich immer wieder, während er sich ein weiteres einsames Abendessen in der Mikrowelle warm macht. Mit einem Studenten zu schlafen war ein Fehler, ein Urteilsfehler, der sich damals süß anfühlte, aber ein fauliges Gefühl in seinem Inneren hinterließ. Es war eine Gelegenheit, das Band zu kappen, die Verbindung zu lösen, bevor er sich zu sehr emotional binden konnte. Allein ist er besser dran. Sicherer. Die Ga
RYDERS PERSPEKTIVE Der Regen fällt in Strömen herab – ein unerbittlicher, hämmernder grauer Vorhang, der die Welt in einen verschwommenen Mix aus Straßenlaternen und nassem Asphalt verwandelt. Ryder steht auf dem Gehweg vor Adrians Wohnkomplex; Wasser tropft von seiner Nasenspitze und durchnässt den Kragen seiner Jacke. Er wirft erneut einen Blick auf sein Handy. Das Display leuchtet grell in der Dunkelheit auf: 22:14 Uhr. Adrian hatte gesagt, er solle um neun Uhr hier sein. Mehr als eine Stunde ist im strömenden Regen verstrichen, ohne eine einzige Nachricht, ohne Anruf – nichts als das Freizeichen, das endlos in seinem Ohr dröhnt, bevor die Mailbox rangeht. Ryder steckt das Handy zurück in die Tasche, die Kiefer fest zusammengepresst. Die Sorge in seiner Brust fühlt sich an wie ein kalter, schwerer Stein. Er hat inzwischen fünfmal angerufen. Keine Antwort. In seinem Kopf rasen die Möglichkeiten durch: ein Unfall auf der Straße, ein Zwischenfall im Büro, vielleicht hat er sich tr
ADRIANS PERSPEKTIVE Die schwere Eichentür von Adrians Stadthaus fällt mit einem Klicken ins Schloss; das Geräusch hallt im stillen Flur wider. Seit zwei Wochen bestimmt dieser Rhythmus sein Dasein: Ryder schlüpft herein, die Kleidung schon halb aufgeknöpft, die Luft zwischen ihnen schwer von dem Versprechen auf einen rauen, verzweifelten Fick. Doch in letzter Zeit ist dieses Muster aufgebrochen. Ryder kommt zwar immer noch, aber er erscheint in Schichten gehüllt – eine schwarze OP-Maske verdeckt die untere Hälfte seines Gesichts, die Kapuze seines Hoodies ist tief in die Stirn gezogen. Er wirkt wie ein Krimineller, der sich vor einer Überwachungskamera versteckt, nicht wie ein Liebhaber, der sich ins Bett eines Professors schleicht. Adrian beobachtet ihn vom Sofa aus, bemerkt die Anspannung in Ryders Schultern und die Art, wie er Distanz wahrt, bis das körperliche Verlangen die Oberhand gewinnt. Er möchte ihm die Maske vom Gesicht reißen und eine Erklärung verlangen, doch die Angst,
ADRIANS PERSPEKTIVE Im Hörsaal herrscht ein leises Gemurmel; Studenten rascheln mit Papieren und lassen ihre Kugelschreiber klicken, doch Adrians Blick ist auf einen ganz bestimmten leeren Platz in der dritten Reihe gerichtet. Ryders Stuhl ist verwaist. Ein scharfes, deutliches Gefühl der Erleichterung durchströmt Adrians Brust und löst den Knoten aus Anspannung, der sich dort seit dem Geständnis am Vortag festgesetzt hatte. Die Erinnerung an Ryders Lippen, das raue Kratzen seiner Stoppeln auf Adrians Kinn und die verzweifelte Art, wie sie im Hotel an der Kleidung des anderen gezerrt hatten, lassen Adrians Schwanz in seiner Anzughose noch immer zucken. Es ist gefährlich – ein Professor, der seinen Studenten fickt –, doch der Reiz daran ist eine Droge, auf die Adrian nicht verzichten will. Er hatte Ryder die Grenzen klar aufgezeigt: Niemand darf davon erfahren. Sollte die Universitätsleitung Wind davon bekommen, wäre Adrian erledigt; doch beim Anblick des leeren Stuhls wird ihm klar





