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Kapitel 3

last update Tanggal publikasi: 2026-07-06 19:52:59

Sophies Sicht

Mein Herz hĂ€mmerte gegen meine Rippen, als ich wie erstarrt in der TĂŒr des Penthouses stand. Alex Blackwood und Victoria Hale starrten mich an wie Raubtiere, die ihre Beute endlich in die Enge getrieben hatten.

„Sophie“, sagte Alex mit ruhiger Stimme, in der jedoch unverkennbar Gift mitschwang. „Wie praktisch, dass du direkt nach Richardos Unfall plötzlich als seine hingebungsvolle Ehefrau auftauchst. Der Vorstand hat da einige Fragen.“

Victoria lĂ€chelte sĂŒĂŸ. Ihre perfekt geschminkten Lippen formten einen Ausdruck falschen MitgefĂŒhls.

„Nimm es mir nicht ĂŒbel, Liebling. Aber eine geheime Ehe, von der niemand wusste? Das wirft ... Fragen hinsichtlich der StabilitĂ€t auf.“

Ich spĂŒrte, wie mir das Blut aus dem Gesicht wich. Meine Finger umklammerten den TĂŒrgriff so fest, dass meine Fingerknöchel weiß wurden. Jede sorgfĂ€ltig aufgebaute LĂŒge der vergangenen Tage fĂŒhlte sich plötzlich erschreckend zerbrechlich an.

Noch bevor ich antworten konnte, durchschnitt Richardos tiefe Stimme die angespannte Stille wie eine Klinge.

„Sophie? Wer ist da?“

Er trat hinter mich und legte eine Hand besitzergreifend auf meine Taille. Selbst wĂ€hrend seiner Genesung strahlte er Macht aus – groß, beeindruckend, das pechschwarze Haar noch zerzaust vom Schlaf, die grauen Augen trotz der verbliebenen BlutergĂŒsse hellwach. Er trug lediglich einen locker gebundenen schwarzen Morgenmantel, doch seine bloße Haltung genĂŒgte, damit Alex und Victoria sich unwillkĂŒrlich aufrichteten.

„Bruder“, sagte Alex und zwang sich zu einem LĂ€cheln. „Wir wollten mit dir ĂŒber die Vorstandssitzung sprechen. Victoria und ich glauben, es wĂ€re besser, wenn ...“

„Wenn was?“

Richardos Stimme wurde gefÀhrlich leise.

Seine Finger schlossen sich fester um meine Taille und zogen mich nĂ€her an seine Seite. Die WĂ€rme seines Körpers gab mir Halt, wĂ€hrend die Panik meine Kehle zuschnĂŒrte.

„Wenn ich mich von meiner Frau scheiden lasse, damit sich der Vorstand wohler fĂŒhlt?“

Victorias Blick glitt mit kaum verhohlener Verachtung ĂŒber mich.

„Wir denken lediglich an das Wohl des Unternehmens. Knockwood Shipping steht derzeit unter enormem Druck. Ein stabiles öffentliches Image ist jetzt entscheidend.“

Am liebsten wÀre ich im Boden versunken.

Der frĂŒhere Richardo hĂ€tte ihnen ohne Zögern zugestimmt. Genau aus diesem Grund hatte er mich geheiratet – als praktische Ehefrau, um Fusionen zu sichern und GerĂŒchte zum Schweigen zu bringen.

Doch der Mann an meiner Seite zog mich noch schĂŒtzender an sich und kĂŒsste mich direkt vor ihren Augen auf die SchlĂ€fe.

„Meine Frau bleibt“, sagte er endgĂŒltig. „Unsere Ehe ist echt. Und wenn der Vorstand damit ein Problem hat, soll er sich direkt an mich wenden.“

Der Schock auf Alex' Gesicht war beinahe befriedigend.

Victorias LĂ€cheln geriet fĂŒr einen kurzen Augenblick ins Wanken, bevor sie sich wieder fing.

Beide verabschiedeten sich mit angespannten Versprechen, „spĂ€ter noch einmal darĂŒber zu sprechen“, doch ihre Drohung hing wie Rauch in der Luft.

In dem Moment, als sich die AufzugstĂŒren schlossen, drehte Richardo mich zu sich um und nahm mein Gesicht in beide HĂ€nde.

Seine grauen Augen suchten meine mit unverstellter IntensitÀt.

„Geht es dir gut?“, fragte er leise.

Die ZÀrtlichkeit in seiner Stimme hÀtte mich beinahe zum Weinen gebracht.

„Ich habe gespĂŒrt, wie du gezittert hast.“

Ich nickte, unfÀhig zu sprechen.

Stattdessen stellte ich mich auf die Zehenspitzen und kĂŒsste ihn – verzweifelt und voller Dankbarkeit.

Er erwiderte den Kuss sofort, zog mich eng an sich und kĂŒsste mich mit einer Sehnsucht, die meine Knie weich werden ließ.

Als wir uns schließlich voneinander lösten und schwer atmend die Stirnen aneinanderlehnten, flĂŒsterte er:

„Ich erinnere mich nicht an alles, aber ich weiß, dass ich nicht zulassen werde, dass sie dir wehtun. Du gehörst zu mir, Sophie.“

Du gehörst zu mir.

Diese Worte erfĂŒllten mich mit WĂ€rme, wĂ€hrend die Schuld sich wie ein Messer in mein Herz bohrte.

Ich vergrub mein Gesicht an seiner Brust, atmete seinen Duft ein und kÀmpfte gegen die TrÀnen.

Diese Version von Richardo – beschĂŒtzend, liebevoll und so offen dabei, sich in mich zu verlieben – war alles, wovon ich einst heimlich getrĂ€umt hatte.

Und ich zerstörte sie mit jedem weiteren Tag, an dem ich ihm nicht die Wahrheit sagte.

SpĂ€ter am Nachmittag, wĂ€hrend Richardo sich ausruhte, schlich ich in sein Arbeitszimmer, um Unterlagen fĂŒr seine RĂŒckkehr vorzubereiten.

Dort traf mich die erste schmerzhafte Erinnerung.

Ich entdeckte eine alte E-Mail auf seinem Computer.

„Der Vertrag ist unterschrieben. Getrennte Leben. Keine emotionalen Erwartungen. Das ist ausschließlich geschĂ€ftlich.“

Meine eigenen Worte starrten mir entgegen.

Ich erinnerte mich daran, wie ich sie mit zitternden HÀnden geschrieben hatte, wÀhrend mein Herz schon damals zerbrach.

Ein leises GerĂ€usch hinter mir ließ mich herumfahren.

Richardo stand in der TĂŒr und beobachtete mich.

Sein Gesichtsausdruck war voller Unruhe.

„Ich sehe stĂ€ndig BruchstĂŒcke von Erinnerungen“, sagte er leise und trat nĂ€her. „Du ... verlĂ€sst Besprechungen mit verletztem Blick. Ich arbeite bis spĂ€t in die Nacht, wĂ€hrend du allein zu Abend isst.“

Er strich mir sanft eine HaarstrÀhne aus dem Gesicht.

„Habe ich dich unglĂŒcklich gemacht, Sophie? Vor dem Unfall?“

Diese Frage ließ etwas tief in meinem Inneren zerbrechen.

Ich wollte ihm alles erzĂ€hlen – den kalten Vertrag, die einsamen NĂ€chte und wie ich mich in einen Mann verliebt hatte, der mich kaum wahrnahm.

Stattdessen nahm ich seine Hand und legte sie an meine Wange, um ihm mit einer BerĂŒhrung zu zeigen, was ich nicht aussprechen konnte.

„Wir hatten unsere Schwierigkeiten“, flĂŒsterte ich mit belegter Stimme. „Aber jetzt bist du anders. Du bist ... der Mann, von dem ich immer gehofft habe, dass du es sein könntest.“

Er zog mich fest in seine Arme und kĂŒsste mich voller GefĂŒhle, sodass mir der Atem stockte.

Als sie sich spÀter wieder voneinander lösten und versuchten, ruhig zu atmen, zeichnete Richardo trÀge Kreise auf meine Schulter.

„Ich verliebe mich in dich“, sagte er leise. „Noch einmal von Neuem. Und dieses Mal möchte ich keinen einzigen Augenblick vergessen.“

Mein Herz zog sich so schmerzhaft zusammen, dass ich kaum noch Luft bekam.

Am Abend, als die Sonne ĂŒber der Stadt unterging, ertönte erneut ein Klopfen an der TĂŒr.

Ich öffnete.

Vor mir stand meine Schwester Divia mit einem Koffer in der Hand. In ihren Augen brannte Entschlossenheit.

„Ich gehe nicht wieder, bevor du ihm die Wahrheit gesagt hast, Sophie“, erklĂ€rte sie laut genug, dass Richardo es vom Wohnzimmer aus hören konnte. „Er hat ein Recht darauf zu erfahren, dass eure Ehe nichts weiter als ein Vertrag war.“

Hinter mir erklang Richardos Stimme – leise und voller Schock.

„Was ... hat sie gerade gesagt?“

Es fĂŒhlte sich an, als wĂŒrde der Boden unter meinen FĂŒĂŸen zusammenbrechen.

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Catty
............Ich falle darauf rein
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