Home / Romantik / Nach Mitternacht mit ihm / Kapitel 70: Isabellas Warnung

Share

Kapitel 70: Isabellas Warnung

Author: Pure Moon
last update publish date: 2026-10-09 13:43:59

Damiens Sicht

Der private Konferenzraum im einundvierzigsten Stock war für Gespräche reserviert, die niemals in einem Sitzungsprotokoll auftauchen sollten.

Damien traf drei Minuten zu früh ein. Er bevorzugte es, bereits Platz genommen zu haben, wenn die andere Partei den Raum betrat. Der lange Tisch war bis auf eine einzelne Wasserkaraffe und zwei Gläser leer. Hinter den Fenstern erstreckte sich die Stadt im Licht des späten Nachmittags, gleichgültig und zugleich nützlich. Er schenkte sich Wass
Continue to read this book for free
Scan code to download App
Locked Chapter

Latest chapter

  • Nach Mitternacht mit ihm    Kapitel 72: Was verheimlichst du?

    Damiens SichtEr bemerkte es in dem Moment, in dem sie aufstand.Die Veränderung war geringfügig. Sophia schloss ihr Notizbuch mit betonter Ruhe, nahm kontrolliert ihre Tasche und verließ den gläsernen Konferenzraum mit gemessenen Schritten. Für den Kunden und die Strategen musste es völlig gewöhnlich ausgesehen haben. Für Damien war es etwas anderes.Er hatte genug Jahre damit verbracht, Räume und Menschen zu lesen, um zu erkennen, wann jemand seine Fassung nur noch mit purer Willenskraft aufrechterhielt. Die Blässe unter ihren Augen. Die leichte Anspannung um ihren Mund, die ihm schon früher aufgefallen war. Die Art, wie sie vorhin nach dem Wasser gegriffen und dann doch zurückgezogen hatte.Er beendete den Satz, den er gerade an den Kunden richtete, überließ dem leitenden Strategen mit einem knappen Nicken die weitere Besprechung des Zeitplans und entschuldigte sich, ohne eine Erklärung abzugeben.Zwei Straßenblocks vom Gebäude entfernt fand er sie. Sie lehnte an einer niedrigen St

  • Nach Mitternacht mit ihm    Kapitel 71: Der Auftrag

    Sophias SichtDie E-Mail traf um 8:14 Uhr ein, während ich noch mit einer halbvollen Tasse Tee am Küchentisch von Eleanor saß.Betreff: Dringend – Markenabstimmungsprojekt von Meridian Holdings. Absender war der Leiter der externen Kommunikation bei Blackwood Enterprises. Die Nachricht selbst war kurz und präzise. Ein wichtiger Kunde hatte eine beschleunigte Überprüfung sämtlicher öffentlich verwendeter Texte vor einer Markteinführung in mehreren Ländern angefordert. Meine freiberuflichen Arbeitsproben waren jemandem aus dem internen Team aufgefallen. Für ein zweiwöchiges Intensivprojekt wurde kurzfristige Verfügbarkeit vorausgesetzt. Die Vergütung würde entsprechend angepasst werden. Für elf Uhr desselben Vormittags war ein Auftaktmeeting im Konferenzbereich des zweiundvierzigsten Stockwerks angesetzt.Ich las die E-Mail zweimal. Dann legte ich mein Handy mit dem Display nach unten auf den Tisch und starrte in die stille Küche. Die Zwillinge waren bereits in der Schule. Eleanor war i

  • Nach Mitternacht mit ihm    Kapitel 70: Isabellas Warnung

    Damiens SichtDer private Konferenzraum im einundvierzigsten Stock war für Gespräche reserviert, die niemals in einem Sitzungsprotokoll auftauchen sollten.Damien traf drei Minuten zu früh ein. Er bevorzugte es, bereits Platz genommen zu haben, wenn die andere Partei den Raum betrat. Der lange Tisch war bis auf eine einzelne Wasserkaraffe und zwei Gläser leer. Hinter den Fenstern erstreckte sich die Stadt im Licht des späten Nachmittags, gleichgültig und zugleich nützlich. Er schenkte sich Wasser ein, das er nicht zu trinken beabsichtigte, und wartete.Isabella trat ein, ohne anzuklopfen, so wie sie es immer tat, wenn bereits ihr Erscheinen eine Botschaft vermitteln sollte. Sie schloss die Tür mit einem leisen, bedachten Klicken und nahm ihm gegenüber Platz. Dann legte sie die Hände mit derselben ordentlichen Präzision auf den Tisch, die sie auch bei jeder Vorstandsvorlage an den Tag legte. Ihr Gesichtsausdruck war ruhig. Das war er immer. Genau darin lag der Zweck dieser Ruhe.„Ich w

  • Nach Mitternacht mit ihm    Kapitel 69: Die Rückkehr

    ### Sophias SichtIch beschloss, an einem Donnerstagmorgen zurückzukehren, während der Kaffee in dem Pappbecher, den Daniel mir in dem Café nahe der Autobahnauffahrt gereicht hatte, noch heiß war.Er hatte sein Angebot ganz unkompliziert gehalten. Kundentermine unter der Woche in der Stadt, ein freier Beifahrersitz und keinerlei Erwartung, dass ich mich unterhalten musste, wenn ich es nicht wollte. Ich hatte am Vorabend zugesagt, meinen Koffer im grauen Licht des frühen Morgens gepackt und den Schlüssel zu Zimmer 7 zusammen mit einer kurzen Dankesnotiz an der Rezeption des Gasthauses hinterlassen.Die versiegelte Mappe blieb im Koffer. Sie war noch immer ungeöffnet und fühlte sich schwerer an, als ihr tatsächliches Gewicht vermuten ließ.Ich redete mir ein, dass meine Rückkehr nur vorübergehend sei. Die Arbeit erforderte meine Anwesenheit für zwei Besprechungen zur Überprüfung laufender Projekte, mehr nicht. Die anderen Gründe wollte ich nicht allzu genau hinterfragen.Daniel fuhr mit

  • Nach Mitternacht mit ihm    Kapitel achtundsechzig: Ein ruhiges Leben

    Sophias POVDie Tage im Harbor Rest fanden einen Rhythmus, der nichts von mir verlangte.Ich wachte auf, wenn das Licht das Fenster erreichte, machte mir Kaffee mit der kleinen Maschine, die das Gasthaus zur Verfügung stellte, und nahm ihn mit zum Strand, solange die Flut noch niedrig war. Das Notizbuch kam immer mit. An den meisten Morgen setzte ich mich auf ein Stück Treibholz und schrieb Listen — mögliche Kunden, Beispielhonorare, die Arten von Projekten, die ich früher übernommen hatte, bevor alles kompliziert geworden war.Die Arbeit fühlte sich auf eine Weise klar und sauber an, wie sie es seit Monaten nicht mehr getan hatte.Niemand beobachtete mich. Niemand maß meine Antworten an irgendeiner größeren Geschichte. Ich konnte einfach über Fristen und Ergebnisse nachdenken und über die stille Befriedigung, etwas fertigzustellen, das nur mir gehörte.Am dritten Tag hatte ich drei unverbindliche E-Mails von meinem Laptop aus verschickt, den ich sorgfältig offline hielt, außer wenn i

  • Nach Mitternacht mit ihm    Kapitel 67: Der leere Raum

    Damiens POVDas Büro wirkte größer ohne sie.Damien bemerkte es in dem Moment, als er am Montagmorgen aus dem Aufzug trat. Der Empfangsbereich bestand noch immer aus demselben polierten Marmor und der gedämpften Beleuchtung wie immer. Die Assistenten bewegten sich mit derselben ruhigen Effizienz. Die Stadt hinter den Glasfronten war noch immer dieselbe kontrollierte Ansammlung aus Stahl und Glas.Nichts hatte sich verändert, außer dem Raum, den sie einst eingenommen hatte. Und irgendwie hatte diese Abwesenheit die gesamte Atmosphäre verändert.Er ging schweigend den gesamten Flur der Führungsetage entlang. Die Tür zu seinem Büro stand offen. Der Schreibtisch war aufgeräumt. Der Stuhl dahinter wartete in genau dem Winkel, den er bevorzugte. Alles war an seinem Platz.Er legte sein Handy mit dem Display nach unten auf die Schreibtischunterlage und blieb einen Moment stehen, während er den leeren Besucherstuhl gegenüber seinem Schreibtisch betrachtete — den Stuhl, auf dem sie bei ihrem l

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status