INICIAR SESIÓNSie starb. Sie dachten, das wäre das Ende. Ein Jahr später verliert die Norris Group Unmengen an Geld, sieht Gespenster und beherbergt eine Frau, die ihr bis aufs Haar gleicht. Und sie ist nicht zurückgekehrt, um zu vergeben. Zwischen Familienleben, einem gestohlenen Imperium und einer Liebe, die sie eigentlich nie wieder hätte empfinden dürfen … Olivia wird sie für jedes Geheimnis büßen lassen, das sie begraben haben. *Manche Geister spuken nicht bloß. Sie übernehmen die Kontrolle.*
Ver másSie rang nach Luft, während der Mann, den sie geheiratet hatte, seine Hand an ihrem Hals fester hielt. Panik überrollte sie.
„George … du tust mir weh“, brachte sie mühsam hervor. Ihr Körper zitterte vor Anspannung. Sie hatte das Gefühl, jeden Moment zusammenbrechen zu müssen.
„Wie kannst du es wagen, mich infrage zu stellen? Wer hat dir das Recht dazu gegeben?“, sagte George.
Olivia brachte jedoch kein Wort heraus. Sie versuchte verzweifelt, Georges Hand von sich zu lösen, doch er war zu stark. Gerade als sie glaubte, es nicht mehr aushalten zu können, klingelte sein Telefon.
Der Blick auf das Display veranlasste ihn, sie loszulassen. Er nahm das Gespräch entgegen. Olivia sank zu Boden und versuchte, wieder ruhig zu atmen. Ihr Gesicht war gerötet, und Tränen liefen ihr über die Wangen.
„Bring dich in Ordnung. Wir haben eine Einladung zum Abendessen. Sei in dreißig Minuten fertig“, sagte er. „Es macht mir keinen Spaß, dich so zu sehen. Ich bringe dir nur bei, wie man eine anständige Ehefrau ist.“
Er ging in die Hocke, hob ihr Gesicht an und sah ihr tief in die Augen. Olivia hätte ihn am liebsten von sich gestoßen.
Sie senkte den Blick.
„Sei ein braves Mädchen, dann wird alles gut“, sagte er zu ihr. „Ich liebe dich.“
Er küsste sie auf die Stirn und ging hinaus.
Olivia saß einfach nur da und weinte; niemand war da, um sie zu trösten. So war er sonst nie gewesen. Er war der liebenswürdigste Mann, den sie je gekannt hatte.
Sie sah zu, wie der Mann, den sie geheiratet hatte, zur Tür hinausging, doch sie konnte ihn nicht wiedererkennen.
Wie war George nur so hart geworden?
Sie konnte nicht begreifen, wie der Mann, den sie einst geliebt hatte, sich in einen völlig anderen Menschen verwandeln konnte.
Ihre Gedanken schweiften zurück zu dem Tag, an dem sie sich kennengelernt hatten.
Sie hatte George Norris auf einem Technik-Seminar getroffen.
Er war einer der sanftmütigsten Menschen, denen sie je begegnet war. Für einen Moment konnte sie noch den Mann sehen, den sie geheiratet hatte.
Dann holte seine Stimme sie in die Realität zurück.
George kam ins Zimmer zurück und sah so gut aus wie eh und je. Er hatte breite Schultern, ein markantes Kinn, kurzes schwarzes Haar, das perfekt zu seinem Gesicht passte, und obendrein war er groß gewachsen.
Olivia musste sich eingestehen, dass sie sich in genau diesen Mann vor ihr verliebt hatte.
„Hör auf, mich anzustarren, und zieh dieses Kleid aus“, sagte er.
„Warum?“
Sie hatte sich im Spiegel betrachtet und sah umwerfend aus. Das Kleid hatte einen dezenten Farbton, war nicht extravagant, und sie fühlte sich wohl darin. Sie war mit ihrem Aussehen zufrieden.
„Du siehst lächerlich aus“, sagte er.
„Aber …“
„Widersprich mir nicht, Olivia“, sagte er streng.
Olivia ging leise in die Umkleidekabine.
Diesmal trug sie ein cremefarbenes, weit ausgestelltes Abendkleid.
George sah sie an. Olivia wartete und erwartete einen Kommentar. Doch er ging an ihr vorbei in die Umkleidekabine. Er holte ein rotes Abendkleid aus Satin mit Silberstickerei hervor und warf es ihr zu.
„Du bist mit einem Mann aus der Elite verheiratet; du solltest dich auch so benehmen“, sagte er.
„Aber Rot tut meinen Augen weh“, entgegnete Olivia.
„Stell meine Geduld nicht auf die Probe, Olivia“, sagte er streng.
Olivia sagte nichts. Sie betrachtete sich ein letztes Mal im Spiegel, bevor sie ihm folgte.
Sie stiegen in den schwarzen Maserati und fuhren los.
Verschiedene exotische Autos säumten die Auffahrt. Schon beim Betreten des Veranstaltungsortes schrie die Atmosphäre förmlich nach Luxus. Das Interieur war atemberaubend. Kellner bewegten sich lautlos zwischen den Tischen, während sich Männer in teuren Smokings unter Frauen mischten, die mit Diamanten, Rubinen und Gold geschmückt waren.
Alles – von der Einrichtung bis zum Schmuck – zeugte von Reichtum.
Dies war nicht bloß ein Abendessen; es war eine Zurschaustellung von Reichtum und Macht.
„Mr. George, es ist schon eine Weile her“, sagte er lächelnd.
„Ganz meinerseits, Mr. Roger.“
Sie schüttelten sich die Hände. Mr. Roger würdigte Olivia keines Blickes.
„Der Finanzminister ist heute anwesend. Die leichtgläubigen Geschäftsleute kämpfen schon um ihr Stück vom Kuchen“, schmunzelte er.
„Du gehörst auch dazu, und ich werde ganz sicher nicht verschont bleiben“, sagte George.
Sie lachten und gingen direkt auf den Tisch des Ministers zu, während Olivia inmitten der Menge zurückblieb.
Olivia suchte sich ein ruhiges Plätzchen abseits der Menge und setzte sich. Sie nahm ein Glas Champagner entgegen. Da sie niemanden zum Reden hatte und auch kein Handy, das sie hätte beschäftigen können, beobachtete sie einfach George, wie er sich mit anderen unterhielt.
Er lächelte herzlich und rückte sogar einer Dame den Stuhl zurecht – etwas, das er für sie schon lange nicht mehr getan hatte.
Es war, als wären es zwei völlig verschiedene Menschen.
„Olivia Peterson!“, rief eine männliche Stimme.
Sobald sie ihren Mädchennamen hörte, hob sie den Kopf, um zu sehen, wer es war.
Ein bekanntes Gesicht kam auf sie zu.
„Carlos Rodriguez, was für eine Überraschung!“
Olivia stand auf, um ihn zu begrüßen. Er umarmte sie voller Begeisterung, noch bevor sie reagieren konnte.
„Es ist eine Ewigkeit her seit dem letzten Seminar“, sagte er.
Zum ersten Mal an diesem Abend hellte sich Olivias Gesicht auf.
Carlos erinnerte sie an eine Zeit vor George – vor den endlosen Regeln, der Kritik und dem Gefühl, ständig vorsichtig sein zu müssen.
Für einen Sekundenbruchteil sah sie, wie George in ihre Richtung blickte. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich, doch sie ignorierte es.
Sie unterhielten sich, und Carlos, der schon immer ein fröhlicher Mensch gewesen war, brachte sie bei jedem Wort zum Lachen.
„Bitte entschuldigt mich einen Moment“, sagte George und ging direkt zu Olivia hinüber.
„Es scheint, als würdest du die Gesellschaft genießen“, sagte er und legte seine Hand auf ihre Schulter.
„Mr. George“, sagte Carlos und tauschte Höflichkeiten mit ihm aus.
„Sie kennen Mr. George?“, fragte Carlos Olivia.
George wartete auf ihre Antwort.
„Er ist mein Mann“, erwiderte Olivia.
„Steh auf, komm mit“, befahl George Olivia.
Olivia erhob sich widerwillig.
„Es war schön, dich wiederzusehen, Carlos“, sagte sie.
„Ganz meinerseits“, sagte Carlos.
Sie gingen zurück zum Tisch.
„Wer ist diese wunderschöne Dame?“, fragte ein Mann.
„Meine Frau“, sagte George beiläufig.
„Wow, du bist wunderschön“, stimmten andere in das Kompliment ein.
„Du hast Glück, eine so schöne Frau an deiner Seite zu haben“, sagte einer von ihnen.
„Nein, sie hat Glück, mich zu haben“, wies George das Kompliment zurück.
Olivia ballte ihre Hände unter dem Tisch. Sie spürte, wie der Schmerz in ihr brannte, doch sie weigerte sich, es sich anmerken zu lassen.
Alle lachten.
Sie unterhielten sich über die Technologiebranche. Obwohl sie sich in der Materie bestens auskannte und Lösungen für einige der diskutierten Probleme parat hatte, schwieg sie.
Dann verlagerte sich das Gespräch plötzlich auf sie.
„Mrs. Norris, womit verdienen Sie eigentlich Ihr Geld?“, fragte eine schwer geschmückte Frau, die über und über mit Schmuck behangen war.
„Ich bezweifle, dass sie überhaupt etwas tut. Junge Frauen heutzutage haben es doch nur auf reiche Männer abgesehen und lassen sich von ihnen aushalten“, sagte eine andere Dame.
Alle lachten, auch
George.
Ihre Worte verletzten sie nicht so sehr wie Georges Lachen.
Er tat das jedes Mal.
Doch diesmal würde sie nicht zulassen, dass er sie herabsetzte.
Im Herrenhaus herrschte geschäftiges Treiben. George empfing heute einige seiner Geschäftspartner. Er gab den Hausmädchen und auch Olivia Anweisungen.„Meine Gäste treffen gegen 12 Uhr mittags ein. Sei bereit und sorge dafür, dass alles perfekt vorbereitet ist. "Kein Fehler“, sagte George.„Okay!", antwortete Olivia mit einem warmen Lächeln, das George ein wenig verunsicherte. Seit dem Vorfall war Olivia unterwürfig und gehorsam gewesen. Vielleicht hatte sie ihre Lektion gelernt, dachte er sich.George gab ihr einen liebevollen Kuss, bevor er den Raum verließ.Doch tief in ihrem Inneren, hinter diesem Lächeln, hegte Olivias verhärtetes Herz Fluchtgedanken. Und heute war der Tag dafür gekommen. Sie betrachtete die Liste, die Ella ihr gegeben hatte. Sie war ihre Eintrittskarte in die Freiheit.Das Geräusch der sich öffnenden Tür ließ Olivias Herz einen Sprung machen. Sie schob den Zettel hastig unter ihren Oberschenkel, als sie sah, wie George den Raum betrat.George bemerkte die leicht
Olivia öffnete langsam die Augen.Einen Moment lang wusste sie nicht, wo sie war. Der Raum war ihr fremd, und ihr Körper fühlte sich schwach und schwer an.Sie drehte den Kopf und sah George und Mrs. Sharon in der Nähe stehen.George bemerkte sofort, dass sie wach war.Er drehte sich um und rief nach dem Arzt.Der Arzt kam kurz darauf herein und untersuchte Olivia. Nachdem er ihren Zustand überprüft hatte, wandte er sich an eine Krankenschwester.„Bitte versorgen Sie die Verbrennung an Ihrer Hand.“Die Schwester nickte und begann, sich um Olivias verletzte Hand zu kümmern.George starrte auf den Verband.„Wie hast du dich verbrannt?“, fragte er.„Deine gnädige Mutter hat mir heißen Brei über die Hand geschüttet“, sagte Olivia mit schwacher, emotionsloser Stimme.Mrs. Sharons Gesichtsausdruck verhärtete sich augenblicklich.„Du kleine …“ Sie hielt inne, gekränkt von Olivias Tonfall.George wandte sich seiner Mutter zu.„Warum hast du das getan?“ Seine Frage kam für alle überraschend. O
Olivia wurde durch das Knurren ihres Magens geweckt. Ihr war aufgefallen, dass sie in letzter Zeit mehr gegessen hatte als sonst.Olivia war gerade auf dem Weg in die Küche, um das Frühstück zuzubereiten, als sie hörte, wie sich die Haustür öffnete.Sie drehte sich um und sah ihre Schwiegermutter, Mrs. Sharon, zusammen mit ihrer Tochter Cleopatra hereinkommen.Olivia lächelte sofort.„Guten Morgen, Mama. "Guten Morgen, Cleo.“Keine der beiden Frauen antwortete.Mrs. Sharon ging direkt an ihr vorbei, als hätte Olivia gar nichts gesagt.Cleopatra folgte ihr und musterte Olivia dabei demonstrativ von Kopf bis Fuß.Olivia zwang sich dennoch zu einem Lächeln und folgte den beiden.„Mama, Cleo, ihr habt mir gar nicht gesagt, dass ihr kommt“, sagte sie herzlich.„Soll ich etwa einen Brief schreiben, bevor ich komme?“, fragte Mrs. Sharon und bewahrte dabei ihre elegante Gelassenheit.„Wie oft habe ich dir gesagt, dass du mich nicht ‚Mama‘ nennen sollst? "Für dich bin ich Mrs. Sharon.“„Und fü
George sah sie mit spöttischem Blick an.„Sie ist Hausfrau“, sagte George beiläufig.„Ich bin Technikexpertin“, entgegnete Olivia sofort. Am Tisch stand es still. Georges Miene verändert sich.„Wirklich? "Was halten Sie von dem selbstfahrenden Auto, das Fintech kürzlich auf den Markt gebracht hat?“, fragte Mr. Joshua. Diese Frage weckte das Interesse des ebenfalls am Tisch sitzenden CEO von Fintech.Olivia erläuterte die Schwachstellen des Systems und schlug eine effizientere Methode zur Integration der Technologie vor. Ihre detaillierten Ausführungen ließen alle sprachlos zurück – besonders die beiden Damen, die sie zuvor herablassend behandelt hatten.„Brillant“, sagte der CEO von Fintech und klatschte Beifall.„Mr. George, Ihre Frau ist großartig. "Die Details sind absolut präzise“, lobte Mr. Joshua.„Falls Sie sich jemals entscheiden sollten zu arbeiten, würde meine Firma Sie gerne einstellen.“ Der CEO von Fintech reichte ihr seine Visitenkarte.„Dazu besteht kein Anlass“, lehnte











