LOGIN„Werde meine Frau. Meine Verlobte hat zwei Minuten Verspätung zu unserer Hochzeit, und ich muss heute heiraten.“ Valérie hebt den Kopf, noch zitternd von ihren Tränen. „Ich bin gerade erst geschieden, mein Herr. Suchen Sie sich jemand anderen.“ Aber Léonard Evans beharrt, sein Blick brennend vor Entschlossenheit: „Dich will ich. Ich habe dich weinen sehen wegen diesem Idioten. Du kannst ablehnen, wenn du es ertragen kannst, die Beleidigungen der zukünftigen Frau deines Ex-Mannes allein zu ertragen.“ Valérie folgt seinem Blick. In der Ferne entfernt sich ihr Ex-Mann Thierry am Arm seiner neuen Frau. Mit gebrochenem Herzen und zugeschnürter Kehle dreht sie sich zu diesem Fremden um, der ihr einen Ausweg anbietet. „Einverstanden, aber es muss vertraulich bleiben.“ „Wie du willst.“ --- Fünf Jahre war Valérie mit Thierry Zack verheiratet. Fünf Jahre Ehe, enttäuschte Hoffnungen, Schweigen. Ihr größter Kummer: Sie konnte ihm das Kind nicht schenken, das er sich so sehr wünschte. Also beschloss Thierry, sich scheiden zu lassen, um eine andere Frau zu heiraten. Was er nicht weiß: Valérie hat gerade erst herausgefunden, dass sie endlich schwanger ist – von ihm. Als Léonard Evans am Tag von Thierrys Hochzeit ihren Weg kreuzt, weiß er nichts von diesem Geheimnis. Er sieht nur eine verletzte Frau, die er beschützen will. Doch als die Wahrheit ans Licht kommt – wird er dann an ihrer Seite bleiben, wissend, dass sie das Kind eines anderen Mannes trägt? Und wird Valérie eines Tages den Mut finden, Thierry zu sagen, dass er Vater ist?
View MoreEin eisiges Schweigen senkte sich zwischen sie. Boris öffnete den Mund, aber kein Wort kam heraus. Er senkte den Blick, sein Gesicht verhärtete sich unter der Last des Dilemmas, das sich ihm plötzlich aufdrängte.»Was? Meinen Vater töten?«, murmelte er fassungslos.Er blieb einige Augenblicke still und dachte über die Implikationen nach.»Ich weiß, dass mein Vater mich nicht wirklich liebt. Er hat Leonard immer mir vorgezogen. Aber ihn zu töten … ich weiß nicht, ob ich dazu fähig wäre. Schließlich ist er es, der mich großgezogen hat, der mir alles über das Geschäft beigebracht hat.«Martin ballte die Fäuste unter dem Tisch. Boris von einem anderen Mann als seinem Vater sprechen zu hören, schnürte ihm das Herz zu.Nach kurzem Zögern warf er mit ruhiger, aber bedeutungsschwerer Stimme ein:»Boris … hast du dich jemals, nur für einen Moment, gefragt, ob deine Mutter wirklich deine leibliche Mutter ist? Und wenn du eines Tages erfahren würdest, dass Robert nicht dein Vater ist … was würde
Die Anderson-Firma beherrschte das Viertel mit ihrer imposanten Architektur aus Glas und Stahl. Im Tageslicht spiegelten ihre glitzernden Fassaden das Treiben der Stadt wider, aber Orissia sah nichts davon.Sie durchquerte den Eingang mit hastigen Schritten, gleichgültig gegenüber den neugierigen Blicken der Angestellten. Ihre Absätze klackten auf dem Boden, hallten wie ein Countdown in der schweren Luft der Rezeption wider. Sie nahm sich nicht einmal die Zeit, die Rezeptionistin zu begrüßen, und ging direkt zu Thomas‘ Büro.Sobald sie die Tür durchschritt, sprang er auf, alarmiert durch ihren Ausdruck.»Orissia?! Weinst du?«Ohne auf eine Antwort zu warten, kam er mit großen Schritten näher, die Stirn vor Sorge gerunzelt.»Wer hat dich in diesen Zustand versetzt?!«Seine Augen überflogen ihr vom Kummer zerfressenes Gesicht: ihre feuchten Wangen, ihre geschwollenen Augenlider, ihren verlorenen Blick. Ein Schauer lief ihm über den Rücken.Aber Orissia antwortete nicht. Stattdessen brac
Leonard war sich durchaus bewusst, was sich hinter Orissias Bitte verbarg. Er wusste bereits, dass sie Lloyds Frau war, und die Tatsache, dass sie persönlich gekommen war, um Informationen über Thierry zu erhalten, war nicht ohne Bedeutung. Es bedeutete, dass sie Zweifel an ihrem Ehemann hatte, dass er ihr sicherlich etwas verheimlichte. Er war leicht amüsiert über die Ironie der Situation, bewahrte aber eine unbewegte Miene.Orissia, sichtlich nervös, atmete tief durch, bevor sie fortfuhr:»Ich weiß, dass es Ihnen absurd erscheinen mag, aber bitte hören Sie mir einen Moment zu. Ich bin eine unfruchtbare Frau. Seit meiner frühesten Jugend wurde bei mir primäre Unfruchtbarkeit diagnostiziert. Ich bin also nicht in der Lage, ein Kind zu bekommen, und das hat mich schon immer beunruhigt. Ich hatte sogar eine Adoption in Betracht gezogen, aber mein Mann war dagegen. Er hat mich immer beruhigt und mir gesagt, dass ich das Beste sei, was ihm je passiert ist, und dass das nicht wichtig sei.
Leonard zog sich ruhig an und entschied sich für einen legeren Look. Er stieg in sein Taxi und fuhr zur Diamond Group, ein leichtes Lächeln auf den Lippen, in Gedanken versunken. Samuel saß ihm in seinem Büro gegenüber, ebenfalls in Gedanken vertieft.»Hat sie dir von ihrem Vater erzählt?«, fragte Leonard.Samuel hob den Blick, sichtlich verlegen.»Nein, ich … ich habe sie nicht wirklich danach gefragt«, antwortete er mit schüchterner, fast zögernder Stimme. »Sie sagte mir nur, dass er jeden Moment kommen würde, um sie zu holen.«Leonard bemerkte die Nervosität in Samuels Ton. Es war nicht seine Art, so zurückhaltend zu sein, und das entging ihm nicht. Samuel schien seinem Blick auszuweichen, als suche er eine Wahrheit zu vermeiden, der er sich nicht stellen wollte.»Gibt es ein Problem, von dem ich nichts weiß? Du siehst nicht gut aus«, erkundigte sich Leonard, seine Augen musterten Samuel mit einer Mischung aus Neugier und Vorsicht.Samuel wandte leicht den Kopf ab, antwortete aber