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Kapitel 2

Author: Muhea
Ich kämpfte mich auf die Beine, biss die Zähne zusammen und ignorierte den Schmerz in meinem Körper. Dann verpasste ich Leon mit dem Handrücken eine schallende Ohrfeige.

„Leon, du hast mich wegen Sophie geschlagen? Vergiss nicht: Ohne meine Familie könntest du dir weder dein Studium noch dein Leben leisten. Und so dankst du es mir? Undankbarer Schmarotzer! Wenn das so ist, machen wir Schluss. Geh und beschütz doch weiter deine ach so wichtige ‚Schwester‘.“ Kaum hatte Leon das Wort „Schluss“ gehört, veränderte sich sein Gesichtsausdruck schlagartig.

„Lena, was soll dieses Theater schon wieder? Sophie ist wie eine Schwester für mich! Und du wirst später ihre Schwägerin – da ist es doch selbstverständlich, dass du dich um sie kümmerst! Ich mache das doch nur, damit du dich besser in meine Familie einfügst!“

Ich zog spöttisch die Mundwinkel hoch und sagte kalt:

„Leon, hältst du mich wirklich für dumm? Wir sind getrennt. In deine Familie muss ich mich ganz sicher nicht einfügen. Und deine sogenannte ‚Schwester‘ – kümmer dich selbst um sie, das geht mich nichts an.“

Ohne ein weiteres Wort schnappte ich mir meine Tasche, drehte mich um und ging.

Hinter mir verlor Leon völlig die Fassung und begann laut zu fluchen:

„Lena, mit deiner arroganten Prinzessinnen-Art will dich sowieso keiner! Alles, was du kannst, ist, mich mit deinem dreckigen Geld zu demütigen, immer so hochmütig und respektlos – kein Wunder, dass dich niemand mag.“

Ich musste vor Wut lachen.

Damals, als er hemmungslos Geld über meine Zusatzkarte ausgegeben hatte, fühlte er sich kein bisschen gedemütigt. Als ich ihm Geschenke im Wert von Tausenden oder Zehntausenden gemacht hatte, nahm er sie ohne das geringste Zögern an – nie habe ich auch nur einen Hauch von Unzufriedenheit bei ihm gesehen.

Ich zog mein Handy heraus, sperrte sofort seine Zahlungsfreigabe und kontaktierte einen Freund bei der Bank, damit er mir die Abrechnungen ausdruckte.

Fühlte er sich gedemütigt? Gut. Dann sollte er mir jeden einzelnen Cent dieser „Demütigung“ zurückzahlen.

Am Abend war ich immer noch unruhig. Also entschied ich mich, selbst nach Hause zu fahren.

Als ich das Auto in der Tiefgarage parkte, atmete ich erleichtert auf.

Jetzt konnte Sophie mein Auto wohl nicht mehr einfach wegfahren.

Kurz bevor ich schlafen gehen wollte, erhielt ich einen Anruf aus dem Krankenhaus.

„Frau Müller, Ihr Untersuchungsergebnis für die Augen liegt nun vor.“

Da fiel es mir wieder ein – einige Tage vor Semesterbeginn hatte ich ständig Augenschmerzen und verschwommen gesehen und war deshalb zur Untersuchung gegangen.

Im nächsten Moment sagte der Arzt:

„Frau Müller, Ihre Hornhaut hat sich bereits schwer abgelöst, und auch die Netzhaut ist beschädigt. Eine Operation ist dringend notwendig – die Hornhaut muss entfernt werden.“

Bei diesen Worten zuckte mein ganzer Körper zusammen.

Der Arzt bemerkte wohl meine Reaktion und fügte hinzu:

„Frau Müller, wir werden unser Bestes tun, um eine Spenderhornhaut für Sie zu finden. Aber Sie sollten sich so schnell wie möglich operieren lassen. Andernfalls verschlechtert sich der Zustand weiter, und der Eingriff wird immer schwieriger.“

Nachdem ich aufgelegt hatte, rief ich sofort meine Eltern an und erzählte ihnen alles.

Meine Mutter versuchte mich sofort zu beruhigen und sagte, ich solle keine Angst haben – sie würden alles daransetzen, einen passenden Spender zu finden.

Nachdem ich das Gespräch beendet hatte, blieb ich die ganze Nacht wach. Am nächsten Morgen, als ich gerade losgehen wollte, fiel mir plötzlich etwas auf – das Auto, mit dem ich gestern zur Uni gefahren war, war verschwunden.

Plötzlich überkam mich ein ungutes Gefühl.

Sofort griff ich zum Handy und rief im Krankenhaus an.

„Ich habe es mir überlegt. Ich mache die Operation heute. Ich will nicht warten, bis es schlimmer wird.“

Nachdem ich meine Eltern informiert hatte, versammelten sie sofort mehrere Augenärzte, um alle Vorbereitungen zu treffen.

Zwei Stunden später lag ich im Operationssaal. Als die Narkose wirkte, richtete ich meinen Blick auf die Kamera im Raum – und ein kaum sichtbares Lächeln huschte über meine Lippen.

Fünf Stunden später wachte ich auf. Vor mir war nur noch Dunkelheit.

Panik stieg in mir auf. Gerade als ich die Hand ausstreckte, wurde sie festgehalten.

„Lena, wie geht es dir?“

Es war die Stimme meiner Mutter. Sofort beruhigte ich mich.

„Mir geht es gut. Es ist nur seltsam, nichts sehen zu können.“

Meine Mutter zog mich in ihre Arme.

„Lena, es ist alles gut. Ich habe bereits Leute beauftragt, nach einer Spenderhornhaut zu suchen. Wir sollten bald eine finden. Das Krankenhaus meinte, in etwa drei Monaten kannst du eine zweite Operation machen und wieder sehen.“

Ich nickte. Während sie mir beim Essen half, fragte sie verwundert:

„Lena, warum wolltest du die Operation plötzlich so dringend?“

Ich zögerte kurz und lächelte.

„Ich wollte es einfach früh hinter mich bringen, solange es noch nicht zu schlimm ist.“

Meine Mutter nickte. Am Abend bat ich darum, kurz nach draußen zu gehen, um etwas frische Luft zu schnappen.

Der behandelnde Arzt stimmte zu – ich durfte für eine Stunde hinaus, sollte aber rechtzeitig zurückkommen, um den Verband wechseln zu lassen.

Eine Krankenschwester führte mich schließlich hinaus in den kleinen Park neben dem Krankenhaus.

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