LOGINObwohl ich wusste, dass lautes Klagen bei der Beerdigung eines britischen Adligen als respektlos gegenüber dem Verstorbenen gilt, ließ ich dennoch Lena Keller, die Adoptivschwester meines Mannes, öffentlich die Totenklage anstimmen. In meinem letzten Leben war genau Folgendes passiert: Ein britischer Adelsverwandter von meinem Mann, Felix Schneider, war gestorben, und ein Anwalt hatte ihn zur Beerdigung eingeladen, da er als potenzieller Erbe des Vermögens galt. Lena bestand darauf, mitzukommen, um die Welt der Reichen kennenzulernen und sich bei den Adligen ins rechte Licht zu rücken. Sie wollte dort sogar öffentlich klagen. Ich hielt sie hastig davon ab: „Bei britischen Adligen ist Klagen bei der Beerdigung absolutes Tabu. Statt einer Erbschaft würden wir dort wahrscheinlich sofort hinausgeworfen werden!“ Doch Lena warf mir unter Tränen vor, ich würde auf sie herabsehen und sie für nicht würdig halten, mit Adligen in Kontakt zu kommen. Daraufhin lief sie davon und wurde von Straßenkriminellen versehentlich getötet. Ich dachte, mein Mann Felix würde die Kontrolle verlieren, doch er blieb still, nahm an der Beerdigung teil und erhielt reibungslos das Erbe. Sechs Monate später, an unserem Hochzeitstag, brachte Felix mich zum Fotografieren in die Schneeberge. Kaum waren wir oben angekommen, stopfte er mich in einen Schlafsack und fesselte mich darin. „Wenn du damals nicht so überreagiert hättest, wäre Lena nicht weggelaufen und erschossen worden.“ Später wurde ich im Schnee verschüttet und lebendig begraben, ich erfror qualvoll. Währenddessen nutzte Felix das adelige Erbe und wurde zum Vorstandsvorsitzenden eines börsennotierten Unternehmens. Als ich die Augen wieder öffnete, war ich zurück an jenem Tag, an dem Lena, die Adoptivschwester meines Mannes, unbedingt bei der Beerdigung die Totenklage anstimmen wollte.
View More„Habt ihr das alle gehört? Sein Vater hatte kein Geld mehr für seine Behandlung, weil er das Erbe nicht erhalten hat.“„Und warum er es nicht erhalten hat? Seht euch das Video an!“Ich spielte das Video ab, das ich damals bei der Adelsbeerdigung aufgenommen hatte.Darauf war deutlich zu sehen, wie Lena vor laufender Kamera schrill weinte und die gesamte Zeremonie störte.„Seht ihr das? Genau diese Frau hat die Sitten missachtet, unbedingt eine Klage-Show inszeniert und damit ein absolutes Tabu gebrochen! Sie hat alles ruiniert!“„Niemand konnte sie aufhalten – sie wollte unbedingt die Gelegenheit nutzen, um sich an die Adligen heranzumachen!“Anfangs waren die Internetnutzer noch skeptisch, die Meinungen im Livestream gingen auseinander.Doch schon bald kippte die Stimmung vollständig.Der Assistent von Prinz Charles veröffentlichte eine offizielle Mitteilung in den heimischen Medien.Darauf stand ganz klar, dass Felix und Lena die Beerdigung damals gestört hatten.Die Haputerbin des E
Einige Monate später verstarb Felixes Vater.Doch selbst bei der Beerdigung gönnten sie dem alten Mann nicht einmal einen würdevollen Abschied.Die Kamera wurde direkt auf den Leichnam gerichtet, und sie starteten ganz offen einen Livestream.Ein aufgehetztes Online-Publikum behauptete geschlossen, ich hätte meinen Schwiegervater misshandelt, und machte mich damit zum Top-Thema der sozialen Netzwerke.Lena hielt sich theatralisch das Gesicht, ihre Schultern bebten vor Schluchzen.„Sophie ist so grausam! Sie hat nicht nur ihren Schwiegervater misshandelt, sondern auch sein gesamtes Rettungsgeld gestohlen und ist einfach verschwunden!“Felix war ebenfalls rotäugig, sein Gesicht voller Tränen und Rotz.„Genau! Sie war in England auf dieser Adelsbeerdigung und hat dort nur an andere Männer gedacht! Sie hat ständig Streit gemacht und sogar auf Scheidung bestanden!“Die Schwiegermutter schlug sich auf die Oberschenkel und heulte herzzerreißend.„Mein armer Mann! Warum nur so ein schweres Sch
Erst jetzt geriet Felix völlig in Panik. Er packte mich grob am Arm und zerrte mich in eine abgelegene Ecke, wo niemand war.Hastig flehte er mich an:„Sophie, bitte sag Prinz Charles, dass wir dich nicht absichtlich im Auto eingesperrt haben!“„Wir sind verheiratet – dieses Erbe gehört uns gemeinsam! Du kannst doch nicht einfach zusehen, wie alles verloren geht!“Ich lachte spöttisch auf und sah ihn an – dieser Mann hatte tatsächlich noch die Dreistigkeit, mich anzuflehen.„Jetzt bin ich also wieder deine Ehefrau? Als ihr mich eben im Auto eingesperrt habt, hast du das wohl vergessen?“„Und als deine Mutter und deine Schwester mich so schikaniert haben – du hast einfach auch zugesehen!“Sein Gesicht lief rot an, seine Augen funkelten vor Wut.„Sophie! Wenn du nicht ständig mit Lena um meine Aufmerksamkeit gestritten hättest, hätte ich dich nicht so behandelt!“„Das ist doch alles deine eigene Schuld! Kannst du nicht einmal an diese Familie denken?“Sobald er die Vergangenheit erwähnte
Ihre Gesichter verloren schlagartig jede Farbe – sie sahen aus, als hätten sie einen Geist gesehen.Sie hätten nie damit gerechnet, dass ich von Prinz Charles aus dem Auto gerettet worden war.Lenas Lippen zitterten, als sie hastig versuchte, sich zu rechtfertigen:„Sie ist einfach im Auto eingeschlafen und nicht mit uns ausgestiegen! Wir haben sie nicht absichtlich eingesperrt!“Felix fiel ihr sofort ins Wort und stimmte hastig zu:„Genau! Sie ist ständig faul und schläfrig, sie tut den ganzen Tag nichts!“„Prinz Charles, lassen Sie sich nicht von ihr täuschen! Sie wirkt zwar harmlos und sanft, aber in Wahrheit ist sie zu allerlei üblen Dingen fähig!“Als ich sah, wie sie mich weiterhin ohne jedes Schamgefühl verleumdeten, wurde mein Herz eiskalt. Mir wurde endgültig klar, dass meine Ehe der letzten Jahre nichts als ein schlechter Witz gewesen war.Wütend nahm Prinz Charles die frisch ausgedruckten Überwachungsfotos und schleuderte sie Felix ins Gesicht.„Glaubt ihr ernsthaft, es gib





