Share

Kapitel 2

Penulis: Soda
Ich hatte die Ankunftshalle noch nicht einmal verlassen, da bombardierte Julian mich bereits mit Anrufen.

Ich nahm ab, und sein wütendes Gebrüll dröhnte mir so laut ins Ohr, dass mir beinahe das Trommelfell platzte:

„Chloe! Bist du wahnsinnig?! Erst stellst du das im Chat zur Schau und dann wettest du auch noch auf dich selbst? Hast du eine Ahnung, wen du da gerade vor allen blamierst?!“

Ich blieb abrupt stehen und lachte kalt auf. „Wen? Warst nicht du derjenige, der mich zuerst als Einsatz auf den Pokertisch gelegt hat?“

„Ich habe es für die Familie getan!“, fiel Julian mir selbstgefällig ins Wort. Seine Stimme troff vor Arroganz und Verachtung. „Wir sind seit drei Jahren zusammen, und du hast das ganze letzte Jahr in Europa verbracht und einen Scheiß auf mich gegeben. Habe ich mich je beschwert? Don Valenti hat heute Abend mit am Tisch gesessen. Hätte ich dich nicht hergegeben, wie hätte ich den Waffendeal fürs nächste Quartal an Land ziehen sollen? Wach auf! Dein Vater ist seit drei Jahren tot. Glaubst du etwa, du bist immer noch die verwöhnte kleine Mafiaprinzessin, um die ich mich kümmern muss?!“

„Also hast du mein uraltes Foto ins Darknet gestellt, nur um mich zu demütigen?“ Ich krallte mich um den Griff meines Koffers. Jedes meiner Worte war eiskalt.

Als mein Vater starb, versank die Familie im Chaos. Ich hatte niemanden, an den ich mich wenden konnte, und wegen meines Gewichts wurde ich von allen Seiten verspottet. Der ganze Schmerz brach auf einmal über mich herein, und ich bekam schwere Angstzustände.

Julian sah, wie verletzlich ich war. In meinen schlaflosen Nächten blieb er mit mir am Telefon, trocknete mir sanft die Tränen und flüsterte mir ins Ohr: „Vergiss, was sie sagen. Du bist wunderschön, und ich liebe dich.“ Danach kamen wir zusammen, aber nur wenige wussten davon. Er hatte Angst, die Leute würden denken, er hätte es nur wegen mir so schnell nach oben geschafft. Also fand ich mich damit ab, unsere Beziehung geheim zu halten.

Vor meiner Rückkehr stellte ich mir immer wieder vor, wie Julian auf meine Verwandlung reagieren würde. Ich fragte mich, ob wir unsere Beziehung endlich öffentlich machen könnten.

Stattdessen traf mich die Realität wie eine schallende Ohrfeige.

Unser erster gemeinsamer Auftritt in der Öffentlichkeit – und Julian trat meine Würde mit Füßen. Damit hätte ich nie gerechnet.

„Na und? Es ist die Wahrheit! Was ist denn heute anders als damals?“, fuhr Julian mich an. Seine Wut kochte immer weiter hoch. „Die Regeln für morgen Abend stehen fest: Ihr müsst euch eng umschlungen einen Drink genehmigen, ein Foto Wange an Wange im Darknet-Kanal der Familie posten, und der Don muss dich fünfzehn Sekunden lang auf Händen über den roten Teppich tragen! Bei deinen neunzig Kilo ist es schon ein Zeichen von Respekt, wenn der Don dich nicht auf der Stelle rauswirft! Entschuldige dich sofort im Chat und zieh deine Wette zurück!“

„Träum weiter.“ Ich legte auf und blockierte sofort seine Nummer.

Kurz darauf erschien eine Benachrichtigung mit den detaillierten Regeln für den morgigen Abend. Jede einzelne Zeile hatte nur ein Ziel: mich zu erniedrigen.

Im verschlüsselten Chatroom wimmelte es bereits von gehässigen Kommentaren:

„Ich hab gehört, der Don ist 1,90 m groß. Kann er diesen Neunzig-Kilo-Panzer, frisch aus Europa, überhaupt tragen?“

„Hahaha! Fünfzehn Sekunden auf den Armen tragen? Wenn sich der Don den Rücken ruiniert, kann sich die Familie Rossi die Arztrechnung überhaupt leisten?“

„Der Underboss spielt echt dreckig – will er der Familie Valenti absichtlich so einen Müll andrehen, um sie zu beleidigen!“

Genau in diesem Moment rief mich meine Freundin Sienna über eine verschlüsselte Videoleitung an.

Auf dem Bildschirm starrte sie mich mit blutunterlaufenen Augen an: „Chloe! Ich hab das Foto im Darknet gesehen! Julian ist ein verdammtes Monster! Ich rufe sofort die Schützen meines Bruders an. Heute Nacht häute ich diesen Mistkerl bei lebendigem Leib!“

„Nicht.“ Ich ließ den Blick über meine markanten Schlüsselbeine und mein strahlendes Spiegelbild gleiten. Meine Stimme blieb ruhig. Gefährlich ruhig. „Ihn umzubringen, wäre zu einfach. Er glaubt, dass sich in dem einen Jahr in Europa nichts verändert hat. Er glaubt, ich bin immer noch das unsichere, hilflose Mädchen, auf dem er herumtrampeln kann.“

„Was hast du vor?“ Sienna verstummte überrascht.

„Er will mich als Sprungbrett benutzen? Dann werde ich ihn vor der gesamten New Yorker Mafia bis auf die Knochen blamieren.“ Ich lächelte leicht. „Hilf mir, für morgen Abend das umwerfendste Abendkleid auszusuchen.“

„Und wie! Ich bin dabei!“ Sienna schlug sich entschlossen mit der Faust in die offene Handfläche.

Ich legte auf und öffnete wieder den verschlüsselten Chat. Alle machten sich immer noch hemmungslos über mein „Gewicht“ lustig.

Plötzlich leuchtete am oberen Bildschirmrand eine goldene Ankündigung auf.

Ein Account mit tiefschwarzem Profilbild – jemand, der sich bieher noch nie im Gruppenchat zu Wort gemeldet hatte – brach das Schweigen.

Es war der mächtigste Mafia-Don von New York: Lucian Valenti.

Lucian Valenti: „Sie ist nicht euer Einsatz.“

Es war, als hätte jemand den gesamten Chat auf einen Schlag eingefroren. Eine volle Minute lang herrschte absolute Stille.

Bevor ich mich von dem Schock erholen konnte, öffnete sich ein privates Chatfenster.

Wieder dasselbe tiefschwarze Profilbild, dazu nur ein paar schlichte Worte:

Lucian Valenti: „Wenn du morgen Abend nicht kommen willst, wagt es niemand, dich anzurühren.“

Lanjutkan membaca buku ini secara gratis
Pindai kode untuk mengunduh Aplikasi

Bab terbaru

  • Nicht dein Einsatz   Kapitel 10

    „Chloe! Warte auf mich!“Quietschende Reifen zerrissen den stillen Moment. Julian rannte aus dem Club, den Schlüssel seines Sportwagens umklammert, schweißgebadet. Seine Kleidung saß völlig schief, sein Blick war voller Flehen und Verzweiflung.„Chloe! Bitte gib mir eine Chance! Lass mich dich nach Hause fahren! Wir können das klären –“Bevor ich etwas sagen konnte, trat Lucian zwischen Julian und mich. Seine große, breite Gestalt versperrte die Wagentür wie eine unüberwindbare Wand.Lucian sah mit stahlkaltem Blick auf Julian herab:„Nicht nötig. Ab heute Nacht ist sie der wahre Boss der Familie Rossi. Und was dich angeht ...“Lucian hielt inne und versetzte ihm mit einem kalten Grinsen den letzten Schlag:„Erbärmlicher Abschaum wie du hat es nicht verdient, an ihrer Seite zu stehen.“„Chloe! Bitte geh ran! Es tut mir leid, ich schwöre es!“Mein Handy klingelte den ganzen Morgen schrill und ohne Unterlass.Seit Mitternacht verbreitete sich das Gerücht wie ein Lauffeuer in der New York

  • Nicht dein Einsatz   Kapitel 9

    „N-nein ... Das ist nicht echt! Gefälscht! Das haben Sie gefälscht!“ Die Papiere zitterten in Julians Händen wie verrückt. Seine Augen traten fast aus den Höhlen.„Ein offizieller Nachtrag, unterzeichnet vom alten Don, beglaubigt mit dem Siegel eines internationalen Notariats und den Siegeln aller Fünf Familien.“ Lucians Stimme klang hart wie Stahl und dröhnte durch den stillen VIP-Saal. „Der alte Don hat deine Gier und deine Nutzlosigkeit durchschaut. Sämtliches Vermögen der Rossis, die Waffenkammer und die wichtigsten Geschäftsanteile gehen an Chloe. Wer versucht, sie ihr zu stehlen, verliert seinen Titel und wird aus der Familie verstoßen!“Der ganze Saal verstummte fassungslos.„Scheiße ... Der eigentliche Boss war die ganze Zeit Chloe?!“„Der alte Don hat seine privaten Geschäfte und seine Waffen der Familie Valenti anvertraut ... Er hat nur darauf gewartet, dass Chloe volljährig wird!“„Dann war Julian bloß ein Strohmann, der für die Erbin gearbeitet hat?! Er ist nicht mal ein Bo

  • Nicht dein Einsatz   Kapitel 8

    „Fünfzehn, vierzehn, dreizehn ...“Die Menge zählte lautstark mit, während Lucian mich sicher im Arm hielt. Mein Gesicht lag dicht an seiner Brust. Ich hörte seinen ruhigen, gleichmäßigen Herzschlag.Wie ein Wahnsinniger stürzte Julian vor, um mich zurückzureißen. „Gib sie mir zurück!“Lucian würdigte ihn keines Blickes. Er drehte sich weg und schirmte mich mit seinem breiten Rücken vollständig vor Julian ab. In seinen Armen blieb ich sicher und unberührt.„Lass sie los! Sie ist seit drei Jahren mein Mädchen!“, brüllte Julian hysterisch, die Augen blutunterlaufen wie die eines Dämons.„Drei Jahre zusammen, und trotzdem hast du sie bei einer Wette als Pfand eingesetzt?“ Lucians Stimme sank, kalt wie eine vergiftete Klinge. „Drei Jahre, Julian. Mehr waren sie dir nicht wert?“Die Worte trafen Julian wie ein Vorschlaghammer ins Gesicht. Mit offenem Mund stand er da, kreidebleich, und brachte kein einziges Wort heraus.„Drei, zwei, eins! Die Zeit ist um!“, rief ein Leibwächter.Fünfzehn Se

  • Nicht dein Einsatz   Kapitel 7

    Ich prallte direkt gegen Lucians Brust – hart wie Stahl. Sein kühler Zedernduft hüllte mich augenblicklich ein.„Willst du wirklich keinen Rückzieher machen?“ Lucians Hand an meiner Taille legte sich fester um mich. Seine tiefe Stimme streifte mein Ohr, gedämpft und rau. „Ein Wort von dir, und die Wette ist vom Tisch.“„Soll das ein Witz sein, Don?“ Ich legte den Kopf leicht in den Nacken, meine roten Lippen streiften sein Kinn. „Ich halte immer mein Wort. Die Show fängt gerade erst an.“Der ganze Saal hielt den Atem an.In Lucians Augen flackerte Hitze auf. Er nahm eine silberne Gabel vom Tisch, stach ein Stück der saftigen Schokoladentorte ab und führte es direkt an meine Lippen.Ohne zu zögern, öffnete ich die Lippen und biss ab. Meine Zungenspitze streifte wie zufällig Lucians Fingerspitzen. Sein ganzer Körper erstarrte. Seine Augen verdunkelten sich augenblicklich.Ich nahm Lucian die silberne Gabel aus der Hand, stach ein weiteres kleines Stück ab und hielt es ihm an die Lippen.

  • Nicht dein Einsatz   Kapitel 6

    „W-was hast du gesagt?!“ Julian erstarrte wie vom Blitz getroffen.Totenstille legte sich über den Saal. Eine Sekunde später brach die Menge in ungläubiges, spöttisches Gelächter aus.„Niemals! Die ist doch eine Betrügerin!“„Hey, Süße! Was auch immer sie dir zahlt, ich zahl das Doppelte! Weißt du überhaupt, um wen es hier geht? Sie ist heute Abend der Preis! Hör auf mit dem Scheiß!“„Genau! Das Bild im Darknet zeigte einen Neunzig-Kilo-Wal! Underboss, hast du ein Edel-Escortgirl angeheuert, um das Gesicht zu wahren?!“„Eben! Eine Doppelgängerin einschleusen? Glaubst du, wir haben noch nie eine heiße Frau gesehen?“Ein paar aufgebrachte Schläger riefen durcheinander und wedelten mit ihren Handys und den alten Fotos aus dem Kanal. Sie stürmten nach vorn, um mich als Hochstaplerin zu entlarven. Doch als sie auf mein Gesicht zoomten und nach Schönheits-OPs oder gefälschten Details suchten, riss der vorderste Schütze plötzlich die Augen auf. Ihm stockte der Atem.„Moment ... Schaut mal unt

  • Nicht dein Einsatz   Kapitel 5

    Kurz bevor ich eintrat, hielt ich inne und flüsterte dem Mann neben mir zu: „Darf ich zuerst reingehen, Don? Ich würde zu gern ihre Gesichter sehen.“„Nach dir“, sagte Lucian mit samtweicher Stimme. Er gab seinen Männern ein Zeichen, die schweren Türen zu öffnen, und trat galant zur Seite.Ich lächelte Lucian vielsagend zu und schritt erhobenen Hauptes in den Festsaal.Das Gelächter, das Klirren der Gläser und die anzüglichen Pfiffe verstummten mit einem Schlag, als die Türen aufschwangen. Dutzende Gäste richteten ihre Blicke auf den Eingang – in freudiger Erwartung des angekündigten Spektakels.Zwei Mafiabosse nahe der Tür erstarrten, die teuren Zigarren hingen ihnen schlaff zwischen den Lippen.„Ach du Scheiße ...“, murmelte der eine und hätte fast sein Whiskeyglas fallen lassen. Die Augen quollen ihm beinahe aus dem Kopf.„Wo kommt denn diese Granate her? Hat sich eine Mafiaprinzessin hier verirrt?“ Der andere schob seinen Stuhl so schnell zurück, dass er über den Boden kreischte. D

Bab Lainnya
Jelajahi dan baca novel bagus secara gratis
Akses gratis ke berbagai novel bagus di aplikasi GoodNovel. Unduh buku yang kamu suka dan baca di mana saja & kapan saja.
Baca buku gratis di Aplikasi
Pindai kode untuk membaca di Aplikasi
DMCA.com Protection Status