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Kapitel 3

Autor: Soda
Ich starrte Lucians letzte Nachricht in unserem privaten Chat. Meine Fingerspitzen zitterten leicht.

Noch bevor ich antworten konnte, vibrierte mein Handy erneut.

Auf dem Display erschien eine unbekannte Nummer. Der Anruf kam über eine verschlüsselte Leitung.

Ich nahm ab, und sofort ertönte Julians höhnische Stimme aus dem Lautsprecher.

„Chloe, du glaubst doch nicht etwa, dass Lucian auf dich steht, nur weil er dir eine Nachricht geschickt hat? Träum weiter!“

Ich lachte verächtlich auf, verließ die Ankunftshalle und stieg in meine Limousine. „Julian Vance, ich habe dich doch blockiert, oder? Warum machst du dir dann die Mühe, mich über eine andere Nummer anzurufen und mich hier anzuschreien?“

„Ich tu dir einen Gefallen!“ Julians Ton war scharf und voller Herablassung. „Glaubst du, du könntest irgendetwas ändern, indem du mich blockierst? Lucian war nur höflich. Glaubst du ernsthaft, du wärst gut genug für einen Mann wie ihn? Ein Jahr in Europa – hat dir das viele Essen dort endgültig das Hirn vernebelt?!“

Bei seinen schamlosen Beleidigungen zogen die letzten drei Jahre wie ein schlechter Film an meinem inneren Auge vorbei.

Julian war derjenige, der nach einem Treffen der Mafia die ganze Nacht durchfuhr, nur um mit mir den Sonnenaufgang zu erleben – einfach, weil ich mir das gewünscht hatte.

Julian war es auch, der zwei Wochen lang bei einem italienischen Chocolatier in die Lehre ging, nur um für mich selbst Pralinen herstellen zu können, weil ich Süßes liebte.

Mein Vater hatte mich zu Lebzeiten finanziell nie im Stich gelassen, doch er hatte mir nie beigebracht, hinter einer freundlichen Fassade die wahren Absichten eines Menschen zu erkennen.

Nach dem Tod meines Vaters war Julian der Einzige, der mich noch wie eine Prinzessin behandelte.

Und ich hatte ihm geglaubt.

Also unterstützte ich Julian blind, half ihm dabei, seinen Einfluss auszubauen, und ließ zu, dass er nach und nach alle loyalen Männer meines Vaters durch seine eigenen Leute ersetzte. Ich hielt das für Liebe.

Doch vor einem Jahr, kurz nachdem ich nach Europa abgeflogen war, stieß Julian zufällig auf ein altes Foto aus der Zeit, als ich am schwersten war.

Camilla war dabei. Mit einem hämischen Grinsen hatte sie gespottet: „Ich wusste gar nicht, dass du auf Landwale stehst.“

Julians Miene verfinsterte sich schlagartig. Damals dachte ich, Camillas Beleidigung hätte ihn wütend gemacht. Heute weiß ich: Ihre Worte hatten lediglich sein ohnehin schon lächerlich fragiles Ego zerschmettert.

Von diesem Tag an behandelte Julian mich zunehmend kühl. Bis heute Abend, als er mich bewusst fallen ließ und mich als Einsatz benutzte, um sich an die Spitze zu katapultieren.

„Bist du fertig?“ Meine Stimme war tonlos und schnitt eiskalt durch die Leitung.

„Zu hart für dich? Es ist die Wahrheit!“, bellte Julian hemmungslos weiter. „Deine widerliche Fettsack-Show habe ich längst durchschaut! Wärst du damals nicht irgendwie nützlich für mich gewesen, hätte ich bei deinem Anblick kotzen können!“

Jetzt war die Maske endgültig gefallen.

Ich umklammerte das Handy und lächelte bitter.

Jede Träne, die ich für Julian vergossen hatte, jeder Funke Hoffnung, an den ich mich geklammert hatte – all das erstarrte in diesem Augenblick zu Eis.

„Wenn du mich so sehr hasst“, sagte ich und lehnte mich im Ledersitz zurück, als würde ich mich über das Wetter unterhalten „dann hoffe ich wirklich, dass du morgen Abend noch lachst.“

„Lachen? Natürlich lache ich!“ Julian klang jetzt noch überheblicher und ließ jede Zurückhaltung fallen. „Morgen Abend hängt Camilla die ganze Zeit an meinem Arm. Zieh einfach dein viel zu enges, trägerloses Kleid an, stoß mit mir an und lass dich anschließend vom Don auf Händen tragen! Ich kann es kaum erwarten zu sehen, wie du als fettes Schwein vor Camilla und der gesamten New Yorker Mafia vorgeführt wirst!“

Ich legte auf und öffnete wieder den Privatchat mit dem tiefschwarzen Profilbild.

Meine Finger flogen über die Tastatur, als ich Lucian antwortete:

„Danke für Ihre Fürsorge, Don Valenti. Ich werde morgen pünktlich zum Bankett erscheinen.“

Lucians Antwort kam fast sofort. Es war nur ein einziger, knapper Satz:

Lucian: „Gut. Dann bis morgen Abend – und willkommen zurück.“

Ich sperrte den Bildschirm, legte das Handy neben mich und starrte hinaus auf die im Neonlicht funkelnde Skyline von New York. In meinen Augen lag nur noch Eis.

Camilla an Julians Arm?

Julian, morgen Abend wird deine kleine Siegesfeier ganz anders verlaufen, als du dir das vorstellst.

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Último capítulo

  • Nicht dein Einsatz   Kapitel 10

    „Chloe! Warte auf mich!“Quietschende Reifen zerrissen den stillen Moment. Julian rannte aus dem Club, den Schlüssel seines Sportwagens umklammert, schweißgebadet. Seine Kleidung saß völlig schief, sein Blick war voller Flehen und Verzweiflung.„Chloe! Bitte gib mir eine Chance! Lass mich dich nach Hause fahren! Wir können das klären –“Bevor ich etwas sagen konnte, trat Lucian zwischen Julian und mich. Seine große, breite Gestalt versperrte die Wagentür wie eine unüberwindbare Wand.Lucian sah mit stahlkaltem Blick auf Julian herab:„Nicht nötig. Ab heute Nacht ist sie der wahre Boss der Familie Rossi. Und was dich angeht ...“Lucian hielt inne und versetzte ihm mit einem kalten Grinsen den letzten Schlag:„Erbärmlicher Abschaum wie du hat es nicht verdient, an ihrer Seite zu stehen.“„Chloe! Bitte geh ran! Es tut mir leid, ich schwöre es!“Mein Handy klingelte den ganzen Morgen schrill und ohne Unterlass.Seit Mitternacht verbreitete sich das Gerücht wie ein Lauffeuer in der New York

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