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Kapitel 3

Author: Cyathia
Ein so gewaltiger Verrat, und doch sprach er darüber so leichtfertig.

Ich packte die letzten Kleidungsstücke in meinen Koffer. In diesem Moment stieß die alte Luna die Tür auf.

Sie sah den Koffer zu meinen Füßen, und auf ihrem Gesicht erschien ein flüchtiger Ausdruck der Zufriedenheit.

„Während du weg warst, habe ich Liana dein Hauptschlafzimmer überlassen. Das Arbeitszimmer daneben wurde in ein Kinderzimmer umgewandelt. Du kannst heute Nacht auf dem Sofa im Wohnzimmer schlafen. Wenn dir das nicht gefällt, kannst du dir draußen eine Gästehütte suchen.“

Ich war wirklich erschöpft. Mein Wolf war müde von der langen Reise und dem erdrückenden emotionalen Schlag.

Dazu kam, dass die Schwangerschaft mich zusätzlich schwächte. Ich hatte keine Kraft zu streiten.

Ich nickte nur und bereitete mich darauf vor, die Nacht auf dem Sofa zu verbringen.

Doch tief in der Nacht hallten die lauten Schreie des Jungen aus dem Hauptschlafzimmer.

Ich drehte mich um und wollte gerade meine mentale Energie nutzen, um die Geräusche auszublenden, als ich Lianas tränenerfüllte Stimme hörte.

„Kaelen, tu etwas wegen des Babys. Es hört nicht auf zu schreien, und ich kann nicht schlafen.“

Dann folgte Kaelens leises, sanftes Lachen.

„Du bist mein Baby. Ich muss mich nur um dich kümmern. Lass den Kleinen schreien. Das ist gut für seine Lungen.“

Die beiläufige Art, wie er das sagte, ließ mir erneut den Magen umdrehen.

Ich zog mir die Decke über den Kopf und versuchte verzweifelt, ihre süßen Flüstereien zu ignorieren.

Doch jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, sah ich ihn so, wie er war, als er mich einst beanspruchte.

Damals war er der brillanteste junge Alpha im Rudel gewesen, und seine Augen sahen nur mich. Vor der Mondgöttin hatte er eine ewige Gefährtenbindung geschworen.

Doch dieser Wolf war verschwunden. Er gehörte nicht mehr mir.

Ich glitt auf dem Sofa in einen unruhigen, unterbrochenen Schlaf. Im Morgengrauen griff ich nach meinem Koffer und verließ das Haus.

Ich ging zum Ältestenrat und ließ meine Registrierung im Rudel offiziell annullieren, außerdem erhielt ich die notwendigen Reisedokumente, um den Kontinent zu verlassen.

Mit meinem Empfehlungsschreiben als Oberheilerin ging alles schnell. Der zuständige Älteste stellte nicht viele Fragen.

Als ich ging, hielt mich eine junge Wölfin auf. Sie reichte mir einen kleinen Beutel mit Mondzucker-Bonbons.

„Möge die Mondgöttin dich leiten, und mögen all deine Wünsche in Erfüllung gehen.“

Ich schenkte ihr ein dankbares Lächeln. Nachdem ich das Rudelzentrum verlassen hatte, fand ich ein bescheidenes Gasthaus am Rand des Gebiets und nahm mir dort ein Zimmer.

Nachdem ich mein Gepäck abgestellt hatte, kaufte ich frische, eiweißreiche Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel für die Schwangerschaft.

Als ich den Laden verließ, traf mich ein süßlich schweres Parfüm.

Mein Magen rebellierte, und ich lehnte mich an einen nahegelegenen Baum und übergab mich heftig.

„Oh, Elara. Ist das deine Art zu zeigen, wie sehr du uns verabscheust?“

Es war Lianas Stimme. Es war ihre ganze Familie, alle fünf.

Sie trug jetzt ein Armband aus seltenem Mondstein, und auf ihrem Gesicht lag ein selbstgefälliger Ausdruck. Sie sah überhaupt nicht wie eine Wölfin aus, die kurz vor dem Tod stand.

Kaelen runzelte die Stirn und trat einen Schritt zurück, als würde ich eine ansteckende Krankheit in mir tragen.

„Warum bist du so widerlich? Du erbrichst dich auf offener Straße, du bist eine Schande für das Rudel.“

Sein Blick fiel auf die Tüte mit den Nahrungsergänzungsmitteln in meiner Hand, und sein Gesichtsausdruck wurde von purer Verachtung erfüllt.

„Welche nutzlosen Tränke nimmst du jetzt schon wieder? Du bist besessen davon, schwanger zu werden, oder? Bereit, jedes Hausmittel auszuprobieren? Ich sage dir, was bestimmt ist, wird geschehen. Mit deinem Körper verschwendest du nur Geld.“

„Elara, ich kann nicht glauben, dass du immer noch versuchst, mich wegen des Welpen unter Druck zu setzen. Du enttäuschst mich immer mehr.“

Ich sah in sein vertrautes Gesicht, das mir jetzt wie das eines völligen Fremden erschien.

Ich erinnerte mich daran, wie wir Gefährten wurden. Ich hatte damals einen Fehler bei einer Heilbehandlung gemacht und stand kurz davor, vom Rat degradiert zu werden. Ich wollte sogar ganz aufhören, Heilerin zu sein.

Kaelen hielt mich nur fest, beruhigte meine aufgewühlte Wölfin mit seinem Duft und flüsterte: „Gefährten sind eine Seele. Was auch immer du entscheidest, ich werde dich unterstützen.“

„Deinen Titel aufzugeben bedeutet nichts. Du bist meine Luna. Ich werde immer bei dir sein.“

Doch jetzt stand er daneben und ließ zu, dass eine andere Frau mich demütigte und meine Würde mit Füßen trat.

Er vergaß seine Worte, die Liebe, die einst in unsere Seelen eingebrannt war.

Sogar seine Eltern schüttelten angewidert den Kopf.

„Elara, du bist eine wertlose Wölfin, die dem Rudel keine Erben schenken kann, und du bist nie zu Hause. Wie willst du dich mit Liana vergleichen?“

„Bei dem, was du bist, ist es nur natürlich, dass Kaelen sich jemand anderen sucht. Wenn du jemandem die Schuld geben willst, dann dir selbst, weil du nicht anziehend genug bist.“

Ihre Worte wurden immer härter und zogen die Blicke anderer Rudelmitglieder auf sich, die vorbeigingen.

Meine Hände, die an meinen Seiten hingen, ballten sich zu festen Fäusten, meine Nägel bohrten sich so tief in meine Handflächen, dass sie fast Blut zogen.

Ich wischte mir den sauren Geschmack aus dem Mund und verbarg instinktiv die Tüte mit den Nahrungsergänzungsmitteln hinter meinem Rücken.

„Das geht euch nichts an.“

„Wie bitte, das geht uns nichts an?“

Liana trat mit einem listigen Lächeln näher und strich absichtlich über den schweren goldenen Anhänger – ein Symbol der Rudelmutter – der um ihren Hals hing.

„Kaelen will nicht, dass ich mich benachteiligt fühle, also hat er beschlossen, morgen eine große Namenszeremonie für unseren Sohn abzuhalten. Es ist ein historisches Ereignis, ich weiß, und als frühere Gefährtin solltest du kommen und dem Erben deinen Segen geben, oder?“

Eine Paarungszeremonie?

Ich hob ruckartig den Kopf und sah Kaelen an.

In unserem Rudel war es ein heiliger Ritus, am Altar zu stehen und den Erben zu benennen, der nur dem Alpha und seiner wahren Luna vorbehalten war.

Indem er das mit ihr tat, erkannte er nicht nur das Kind an; er erklärte vor der Mondgöttin öffentlich, dass sie seine Gefährtin in Leben und Vermächtnis war.

Und was war dann unsere Bindung?

Mein Blick schien ihn unruhig zu machen. Er richtete die Schultern und wurde defensiv.

„Was starrst du so? Liana hat mein Kind für dich ausgetragen. Das ist eine Ehre, die sie verdient. Was dich betrifft, solange du dich benimmst, kannst du den leeren Titel der Luna behalten. Aber ich warne dich: Erscheine nicht mit diesem toten Gesichtsausdruck bei der Zeremonie, und denk nicht einmal daran, eine Krankheit vorzutäuschen, um Mitleid zu bekommen!“

Also plante er meine öffentliche Demütigung bereits.

Ich legte eine Hand auf meinen Bauch, verborgen unter meinem Mantel. Der letzte Rest Gefühl, den ich für ihn hatte, verflog mit dem Wind.

„Mach dir keine Sorgen. Die Überraschung, die ich für dich habe, kommt genau zur richtigen Zeit.“

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