Se connecterJANICE
Aiden Grant hatte wenigstens den Anstand, nach einer Weile wegzuschauen. Früher hat er sich nie um mich gekümmert, wenn ich seine Tochter Mila besuchte. Das letzte Mal sah ich ihn in jener verfluchten Nacht vor drei Jahren, und ehrlich gesagt, er war viel attraktiver geworden, als es die Kameras eingefangen hatten.
Während ich sie weiterhin wie ein Perverser anstarrte, sah ich, wie Calder sich zu Aiden beugte und ihm etwas ins Ohr flüsterte. Ihre Blicke blieben auf mich gerichtet. Lucians Lippen verzogen sich zu einem Grinsen, als er mit Aiden sprach, der mich schon wieder anstarrte. Er kniff die Augen zusammen, woraufhin ich mich augenblicklich umdrehte.
Was machten sie hier? Die Frage hallte in meinem Kopf wider, aber es spielte keine Rolle.
Ich musste weg.
Jetzt.
Ich steuerte mich zum Hinterausgang. Ich konnte unbemerkt hinausschlüpfen. Es wäre nicht schwer, da es dort überfüllt und chaotisch war.
"Hey."
Scheiße.
Eine Hand tippte mir leicht auf die Schulter, woraufhin ich mich umdrehte und eine Kellnerin mit ausdruckslosem Gesicht vor mir stehen sah.
„Sie fragen nach dir.“
Mir wurde übel. „Ich – ich glaube, Sie haben die falsche Person“, sagte ich schnell.
Die Kellnerin zuckte nicht einmal mit der Wimper. „VIP-Tisch“, sagte sie schlicht und neigte leicht den Kopf. „Sofort.“
Ich könnte diesen Ort immer noch verlassen und zu meiner Schwester zurückkehren. Es gäbe bestimmt einen anderen Weg. Aber was würde Val sagen, wenn sie erführe, dass ich ihren Job vorzeitig gekündigt hätte, nachdem ich kaum etwas verdient hatte?
"Bußgeld."
Ich bedankte mich bei der Kellnerin und ging auf sie zu. Allein die Art, wie ihre Blicke von meinem Gesicht über meine Brust und meine Taille zu meinen Oberschenkeln wanderten, ließ mich innerlich zusammenzucken.
Was ging ihnen wohl durch den Kopf?
Aiden saß in der Mitte, als gehöre er ganz selbstverständlich dorthin, als ob sich alles um ihn herum ein wenig seiner Anwesenheit anpassen würde. An diesem Mann war einfach nichts Lässiges.
„Na, hallo, Liebes“, sagte Calder und lehnte sich zurück, einen Arm lässig über die Lehne gehängt. Sein Blick wanderte zu meinem entblößten Dekolleté und verharrte dort. Er hatte nicht einmal den Anstand, mich nicht schamlos zu mustern, während ich direkt vor ihm stand.
„Hätte nie gedacht, dich an so einem Ort zu sehen“, sagte Aiden und nahm einen Schluck von seinem Getränk. „Das passt so gar nicht zu dir. Wie lange ist es her, dass ich dich das letzte Mal gesehen habe?“
„Drei Jahre“, antwortete ich. „Ungefähr.“
„Und am Ende bist du in einem Stripclub gelandet.“
Bevor ich darauf antworten konnte, räusperte sich Calder leise, woraufhin Aiden inne hielt. Es war fast so, als hätte er etwas vergessen.
„Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie sie kennen“, sagte er und deutete lässig auf die Männer zu seiner Rechten. „Aber falls nicht: Calder Vaughn“, der Mann rechts, „und Lucian Graves“, links. „Sie ist Janice Cross.“
Calder beugte sich leicht vor und musterte mich erneut mit einem Blick, der mir eine Gänsehaut bescherte. „Da wir uns ja kennen“, begann er mit einem Unterton, der gefährlich nahe an Belustigung grenzte, „wollen wir keine Zeit verlieren.“
„Was?“ Seine Lippen verzogen sich zu einem Lächeln. „Ihr Preis, Liebling.“
Aus irgendeinem Grund drangen die Worte zunächst nicht zu uns durch. Sie schwebten einfach bedeutungslos zwischen uns.
„Mein … was?“ Aiden atmete leise aus, als wäre er leicht genervt. „Ihr Preis, Janice“, wiederholte er, diesmal langsamer.
Was für eine Frechheit von diesen Arschlöchern!!
Mir wurde heiß im Gesicht. „Nein. Ich bin keine …“ Ich schluckte. „Ich bin keine Hure.“ Ein kurzer Ausdruck huschte über Calders Augen. Interesse? Belustigung?
„Schade“, sagte er leichthin. „Sie haben ja die nötige Größe dafür. Ich würde sicherlich einiges dafür geben, Sie über diesen Tisch gebeugt zu sehen…“
„Findet uns“, unterbrach Lucians tiefe Baritonstimme Calder und beendete damit dessen Ausführungen. Es war das erste Mal, dass er sprach. „Wenn ihr da seid.“
„Wenn ich was bin?“, fuhr ich ihn an.
Er zuckte mit den Achseln. „Ich bin bereit, einen Preis zu bieten.“
Irgendetwas an seiner Art, die Worte auszusprechen, ließ mich ein flaues Gefühl im Magen verspüren. Es konnte nicht Verlangen sein. Sicher, die Männer strahlten Sexappeal aus, und jede Frau in meiner Lage hätte nicht gezögert, einen Preis zu bieten. Aber ich… ich konnte es einfach nicht.
Ich richtete meine Schultern und hielt den Kopf hoch. „Du brauchst dir keine Sorgen um mich zu machen. Das werde ich nicht.“
Dann drehte ich mich um und ging weg.
Die Musik traf mich erneut, sobald ich wieder auf der Bühne stand. Aus irgendeinem Grund klang sie lauter, als wollte sie mich verspotten. Meine Bewegungen waren diesmal präziser, weniger zögerlich.
Wenn sie schon hinschauen würden… wenn schon alle hinschauen würden, dann musste ich ihnen auch etwas zu sehen geben.
Ich bewegte meinen Körper mit mehr Kraft, die Augen geschlossen, nur die Musik leitete mich. Ich konnte das schaffen. Ich würde das nötige Geld verdienen, ohne meinen Körper zu verletzen…
KLATSCHEN
„Aaaah!“, stöhnte ich auf und erstarrte, als mir das Gefühl durch den Körper fuhr, als hätte mir jemand auf den Hintern geschlagen. Es brannte. Einen Sekundenbruchteil lang durchfuhr mich ein wildes Kribbeln.
Ich wollte mich umdrehen und um mich schlagen. Zu…
Ich konnte mich nicht dazu durchringen, diesen Plan auszuführen, denn letztendlich brauchte ich das Geld und wollte Val keine Probleme bereiten. Was um alles in der Welt sollte ich ihr sagen, wenn sie mich aus dem Club werfen würden, nur weil ich jemanden verprügelt habe, der mir auf den Hintern gehauen hat?
Nichts.
Am Ende des Abends fühlte ich mich leer. Nicht müde, nicht einmal verärgert. Einfach nur… leer. Ich stand in der Ecke und zählte.
Wieder.
Und wieder.
Und wieder.
Es hat sich nichts geändert.
„Nur fünfhundert.“ Meine Sicht verschwamm leicht, als ich den Schein anstarrte. „Das ist der Betrag, den Val von mir erwartet.“
Es reichte kaum, um die anstehenden Kosten zu decken. Ich sah Nancys Gesicht vor mir, wie sie mich anlächelte, noch ganz benommen vom Schlaf. Sie brauchte meine Hilfe, um sicherzustellen, dass es ihr wieder gut ging.
Als ich zurück im Club war, ging ich direkt in den VIP-Bereich, nur um ihn leer vorzufinden. Das durfte doch nicht wahr sein!
NEIN.
Nein, nein, nein…
Ich drehte mich abrupt um und überblickte den Raum. Sie waren verschwunden. Panik stieg mir in die Kehle und drohte mich zu ersticken. Schnell drängte ich mich durch die Menge und ignorierte ihre Blicke.
Ich musste hier raus.
Die kühle Nachtluft traf mich wie ein Schlag, als ich auf den Parkplatz trat. Meine Augen huschten umher … und da sah ich sie. Sie gingen auf einen eleganten Wagen zu.
„Wartet!“ Ich eilte auf sie zu.
Sie blieben stehen und drehten sich langsam um.
Als ich sie erreichte, brauchte ich einen Moment, um zu sprechen. Ich konnte nicht denken… konnte nicht einmal atmen.
„Du hättest nicht rennen müssen, Liebling“, grinste Calder.
„Hast du deinen Preis jetzt parat?“, fragte Aiden, seine Augen funkelten leicht, als er den Abstand zwischen uns verringerte. Er war deutlich größer als ich. Die Boulevardpresse behauptete, er sei etwa 1,88 Meter groß, aber ich hatte das Gefühl, dass diese Angabe nicht stimmte. „Hoffentlich ist das kein Trick, Janice.“
„Komm schon, Liebling. Lass uns nicht warten“, sagte Calder und trat auf die andere Seite von mir. Seine rechte Hand umfasste meine Taille und ruhte dann direkt auf meinem Bauch.
Ehe ich mich versah, war ich von allen dreien umgeben.
Sie waren sexy und mächtig. Frauen würden alles für so eine Chance geben, und hier war sie, mir auf dem Silbertablett serviert. Würde es wirklich so schlimm sein?
„Fünftausend“, platzte ich heraus. „Für nur eine Nacht mit einem von euch.“
Calder kicherte und hob die Hand, bis sie gefährlich nahe an meinen Brüsten war, die unter dem BH-ähnlichen Shirt hervorlugten, das Val mir geschenkt hatte. „Wir haben keinen Sex einzeln, Liebling. Entweder wir alle, oder keiner.“
„Was willst du, Janice?“
Nancys Gesicht erschien mir wieder vor Augen, sie lächelte und kicherte, als wir in den Park gingen. Mir schnürte es die Kehle zu. Das war nicht ich. Ich kannte die Person nicht, die die nächsten Worte sprach.
„Eines Nachts“, begann ich leise, „mit euch allen dreien.“
JANICEDas Anwesen, in dem wir wohnen sollten, war ein wahres Paradies.Nancy und ich hatten einen ganzen Flügel auf der Ostseite für uns allein, der einen atemberaubenden Blick auf den Ozean bot. Die Zimmer waren geräumig und elegant eingerichtet, mit sanfter Beleuchtung, Kingsize-Betten und einer großen gemeinsamen Terrasse mit Meerblick. Nancy konnte ihre Begeisterung kaum verbergen, als sie jeden Winkel erkundete.„Jan, hast du gehört, was Lucian im Flugzeug erzählt hat?“, sprudelte sie hervor, während ich auspackte. „Er hat versprochen, dass wir morgen früh schnorcheln gehen, und er meinte, es bestünde die Chance, dass wir Meeresschildkröten sehen. Echte Meeresschildkröten! Er erwähnte auch eine private Bootsfahrt am Abend und einen Besuch in einer biolumineszenten Bucht. Kannst du das glauben? Das passiert wirklich!“Ich lächelte sie an, während ich eines ihrer Sommerkleider zusammenlegte. „Ich freue mich so, dass du dich freust, Nan.“Sie redete unaufhörlich weiter und zählte j
JANICEMein Handy hörte nicht auf zu vibrieren.LUCIAN: Bitte sorge dafür, dass du alle benötigten Dokumente dabei hast. Wir werden während dieser Reise an mehreren Treffen teilnehmen. Packe außerdem mindestens zwei formelle Outfits ein, da die Abendessen recht formell sein können.AIDEN: Der Wagen wird um Punkt 14:30 Uhr vor Ihrer Wohnung stehen. Versuchen Sie, pünktlich zu sein, Miss Cross.Aisha riet mir, Sonnencreme mitzunehmen, als ich ihr von der Reise erzählte. Sie meinte, wir würden bestimmt Zeit am Strand verbringen, da ich ja unmöglich rund um die Uhr arbeiten würde. Ich würde bestimmt irgendwann frei haben.Sie war traurig, dass sie nicht kommen konnte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, sie hätte ihren neuen Freund Calder gefragt. Vielleicht hatte er abgesagt.Mir war das sowieso egal.Ich starrte die Nachrichten noch einmal an, während ich ein weiteres Kleid in den Koffer warf. Eine Woche. Diese Reise sollte nur eine Woche dauern. Und doch rannte ich hier in der Wohnung heru
LUCIAN„Mach’s einfach verdammt nochmal.“ Ich beendete das Gespräch und legte das Telefon auf den Marmortisch. Ich musste meinen Nacken langsam kreisen lassen, um die Anspannung zu lösen, die sich dort aufgebaut hatte.Obwohl meine Leute die Situation im Lagerhaus effizient bewältigt hatten, waren einige Punkte nicht geklärt. Das wollte ich nicht.„Nicht schlecht.“Ich drehte mich um und sah Calder noch immer in meinem Büro. Er stand am Fenster, die Lippen zu einem schmalen Strich zusammengepresst. Seine breiten Schultern waren angespannt, der Kiefer verkrampft. Ich hatte fast vergessen, dass der Mann hereingekommen war, so still war er gewesen.„Immer noch da?“, fragte ich und schob meine Hände in die Hosentaschen. „Warum fährst du nicht mal mit deinem neuen Motorrad? Lass deine aufgestaute Energie irgendwo raus, nur nicht in meinem Büro.“Calder rührte sich nicht. „Ich will nicht.“Ich hob eine Augenbraue. „Dann geh doch zu deiner Freundin. Latisha oder wie auch immer sie heißt.“Ge
JANICEAiden rückte näher. „Leck mich, Janice.“Als ich ihn dieses Wort zum zweiten Mal sagen hörte, durchfuhr mich ein heißes Kribbeln zwischen den Beinen. Ich zögerte nicht. Ich beugte mich vor, öffnete meine Lippen und nahm den dicken Kopf von Aidens Schwanz in den Mund.Scheiße!Er schmeckte salzig und rein, seine glatte Haut heiß auf meiner Zunge. Ich umspielte seine Spitze mit der Zunge, leckte den ausgetretenen Präejakulattropfen auf und genoss seinen Geschmack.Verdammt, das habe ich verpasst.Sein Gewicht auf meiner Zunge, wie er meinen Mund so perfekt ausfüllte. Zuerst saugte ich sanft, meine Wangen zogen sich ein, als ich mehr von ihm aufnahm und meine Lippen an seinem dicken Schaft entlanggleiten ließ.Aiden stieß ein leises Stöhnen aus, seine Finger krallten sich in mein Haar. „Genau so… genau so, Janice.“„Hmm“, stöhnte ich um seinen Penis herum, die Vibration ließ ihn unter meiner Zunge zucken. Ich schob ihn tiefer hinein, nahm ihn bis zur Hälfte in den Mund, bevor ich
JANICE„‚Ich freue mich schon darauf, dieses Lächeln bald wiederzusehen. – C‘ Janice, kannst du das glauben?“ Aisha drückte die Karte an ihre Brust wie ein verliebter Teenager. Pff. „Er hat sie mir heute Morgen geschickt. Direkt auf meinen Schreibtisch. Ich fand das Date gar nicht gut.“Es war ein neuer Tag, und doch fühlte ich mich genauso wie sonst auch am Ende des Tages.Erschöpft.Ich saß an meinem Schreibtisch und starrte auf den farbenprächtigen Rosen- und Lilienstrauß, der die Hälfte meines Schreibtisches einnahm. Tiefes Rot, zartes Rosa und makelloses Weiß. Er war bestimmt teuer und sehr aufmerksam, ja sogar. Und das Beste, was er mir schicken konnte, war eine Puppe und ein verdammtes Puppenhaus, das so gruselig war wie eh und je.Im Grunde war ich also eine Art guter Liebhaber, aber ein schlechter Partner.Ugh. Ich schüttelte den Kopf. Jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt, mich selbst zu bemitleiden. Offensichtlich hatte er etwas in Aisha gesehen, was mir fehlte. Drei Tage
JANICE„Nancy!“Mein Herz hämmerte mir gegen die Rippen, als Aisha und ich losrannten und uns an den anderen, erschrockenen Besuchern vorbeidrängten. Der Schrei war aus dem Quallenbecken gekommen – einem langen, schwach beleuchteten Tunnel mit leuchtenden Becken an beiden Seiten.In meinem Kopf schossen die schlimmsten Szenarien durcheinander. War sie gestürzt? Hatte sie jemand gepackt? Hatte sie etwas gesehen? Ich durfte sie nicht verlieren, nicht nach allem, was wir durchgemacht hatten.Wir bogen um die Ecke.Nancy stand dicht an die gewölbte Glasscheibe gepresst, die Hände vor dem Mund, die Augen weit aufgerissen. Jamal stand neben ihr, sah genauso erschrocken aus, aber schon begann er zu grinsen. Da war eine riesige Qualle, locker so groß wie ein Mülltonnendeckel, und sie war direkt vor ihnen an die Scheibe getrieben, ihre langen Tentakel hingen wie geisterhafte Bänder herab.„Ich dachte, es käme direkt durch, Jan!“, piepste Nancy, die Wangen vor Verlegenheit rot anlaufend. „Es sa







