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Der Teufel im Dunkeln

Author: Skyemiria
last update publish date: 2026-03-18 17:32:21

  

Die Stadt pulsierte vor Leben, völlig ahnungslos gegenüber den Schatten, die sich durch ihre Adern schlichen.

Jaceon stand auf dem Dach eines Hochhauses und blickte hinab auf die sterbliche Welt, die er infiltrieren sollte.

Er kniff die Augen zusammen, ein kleines, spöttisches Lächeln spielte um seine Mundwinkel, als er die Lichter wie sterbende Sterne flackern sah – jede ein Seele, jede ein potenzielles Opfer für den Abgrund.

„Ich liebe, was ich heute Nacht sehe“, murmelte er, seine Stimme tiefer als ein Echo.

Monica stand neben ihm, die Arme verschränkt, ihr Blick unergründlich. „Du bist nicht hier, um die Aussicht zu genießen“, erinnerte sie ihn.

Jaceon lächelte, seine durchdringenden Augen leuchteten schwach unter dem Nachthimmel.

„Ich betrachte nur den Dreck, den ich gleich säubern werde. Die McLaren-Familie wird nicht wissen, was sie getroffen hat“, erwiderte er stolz.

Monica seufzte. „Du verstehst es immer noch nicht, oder? Du kannst nicht einfach reinspazieren, sie alle umbringen und fertig. Wenn du sie wirklich zerstören willst, musst du es von innen tun.“

Jaceons Belustigung verblasste. „Erkläre es mir“, forderte er.

Sie drehte sich ganz zu ihm um. „Die McLarens sind mächtig, einflussreich. Du musst ihr Vertrauen gewinnen, musst sie glauben lassen, dass du einer von ihnen bist. Erst dann kannst du sie in die Knie zwingen.“

Ein langsames, gefährliches Grinsen breitete sich auf Jaceons Gesicht aus. „Verstehe. Ein Wolf unter Schafen.“ Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.

Monica nickte mit einem leichten Lächeln. „Genau. Und genau dort fangen wir an.“

Jaceon lachte leise und schüttelte den Kopf, beeindruckt.

„Du hörst nie auf, mich zu überraschen, Mensch“, flüsterte er ihr ins linke Ohr, seine Lippen schwebten gefährlich nah darüber.

Am nächsten Tag im McLaren-Anwesen

Levi McLaren saß im Arbeitszimmer seines Vaters und blätterte durch alte Finanzunterlagen, völlig ahnungslos gegenüber dem Sturm, der sich um ihn zusammenbraute.

Er war in Reichtum aufgewachsen, hatte gelernt, sich mit Würde zu bewegen, doch irgendetwas an dem Erfolg seiner Familie hatte sich immer… falsch angefühlt.

Manchmal lügen Instinkte nicht. Die Art, wie sein Vater, Leon McLaren, ihm Disziplin eingebläut hatte, wie er sicherstellte, dass alles, was Levi tat, perfekt und makellos war – das kam ihm manchmal seltsam vor.

Fehler waren in dieser Familie inakzeptabel. Doch Levi hatte nie hinterfragt, warum ihre Familie nie Unglück zu erleiden schien, während andere um sie herum zusammenbrachen. Nicht bis jetzt.

Ein Klopfen an der Tür riss ihn aus seinen Gedanken. „Herein“, rief er und hob den Blick.

Ein Butler trat ein und verneigte sich leicht. „Herr Levi, Ihr Vater hat einen Gast zum Abendessen eingeladen. Er bittet um Ihre Anwesenheit.“

Levi runzelte die Stirn. Sein Vater lud selten Gäste ein, es sei denn, es handelte sich um Geschäftspartner. „Wer ist es?“

„Ein Mann namens Jaceon Devon.“

Etwas im Tonfall des Butlers ließ Levi unruhig werden. Er legte die Papiere beiseite, strich seinen Anzug glatt und nickte. „Ich komme gleich.“

Als der Butler ging, vertiefte sich Levis Unbehagen. Der Name Jaceon Devon jagte ihm einen Schauer über den Rücken.

Jaceon betrat das prächtige McLaren-Anwesen mit einer Aura vollkommener Selbstsicherheit; jede Bewegung war kalkuliert. Er trug einen perfekt sitzenden Anzug, sein dunkles Haar war tadellos frisiert, sein Charme mühelos.

Leon McLaren begrüßte ihn mit einem festen Händedruck, seine scharfen Augen musterten jedes Detail. „Herr Devon, es ist mir eine Freude, Sie endlich persönlich kennenzulernen.“

Jaceon schenkte ihm ein höfliches Lächeln. „Die Freude ist ganz meinerseits, Herr McLaren. Ich habe viel über Ihre Familie gehört.“

Leons Miene blieb undurchdringlich. „Hoffentlich nur Gutes“, sagte er mit einem spielerischen Unterton.

Jaceons Lächeln wurde eine Spur breiter. „Nur das Beste.“

Levi trat genau in diesem Moment ein und hörte die letzten Worte. Seine Augen trafen sich mit denen von Jaceon. Für einen kurzen Moment sagte keiner von beiden etwas.

Jaceon musterte Levi – den Erben des McLaren-Vermögens, den Sohn, der vom Schicksal dazu bestimmt war, für die Sünden seines Vaters zu büßen. Und Levi stand unwissend vor genau dem Mann, der geschickt worden war, um ihn zu vernichten.

Monicas Worte hallten in Jaceons Kopf wider: „Du musst ihr Vertrauen gewinnen.“

Also streckte Jaceon mit perfekter Fassade die Hand aus. „Du musst Levi sein. Es ist mir eine Ehre.“

Levi zögerte nur eine Sekunde, bevor er die Hand schüttelte. „Ganz meinerseits“, erwiderte er, ohne den Blick von Jaceon abzuwenden. Er starrte ihn an, als würde er Geheimnisse in seinen Augen tragen – und das tat er zweifellos.

Als sich ihre Hände berührten, sprang ein Funke von etwas Unausgesprochenem zwischen ihnen über.

Jaceon zog seine Hand schnell zurück und sagte etwas, um die plötzliche Spannung zu durchbrechen.

„Nun, ich hätte nie gedacht, dass ich jemals hierherkommen würde“, sagte er und schüttelte die seltsame Beklommenheit ab.

„Und doch sind Sie hier…“, antwortete Levi, immer noch mit unverwandtem Blick.

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