LOGINLyle Norris schreibt die Bestseller anderer Leute. Sie managt unmögliche Kunden, holt #1 und überlebt Ms. Ridleys 2-Uhr-Deadlines. Sie hat die Kontrolle. Bis James ihr einen Pod in die Hand drückt. „Reserviert für mich.“ Ein Klick hinter ihrem Ohr – und ihr Nervensystem zieht sie in eine Galerie perfekter Männer. Männer aus Daten. Gebaut, um das zu treffen, was ihr Körper will, bevor ihr Verstand lügen kann. Tür Eins: Hudson Grayson. CEO. Läuft über Wasser. Macht ihr auf einem Dach im Regen einen Antrag. Für fünf Minuten glaubt Lyle, dass sie gewählt werden kann. Dann stürzt das System ab. Ziel nicht verfügbar. Am nächsten Morgen ist sein Gesicht auf jedem Billboard. Zwölftausend Mädchen bekommen von demselben Mann einen Antrag. Hudson ist nur Level 1. Der Pod ist noch nicht fertig. Mehr Türen warten. CEO, Soldat, Künstler, Fremder. Jeder entworfen, damit sie den kalten Mann vergisst, der an seinem Schreibtisch tippt, während sie zerbricht. Die Regeln sind einfach: Verbinden. Fühlen. Trennen. Aber Lyle trennt sich immer wieder. Sie denkt an Aiden. Sein Kiefer zuckt. Ärmel hochgekrempelt. Sein Glas Wasser hat kein Eis. Er ließ sie im Regen stehen. Er fing sie auf, als sie fiel. Er sah sie nie an. Sie hasst ihn dafür. Während zwölftausend Mädchen um Hudson kämpfen, steht Lyle vor einer schlimmeren Wahrheit: Der Mann, der sie nie gewählt hat, könnte der einzige sein, den sie nicht simulieren kann. Der Pod fängt gerade erst an. Was, wenn sich jede Tür in der Galerie für sie öffnet… und nur die eine, die sie will, verschlossen bleibt?
View MoreDer 23. Stock roch nach Geld. Nach Kaffee, teurem Parfüm und der stillen Art von Konkurrenz, die ihre Stimme nie erheben musste.
Lyle Noris blickte nicht auf, als sich die Glastüren öffneten.
Drei Jahre an diesem Schreibtisch. Drei Jahre, in denen sie aus dem bodentiefen Fenster auf eine Stadt starrte, die ihr zu gehören schien. Drei Jahre damit, Niemande in angesagte Namen zu verwandeln. Drei Jahre damit, Kunden herunterzureden, die um Mitternacht mit dem Ausstieg drohten.
Sie war das Mädchen, das man rief, wenn alles brannte.
Sie war das Mädchen, um das Autoren bettelten. Und laut Mr. Daniels in der Sitzung im letzten Quartal war sie „der Grund, warum dieser Laden noch einen Ruf hat“.Also tippte sie weiter.
Ihre Finger bewegten sich, als würde sie ihren eigenen Namen in die Geschichte schreiben. Lyle Noris, die Kundenflüsterin.
„Sorgst wieder dafür, dass wir gut dastehen, was?“
Die Stimme kam von hinter ihr.
Lyle drehte ihren Stuhl halb herum und hob eine Augenbraue.
Mr. Daniels, Ende 40, silberne Schläfen. Die Art von Lächeln, die bedeutete, dass sie gerade eine weitere Kampagne gerettet hatte. Er sah sie an wie seine beste Waffe.
„Mach nur meinen Job“, sagte Lyle und lehnte sich zurück. Ihre Stimme klang flach, aber ihre Augen verrieten sie. Das taten sie immer, wenn er sie lobte.
Er kam rein und ließ einen dicken Ordner auf ihren Schreibtisch fallen. Das dumpfe Geräusch ließ ihr die Zähne wehtun.
„Dein neuer Kunde.“
Lyle starrte ihn angewidert an. „Ich habe schon sechs.“
„Und jetzt hast du sieben.“ Sein Grinsen wurde breiter. „Der hier ist etwas Besonderes.“
„Die sind alle besonders, bis sie um 2 Uhr nachts in meinen DMs rumschreien.“
„Der hier hat für fünf Jahre unterschrieben, Lyle.“
Ihre Finger hielten inne.
Fünf Jahre. In diesem Business waren fünf Jahre kein Vertrag. Es war eine Ehe, ein lebenslängliches Urteil. Niemand unterschrieb für fünf Jahre, es sei denn, er war verzweifelt… oder gefährlich.
Sie schlug den Ordner auf. Der Name auf der ersten Seite traf sie eiskalt.
Ms. Ridley Sydney.
CEO. Bestsellerautorin. Bekannt dafür: Drei Manager in acht Monaten gefeuert.Lyle klappte den Ordner langsam zu. „Nein.“
„Sag nicht ‚Nein‘ zu mir.“ Er lachte, aber es war nicht böse. „Du bist die Einzige, die mit ihr klarkommt. Du findest immer raus, was sie wollen. Du bringst sie dazu, sich gehört zu fühlen, selbst wenn sie unmöglich sind. Das ist dein Talent.“
„Mein Talent sind Migräneanfälle“, murmelte Lyle.
Mr. Daniels ignorierte sie. Er ging zum Fenster, die Hände in den Taschen, und sah aus wie ein Mann, der gerade dabei war, jemandes Woche zu ruinieren.
„Ich habe jedem Autor, den wir unter Vertrag genommen haben, dasselbe gesagt“, sagte er leise. „Wenn du trendest, wenn du gesehen werden willst, gehst du zu Lyle Noris. Und sie glauben mir. Weil du mich noch nie enttäuscht hast.“
Sie hasste diese Stimme. Die stolze-Vater-Stimme. Sie schnürte ihr etwas in der Brust zu.
„Also kümmere dich um sie“, schloss er. „Geh mit ihrer Wut um. Gib ihr, was sie will. Fünf Jahre, Lyle. Versau das nicht.“
Er ging, bevor sie widersprechen konnte.
Lyle drückte ihre Finger an die Schläfen. Sie schaffte das. Das tat sie immer. Wütende Kunden waren nur verängstigte Kunden. Verängstigte Menschen wollten Kontrolle. Gib ihnen Kontrolle, gib ihnen Ergebnisse, und sie würden dich dafür lieben.
Sie konnte es schaffen, dass Ms. Ridley Sydney sie mochte.
Sie griff nach ihrem Handy. Es vibrierte zuerst.
Nicht Arbeit. Schlimmer.
Tasha: Girl. Blind Date heute. 19 Uhr. Wesley. Er ist groß, hat eine Tech-Firma, und seine Mutter mag dich schon. Versau das nicht für mich.
Lyle ließ das Handy fallen. Wieder ein Blind Date.
Das war das elfte in diesem Jahr.
Elf „perfekte Männer“, die alle gleich endeten: Sie sah um Minute 37 auf die Uhr und erfand eine Notfall-E-Mail.
Lyle war nicht schlecht in der Liebe. Sie war schlecht im Sich-Zufriedengeben.
Jeder Typ, den ihre Freundinnen fanden, war „nett“. „Verlässlich“. „Würde gut zu dir sein.“
Keiner von ihnen fühlte sich an, als wäre er für sie reserviert.Keiner ließ sie so fühlen wie ein Buch, das auf Platz 1 landete. Dieses Hochgefühl, dieses Das ist es-Gefühl.
Also ging sie hin, lächelte. Sie fragte nach deren Jobs und ging vor dem Dessert.
Ihre Freundinnen nannten sie wählerisch. Lyle nannte es Standards.
Wie erklärt man, dass man auf einen Mann wartet, der sich wie Erfolg anfühlt? Der sich wie Zuhause und Krieg gleichzeitig anfühlt?
Man tut es nicht. Man geht einfach weiter auf Blind Dates und lässt sie platzen.
Ihr Handy vibrierte wieder.
Tasha: Ich meine es ernst, Lyle. Der ist anders. Er hat nach deiner Arbeit gefragt. Er hat sogar ein Buch von einem deiner Kunden gelesen. Bitte sag nicht ab.
Lyle seufzte und tippte zurück: Ich sag nicht ab. Aber ich verspreche keine Funken.
Sie warf das Handy weg und öffnete Ms. Ridleys Akte.
Hatte einmal einen Buch-Launch abgesagt, weil die Schrift „zu schwach“ war.
Trotzdem machte Lyle Notizen. Sechs Monate Content in drei Stunden geplant. So war sie: Aus Chaos einen Plan machen.
Aber ihre Gedanken drifteten ab. Zu heute Abend. Zu einem weiteren Restaurant. Zu einem weiteren „netten Kerl“, der höflich nicken würde, wenn sie „Ghostwriterin“ sagte, und nie fragen würde, wie es sich anfühlt.
Jemand anderen Traum mit bloßen Händen zu bauen. Unsichtbar und gleichzeitig unverzichtbar zu sein.
Ihre Brust tat weh. Nicht wegen eines Mannes. Weil sie verstanden werden wollte.
Um 18:30 Uhr saß sie immer noch an ihrem Schreibtisch.
Mr. Daniels blieb auf dem Weg raus stehen. „Du gehst nicht?“
„Fünf-Jahres-Kundin“, sagte Lyle, ohne aufzusehen. „Sie verdient einen Plan, bevor ich schlafe.“
„Du verdienst auch ein Leben außerhalb dieses Büros“, sagte er leise. „Geh zu deinem Date, Lyle.“
Lyle sah auf. „Woher weißt du das?“
„Tasha hat mich angerufen. Sie ist verzweifelt.“ Er lächelte. „Geh. Die Arbeit ist morgen auch noch da. Perfekte Männer nicht.“
Lyle musste fast lachen.
Trotzdem packte sie ihren Laptop ein. Denn Tasha würde ihr sonst nie Ruhe geben.
Lyle saß am reservierten Tisch und sah auf die Uhr. Es war 19:02 Uhr.
Lyle wachte um 3:14 Uhr auf.Kein Grund. Einfach wach.Herz schlug zu schnell. Mund trocken.Die Wohnung war dunkel und auch der Pod in der Ecke war dunkel.Sie lag zehn Minuten da und versuchte normal zu atmen.Es klappte nicht.Um 3:27 Uhr stand sie auf.Ging in die Küche.Trank Wasser.Ging zurück ins Bett.Immer noch wach.Um 3:40 Uhr schlug sie ihr Notizbuch auf.`Regel 13.2: Das Rot bedeutet, dass ich sie nie wieder verwechseln werde.`Sie starrte drauf.Dann klappte sie es zu.Um 3:55 Uhr vibrierte ihr Handy.Unbekannte Nummer.`Bist du wach? -Z`Lyle starrte. Woher wusste er das.`Ja.` tippte sie.`Pod?``Nein. Kann nicht schlafen.``Ruf mich an.`Ihr Handy klingelte.„Hey“, sagte Zeox. Stimme rau vom Schlaf, aber wach.„Hey“, sagte Lyle.„Alptraum?“„Ja“, sagte Lyle. „Derselbe.“Zeox fragte nicht nach. Er sagte nur: „Erzähl mir, was du siehst.“Lyle machte die Augen zu. „Ich bin im Büro. Es ist leer. Und ich rufe um Hilfe, aber es kommt kein Ton raus. Und sein Gesicht ist auf
Lyle schlief nicht gleich, nachdem sie aus dem Pod gestiegen war.Es war 00:40 Uhr und ihr Körper war noch warm vom Pod, aber ihr Kopf war laut.Zeox’ Stimme war noch in ihren Ohren. `Rot ist, um in Erinnerung zu bleiben.`Sie machte Tee. Trank ihn nicht. Hielt die Tasse nur, bis er kalt wurde.Um 1:15 Uhr vibrierte ihr Handy.Unbekannte Nummer.`Bist du wach? -Z`Lyle starrte drauf. Sie sollte seine Nummer gar nicht haben. Der Pod sollte der einzige Weg sein.Sie tippte zurück.`Ja.`Drei Punkte.`Darf ich dich anrufen? Nicht über den Pod. Einfach auf dein Handy.`Lyles Herz machte etwas Dummes.`Okay.`Zwei Sekunden später klingelte ihr Handy.„Hey“, sagte Zeox. Seine Stimme war anders ohne den Pod. Näher. Roh.„Hey“, sagte Lyle.„Du klingst müde.“„Bin ich.“„Gut“, sagte Zeox. „Müde Leute sagen die Wahrheit.“Lyle lächelte in der Dunkelheit.„Darf ich dir vom Salon erzählen“, sagte Zeox.„Ja.“„War an der Allen Avenue. Der mit dem gelben Schild. Ich bin rein und das Mädchen vorne s
Die Wohnung war um 21:19 Uhr dunkel.Lyle machte kein Licht an. An Nächten wie dieser nie. Das Dunkel ließ den Pod kleiner wirken. Sicherer. Wie ein Zimmer im Zimmer.Sie kickte die Schuhe an der Tür ab. Ließ die Tasche fallen. Sah nicht auf ihr Handy.Im Büro war es wieder 12:28 Uhr gewesen. Derselbe Ecktisch. Derselbe Ingwertee. Aiden hatte nicht viel gesagt. Musste er auch nicht.Heute Abend war sie auf eine andere Weise müde. Nicht betrunken-müde. Nicht geweint-müde. Einfach... voll. Als wäre ihre Brust zu voll mit Dingen, und keines davon hatte einen Namen.Um 21:20 Uhr pulsierte der Pod.Matt schwarz.Blaue Linie am Rand.Leises Summen.Eingehender AnrufVon: ZeoxZugriff: ReserviertSie stieg ein und klappte den Deckel zu. Die Welt wurde still.Drinnen roch es nach nichts. Sauber. Warm. Der Sitz formte sich an ihren Rücken.Sie nahm an.„Hey“, sagte Zeox.Seine Stimme kam aus den Lautsprechern und legte sich um sie. Wie Aiden. Nur anders in den kleinen Dingen, die nur sie kannt
Die Büroluft um 12:27 Uhr roch nach Druckertinte und altem Kaffee.Lyle saß an ihrem Schreibtisch mit geradem Rücken und gefalteten Händen, denn wenn sie sich zu viel bewegte, würde jemand fragen, ob alles okay ist. War es nicht. Nicht wirklich. Aber „okay“ war die einzige Antwort, bei der die Leute sie in Ruhe ließen.Ihr Notizbuch lag auf. Seite 47.`Regel 9.2: Manchmal ist die richtige Person schon im Raum.`Sie klappte es zu.12:27.Der Flur wurde still. Nicht lautlos. Nur so eine Stille, in der alle so tun als würden sie nicht zuschauen.Aiden stand von seinem Schreibtisch zwei Reihen weiter auf.Weißes Hemd. Ärmel einmal hochgekrempelt. Haare immer noch schwarz. Kein Rot.Er sah sie nicht an.Sagte nur: „Essen?“Lyle sah hoch. „Ja.“Das war alles. Das war die ganze Sache.Zwei Worte und das Büro atmete aus.Sie gingen zusammen raus.Fahrstuhl.Lyle starrte auf die Zahlen. 9. 8. 7.Aiden starrte auf die Türen.Niemand redete.Auf der Straße traf sie zuerst die Hitze. Lagos am Nac