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Ruinier Mich

Author: Mira Writes
last update publish date: 2026-10-14 11:26:30

Monas Perspektive:

Mein.

Mann.

Ist.

Schwul.

Die Wahrheit hallte immer wieder in meinem Schädel wider. Ein brutaler, endloser Rhythmus. Ich stand wie erstarrt da, sein Handy lag wie ein totes Gewicht in meiner Hand. Ich wusste nicht, ob ich schreien oder zusammenbrechen sollte. Ich war einfach … leer.

All die Zeit hatte ich geglaubt, er wäre in Arbeit vergraben, zu erschöpft für mich. Nie hätte ich mir vorgestellt, dass er sich für einen anderen Mann bückte.

*Mondgöttin, was habe ich getan, um das zu verdienen?*

Gerade als sich der Boden anfühlte, als würde er nachgeben, durchschnitt seine Stimme die Stille.

„Babe, ich glaube, ich habe mein …" Mein Mann tauchte im Flur auf, ein Handtuch um die Hüften geschlungen. Seine Schritte stockten, als er mein verstörtes Gesicht sah. „… Handy vergessen."

Ich konnte ihn nur anstarren, stille Tränen zogen Bahnen durch mein Make-up. Welche anderen Lügen verbargen sich hinter diesem besorgten Ausdruck?

„Mona?", fragte er und trat näher. „Geht es dir gut?"

Ein kurzes, ungläubiges Lachen brach aus mir heraus, scharf in der angespannten Luft.

„Fragst du mich ernsthaft, ob es mir gut geht?", flüsterte ich, und das Lachen erstarb so schnell, wie es gekommen war.

„Geht es um den Jahrestag?", sagte er und griff nach mir. „Ich habe dir gesagt, ich mache es wieder –"

„Du schläfst mit Beta Kael, nicht wahr?" Die Worte durchschnitten seine Ausrede und hingen in der gespannten Luft zwischen uns.

Sein Gesicht wurde leer, jeder Ausdruck war wie weggewischt. Dann entkam ihm ein gezwungenes, nervöses Lachen.

„Mona", sagte er, das Lachen brüchig, sein Gesicht eine Maske vorgetäuschter Verwirrung. „W-woher kommt das denn?"

„Ich habe die Bilder gesehen, Marcello!", schrie ich, die Qual zerriss meine Stimme.

Ich sah, wie sein Adamsapfel auf und ab ging, als er hart schluckte.

„Mona, es ist nicht, was du denkst –"

„Ach, wirklich?", spie ich und wich vor ihm zurück. „Was ist es dann? Wie nennt man es, wenn mein Mann einem anderen Mann ein Video schickt, in dem er sich einen runterholt?!"

„Bitte, lass es mich einfach erklären –"

„ANTWORTE MIR!" Der Schrei riss sich aus mir heraus, die Tränen strömten nun unkontrolliert über mein Gesicht.

„Ich wusste nicht, wie ich es dir sagen sollte", sagte er, seine Stimme flehend, als er näher kam. „Du musst versuchen, es zu verstehen, bitte."

„Deshalb konntest du mich nicht anfassen?" Ich schüttelte den Kopf, meine rot geränderten Augen verengten sich vor Ekel. „Weil du zu beschäftigt damit warst, dich für ihn zu bücken?"

„Mona, bitte", flehte er und griff nach mir.

„Nicht", stellte ich fest und wich seiner Reichweite aus. „Hör einfach auf."

Er stand erstarrt da, sprachlos, auf der Suche nach Worten, die es nicht gab.

Ich drehte mich um und schnappte mir meine Autoschlüssel vom Tisch.

„Ich gehe."

„W-was? Wohin gehst du denn? Es ist mitten in der Nacht!"

„Ruf deinen Liebhaber an, der soll dir Gesellschaft leisten." Ich riss die Haustür auf und ließ sie hinter mir weit offen stehen, während ich zu meinem Auto marschierte.

Er folgte mir hinaus in die Nacht, seine Bitten prallten gegen die Fahrerscheibe, als ich den Schlüssel ins Zündschloss rammte.

„Mona! Mona, bitte!", rief er und hämmerte gegen das Glas.

Ich sah nicht zurück. Der Motor heulte auf, und ich trat das Gaspedal durch und raste davon in die Dunkelheit.

******************

„Noch einen", lallte ich und schob mein leeres Glas über den klebrigen Tresen.

Der Barkeeper füllte es nach, ohne ein Wort zu sagen. Ich kippte es hinunter und begrüßte das vertraute Brennen, das sich einen Pfad durch meine Kehle sengte. War das der zwölfte Shot? Oder der dreizehnte?

Verdammt. Ich hatte den Überblick verloren.

Es spielte keine Rolle. Alles, was zählte, war die Betäubung, der ich hinterherjagte. Ich brauchte den Alkohol, damit er mich unter Wasser zog, mich aus diesem Albtraum bei wachem Bewusstsein riss. Ich wollte einfach trinken, bis die Welt verschwand.

Ein Teil von mir schrie, ich solle Keisha anrufen, aber die Scham hielt mich zurück. Was sollte ich überhaupt sagen?

*„Hey, rate mal? Marcello ist so distanziert, weil er in seinen Beta verliebt ist."*

Der Gedanke war so bitter, dass ich ihn schmecken konnte.

Ich winkte dem Barkeeper schon zu, mir noch einen einzuschenken, als eine tiefe Stimme neben mir durch den Nebel drang.

„Das ist dein letzter."

*Was zum –*

Ich wirbelte auf meinem Hocker herum, bereit, den Idioten zusammenzustauchen, der glaubte, mir vorschreiben zu können, wie viel ich trank.

„Und wer zur Hölle glaubst du zu sein, dass du mir sagst –"

Die Worte erstarben in meiner Kehle, in der Sekunde, in der meine Augen auf ihm landeten.

Mir klappte der Kiefer herunter.

Er war groß, gebaut mit der Art breiter Schultern, die ein schwarzes Hemd perfekt ausfüllten. Die Ärmel waren bis zu den Ellbogen hochgekrempelt, die obersten beiden Knöpfe standen offen und enthüllten einen Hauch dunkler Tinte auf seiner Brust. Sein Haar war dunkel, leicht gelockt, mit einer edlen silbernen Strähne vorn und einer vorwitzigen Strähne, die ihm in die Stirn fiel.

Aber seine Augen …

Sie waren golden.

Nicht braun, nicht haselnussfarben – golden. Wie flüssiges Sonnenlicht, in Bernstein eingefangen.

Einen ganzen Herzschlag lang konnte ich mich nicht bewegen. Ich konnte nicht atmen. Und die Art, wie er mich ansah … bitte, keine Frau hatte es verdient, so angesehen zu werden. Es war ein Blick, der versprach, einen ganz zu verschlingen.

Er war älter, eindeutig Ende vierzig. Aber verdammt, er war verheerend.

„Na, verdammt", brachte ich schließlich heraus und blinzelte heftig, während ich ihn musterte. „Wenn das ein Traum ist, wag es ja nicht, mich zu wecken."

„Hmm …" Ein langsames, verheerendes Grinsen spielte um seine Lippen, während er den Wein in seinem Glas schwenkte. „Kommst du immer in Dessous in den Club?"

Dessous?

Mein Blick sank nach unten. Scheiße.

Ich trug noch immer die rote Spitze, die ich gekauft hatte, um meinen Mann zu verführen. Ich war so von Wut und Trauer verzehrt gewesen, dass ich vergessen hatte, dass ich darunter praktisch nackt war.

„Tja", sagte ich achselzuckend und zwang mir einen lässigen Ton ab, den ich nicht fühlte. „Das passiert eben, wenn man herausfindet, dass der eigene Mann schwul ist."

Seine goldenen Augen weiteten sich vor echtem Schock.

„Warte, was?" Ein kurzes, ungläubiges Lachen entkam ihm, bevor er sich fing, und sein Gesichtsausdruck wechselte zu gezwungenem Ernst. „Scheiße. Tut mir leid, ich wollte nicht –"

„Schon gut", sagte ich und winkte ab, der Alkohol befeuerte meine Leichtsinnigkeit. „Mein Leben ist sowieso ein verdammter Witz."

„Das ist … mal was Neues", sagte er und schüttelte ungläubig den Kopf.

„Scheiß auf ihn", erklärte ich und schob den Gedanken an Marcello beiseite, während ich mich näher lehnte und die Distanz zwischen uns schloss. Die Hitze seines Körpers war eine greifbare Kraft. „Ich mache mir mehr Gedanken um dich. Du bist verdammt heiß."

„Du bist betrunken", entgegnete er, wobei sein leichtes Lachen von Neugier durchzogen war.

„Vielleicht", räumte ich achselzuckend ein. „Also, wenn ich dich jetzt küsse … ist das Fremdgehen, oder hole ich mir nur meinen Wert zurück?"

Die Worte sprudelten heraus, schamlos und roh. Ich verspürte keinerlei Hemmung. Ob es der Whiskey war oder der Liebeskummer, ich wusste nur um ein verzweifeltes, schmerzendes Verlangen, berührt zu werden, begehrt zu werden.

„Ich glaube, du brauchst etwas Wasser", erwiderte er, seine Stimme ein tiefes Grollen, auch wenn er nicht zurückwich, als meine Finger seinen Arm streiften.

„Ich weiß genau, was ich brauche", flüsterte ich, meine Stimme wurde leiser, als ich die Hand hob, um die markante Linie seines Kiefers zu streicheln, meine Finger zeichneten seinen Bart nach. „Und Wasser ist das Letzte, was es ist."

„Und was wäre das?", fragte er, sein Blick verdunkelte sich, als er auf mich herabsah, das Gold in seinen Augen schwelte.

Ich ließ meine Hand in seinen Nacken gleiten und übte sanften Druck aus, um sein Gesicht zu meinem herunterzuziehen. Ich stellte mich auf die Zehenspitzen, meine Lippen streiften seine Ohrmuschel, als ich ein Flüstern hauchte, das nur für ihn bestimmt war.

„Ich will, dass du mich ruinierst."

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