تسجيل الدخولChloe Waterson ist bereits einmal gestorben. Sie erinnert sich an alles. An den Verrat. An das Gift. An den Mann, den sie einst ihren Partner nannte und der sich für eine andere Frau entschied, während ihr Leben still und leise Stück für Stück zerfiel. Sie erinnert sich daran, wie sie hereingelegt, verstoßen und hingerichtet wurde, als wäre sie nichts weiter als ein Fehler, den die Welt auslöschen wollte. Dann wacht sie auf. Wieder siebzehn. Sie steht an dem Punkt, an dem ihr Schicksal zum ersten Mal zu zerfallen begann. Diesmal weigert sie sich, die Geschichte zu wiederholen. Doch die Vergangenheit gehorcht ihr nicht mehr. Ihre Stiefschwester Hannah entscheidet sich plötzlich für einen anderen Partner und verschiebt damit Bündnisse, die einst feststanden. Der Mann, an den Chloe in ihrem früheren Leben gebunden war, ist nun kälter, schärfer und weitaus schwerer zu durchschauen, als es ihre Erinnerung zulässt. Und der Mann, mit dem sie in diesem Leben verbunden ist, Axel Everton, hat nichts mehr mit dem zu tun, an den sie sich erinnert. Jede Entscheidung, deren Ausgang sie einst kannte, verändert sich. Jede Zukunft, die sie zuvor überstanden hat, löst sich langsam auf. Um diese zweite Chance zu meistern, muss Chloe sich durch wechselnde Loyalitäten, vergrabene Verrat und eine Zukunft navigieren, die nicht mehr mit ihren Erinnerungen übereinstimmt. Sie weiß, wer einst starb. Sie weiß, wer sie einst verriet. Sie weiß, wie die Geschichte eigentlich enden sollte. Aber jemand anderes erinnert sich ebenfalls. Und dieser Jemand schreibt das Ende gemeinsam mit ihr neu. In einer Welt voller Macht, Rudelpolitik und blutgebundener Vermächtnisse ist die Liebe nicht mehr sicher und die Zukunft nicht mehr gewiss.
عرض المزيدChloes Perspektive
„Ich habe gesagt, ich will Jax heiraten!“ Hannahs vertrauter Schrei hallte in meinen Ohren wider. Ich blinzelte und blickte verwirrt um mich. Die Dekoration. Das Essen. Diese Feier kam mir nur allzu bekannt vor. „Du kannst Jax nicht heiraten, Hannah.“ Als ich den Namen meines Mannes hörte, drehte ich mich blitzschnell zu der Person um, die gesprochen hatte. Es war David, mein Stiefvater. Nur dass etwas Seltsames an ihm war. Er sah mindestens ein Jahrzehnt jünger aus, von seinen grauen Haaren war nichts zu sehen. Sanfte, warme Arme legten sich um meine Schultern. „Wir haben vereinbart, dass Jax Chloe heiraten würde – vielleicht sind sie ja füreinander bestimmt. Du kannst deine Meinung jetzt nicht mehr ändern, Hannah.“ „Mama“, flüsterte ich und drehte mich mit tränenfeuchten Augen zu ihr um. Ohne Vorwarnung zog ich sie in eine Umarmung. „Mama!“ Es war Jahre her, seit ich sie lebend gesehen hatte. Obwohl sie verwirrt war, legten sich ihre Hände auf meinen Rücken. „Es ist alles in Ordnung, Liebling. Wir werden dafür sorgen, dass du in einem Jahr Jax heiraten kannst.“ Ich lehnte mich zurück und umfasste ihre Wange. „Wen heiraten?“ Mein Blick schweifte über die gesamte Gesellschaft, und plötzlich fügte sich alles zusammen. Ich war in der Zeit zurückgereist. Ganze zehn Jahre zurück, in die Zeit, als ich siebzehn war. Ich hatte diesen Dreckskerl Jax noch nicht geheiratet. Meine Mutter hielt meine Hand, ihre Augen funkelten vor Wut auf Hannah. „Hannah, du schreist schon seit Jahren herum, dass du in Axel verliebt bist. Versuch nicht, deiner Schwester …“ Meine Hände umklammerten den Arm meiner Mutter fester, während Hannahs Blick mich durchbohrte. Eine Mischung aus Eifersucht und Reue wirbelte in ihren Augen. „Ich verdiene es, Luna zu sein, nicht du“, spie Hannah giftig. Hannahs Worte ließen mir einen Schauer über den Rücken laufen. Wenn Hannah Axel heiraten würde, würde sie sofort zur Luna unseres Rudels werden, da er der älteste Sohn des Alphas war. Dass sie das sagte, bedeutete, dass sie wusste, dass Jax später Alpha werden würde … nachdem Axel gestorben ist … Hannah war gerade erst achtzehn geworden, sie konnte unmöglich Dinge wissen, die noch gar nicht geschehen waren! Es sei denn … ich war nicht die Einzige, die wiedergeboren worden war. Auch Hannah war wiedergeboren worden. Während wir zuschauten, stapfte Hannah zu Jax hin und packte ihn am Arm. Seine Augen leuchteten auf, als sie begann, die heiligen Worte zu sprechen, um ihre Partnerbindung zu besiegeln. „Ich, Hannah McAnthony, nehme dich, Jax Everdeen, als meinen Partner an –“ Ihr Vater, David, streckte die Hand nach ihr aus. „Hannah, warte!“ Jax drehte die beiden so, dass er zwischen David und seiner Tochter stand. Er nickte ihr zu, damit sie fortfuhr. „– Ich erkläre, dass unser Bund dauerhaft und unumkehrbar ist, solange wir beide leben.“ Schimmerndes Licht senkte sich vom Nachthimmel herab und hüllte sie in einen Heiligenschein, was signalisierte, dass das Band vollendet und nun von der Mondgöttin anerkannt war. Alle Menschen, die sich auf Hannahs Feier versammelt hatten, schwiegen; auf ihren Gesichtern spiegelten sich unterschiedliche Grade von Ehrfurcht, Schock und Verwirrung wider. Eine Welle der Wut breitete sich von unserer linken Seite aus und schwappte über die Lichtung. Ich stolperte ungewollt auf die Knie. Alpha Paul Everton stürmte von seinem Stuhl zu Hannah. Seine Hand schlang sich um ihren Hals, als er sie vom Boden hochhob. „Alle hatten sich hier versammelt, um das Bündnis meines ersten Sohnes zu sehen. Meines Erben.“ Hannah rang nach Atem. Alpha wandte sich an David. „Beta, du und deine Tochter habt mich zum Narren gehalten.“ Bevor Jax einen Schritt nach vorne machen konnte, nagelte sein Vater ihn mit einem finsteren Blick an Ort und Stelle fest. Er senkte den Kopf. Das war so typisch Jax. Vor meiner Wiedergeburt folgten Hannah und ich beide dem ursprünglichen Plan für diese Feier: Hannah heiratete Axel, und ich heiratete Jax. Doch kurz darauf raubte ein Unfall Axel die Chance, Alpha zu werden. Als zweiter Sohn des Alphas erbte Jax stattdessen den Titel. Damals beneideten mich alle um mein Glück, die Luna des Rudels zu werden. Bei dieser Erinnerung zuckte ein kaltes Grinsen über meine Lippen. Hätte ich die Wahl gehabt, wäre ich niemals wieder mit Jax zusammengekommen! Hannah glaubte, sie hätte mir meine Chance auf die Rolle der Luna gestohlen, aber sie hatte keine Ahnung … Eigentlich war ich Hannah dankbar, dass sie Jax als Erste markiert hatte. Sonst hätte ich einen Weg finden müssen, meine Verlobung mit Jax hinauszuzögern, und das wäre weitaus mühsamer gewesen. Langsam hob Hannah ihre Hand und zeigte auf mich. „Meine Schwester“, keuchte sie. „Sie … liebt … Axel …“ Die Worte blieben mir im Hals stecken. Die Aura des Alphas, die schwer in der Luft lag, ließ mich den Atem anhalten. Alpha Pauls Griff lockerte sich und Hannah fiel zu Boden, hustete und versuchte, wieder zu Atem zu kommen. Er wandte sich mir zu. „Chloe, war es? Du liebst Axel. Stimmt das?“ Noch bevor ich überhaupt den Kopf schütteln konnte, brach Hannah in lautes, offensichtlich vorgetäuschtes Weinen aus. Sie war schon immer eine Meisterin darin gewesen, Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. „Meine Schwester. Sie hat ihn schon immer heimlich geliebt. Ich konnte mich nicht dazu durchringen, ihr ihren Mann wegzunehmen.“ „Mama“, zischte ich leise, wobei mein Griff um Mamas Arm wahrscheinlich höllisch schmerzhaft war. Mama lächelte den Alpha an. „Alpha, die Sache ist die –“ „Gut“, erklärte er, erfreut über die Wendung der Ereignisse. „Dann werdet ihr beide heute Nacht miteinander verbunden.“ „Sie ist erst siebzehn“, sagte David mit unnatürlich angespannter Stimme. Alphas Stimme wurde rauer, sein Wolf bahnte sich den Weg an die Oberfläche. Er wandte sich mir zu. „Chloe, verbinde dich jetzt mit meinem Sohn.“ Ich begegnete dem eisigen Blick des Alphas. Die Aura, die von ihm ausging, übte eine angeborene Dominanz über Wölfe wie mich aus und löste instinktiv einen Anflug von Angst aus. In meinem früheren Leben war Hannah, nachdem sie Axel geheiratet hatte, unzählige Male nach Hause gekommen, um sich darüber zu beschweren, dass Axel still und langweilig sei. Ich warf einen Blick auf Axel, der am Rand der Lichtung stand – den Thronfolger des Alpha-Titels. Sein eisiger Blick spiegelte genau den seines Vaters wider. Ich hatte eine zweite Chance im Leben bekommen. Warum sollte ich mich freiwillig dem Chaos der Familie des Alphas aussetzen wollen? Ich würde eine Lösung finden. Ich brauchte nur etwas Zeit. Ich senkte den Kopf und entblößte meinen Nacken. „Ich bitte um Verzeihung, Alpha. Niemand hätte vorhersehen können, was auf der Party passiert ist. Bitte gewähr mir eine Woche Zeit, darüber nachzudenken.“ Es wurde totenstill. Nicht einmal die Grillen wagten zu zirpen. Alpha Paul machte einen Schritt auf mich zu, und mein Körper wurde noch tiefer zu Boden gedrückt. Ich konnte kaum atmen. „Widersetzt du dich meinem Befehl … direkt vor meinen Augen?“, spie er langsam, wobei jedes Wort wie ein Stich in mich eindrang. Mama geriet neben mir in Panik. „Alpha, bitte vergib meiner Tochter –“ „Sind das die Töchter, die du großgezogen hast, David?“, knurrte er meinen Stiefvater an. „Versucht deine Familie, sich meiner Autorität zu entziehen und Verrat zu begehen?!“ David sank auf die Knie, um Alpha Paul anzuflehen, doch es war vergeblich. Alphas Worte waren laut und deutlich, als er verkündete: „Die Tochter des Betas, Chloe Waterson, wird in einer Woche meinen Erben, Axel Everton, heiraten. Das ist der Befehl des Alphas!“Hannahs PerspektiveDonatello stand viel zu lange vor dem Spiegel, als dass es mir noch angenehm gewesen wäre.Er drehte sich immer wieder nach links und rechts, ein strahlendes Lächeln im Gesicht, während er sich selbst begutachtete.Dann ging er zu seinem Kleiderschrank, um sich eine Krawatte auszusuchen. „Ich habe gehört, deine Schwester mag besonders gerne Grün. Weißt du genau, welchen Farbton?“Seine Frage ließ in mir wie eine Welle Ärger aufsteigen. Ich schnalzte mit der Zunge und setzte mich auf sein Bett, meine Gefühle standen mir deutlich ins Gesicht geschrieben.Donatello sah mich durch den Spiegel an und lächelte. „Du kannst so bezaubernd sein, wenn du eifersüchtig bist. Entspann dich. Ich will Axel nur eins auswischen, sie nicht wirklich anfassen.“Donatello hielt mich für eine Närrin und bemerkte nicht, wie er Chloe ansah.Egal, wie effektiv ein Mann als Werkzeug war – sobald eine Frau ins Spiel kam, wurde er nutzlos.Sobald er es vermasselte und bei Chloe die Grenze über
Chloes PerspektiveSpät in der Nacht klopfte es an der Tür.Noch bevor Sandra hinübergehen konnte, wusste ich allein am Geruch schon, wer es war.Hannah stolzierte mit hoch erhobenem Kopf ins Haus und hielt einen Korb mit Obst in der Hand. „Chloe, ich wollte dir etwas zu essen bringen.“Das sagte sie, während sie mit gerunzelter Stirn im ganzen Haus umherschaute.Ich wusste, was Hannah dachte.Warum weinte Chloe nicht? Wie konnte sie nur Appetit auf Essen und Alkohol haben?Hannah hatte eine Schwäche: Sie konnte niemanden verletzen, ohne anschließend zurückzukommen, um sich hämisch zu freuen. Das war die letzte Falle, die ich ihr gestellt hatte, um sie endgültig zu ruinieren, damit sie sich für immer an ihren Platz erinnern würde.Vorerst ignorierte ich sie völlig, bis sie sich neben mich setzte und das Obst auf den Tisch stellte.„Chloe, wie geht es dir?“, begann sie mit sanfter Stimme.Ohne sie anzusehen, antwortete ich: „Sehr gut. Danke der Nachfrage. Ich frage mich allerdings, wie
Chloes PerspektiveAls Luna Diane mit ihrem Koffer vor der Tür stand, spielten wir gerade ein Brettspiel.Ohne eine Frage zu stellen, machte sie es sich neben uns bequem und sah einfach nur ein paar Stunden lang mehrere Runden lang dem Spiel zu.Erst nach dem Mittagessen fing sie endlich an zu reden. „Chloe, ich glaube, ich verstehe jetzt, warum du so gezögert hast, dich mit Axel zu paaren … Männer sind einfach so unzuverlässig.“Sandra wandte sich ihr mit einem Blick zu, der sagte: „Willkommen in der Schwesternschaft.“Luna Diane lehnte sich auf dem Sofa zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie schien gerade eine Art Erleuchtung zu erleben.„Womit habe ich die letzten zwei Jahrzehnte meines Lebens verbracht?“, murmelte sie und wandte sich dann an Axel. „Ich weiß nicht, ob ich dich so erzogen habe wie ihn … habe ich das?“Riven tätschelte Luna Diane die Schulter. „Es hat ein bisschen Feinschliff gebraucht, aber am Ende ist er ganz gut geworden. Wir Frauen sollten lernen, fü
Jax’ PerspektiveDas Gespräch zwischen den Beamten und Papa dauerte nun schon seit Stunden an.Hannah saß neben mir und weinte, so wie sie es schon seit einigen Tagen tat. Sie hatte nichts anderes getan, als zu weinen.Es war ja nicht so, als hätte sie das Baby überhaupt schon einmal im Arm gehalten. Sie kannte nicht einmal das Geschlecht des Babys, und dennoch weinte sie, als wäre ihr Großvater gestorben.Papa saß auf seinem Stuhl, die Augen funkelnd, den Kiefer angespannt. Er hob die Hand, um das Gespräch schlagartig zu unterbrechen.„Ich verstehe eure Argumente und habe sie berücksichtigt. Ich werde euch allen noch vor Ende des Tages meine Entscheidung mitteilen.“„Was die Flüchtige betrifft …“Die Erwähnung von Mara reichte aus, damit Papa mit der Faust hart auf den Tisch schlug. „Ich habe meine Wachen losgeschickt, um sie zu fassen. Sobald sie zum Rudel zurückgebracht ist, wird ihr öffentlicher Prozess stattfinden –“Vater wurde durch das Schaben eines Stuhls auf dem Boden unterb











