Beranda / Mafia / SEINE REUE: DER AUFSTIEG DER BOSS-LADY / Kapitel 05 – Eine markante Rückkehr

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Kapitel 05 – Eine markante Rückkehr

Penulis: Jåney Writes
last update Tanggal publikasi: 2026-07-15 17:19:10

***Joes POV***

„Don Rodriguez hat ein Bündnis vorgeschlagen“, sagte Carl, der ohne anzuklopfen in mein Arbeitszimmer stürmte.

„Wurde auch Zeit“, grinste ich. „Ich wusste immer, dass ich ihn überzeugen kann.“

Carl klopfte mir auf die Schulter.

„Du bist ein stolzer Mann, Joe. Übrigens bin ich auf dem Weg hierher Miranda begegnet. Sie sagt, du sprichst nicht mehr mit ihr.“

Ich seufzte.

„Und?“

„Und? Sie ist deine Verlobte. Du kannst nicht so weitermachen. Früher warst du regelrecht besessen von ihr. Was ist passiert? Seit Megan…“

„Sprich diesen Namen hier nicht aus, Carl.“

Er schüttelte den Kopf.

„Du bist wirklich stolz. Seit sie gegangen ist, bist du nicht mehr wirklich glücklich. Du hast endlich alles bekommen, was du wolltest – Megan aus dem Weg, das Imperium und Miranda an deiner Seite. Und trotzdem siehst du so niedergeschlagen aus.“

Ich seufzte. Vielleicht hatte er recht. Seit Megan gegangen war, fühlte ich nur noch Leere und Reue.

Ich dachte, ich würde sie hassen, dachte, es wäre mir egal. Doch immer wieder ertappte ich mich dabei, wie ich heimlich nach ihr suchte. Ihre Aufenthaltsorte blieben jedoch unbekannt. Ohne sie fühlte ich mich leer, und trotzdem konnte ich es mir nicht eingestehen.

„Hör auf mit dem Mist, Carl, und geh wieder an die Arbeit.“

Er schüttelte den Kopf und verließ den Raum. Tief in mir wusste ich, dass er recht hatte, aber ich hatte zu viel Angst, es zuzugeben. Ich hatte Megan damals viel zu schlecht behandelt – wie sollte ich da zugeben, dass ich mir Sorgen um sie machte?

Ich fragte mich, ob es ihr gut ging oder ob sie in Schwierigkeiten geraten war. Ich hatte die ganze Stadt durchsucht, keine Leiche wurde als sie identifiziert. Das bedeutete, sie lebte noch, aber wo sie war, blieb ein Rätsel.

Ihre sogenannte Familie schien sich kaum für ihren Verbleib zu interessieren, was merkwürdig war. Miranda hatte mir als Teenager erzählt, Megan sei das am meisten geliebte Kind gewesen, während sie selbst die am wenigsten bevorzugte war und Megan sie immer schikaniert habe. Doch je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr hatte ich das Gefühl, belogen worden zu sein.

Ich hatte sie schlecht behandelt, obwohl sie immer die am wenigsten geliebte Tochter gewesen war.

Ich vermisste sie so sehr.

***Megans POV***

Der Schleier über meinem Gesicht flatterte leicht, als der Jet zur Landung ansetzte. Die Lichter der Landebahn durchschnitten den dunklen Himmel wie Klingen. Ich rückte den dünnen schwarzen Stoff zurecht und klemmte ihn sicher hinters Ohr, während ich aus dem getönten Fenster schaute. Wir waren da. Zurück in den Staaten. Zurück, wo alles begonnen… und geendet hatte.

Meine Finger ruhten ruhig auf meinem Schoß, schwarze Lederhandschuhe verbargen das Zittern, das aufzusteigen drohte. Aber ich zitterte nicht. Denn ich war nicht mehr diese Frau.

Das verzweifelte Mädchen, das einst nachts weinend in die Dunkelheit gerannt war, mit blutendem Herzen und zerrissener Seele, gab es nicht mehr. Sie war vor sechs Jahren gestorben. Die Megan, die um Liebe gebettelt, die an kalten Esstischen und in leeren Schlafzimmern auf Joe gewartet hatte – sie war verschwunden.

Jetzt gab es nur noch eine: die furchtlose Boss Lady.

Die Triebwerke gingen in ein leises Summen über, als der Privatjet sanft aufsetzte. Eine perfekte Landung, ohne Turbulenzen. Genau wie das Leben, das ich mir in den letzten Jahren aufgebaut hatte – kalkuliert, geschützt, ohne Chaos. Zumindest redete ich mir das ein.

Sobald die Tür sich öffnete, eilten die Crew-Mitglieder in Position und stellten sich respektvoll in einer Reihe auf, die Köpfe gesenkt. Niemand wagte es, als Erster vorzutreten.

Das tat Kai Slayer.

Er trat hervor, groß, schlank und gefährlich beherrscht. Er trug keinen Schlips, einen dunklen grauen Anzug, die Ärmel bis zur Hälfte hochgekrempelt, sodass ein Teil seiner Tattoos am Unterarm zu sehen war. Seine Präsenz forderte Stille, und er wusste es. Er war nicht mehr nur mein Boss. Er war der König der Unterwelt, so gefürchtet, wie sein Name versprach.

Langsam stieg er die Treppe hinunter, scannte die Umgebung wie immer, die Augen kalt, alle Sinne in Alarmbereitschaft.

Dann erschienen hinter ihm zwei kleine Gestalten im Türrahmen – kleine Locken, grüne Augen genau wie Joes, ernste Gesichter.

Meine Jungs.

Ethan hielt das Geländer fest umklammert, als würde er das Gewicht dieses Ortes verstehen.

Cole blinzelte gegen den Wind an, seine Hand suchte meine, ohne hinzusehen.

Ich stieg hinter ihnen aus.

Schritt für Schritt, jede Bewegung bewusst, jeder Blick geprobt. Der Schleier verbarg die Hälfte meines Gesichts, aber ich brauchte ihn nicht, um mich zu verstecken.

Ich trug Stille wie eine Rüstung.

Meine Hand glitt leicht zur Seite – mehr Instinkt als Gedanke. Ich positionierte mich schützend zwischen die Jungen und die Welt.

Unten wartete ein schwarzer SUV mit geöffneten Türen.

Ich zögerte nicht.

Kai öffnete die Tür noch weiter und trat zur Seite, während ich die Jungen hineinbugsierte.

„Danke, Kai“, murmelte ich, den Blick nach vorn gerichtet.

Sein Blick war unergründlich. „Bist du dir sicher, dass du das tun willst?“

„Ich bin nicht um die halbe Welt geflogen, um auf Nummer sicher zu gehen“, antwortete ich. „Joe atmet schließlich noch, oder?“

Ein flüchtiges Lächeln huschte über seine Lippen. „Ja. Leider.“

Ethan starrte aus dem Fenster, Cole lehnte sich an mich und döste ein. Kai sprach nur einmal, um zu fragen, ob ich die längere oder die diskrete Route wollte.

„Direkt nach Hause“, sagte ich.

Nach Hause.

Es fühlte sich seltsam an, es so zu nennen.

*****

Meine Villa ragte wie ein gläserner Turm auf – sauber und still. Sobald wir eintraten, aktivierten sich die Sicherheitssysteme, automatische Schlösser leuchteten grün auf. Niemand kam ohne meine Erlaubnis herein.

Im Inneren war es warm, mit dunklen Holzböden. Elegant, sicher und vor allem kinderfreundlich. Aber hinter dem Luxus lagen Waffen in Schubladen, Panikknöpfe unter Tischen und Kameras in Spiegeln. Ich hatte es so geplant. Nur für den Fall.

Ethan rannte sofort zum Fenster und drückte seine kleinen Hände gegen das Glas.

„Mommy! Man kann von hier die ganze Welt sehen!“, rief er.

„Gibt es Essen?“, fragte Cole, mein kleiner Feinschmecker.

Ich konnte mir ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen. „Es gibt alles.“

Ich beobachtete sie noch einen Moment, bevor ich mich zu Kai umdrehte, der mit einem braunen Umschlag in der Hand am Eingang stand.

Er reichte ihn mir. „Alles ist da drin – Papiere, Ausweise, Schulakten, saubere Hintergründe.“

Ich nahm den Umschlag, drehte ihn einmal in meiner behandschuhten Hand und hielt ihn fest.

„Perfekt“, sagte ich.

*****

Stunden später stand ich allein am Fenster und hielt ein halbvolles Glas Whiskey.

Mein Spiegelbild starrte mir entgegen. Mein Gesicht war makellos, das Make-up saß perfekt, die Lippen rot wie Blut und die Augen umrandet von derselben Kälte, die ich mir in die Knochen gelegt hatte.

Ich wollte aussehen wie alles, was man mir einst abgesprochen hatte: mächtig, schön, unantastbar. Und vor allem: gefürchtet.

Vor sechs Jahren hatte ich noch im Dreck von Joes Gleichgültigkeit gekrochen, mit zerrissenem Herzen, bettelnd, genug zu sein.

Jetzt war ich Lady M.

Niemand sprach, es sei denn, ich erlaubte es. Kein Mann konnte mich jemals wieder kleinmachen. Nicht Joe. Niemand.

Ich nahm einen weiteren Schluck.

Mein Herz setzte fast aus.

„Mama!“

Ehtans Stimme hallte durch den Raum, kleine Schritte eilten auf mich zu.

Ich drehte mich gerade noch rechtzeitig um und fing beide auf – in ihren passenden Pyjamas, mit breitem Lächeln auf den müden Gesichtern. Cole klammerte sich wie ein Kätzchen an mein Bein, Ethan schaute erwartungsvoll zu mir hoch.

„Liest du uns eine Gutenachtgeschichte vor?“, fragte Cole und zupfte am Saum meines Kleides.

„Natürlich, mein Schatz“, sagte ich und strich ihm übers Haar. „Gehen wir.“

Aber Ethan bewegte sich nicht.

„Mom…“, begann er zögernd.

Ich hielt inne.

„Ja, Baby?“

Er starrte einen Moment auf den Boden, dann wieder zu mir. „Ist unser Dad hier?“

Alles stand still.

Mein Herz gefror. Die gefürchteten Fragen waren zurück.

„Welcher Dad?“, fragte ich und hielt meine Stimme neutral.

„Na ja…“ Ethan wirkte unsicher. „Du hast uns immer gesagt, unser Dad sei ganz, ganz weit weg. Und jetzt sind wir auch ganz weit weg. Also… ist er hier?“

Für den Bruchteil einer Sekunde wusste ich nicht, wie ich lügen sollte.

Ich ging in die Hocke, strich Cole sanft die Haare aus dem Gesicht und schaute abwechselnd in ihre Augen – dieselben grünen Augen, die ich einst an einem Mann geliebt hatte, der mich zerstört hatte.

Ich konnte es ihnen nicht sagen.

Also lächelte ich.

„Wie wäre es, wenn wir erstmal einen späten Snack machen?“, sagte ich. „Dann reden wir morgen darüber, okay?“

Cole strahlte sofort. „Juhu! Snacks!“, rief er und rannte schon in Richtung Zimmer.

Ethan blieb noch einen Moment stehen und schaute mich an, als wüsste er, dass ich etwas verbarg. Dann folgte er seinem Bruder ohne ein weiteres Wort.

Ich richtete mich langsam auf, stellte das halb leere Glas auf den Tisch und atmete leise aus.

Morgen.

Morgen würde ich entscheiden, ob die Wahrheit es wert war.

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