로그인Kassian
Sie schläft. Endlich. Ein Schlaf einer erschöpften Besiegten, tief und schwer. Die zerknitterten Laken sind ein Schlachtfeld um uns herum. Ich schlafe nicht. Ich sehe sie an.
Das Licht der Morgendämmerung, grau und kalt, zeichnet die Kurven ihrer entblößten Schulter nach, die Linie ihrer Wirbelsäule, die dunkle Masse ihres Haares auf dem Kissen. Sie atmet, ein leichter Hauch, der kaum die Laken hebt. Sie ist da. Real. Unter me
LéonDer Tag war eine lange Übung in Selbstbeherrschung. Jede Geste, jedes Wort war kalkuliert, um das innere Beben nicht zu verraten, das seit der Morgendämmerung nicht aufgehört hatte. Ich habe gearbeitet, Befehle erteilt, Papiere unterschrieben. Ich war Léon, der Chef, der eiserne Mann. Aber unter der Oberfläche hielt die Vibration an, dumpf, bohrend. Ein permanentes Echo der letzten Nacht, ihres Atems auf meiner Haut, dieses neuen Hungers, der mich bewohnt.Jetzt senkt sich der Abend über die Stadt. Die letzten Sonnenstrahlen vergolden die Dächer. Ich stehe vor dem hohen Fenster des Büros, die Hände in den Taschen, und sehe zu, wie die Lichter eins nach dem anderen aufgehen. Ich sehe nicht die Stadt. Ich sehe ihr Spiegelbild in der Scheibe, wie sie auf dem Sofa sitzt, die Seiten eines Buches umblättert, von dem ich weiß, dass sie es nicht liest. Ich spüre ihren Blick auf meinem R&uu
LéonDie Stille ist ein Lebewesen. Sie pulsiert, sanft und schwer, im Raum, der in der Glut des erlöschenden Feuers badet. Célia schläft an mich gekuschelt. Ihr Kopf ruht in der Kuhle meiner Schulter, ihr seidiges Haar auf meiner Haut. Ihr Atem geht tief, regelmäßig, ein kleiner warmer Hauch bei jedem Ausatmen. Ihr Arm liegt auf meiner Brust, die Hand offen, friedvoll. Sie ist erschöpft, erfüllt, fort in einer Welt, in die ich ihr nicht folgen kann.Und ich wache.Mein Körper sollte vernichtet sein. Er hat Ekstase erfahren, Befreiung, eine totale Hingabe. Aber eine dumpfe, heimtückische Energie durchzieht meine Adern. Sie gleicht nicht der scharfen Spannung des anfänglichen Verlangens. Es ist tiefer, beunruhigender. Eine kontinuierliche Vibration, ein Bedürfnis, das nicht gestillt wurde, das vielleicht nie vollständig gestillt werden könnte.Ich sehe sie schlafen. Die
CéliaDas Zittern in mir hat sich noch nicht gelegt. Es ist wie ein ferner, sanfter Nachhall, eine Vibration, die jede Ader, jeden Nerv durchläuft. Sein Gewicht auf mir ist ein Anker, ein bekanntes Terrain. Ich bin flüssig und offen, hingegeben an die Langsamkeit, die auf den Sturm folgt.Léon zieht sich nicht zurück. Er bleibt in mir, erfüllt, die Stirn an meiner. Sein Atem geht tief, warm auf meinem Gesicht. Er haucht einen Kuss, sanft wie eine Brise, auf mein Augenlid, dann aufs andere.— Siehst du, murmelt er, die Stimme etwas rau, das ist es, gesättigt und hungrig zugleich zu sein.Endlich zieht er sich zurück, mit einer exquisiten Langsamkeit, die mich erschauern lässt. Aber er entfernt sich nicht. Er rollt sich auf die Seite, stützt sich auf einen Ellbogen, und sein Blick wandert über meinen Körper, als entdecke er ihn neu. Das Feuer knistert und wirft bewegte Schat
CéliaDer Bademantel ist jetzt weit geöffnet über mir, wird nur noch durch meine Position und seine gehalten. Das Feuer liebkost meine nackte Haut. Seine Finger, zwischen zwei Bissen frei, zeichnen Wege auf mein Brustbein, um eine Brust herum, ohne sie je direkt zu berühren, und lassen sie vor Erwartung beben.— Die Erdbeeren, sagt er schließlich, die Stimme rau vor unterdrücktem Verlangen.Er nimmt eine rote, perfekte Erdbeere, taucht sie leicht in die Schale mit frischer Sahne. Er führt sie an meinen Mund. Ich beiße hinein. Die Frucht ist süß, säuerlich, die Sahne reichhaltig. Der Saft läuft mir übers Kinn.Er knurrt, ein Laut tiefer Befriedigung. Er wischt ihn nicht mit der Serviette ab. Er beugt sich vor und leckt ihn ab, langsam, vom Kinn bis zum Mundwinkel. Seine Zunge ist warm, rau, bewusst. Ich krümme mich gegen ihn, eine unwillkürliche Bewegung, die
LéonDas Wasser hat seine Wärme verloren, wurde lau, dann fast kühl, ohne dass ich mich rührte. Sie ist immer noch auf mir, ihr Gewicht zu einer sanften Sache geworden, einem Betäubungsmittel gegen die innere Qual. Ihr Atem geht regelmäßig an meinem Hals. Ist sie eingeschlafen? Ohnmächtig vor Lust und Müdigkeit? Ich streiche geistesabwesend das Rückgrat entlang, das unter ihrer glatten Haut hervortritt, bis zum Ansatz des Gesäßes. Sie erschauert, eine winzige Bewegung, der Beweis, dass sie noch da ist, im Zwischenreich.Die körperliche Sättigung ist ein schwerer Mantel. Aber darunter bleibt die Unruhe bestehen. Ein Bedürfnis nach... fortwährendem Besitz. Nach Zurschaustellung. Ich habe sie in der Gewalt des Wassers genommen, aber jetzt will ich etwas anderes. Ich will sie hätscheln wie Beute. Sie behandeln wie ein kostbares Ding, das ich erobert habe und das ich mit p
Sein Gesicht ist über meinem. Wassertropfen perlen an seinen Schläfen.Du wirst spüren, flüstert er, der Mund so nah an meinem, dass ich seine Worte schmecke. Du wirst jedes Teilchen meines Verlangens spüren. Bis du deine Müdigkeit vergisst. Bis du nichts anderes mehr bist als das. Als mich.LéonSie treibt im Wasser wie eine erschöpfte Nymphe, die Lider geschlossen, die Lippen leicht geöffnet. Die Mattigkeit macht sie schöner, verletzlicher. Mehr zu nehmen. Der Anblick ihres blassen, glatten Körpers unter dem schillernden Wasser lässt mich mit den Zähnen knirschen. Das Verlangen ist ein Schraubstock, seit Stunden angezogen. Seit diesem Büro. Seit sie mir den Rücken kehrte und mich mit meinem Chaos allein ließ.LéonIch will sie. Nicht mit Sanftmut. Nicht mit Romantik. Ich will mich in sie einprägen, sie füllen mit die
ElaraDer Schweiß trocknet auf meiner Haut und hinterlässt einen feinen, salzigen Film, der an den Laken klebt. Kaels Gewicht neben mir ist eine Präsenz, so fest und unerschütterlich wie ein Fels inmitten des Meeres. Sein Arm liegt über meinen Hüften – besitzergreifend selbst im Ruhezustand. Ich sc
ElaraDas goldene Licht des Nachmittags fällt durch die schweren Vorhänge und zeichnet warme Streifen auf das dunkle Parkett. Ich knie bereits auf dem Bett, die Hände auf meinen Oberschenkeln, die Haut empfindlich unter dem kühlen Stoff der Laken. Die Luft ist schwer, geladen mit elektrischer Spann
ElaraDie Worte, die ich gerade ausgesprochen habe, „Ich akzeptiere, deine Untergebene zu sein“, hängen in der Luft, schwer von unwiderruflichen Konsequenzen. Das Echo des Satzes „So sei es“ von Kael hallt noch in meinen Knochen nach. Der Pakt ist besiegelt. Es gibt keinen Ausweg mehr, nur einen la
ELARAJetzt bin ich in Handschellen und das Leder der Handschellen drückt meine Handgelenke, wie eine kalte, unerbittliche zweite Haut. Isadora hat sich Zeit gelassen, sie hat die Handschellen mit klinischer Präzision angepasst, ihre Finger streichen sanft über meine Haut und genießen meine Unterwe