LOGINAuf dem Krankenhausbett war die Decke wie ein kleiner Berg aufgetürmt, der sich ununterbrochen hin und her bewegte. Genau in diesem Moment schwang die Tür des Krankenzimmers auf und eine junge Frau trat ein.
"Gah! Du hast mich zu Tode erschreckt! Was ist denn heute nur los?"
Eine Studentin mit kurzen Haaren und einer runden, goldumrandeten Brille – Song Hwa-ya – klammerte sich an ihr Herz, während sie eine Wasserflasche fest in der Hand hielt.
Der zappelnde Haufen unter der Decke richtete sich langsam auf, und schon bald glitt der Rand der Bettdecke zur Seite.
"Bist du... wach?"
"Hwa-ya, bin ich krank?"
"Keuch!"
Hwa-ya stolperte voller Entsetzen einen Schritt zurück.
Die Person, die sie heute zum allerersten Mal getroffen hatte, nannte ihren Namen so selbstverständlich, als würden sie sich schon seit Ewigkeiten kennen.
"Entschuldigung... woher kennst du meinen Namen?"
"Hwa-ya, warum redest du so förmlich mit mir? Bist du etwa nicht nach Gyeongju hinuntergefahren?"
Hwa-ya klammerte sich wieder an die Brust. Ein eiskalter Schauer lief ihr über den Rücken, als ihre Heimatstadt erwähnt wurde.
War diese Frau irgendeine unheimliche Wahrsagerin, die den Leuten allein durch einen Blick in die Augen tief in die Seele schauen konnte?
"Das ist doch verrückt! Ich habe dich heute zum allerersten Mal gesehen! Ich wollte nur mein Gepäck im Wohnheim abstellen, habe dich flach wie eine Flunder auf dem Badezimmerboden liegen sehen und dich auf dem Rücken hierher getragen!"
Hwa-ya verzweifelte an der Tatsache, dass ihre neue Mitbewohnerin an der Seoul National University – auf die sie ganze drei Jahre lang gewartet hatte – ausgerechnet eine Art Hellseherin zu sein schien.
"Wer um alles in der Welt bist du eigentlich?"
"Mein Nachname ist Gyeong, mein Vorname Shin. Ich bin deine beste Freundin..."
"Oh, fantastisch! Frau Shin! Erinnerst du dich überhaupt daran, was du heute Morgen getan hast?"
"Ich weiß es nicht."
"Und was ist mit gestern?"
"Das weiß ich auch nicht."
Hwa-ya verschränkte die Arme und stieß ein trockenes Lachen aus.
"Gedächtnisverlust? Komm schon, selbst in modernen Dramen verwendet man diese Klischees nicht mehr. Das ist viel zu abgedroschen. Aber woher um alles in der Welt kennst du meinen Namen?"
"Ich kenne dich einfach. Ich erinnere mich... Ugh!"
Plötzlich klammerte sich Shin an den Kopf und stieß einen schmerzhaften Schrei aus.
Während sie vor Qual die Stirn runzelte, sprudelten schier unglaubliche Worte aus ihrem Mund.
"Das hier... das sind nicht nur Erinnerungen von gestern oder heute. Es stürzen plötzlich völlig fremde Erinnerungen auf mich ein."
"Warum machst du das? Du machst mir Angst!"
"Geboren werden, die Schule durchlaufen, jemanden bis zum absoluten Wahnsinn lieben... und ihn am Ende verlieren und sterben. Das ist mir ganze drei Mal passiert..."
Hwa-ya sah sie mit Augen an, die jede Hoffnung auf ein normales Gespräch komplett aufgegeben hatten.
"Du bist wirklich nicht von dieser Welt."
"Was ist das nur? Warte... habe ich etwa allen Ernstes die Erinnerungen an meine früheren Leben zurückerlangt?"
Shin, die eben noch ein Drama für sich allein aufgeführt hatte, sah plötzlich völlig erfrischt aus.
Sie streckte die Hand aus und packte Hwa-ya an den Händen.
"Hwa-ya! Wenn das stimmt, was ich denke, ist das ein Wunder! Welches Datum haben wir heute?"
"28. Februar 20XX."
"Was? Und es ist auch noch mein Geburtstag! Hwa-ya, ich habe wirklich alle Erinnerungen an meine früheren Leben zurück! Dass wir befreundet waren, stammt auch aus einem früheren Leben!"
Hwa-ya goss schweigend ein Glas Wasser ein und drückte es Shin in die Hand.
"Trink erst mal ein Schluck kaltes Wasser und komm wieder zu Verstand. Ich sollte dir wahrscheinlich als Erstes einen Termin in der Psychiatrie besorgen."
Shin stürzte das Wasser herunter und ordnete ihre Gedanken.
"Es ist wahr. Ich erinnere mich zwar nicht an dieses jetzige Leben, bis ich die Augen aufgeschlagen habe, aber die Erinnerungen an meine drei früheren Leben sind glasklar."
Hwa-ya seufzte tief und musterte Shins Gesichtsausdruck vorsichtig.
Draußen vor dem Fenster tobten Donner und Blitz, und das Wetter war ein einziges Chaos.
Für einen Moment kehrte Stille ein, und nur das Prasseln des Regens erfüllte das Krankenhauszimmer.
Als hätte sie einen Entschluss gefasst, ergriff Hwa-ya wieder das Wort.
"Entschuldige bitte, Shin. Ich glaube, deine früheren Leben sind im Moment nicht dein größtes Problem."
"Hä?"
"Als du im Badezimmer zusammengebrochen bist... lag direkt neben dir ein Schwangerschaftstest."
"Was?"
Shins Brille glitt ihr bis auf die Nasenspitze herunter. Hwa-ya versetzte ihr mit einem tiefen Seufzer den Todesstoß.
"Die Krankenschwester war vorhin hier. Du wirst bald in die Gynäkologie verlegt. Shin... sie sagen, du bist schwanger."
= = =
Bis sie die Nachricht von der Schwangerschaft hörte, war Shin vollauf damit beschäftigt gewesen, einzusehen, dass ihre drei vorherigen Leben nichts als pechschwarze Katastrophen gewesen waren.
Gerade als sie sich über ihre Gedächtnislücke in diesem vierten Leben wunderte und es merkwürdig fand, war sie aus heiterem Himmel schwanger.
Bei dem Wort *schwanger* begannen Shins Hände heftig zu zittern.
Mit weichen Knien sackte sie auf das Bett zurück und ließ den Kopf sinken, um nach Luft zu schnappen.
"Das macht doch keinen Sinn... Das kann nicht wahr sein."
Ihre Stimme, die zitterte, als würde sie mit sich selbst sprechen, war von Tränen getränkt.
"Shin, dieses Zimmer wird nur von dir und mir benutzt. Wenn nicht ich schwanger bin, musst du es wohl sein, oder? Genau dort wurde ein Schwangerschaftstest mit zwei Streifen gefunden."
Na klar, natürlich.
In dem Gedanken, dass sich in ihrem unbekannten jetzigen Leben wohl doch irgendetwas verändert haben musste, stieß Shin ein freudloses Lachen aus.
"Ah, es ist also noch gar nicht bestätigt? Ich habe mich schon gefragt, wovon du da redest."
"Es ist ein begründeter Verdacht."
"Das klingt wie etwas, das man bei einem Kriminellen verwendet. Ich habe kein Verbrechen begangen!"
"Vielleicht war meine Wortwahl etwas übertrieben. Wie auch immer, das hier ist ein Krankenhaus, also werden wir es wissen, sobald du untersucht wirst."
"Meinetwegen. Aber die Krankenhausrechnung wird ein Vermögen kosten."
"Ist Geld hier etwa das Problem? Du bist das Problem! Nutz diese Gelegenheit, um die Gynäkologie zu besuchen – und schau vielleicht auch gleich in der Psychiatrie vorbei."
Nachdem sie die ganze Geschichte von Hwa-ya gehört hatte, atmete Shin erleichtert aus.
In all ihren drei früheren Leben hatte sie nie eine richtige romantische Beziehung gehabt, und dieses Leben war zweifellos die Fortsetzung ihres Daseins als Dauer-Single. Was für ein Unsinn war das also?
"Kennst du irgendwen Berühmtes an der Uni? Die persönlichen Daten von jemand anderem in der heutigen Zeit so in- und auswendig zu kennen, ist schon ein bisschen unheimlich."
"So etwas gibt es nicht. Ich habe es dir doch vorhin gesagt, das sind Erinnerungen aus früheren Leben."
"Wie soll ich das jetzt glauben? Du bist doch eine SNU-Studentin, oder?"
Da Shin klar wurde, dass sich das Gespräch nur in die Länge ziehen würde, trank sie den Rest des Wassers aus dem Glas, das man ihr vorhin gereicht hatte.
Vielleicht weil es so kalt war, kühlte sich ihr Hals augenblicklich ab.
"Erstens: In allen drei früheren Leben habe ich an der SNU Musik und Komposition studiert. Hwa-ya, deine Heimatstadt ist Gyeongju in der Provinz Nord-Gyeongsang, du hast jüngere Zwillingsbrüder und eine ältere Schwester, richtig?"
"Keuch! Oh mein Gott!"
"Dein Freund ist Gyu-ryeon, der auf die Medizinschule geht, und du hast dein Studium der Koreanischen Pädagogik abgeschlossen, um das Lehramtsexamen zu machen..."
"Warte, ich studiere Mathematikpädagogik, nicht Koreanische Pädagogik!"
"Wirklich? Haben sich die Dinge in diesem Leben etwa ein wenig verändert?"
Shin ging zum Tisch hinüber, um ihr Glas nachzufüllen, als wäre ihr Durst noch immer nicht gestillt.
Sie tat völlig gelassen, als sei alles ganz normal, doch jedes Mal, wenn sie den Mund öffnete, hatte Hwa-ya einen Gesichtsausdruck, als stünde sie vor einer Naturkatastrophe.
"Entschuldige mal... Dieser Bodhisattva oder Mönch oder wer auch immer in dem Tempel, in den meine Mutter geht, liegt manchmal auch erschreckend richtig. Bis auf das Hauptfach hast du alles erraten! Aber ich habe Angst... ich muss unbedingt das Wohnheimzimmer wechseln!"
Vor Angst wie gelähmt, holte Hwa-ya ihr Smartphone heraus und begann mit zitternden Händen wie wild zu tippen.
"Du bist sowieso dazu verdammt, mit mir zusammenzuleben."
"Eek!"
In einem einzigen Augenblick vervierfachte sich Hwa-yas Tippgeschwindigkeit, während sie nervöse Blicke zu Shin hinüberwarf.
In dieser Nacht breiteten die beiden eine flauschige Decke weit über den Wohnzimmerboden aus und lagen Seite an Seite, während sie den silbernen Nachtdhimmel jenseits des Fensters betrachteten.Um sie herum hielten die sich regenden Welpen ihre eigene kleine, warme Körperwärme, begruben zufrieden ihre Köpfe und glätteten ihren müden Atem.Gyeong-shin dachte ruhig an die Erinnerung an jenes allererste Mal zurück, als sie die Tür zu diesem Haus öffnete, verlegen, während sie sich mit den Kleinen durch die allnächtliche Erziehung kämpfte.Und in der stockfinsteren Erinnerung weit entfernt verfolgte sie auch vorsichtig die Schwäche jenes Tages zurück, als sie die Wärme ihrer ersten Nacht mit Tae-ha teilte."Du auf der anderen Seite der Erinnerung hast dich mir selbst als Geburtstagsgeschenk gegeben. Es war wunderschön und zauberhaft."Tae-ha hielt für einen Moment inne und liebkoste Gyeong-shins Augenwinkel. In seinen feucht werdenden Augen wogten der Schmerz und die tiefe Zuneigung, die
Schließlich kehrten Tae-ha und Gyeong-shin in das Penthouse in Gangnam zurück.Kko-kko und Mu-mu waren in der Zwischenzeit so sehr gewachsen, dass sie kaum wiederzuerkennen waren. Dank Luise, die sich mit ganzem Herzen um sie gekümmert hatte, stellten sie den charakteristischen "Helmschnitt" zur Schau, der typisch für Bichon Frisés war, und wühlten sich mit atemberaubender Niedlichkeit heftig in Gyeong-shins und Tae-has Arme.Ban-ya und Ban-yas Freund bestachen ebenfalls durch eine noch würdevollere Haltung.Den ganzen Nachmittag versammelten sie sich mit Tae-has Eltern an einem Ort, tranken warmen Tee, beobachteten die Kunststücke der Hunde und genossen eine harmonische Zeit.Als viel Zeit verstrich, betraten Tae-ha und Pablo das Arbeitszimmer, um schwerwiegend über zukünftige Geschäftspläne und den Fortschritt der Untersuchung zu sprechen, während Gyeong-shin sanfte Klavier-Musik für Luise spielte und eine warme Zeit mit ihrer Schwiegermutter genoss.'Das Leben ist wirklich etwas Sc
Nachdem sie sich zum Rindfleisch-Restaurant in Gangnam begeben hatten, saßen Gyeong-shin, Tae-ha und Bong Seon-gyu zusammen und genossen eine herzerwärmende Mahlzeit, während sie in Erinnerungen an die unerwarteten Erinnerungen aus dem letzten Frühling schwelgten."Haha, Sie wissen gar nicht, wie großzügig unser Repräsentant Tae-ha damals war. Zuerst versuchte er tatsächlich, leise für alle Kunden zu bezahlen, die an diesem Tag in diesem Restaurant aßen, ohne anzugeben."Überrascht von Seon-gyus Enthüllung blickte Gyeong-shin zu Tae-ha und schnalzte voller Ehrfurcht mit der Zunge."Man sagt, dass Geldverschwendung einen in einem Augenblick zum Bettler machen kann... aber das Geben so zu genießen, Sie sind wahrhaft eine bemerkenswerte Person, Tae-ha."Tae-ha, der das Rindfleisch auf dem Grill goldbraun briet, blickte verlegen zu Gyeong-shin hinab und murmelte leise auf Spanisch."Quería ser amable sin aparecerte. (Ich wollte Sie leise hinter den Kulissen gut behandeln, ohne mich Ihnen
Am nächsten Morgen im Morgengrauen.Gyeong-shin wälzte sich die ganze Nacht hin und her, ohne in einen tiefen Schlaf zu fallen. Während all die Erinnerungen an ihr früheres Leben, ihr gegenwärtiges Leben und den jetzigen Moment hin und her zogen, kämpfte Gyeong-shins Geist vor Schmerz, als zöge ein heftiger Sturm auf.Tae-ha konnte es nicht ertragen, Gyeong-shin so zu sehen. Schließlich, nachdem er das Licht eingeschaltet und die sie umgebende Decke vorsichtig zurückgezogen hatte, stieg er auf das Krankenbett und hielt Gyeong-shin leise in seinen Armen."Shin, ist es sehr schwer?"Als Tae-has leise Stimme nahe ihren Ohren widerhallte, sackte Gyeong-shin schlaff zusammen, vergrub sich in seiner Umarmung und zitterte leicht."...Es ist ein wenig schwer." "Shin, wenn es für dich schwer ist, wird es auch für die Babys schwer."Bei dem Wort 'Babys' legte Gyeong-shin selbst inmitten ihres schwachen Bewusstseins ruhig ihre Hand über ihren Bauch. Einen mühsamen Atemzug ausstoßend, murmelte s
Sich den schmerzenden Kopf haltend, blickte Gyeong-shin auf Jeong-min hinab. Mit düsterem Gesichtsausdruck ständig den Kopf neigend und lediglich mühsame Atemzüge ausstoßend, sah sie sogar mitleiderregend aus.Die Situation an ihrer Stelle erklärend, sagte Gi-beom, dass sie, nachdem sie heute die kritische Hürde genommen und kaum die Augen geöffnet hatte, nicht wussten, wann Jeong-min wieder das Bewusstsein verlieren könnte, sodass sie, sobald sie wieder zu Bewusstsein kam, hastig diesen Ort besuchte.Auch Hyeon-su trug, obwohl sie erst vor wenigen Augenblicken mit Gyeong-shin gesprochen hatte, wie Jeong-min das Gesicht einer Sünderin und konnte es nicht einmal über sich bringen, den Blicken richtig zu begegnen.'Genau jetzt kehren die Erinnerungen allmählich zurück, schwach und sich dennoch offenbarend. Diese Menschen haben mich wirklich sehr beneidet...'Früheres Leben und gegenwärtiges Leben – vielleicht fragte sie sich, ob sich diese zwei Personen nicht verändert hatten, aber das
In Gyeong-shins Herzen koexistierten Feuer und Eis kühl miteinander.Als sie in diesem Körper zum ersten Mal einen Fuß in Tae-has Welt setzte, hatte sie sich selbst als eine unpassende Eindringling betrachtet. Die perfekte Familie, die sie sich vorstellten, musste ein gemeinsames Produkt der mächtigen Autorität und des Wohlstands gewesen sein, die sich hinter Penelopes Namen verbargen.Gyeong-shin wich jedoch nicht zurück. Schließlich war er der Einzige, der die Hornhaut vom Gitarrenspiel erkannte, die in jedem Gelenk von Tae-has Fingern eingebettet war, und der Einzige, der sie mit Wärme umhüllte, wenn sie jede Nacht unter Albträumen litt.Vor allem die Babys, die sich in ihrem Bauch regten und wuchsen, waren die Vollendung der wohl perfektesten und glücklichsten Familie der Welt.Gyeong-shin hielt das für sie kostbare Ultraschallfoto hoch und breitete es in Richtung Tae-has Eltern aus.Nachdem sie Tae-has Herz angenommen und die Überzeugung gewonnen hatte, die verbleibende Zukunft g







