DER PERFEKTE EHEMANN

DER PERFEKTE EHEMANN

last updateLast Updated : 2026-09-07
By:  C.CUpdated just now
Language: Deutsch
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Zwei Monate lang lebte Liora in einer psychiatrischen Klinik. Sie konnte nicht akzeptieren, dass ihr Baby fort war. Sie konnte die Menschen um sich herum nicht erkennen. Und sie konnte sich nicht an den Ehemann erinnern, den sie einst geliebt hatte. Doch Knox wich nie von ihrer Seite. Er hielt sie, wenn sie weinte. Er blieb an ihrem Krankenbett. Er versprach ihr, dass alles wieder gut werden würde. Bis sie schließlich nach Hause zurückkehrte. Doch dann entdeckte Liora etwas, das sie an allem zweifeln ließ, woran sie sich zu erinnern glaubte. Ihr Ehemann war nicht der Mann, für den sie ihn gehalten hatte. Und sie selbst war es auch nicht.

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Chapter 1

KAPITEL 1: LIORA

„Mrs. Liora, können Sie mich ansehen?“

Liora hob langsam den Blick vom Fernseher.

Auf dem Bildschirm war ihr Ehemann zu sehen – Knox, ihr geliebter Ehemann.

Der Arzt hob zwei Finger vor ihrem Gesicht. „Wie viele Finger sind das?“

Liora starrte sie an. Ihre Lippen öffneten sich, doch kein Wort kam heraus.

Der Arzt seufzte. Seit fast zehn Minuten stellte er ihr dieselben Fragen.

„Liora Hale“, sagte er sanft. „Wo ist Ihr Baby?“

Etwas veränderte sich in ihrem Gesichtsausdruck.

„Mein Baby?“

„Ja. Ihr Baby. Wo ist sie?“

Lioras Augen füllten sich langsam mit Tränen. „Sie ist … tot.“

Stille erfüllte den Raum. Jeder schien erleichtert aufzuatmen.

„Gott sei Dank“, gähnte ihre Schwiegermutter und eilte auf sie zu, um Lioras Hand zu ergreifen. „Gott sei Dank … Liora, du bist jetzt wieder in Ordnung. Endlich geht es dir wieder gut, und wir gehen nach Hause.“

Nach Hause. Liora starrte sie ausdruckslos an.

„Die Leute reden schon über dich, Liora …“

Nach zwei Monaten in der psychiatrischen Klinik wurde sie endlich entlassen. Doch niemand schien die Leere in ihren Augen zu bemerken. Ebenso wenig konnte sie den seltsamen Laut vergessen, den sie in jener Nacht auf dem Balkon gehört hatte.

„Bist du sicher, dass sie bereit ist? Sie wirkt immer noch … verloren“, flüsterte ihre Schwiegermutter außerhalb des Zimmers.

„Sie hat den Tod ihres Kindes akzeptiert“, antwortete der Arzt. „Das ist ein wichtiger Schritt. Ihr Verhalten sollte allmählich wieder normal werden.“

Ihre Schwiegermutter nickte und warf dann einen Blick auf das kleine Stoffkaninchen, das auf dem Bett saß – dasselbe Spielzeug, das Liora zwei Monate lang in den Armen gehalten, gefüttert, gewiegt, neben sich schlafen gelegt und ihr Baby genannt hatte.

„Ich bekomme dieses Bild einfach nicht aus dem Kopf“, sagte Deina, ihre Schwägerin, und verschränkte die Arme. „Sie hat diesen Müll behandelt, als wäre es ein echtes Kind. Sie ließ nicht einmal zu, dass jemand es ihr wegnahm.“

„Halt den Mund“, zischte Sara.

„Was zum Teufel redest du da?“, unterbrach sie eine kalte Stimme von hinten und ließ sie sich umdrehen.

Knox stand dort, sein Gesichtsausdruck eisig. „Sie ist meine Frau.“

Seine Mutter verstummte sofort und stieß Deina leicht an, die mit den Augen rollte.

Drinnen starrte Liora wieder auf den Fernseher. Das Bild von Knox lief noch immer über den Bildschirm. Er war der Mann, den sie geliebt hatte, der Mann, mit dem sie sich ein Leben aufgebaut hatte, und der Mann, der sie jede Nacht in den Armen gehalten hatte, während sie um das Baby weinte, das sie verloren hatten – sogar das Spielzeug mitspielte, als wäre es wirklich ihr gemeinsames Kind.

Sie wandte den Blick vom Bildschirm ab. „Ich möchte meinen Mann sehen.“

Die Tür schwang auf. Knox stand im Türrahmen, seine Hand umklammerte den Rahmen fester. Einen Moment lang bewegte sich keiner von beiden.

Dann durchquerte er den Raum. „Liora …“

Sie sah zu ihm auf. „Knox …“

Er zog sie an sich. Seine Brust hob und senkte sich schwer, während er sie festhielt.

Tränen liefen über seine Wangen. „Ich bin hier“, flüsterte er, während seine Hand auf ihrem Rücken lag und seine Finger sich in einem gleichmäßigen, bedachten Rhythmus bewegten.

Tap.

Tap.

Tap.

„Ich bin hier, Schatz. Es ist alles gut.“

Liora schloss die Augen. Zum ersten Mal seit zwei Monaten fühlte sie sich endlich sicher.

Doch hinter Lioras geschlossenen Augen blieb ein Gedanke bestehen: Mein Baby ist fort.

Und irgendwo tief in ihr begann ein Teil von ihr zu erwachen – entschlossen herauszufinden, was in jener Nacht wirklich geschehen war.

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