Share

KAPITEL 37

Author: Joy Heart
last update publish date: 2026-09-03 05:09:04

Der Priester begann zu sprechen. Seine Stimme hallte durch die hohen steinernen Bögen der Kathedrale.

„Wir sind heute hier versammelt ...“

Ich schloss die Augen. Ich konnte nicht hinsehen. Es fühlte sich an, als würde ich einen Autounfall in Zeitlupe beobachten und ich wäre der Einzige, der versuchte, „Stopp!“ zu schreien, während alle anderen applaudierten.

Naomis POV

Die Männer in den dunklen Anzügen saßen immer noch im Wohnzimmer. Ich konnte hören, wie sie mit leisen Stimmen redeten. Sie hat
Continue to read this book for free
Scan code to download App
Locked Chapter

Latest chapter

  • Schwanger, nachdem der Vertrag beendet war   KAPITEL 130

    Naomis SichtIch schlief in dieser Nacht nicht gut.Nicht, weil ich Angst hatte.Sondern weil mein Kopf einfach nicht zur Ruhe kommen wollte.Die E-Mail kam mir immer wieder in den Sinn.„Eine private Ausstellung …“Diese Worte fühlten sich zu groß an.Zu schwer.Ich lag auf dem Bett und starrte an die Decke. Das Zimmer war ruhig, aber meine Gedanken waren laut.Was, wenn ich scheitere?Was, wenn es ihnen nicht gefällt?Was, wenn … ich doch nicht so gut bin, wie sie denken?Ich drehte mich zur Seite und sah Leo an. Er schlief friedlich, seine kleine Brust hob und senkte sich langsam. Eine seiner Hände lag außerhalb der Decke.Ich streckte die Hand aus und hielt sie sanft.Seine Hand war warm.Weich.Echt.Und plötzlich … wurden meine Gedanken langsamer.„Ich darf nicht schwach sein“, flüsterte ich mir selbst zu.„Nicht jetzt.“Ich schloss die Augen.Auch wenn ich Angst hatte …würde ich trotzdem weitermachen.—Der Morgen kam ruhig.Der Himmel war wie immer grau.Martha war bereits in

  • Schwanger, nachdem der Vertrag beendet war   KAPITEL 129

    Naomis SichtLondon war immer laut.Nicht auf eine Art, die in den Ohren wehtat … sondern auf eine Art, die einem nie erlaubte, zur Ruhe zu kommen.Autos fuhren vorbei.Menschen redeten.Überall waren Schritte zu hören.Sogar die Luft fühlte sich beschäftigt an.Ich stand am Fenster und hielt eine Tasse Tee in der Hand. Das Glas war kalt, aber das Getränk war warm. Der Himmel war wieder grau, als hätte er vergessen, wie man hell wird.„Schon wieder ein kalter Tag“, sagte Martha hinter mir.Ich drehte mich ein wenig um und lächelte. „Ich glaube, diese Stadt mag die Sonne nicht.“Martha lachte leise. „Oder die Sonne ist hier einfach schüchtern.“Ich antwortete nicht. Ich sah wieder nach draußen.Die Menschen eilten bereits zur Arbeit. Niemand sah den anderen an. Niemand kümmerte sich darum, wer du warst oder woher du kamst.Und irgendwie … gefiel mir das.Hier war ich nicht „das Mädchen aus dem Ashford-Haus“.Hier war ich einfach … Naomi.Nur ich.„Denkst du schon wieder nach?“, fragte

  • Schwanger, nachdem der Vertrag beendet war   KAPITEL 128

    Lucas' SichtDer Esstisch war noch immer voller Essen.Nachdem Valentina wütend hinausgestürmt war, rührte niemand das Essen mehr an.Das Geräusch ihrer Absätze, die über den Boden schlugen, hallte noch immer in meinem Kopf nach, obwohl sie längst gegangen war. Meine Mutter saß schweigend da, aber ich konnte es in ihren Augen sehen … sie bereute ihre Worte nicht. Charlotte tat so, als würde sie auf ihrem Handy scrollen, aber von Zeit zu Zeit sah sie mich an.Und ich?Ich saß einfach nur da.Ich bewegte mich nicht.Ich sprach nicht.Ich fühlte mich … leer.Nicht wütend.Nicht traurig.Einfach leer.Als wäre etwas in mir schon vor langer Zeit gestorben.„Lucas …“, sagte meine Mutter schließlich und durchbrach die Stille. Ihre Stimme war sanft, aber sie hatte Gewicht. „Du solltest mit deiner Frau reden.“Langsam hob ich den Blick und sah sie an.Frau.Dieses Wort fühlte sich in meiner Brust seltsam an.Schwer.Kalt.Ich antwortete ihr nicht. Ich stand einfach langsam auf.Der Stuhl gab e

  • Schwanger, nachdem der Vertrag beendet war   KAPITEL 127

    Evelyns POVDas Abendessen an diesem Abend fühlte sich nicht wie ein Abendessen an.Es fühlte sich wie ein Treffen an.Ein kaltes Treffen.Der Tisch war lang, poliert und wie immer perfekt. Das Essen war teuer, gut zubereitet und wunderschön angerichtet. Jeder, der von außen zusah, würde denken, diese Familie hätte alles.Aber als ich dort saß … konnte ich es spüren.Etwas stimmte nicht.Sogar die Luft fühlte sich angespannt an.Lucas saß bereits da. Sein Gesichtsausdruck war wie immer ruhig, aber ich hatte lange genug gelebt, um zu wissen, wann Ruhe kein Frieden bedeutete. Seine Stille in diesen Tagen war nicht normal. Sie war schwer, wie bei einem Mann, der etwas mit sich herumträgt, das er nicht loslassen will.Valentina kam einige Minuten später herein. Sie sah wie immer wunderschön aus, trug ein eng anliegendes Kleid und hatte ihr Haar perfekt frisiert. Aber ihr Gesicht … ihr Gesicht war anders.Man sah die Anspannung darin.Sie setzte sich neben Lucas, ohne ihn anzusehen.Allein

  • Schwanger, nachdem der Vertrag beendet war   KAPITEL 126

    Evelyns POVDer Morgen fühlte sich viel zu still an.Nicht wie die friedliche Stille. Nein. Diese hier fühlte sich schwer an … als würde etwas passieren.Ich saß mit einer Tasse Tee im Wohnzimmer, aber ich trank nicht davon. Der Tee war schon vor langer Zeit kalt geworden.Meine Augen waren auf den Fernseher gerichtet.Die Nachrichten liefen.Zuerst ging es nur um geschäftliche Themen. Aktien. Unternehmen. Zahlen.Dann plötzlich … sah ich es.Ein Bild meines Sohnes.Lucas Ashford.Und neben ihm … Valentina.Meine Finger schlossen sich fester um die Tasse.„Mach die Lautstärke höher“, sagte ich scharf.Das Dienstmädchen nahm schnell die Fernbedienung.„Ja, gnädige Frau.“Der Ton erfüllte den Raum.„…die Familie Ashford dominiert weiterhin die Geschäftswelt“, sagte der Reporter mit einem Lächeln. „Doch immer mehr Menschen beginnen, Fragen über die Zukunft der Familie zu stellen – besonders über die Frage nach einem Erben.“Mein Herz setzte kurz aus.Ich beugte mich langsam nach vorne.D

  • Schwanger, nachdem der Vertrag beendet war   KAPITEL 125

    Naomis SichtDer zweite Tag fühlte sich schwieriger an als der erste.Ich weiß nicht warum.Vielleicht, weil die Aufregung von gestern verschwunden war.Gestern fühlte sich alles neu und hell an. Ich hatte keine Zeit, zu viel nachzudenken. Ich war einfach in Bewegung … und versuchte nur, mitzuhalten.Aber heute …Mein Kopf war voller Gedanken.Voller Erinnerungen.Voller stiller Angst.Ich wachte früh auf, noch vor Martha und Leo. Das Zimmer war noch dunkel, aber ich konnte nicht mehr schlafen.Langsam setzte ich mich auf und sah Leo an.Diesmal schlief er auf dem Rücken, eine Hand über seinem Kopf. Seine kleinen Finger bewegten sich ein wenig, als würde er träumen.Ich lächelte.„Wovon träumst du?“, flüsterte ich.Ich beugte mich näher zu ihm und küsste seine Stirn.Er wachte nicht auf.Gut.Er brauchte Ruhe.Nach allem, was er durchgemacht hatte … verdiente er Frieden.Ich stand leise auf und ging zum Fenster.London war bereits wach.Autos fuhren.Menschen gingen schnell.Niemand w

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status