LOGINKapitel 39: (Selene's POV)Ryders Augenbrauen zogen sich so tief zusammen, dass sich eine gefährliche Falte auf seiner Stirn bildete. Die Worte seines Assistenten schienen sekundenlang in der Luft zu hängen, bevor das volle Ausmaß der Erkenntnis in seinem Verstand einschlug.Maison de Vance. Vespera Vance.Endlich ergab der Name einen Sinn. Vance. Es war ihr Name. Es war ihr Netzwerk. Der Name verankerte sich mit einem Mal wie eine brennende Tätowierung in seinem Kopf. Warum stolperte er in letzter Zeit ständig über alles, was dieser mystöresen Schattenkönigin gehörte? Jedes Mal, wenn er nach einer Spur suchte oder versuchte, ein Territorium zu übernehmen, stieß er auf ihren Namen.„Verdammt noch mal!“, brüllte Ryder in reiner, ungezähmter Wut. Seine Baritonstimme schlug gegen die Kristallkronleuchter an der Decke und ließ das Glas gefährlich klirren.Ich stand wenige Schritte entfernt und verbarg ein leises, amüsiertes Lächeln hinter meinem gesenkten Kopf. Es war eine köstliche Iron
Kapitel 38: Die schrille Stimme der Empfangsdame prallte von den polierten Marmorböden der *Maison de Vance* ab und schnitt wie eine rostige Klinge durch die sanfte klassische Musik.Meine Finger zuckten in den Taschen meines Trenchcoats. Mein Lycan-Alpha-Blut hummte unter meiner Haut und flehte mich an, ihr das arrogante Lächeln direkt aus dem Gesicht zu reißen. Es würde weniger als eine Sekunde dauern, ihr die Kehle zu zermalmen, aber ich konnte es nicht tun. Ich konnte es auch nicht riskieren, meinen Stellvertreter Dante anzurufen. In dem Moment, in dem Dante diese Boutique betreten und sich vor mir verneigen würde, wäre meine gesamte Tarnung als Vespera Vance noch vor Beginn der Gala dahingeschmolzen.Also blieb ich ruhig stehen, bewahrte einen völlig gelassenen Gesichtsausdruck und ließ sie ihre pathetischen Beleidigungen ausspucken.„Ich habe gesagt, verschwinde!“, zischte die Empfangsdame, machte einen Schritt näher und hob die Hand, um den Sicherheitskräften nahe dem Glaseing
Kapitel 37: (Unknown POV)Der Regen in London fiel in unaufhörlichen, eisigen Salven und ließ die aufragende Silhouette des Wolkenkratzers aus Glas mit Blick auf die Themse verschwimmen. Hoch über dem Betonlabyrinth der Stadt, in einem geräumigen, dämmrig erleuchteten Eckbüro aus dunklem Mahagoni und bodentiefem Glas, erfüllte das leise Summen eines tiefen Jazz-Tracks die warme Luft.Ein schweres Kristallglas mit Cognac stand auf der Kante eines polierten Schreibtisches aus Obsidian. Daneben lag eine dicke, physische Akte in dunklem Leder, versehen mit dem vertraulichen Siegel einer elitären internationalen Geheimdienstagentur.Eine Frau saß zurückgelehnt in einem weichen Ledersessel, ein langes Bein über das andere geschlagen, während ihr maßgeschneiderter Samtanzug ihrem Körper mit scharfer, müheloser Präzision passte. Ihre manikürten Finger, deren Nägel in tiefem Karminrot lackiert waren, schwenkten die bernsteinfarbene Flüssigkeit gedankenversunken in ihrem Glas und beobachteten,
Kapitel 36: (Selene's POV)Die Ledersitze der Luxuslimousine summten in einer angespannten, vibrierenden Stille, während wir in das hochklassige Modeviertel der Stadt fuhren.Nathan saß neben mir auf der Rückbank, ein Glas Bourbon in der Hand, seine Augen bohrten sich mit einer dunklen, erstickenden Intensität in meine Profilseite. Der Fahrer war durch eine dicke Trennscheibe von uns isoliert, sodass wir in einer stillen, giftigen Luft gefangen waren.„Wo warst du letzte Nacht?“, fragte Nathan plötzlich, seine Stimme fiel in ein tiefes, raues Knurren.Ich hielt meine Hände im Schoß gefaltet, starrte aus dem getönten Fenster auf die vorbeiziehenden Wolkenkratzer und zwang meinen Gesichtsausdruck, ruhig und neutral zu bleiben. „Ich weiß nicht, was du meinst, Nathan.“„Spiel nicht die Dumme mit mir!“, schnauzte er, packte mein Kinn grob und drehte mein Gesicht zu sich herum. Sein Griff war fest, seine Finger gruben sich in meine Haut. „Ich bin in unser Zimmer zurückgekehrt, nachdem... n
Kapitel 35:(Selene's POV)Der nächste Morgen begann mit der gewohnten, trügerischen Stille des Blackwood-Anwesens.Als das erste gräuliche Sonnenlicht durch die riesigen Buntglasfenster des Ostflügels brach, war ich längst aus Ryders Bett geschlüpft. Ich hatte meine Uniform zurechtgezupft, mein Haar fest zurückgebunden und die Rolle des unscheinbaren Dienstmädchens wieder übergestreift wie eine zweite Haut. Niemand aus der Dienerschaft hatte bemerkt, wie ich im Morgengrauen durch die schattigen Korridore zurück in die Bedienstetenquartiere geschlichen war.Um Punkt acht Uhr morgens trat ich in den großen Speisesaal, ein schweres silbernes Tablett mit dem Frühstück der Familie in den Händen.Die Familie Blackwood war bereits versammelt. Alistair saß an der Spitze der langen Tafel in seinem Rollstuhl, die Stirn in tiefe Falten gelegt, während er die Morgenpresse durchsah. Mrs. Blackwood nippte schweigend an ihrem schwarzem Kaffee. Ryder saß auf der rechten Seite, gekleidet in einen maß
Kapitel 34: Genieße den Frieden, solange er anhält(Selene's POV)Die schwere Eichentür schlug hinter uns zu, und das Schloss rastete mit einem scharfen, metallischen Knacken ein, das durch die Stille von Ryders Gemächern hallte.Der Raum lag im dämmrigen Schein der Stadtlichter, die durch die bodentiefen Fenster fielen. Schatten erstreckten sich über den Holzfußboden, dunkel und schwer, passend zu dem gefährlichen, erstickenden Druck, der von dem Mann ausging, der nur einen Meter von mir entfernt stand.Ryder ging nicht zu seinem Schreibtisch. Er schenkte sich keinen Drink ein. Er stand einfach da, seine breite Brust hob und senkte sich in tiefen, unregelmäßigen Atemzügen, während er mich überragte. Seine dunkelblauen Augen brannten sich in meine mit einer Intensität, die sich wie ein körperliches Gewicht anfühlte. Das karminrote Glühen in seinem Blick war zurückgewichen, aber die rohe, unberechenbare Alpha-Wut, die ihn dazu gebracht hatte, Nathans Kiefer zu zertrümmern, vibrierte im







