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Kapitel 20

Penulis: Sascha Dahl
Am nächsten Vormittag brachte Selina Lina zur Kita, machte einen kurzen Abstecher in den Supermarkt – Gewürze.

Als alles bereit war, fuhr sie nach oben – zu Kai.

Erst gestern hatte sie erfahren, dass er direkt über Sophie wohnte.

Den Türcode hatte er ihr schon geschickt.

Sie gab den Code ein und trat ein.

Der Grundriss war fast identisch mit Sophies Wohnung darunter. Aber der Unterschied war gewaltig. Sophie – jedes Detail liebevoll, warm, Zuhause. Kai: Schwarz, Weiß, Grau. Streng reduziert, fas
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    „Herr Hartmann – was für eine Überraschung!“Lucas’ Gesicht verzog sich zu einem breiten Lächeln, sofort eilte er auf Kai zu.Kai nickte knapp, distanziert – doch das tat Lucas’ Elan keinen Abbruch.„Herr Hartmann, ich bin Ihnen noch was schuldig. Vor ein paar Tagen rief einer Ihrer Anwälte an – der Tipp hat mir den Hals gerettet. Sonst wär mein Geschäft am Hafen geplatzt.“Vor ein paar Tagen? Ein Anruf?Selina stockte. Die Kabine. Seine Nachricht. Dann Lucas’ Handy. Das war an dem Tag?„Herr Burgstaller, am Hafen sind auch ein paar Freunde von mir unterwegs. Ihre letzten Schritte waren … etwas zu forsch.“ Seine Stimme blieb sachlich – und doch lag ein unsichtbarer Druck darin. „Nur ein Hinweis: Geschäft ist Geschäft, das versteht jeder. Aber es gibt Linien, die man besser nicht überschreitet. Die Folgen wären sonst … schwer kalkulierbar.“Lucas’ Miene verfinsterte sich.Er hatte sich einiges erlaubt – Geschäfte jenseits der Legalität, gedeckt vom langen Arm seines Vaters, des Oberbürg

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    Dr. Pohl kümmerte sich um Selinas „Wunde“, desinfizierte sie und trug eine kühlende Salbe auf.Nach diesem ganzen Aufruhr war Selina völlig erschöpft und wollte nur noch weg. Sie probierte hastig ein Kleid mit Blumenstickerei – es saß ganz passabel – und bat die Verkäuferin, es in die Villa am Grünen Hang liefern zu lassen.Als Selina ging, saß Kai immer noch unten und half Yasmin bei der Kleiderwahl.Sie verstand es nicht. Er hatte eine Freundin – warum kümmerte er sich immer noch so sehr um sie?Glück gehabt. Diesmal.Drei Tage später war es so weit: die Geburtstagsfeier von Frau Adlerstein.Die nächsten drei Tage ließ Selina sich täglich Videos von Lina schicken. Sie vermisste ihre Tochter – ja. Aber vor allem suchte sie nach Hinweisen. Ein Fensterausschnitt, ein Straßenschild, irgendetwas, das ihr verriet, wo Lucas Lina versteckt hielt.Doch Lucas war vorsichtig. Die Videos zeigten nichts – keine Umgebung, keine Spur.Selina wusste nicht weiter. Und mit jeder Stunde wuchs die Angst

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    „Kai – hast du völlig den Verstand verloren?“ Selina geriet in Panik, ihre Stimme ein scharfes Zischen. „Raus mit dir! Sofort!“„Wer von uns ist hier verrückt?“ Kai starrte sie an, seine Stimme rau, kaum gezügelt. „Er misshandelt dich, betäubt dich, schleift dich ins Bett eines anderen Mannes – und so einem Stück Dreck willst du nicht den Laufpass geben?“„Das geht dich nichts an! Raus jetzt!“Selina stemmte die Hände gegen seine Brust – er rührte sich keinen Millimeter. Hinter ihm der schwere Samtvorhang. Er versperrte ihr den Weg. Versperrte sich selbst den Rückzug.„Was ist so besonders an Lucas? So sehr liebst du ihn?“ So sehr, dass du ihm verzeihst, was er dir angetan hat? Dass du hinnimmst, wie er deine Ehe schändet?“Selina, zugleich aufgebracht und verzweifelt: „Kai – mit welchem Recht stellst du mich zur Rede? Zwischen uns gibt es längst nichts mehr!“„Mit welchem Recht? Hast du das vergessen? Ich bin dein Liebhaber.“ Er trat näher. Sein Schatten fiel auf sie, sein Atem streif

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    Kai trug einen makellosen, maßgeschneiderten schwarzen Anzug, der seine stattliche und attraktive Figur betonte.An seiner Seite ging Yasmin in einem langen, schwarzen Samtkleid, das sie wie das perfekte Paar aussehen ließ.Wie klein die Welt doch war.Selina wollte nicht gesehen werden. Sie drehte sich weg – zu spät. Kais Blick hatte sie schon erfasst. Yasmin folgte seinem Blick. Dann sah sie Selina.„Kai, ist das nicht die Haushaltshilfe, die neulich bei dir gekocht hat?“ Ein kurzes Zögern, dann trat sie auf Selina zu. „Was machst du denn hier?„Ich …“Die Boutique für Abendmode in Burgbach war bekannt für ihre Exklusivität. Ein Kleid hier – unbezahlbar für eine Haushaltshilfe.Selina suchte nach einer Ausrede. Da trat die Verkäuferin an sie heran. „Frau Burgstaller, der Designer dieses Kleides ist zufällig oben. Soll ich ihn holen? Er könnte Ihnen das Konzept erklären.“„Nicht nötig, danke.“„Frau Burgstaller?“ Yasmins Miene veränderte sich. „Sie sind Frau Burgstaller? Warum arbeit

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