MasukKAPITEL 20ROWANDrei Tage später kamen die Wachen genau zu der Uhrzeit an meine Tür, die auf der Einladung angegeben war. Ihre Mienen waren unter den kunstvollen silbernen Masken, die das Thema des Balls kennzeichneten, so ausdruckslos wie immer, und ich folgte ihnen ohne einen einzigen Protest durch die gewundenen Korridore, weil Widerstand ohnehin sinnlos gewesen wäre. Mein Herz schlug etwas schneller, als ich zugeben wollte, als wir uns den Türen des großen Ballsaals näherten. Mit jedem Schritt wurden die Musik und das Lachen lauter. Der Anzug, den Dante geschickt hatte, passte perfekt. Die schwarze Seide schmiegte sich auf eine Weise an meinen Körper, durch die ich mich zugleich elegant und entblößt fühlte, als würde ich allen zur Beurteilung vorgeführt. Ich richtete die Samtmaske ein letztes Mal, bedeckte damit die obere Hälfte meines Gesichts und hoffte, dass sie die Nervosität verbarg, die in meinen Augen flackerte.Als die gewaltigen Türen aufschwangen, traf mich der Anblick
KAPITEL 19DANTEIch saß am Kopf des Obsidiantisches im Kriegsraum, meine Brüder und mein Cousin Alastair um mich herum, während Nyra am anderen Ende mit ihrer perfekten Haltung und ihren berechnenden Augen stand. Der Raum war schwer von Spannung erfüllt, denn die Bedrohungen waren schlimmer geworden, und wir alle wussten, dass der Maskenball in drei Tagen der perfekte Zeitpunkt für einen Angriff sein könnte. Fackelschein flackerte über die eingravierte Karte von Varynia vor uns, und ich hielt meinen Gesichtsausdruck vollkommen kalt und beherrscht, als die Besprechung begann.„Dann schlagen wir zuerst zu“, sagte Lucien, seine Stimme schnitt wie eine Klinge durch die schwere Stille.Kades tiefes Grollen folgte unmittelbar nach Luciens Worten. „Sie testen uns. Jede Nacht. Wir können nicht warten.“Alastair beugte sich auf seinem Sitz nach vorn und sah mich direkt an. „Dante, die Zahlen sind bestätigt. Dreifache Truppenstärke. Söldner von den Inseln. Attentäter der Schatten-Gilde. Sie um
KAPITEL 18ROWANIch muss irgendwann eingeschlafen sein, nachdem Lucien gegangen war. Die Bücher lagen überall um mich herum auf dem Bett verstreut wie kleine, verräterische Geheimnisse, und dieses schmutzige Buch, Eternal Bonds, lag noch immer offen auf meiner Brust. Die Seiten waren zerknittert davon, wie fest ich sie beim Lesen umklammert hatte. Mitten in einem weiteren heißen Kapitel waren meine Augen immer schwerer geworden. Die schmutzigen Worte waren ineinander verschwommen, bis nur noch pure Hitze und Fantasie übrig geblieben waren und der Schlaf mich schließlich vollständig übermannte.Der Traum begann beinahe unschuldig. Oder zumindest so unschuldig, wie alles sein konnte, was mit den Varyn-Königen zu tun hatte.Ich lag in einem dunklen, luxuriösen Raum. Seidenlaken fühlten sich kühl und glatt auf meiner vollkommen nackten Haut an. Ich war nackt. Vollkommen entblößt. Mein Körper bäumte sich von selbst auf, als starke Hände mich überall gleichzeitig berührten – raue, selbstsi
KAPITEL 17DANTEDie Erinnerung an Rowan Hales Gesicht hatte sich wie ein Splitter unter meine Haut gebohrt, den ich nicht herausbekam.Dieser Blick im Korridor – das Kinn aus meinem Griff gerissen, die Augen voller reinem, ungefiltertem Hass, während Blut durch sein Hemd sickerte. Die Lippen zu einer schmalen, trotzigen Linie zusammengepresst. Der Körper zitternd vor Schmerz, Erschöpfung und den fünfundzwanzig Hieben, die ich selbst angeordnet hatte … und trotzdem hatte er nicht gebettelt. Kein einziges Mal.Nicht eine einzige Bitte.Und genau das war das Problem.Ich hasste ihn dafür.Ich hasste es, wie es mein Blut heißer werden ließ, wie mein Schwanz sich bei dem Gedanken augenblicklich verhärtete und schmerzhaft gegen die Vorderseite meiner Hose drückte, während ich in der Stille meines Arbeitszimmers saß. Berichte über Sicherheitsverletzungen lagen offen vor mir, doch die Worte verschwammen. Ich konnte nur ihn sehen – schlank, blass, wütend. Schön auf eine Art, die in mir den Wu
KAPITEL 16ROWANLangsam regte ich mich, mein Körper zog mich aus dem tiefsten Schlaf, den ich seit Monaten gehabt hatte. Meine Augen flatterten auf, als sanftes Nachmittagslicht durch die schweren Vorhänge drang. Der Raum fühlte sich … anders an. Wärmer. Schwerer. Dieser Duft lag noch immer überall in der Luft – Kiefer, Rauch und etwas so dunkel Männliches, dass sich mein Magen zusammenzog.Kade.Er war weg. Das Bett neben mir war inzwischen kalt, doch seine Gegenwart lag noch überall. Sein Arm hatte eine Delle im Kissen hinterlassen, und die Laken rochen genau nach ihm. Ich konnte nicht anders. Ich vergrub mein Gesicht darin und atmete tief ein, während mein Herz raste.Gott, warum riecht er nur so verdammt gut? Wie pure Gefahr, eingehüllt in Geborgenheit. Ich könnte so leicht süchtig danach werden. Nein. Hör auf, Rowan. Er ist einer von ihnen. Schweigsam. Furchteinflößend. Viel zu intensiv.Ich biss mir fest auf die Unterlippe, während Hitze meinen Hals hinaufkroch und die Erinneru
KAPITEL 15ROWANNyra rappelte sich als Erste vom Boden auf und strich mit zitternden Händen ihr zerrissenes Kleid glatt. Ihre Wange leuchtete rot von meiner Ohrfeige, ihr Haar war zerzaust und ihr Make-up verschmiert. Sie richtete sich schnell auf, hob das Kinn und begann zu sprechen, noch bevor ich überhaupt wieder richtig zu Atem gekommen war.„Eure Majestät“, sagte sie hastig, ihre Stimme trotz ihres Zustands ruhig. „Diese unverschämte Beta hat mich ohne jeden Grund angegriffen. Ich ging lediglich durch die Flure, als er sich wie ein wildes Tier auf mich stürzte. Als Leiterin des Strategischen Nachrichtendienstes habe ich mich verteidigt, aber er hat unfair gekämpft. Er hat in diesen heiligen Korridoren nichts verloren.“Ich stemmte mich vom Marmorboden hoch, mein Rücken schmerzte von dem Sturz, während die Kratzer an meinen Armen und meinem Hals brannten. Warmes Blut rann aus einem Schnitt an meiner Lippe. Ich starrte sie an, schwer atmend.„Lügnerin“, fauchte ich. „Du hast angef







