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Seine geheime Frau, schwanger im 8. Monat

Seine geheime Frau, schwanger im 8. Monat

By:  SüdzweigCompleted
Language: Deutsch
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Im achten Monat schwanger – mein Mann, der Ermittlungspolizeichef, hatte endlich Zeit gefunden, mich zum ersten Mal zur Vorsorgeuntersuchung ins Krankenhaus zu begleiten. Doch kaum hatten wir das Krankenhaus betreten, da vibrierte sein satellitengesichertes Notfalltelefon heftig. Der Name des Anrufers flackerte nur kurz auf – doch mein sonst so gelassener Mann erstarrte sofort. „Schatz, roter Alarm. Ein international gesuchter Flüchtiger ist ins Land eingedrungen. Es tut mir leid … ich …“ Voller Angst und mit jener unnachgiebigen Entschlossenheit, die nur jemand mit hoher Autorität besitzt, entschuldigte er sich hastig und verschwand. Ich starrte dem Heck seines Geländewagens nach, bis er davonbrauste. Meine Fingernägel hatten längst den Untersuchungsbericht zerkrümelt. Mit hochgeschwollenem Bauch hielt ich ein Taxi an und sagte schnell: „Fahrer, dem Wagen da voraus.“ Hä? Roter Alarm? Was für eine lächerliche Lüge. Selbst das Staatssicherheitsamt, in dem mein Vater arbeitet, hatte keine entsprechende Meldung erhalten. Was für einen dringenden „Flüchtigen“ soll ein bloßer Hilfsermittler bitte eigenhändig jagen? Ich will nur sehen, welcher „hohe Vorgesetzte“ es so eilig hat, ihm „Befehle“ zu erteilen.

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Chapter 1

Kapitel 1

Kaum hatte ich die zwei Worte „Ehebruch“ ausgesprochen, trat der Fahrer aufs Gas und holte Lukas Berger ein.

Ich wusste nicht, wen Lukas Berger treffen wollte, doch mein Bauchgefühl jagte mir Angst ein.

Doch dann, nach vielen Kurven, hielt das Auto schließlich vor der Villensiedlung der Polizeibehörde.

Mit einem Mal atmete ich erleichtert auf. Gut, kein Hotel.

Dieser Ort war die Wohnanlage, die die Dienststelle ihren hochrangigen Beamten zuteilte. Auch Lukas Berger hatte eine Villa bekommen.

Vor meiner ersten Schwangerschaft hatte ich kurz ein paar Monate hier gewohnt. Die Nachbarn waren alle sehr freundlich.

Doch jetzt sah ich schon von weitem, wie vor unserem Haus teure Autos Schlange standen und es geschmückt war mit Lichtern und Girlanden.

Verwirrt fragte ich mich: Was ist heute für ein wichtiger Tag?

Ich wollte gerade hineingehen, als mich der Pförtner aufhielt:

„Wohnanlage der Polizeibehörde. Unbefugten ist der Zutritt verboten.“

Ich erstarrte kurz, lächelte und erklärte: „Ich bin die Frau von Polizeichef Lukas Berger, der gerade hereingegangen ist.“

Doch der Pförtner sah mich nur mit verächtlichem Blick an.

„Die Frau von Polizeichef Berger ist Frau Saskia Sommer. Wer sind Sie? Bevor Sie jemanden nachahmen, sollten Sie sich erst einmal richtig informieren.“

Für einen Augenblick stand ich wie versteinert.

Saskia Sommer – jene lebende Blutspende, die Lukas Berger für mich organisiert hatte …

Dann riss ich mich los, ignorierte den Widerstand des Pförtners, stemmte meinen dicken Bauch nach vorn und stürmte zur Villentür.

Dort sah ich: In der großen Halle, zwischen duftenden Kleidern und schimmernden Gästen, lauter Prominente und Würdenträger, lautes Lachen und Geschwätz.

Meine Schwiegermutter Brigitte Berger, die sonst immer Ruhe und Abgeschiedenheit suchte, war ungewöhnlich gesprächig unterwegs.

Und mein Ehemann Lukas Berger – er gab einem Kind die Flasche, etwas, das er noch nie getan hatte, und lächelte glücklich mit einer zierlichen Frau an seiner Seite.

Diese Frau war Saskia Sommer …

Mit einem Mal fühlte es sich an, als würde eine riesige Hand mein Herz umklammern. Ich konnte kaum atmen.

Tränen liefen unkontrolliert über mein Gesicht.

Bei meiner ersten Schwangerschaft hatte Lukas Berger Angst, dass wegen meiner seltenen Blutgruppe etwas passieren könnte. Er hatte das ganze Land durchsucht, um für mich eine lebende Blutspende zu finden – das war Lena Klein, damals noch eine arme Studentin.

Nach der Geburt unseres Kindes sagte er, er würde sie wegschicken.

Aus Mitleid ließ ich Saskia Sommer bleiben. Sie bekam eine Stelle als Bürokraft bei der Polizeibehörde. Ich schickte ihr sogar oft über Lukas Berger Stärkungsmittel.

Aber ich hätte nie gedacht, dass Lukas Berger mit ihr fremdgehen würde und sie hier in dieser Villa untergebracht hätte.

Denn diese Villa – sie war unsere Hochzeitsvilla. Lukas Berger hatte sie nach seiner Beförderung zum Dienststellenleiter liebevoll für mich einrichten lassen.

Nur dass sie zu weit vom Krankenhaus entfernt lag. Weil Lukas Berger sich in meiner Schwangerschaft Sorgen machte, kauften wir eine neue Wohnung neben dem Krankenhaus und zogen aus.

Und aus dieser Villa wurde so deren offizielles Zuhause als „Ehepaar“.

Und sie hatten sogar schon ein Kind bekommen …

„Glückwunsch, Polizeichef Berger! Eine tüchtige Frau und jetzt auch noch einen Sohn bekommen – Sie sind wirklich der Gewinner des Lebens!“

„Ach, Saskia hat eben das Glück, sich mit Lukas Berger einen so liebevollen Ehemann ausgesucht zu haben – zum Neidischwerden!“

Neben mir klopfte die Frau des stellvertretenden Dienststellenleiters meiner Schwiegermutter auf die Hand und schmeichelte.

Meine Schwiegermutter Brigitte Berger hatte ein zufriedenes Funkeln in den Augen, als sie Saskia Sommer ansah, und prahlte:

„Dass mein Sohn eine so gute Schwiegertochter wie Saskia heiraten konnte, das ist sein Glück.“

Kaum hatte sie das gesagt, beugte sich Lukas Berger ungeniert vor allen Gästen zu Saskia Sommer und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Ich weiß nicht, was er sagte.

Saskia Sommer lächelte verschämt, dann erhob sie ihr Glas und sagte zu den Gästen:

„Ich hatte nur Angst, dass ich in der Dienststelle Lukas‘ Ansehen schaden könnte – deshalb haben wir es nicht öffentlich gemacht. Bitte nehmen Sie es mir nicht übel.“

„Heute hat mein Kind Geburtstag. Trinken Sie ruhig ein paar Gläser mehr – betrachten Sie es als nachgeholten Hochzeitswein.“

Weil Saskia Sommer ihr Gesicht so gut wahrte, lächelten alle und machten Komplimente.

„Wie könnten wir es der Frau des Polizeichefs übelnehmen? Wir haben sogar noch vergessen, ‚Herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit‘ zu sagen!“

„Also, ich finde, ihr solltet heute noch einmal Braut und Bräutigam spielen!“

Lukas Bergers Untergebene stimmten sofort ein. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt.

Saskia Sommer tat verlegen und wollte zurückweichen, doch Lukas Berger griff nach ihrer Taille und hob den Arm zum Armschwur.

Doch genau als sie trinken wollten, traf sein Blick mich – draußen vor der Tür.

Der Mann stieß die Frau in seinen Armen von sich. Saskia Sommer erschrak, und der Rotwein verschüttete sich über ihr ganzes Kleid.

„Sandra …“

Ich wischte mir mit einer Hand die Tränen aus den Augen, stemmte meinen dicken Bauch nach vorn, ging schnell auf ihn zu, hob die Hand – und schlug zu.

"Klatsch!"

Der helle Klang der Ohrfeige ließ die ganze Halle in eisiges Schweigen fallen.

„Lukas!“

Saskia Sommer verdrehte die Augen, fiel gegen Lukas Berger und schrie mich an: „Sandra Bergmann – wie kannst du es wagen –!“

„Klatsch –!“

Noch eine Ohrfeige. Ihre Gesichtshälfte schwoll sofort an, sie taumelte und fiel Lukas Berger in die Arme, schluchzte gekränkt.

Ich schüttelte meine taube Hand.

„Sandra …“ Lukas Berger wollte gerade losschreien.

„Lukas Berger –!“

Doch ich schrie noch lauter. Ich drehte den Kopf, starrte ihn kalt an.

„Das ist also dieser ‚rote Gesuchte‘, den du fangen musst!!“
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