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Seite zweiundvierzig

Author: Beauty-gid
last update publish date: 2026-08-11 16:12:50

Der verblasste Lieferwagen holperte über eine tiefe Bodenwelle und schickte eine dumpfe Vibration durch die rostigen Bodenplatten. Lottie griff instinktiv nach unten und hielt Timothys Oberkörper fest, damit die Bewegung seine Schulter nicht zusätzlich belastete. Er stieß einen leisen, flachen Atemzug gegen ihr Knie aus, doch seine Augen blieben geschlossen. Seine Hand lag noch immer auf ihrem Handgelenk, seine Finger schlaff und kalt.

Draußen, hinter der mit Schlamm bespritzten Windschutzschei
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  • Seine wunderschöne Besessenheit von nebenan   Der Takt der Heimat

    Drei Wochen waren vergangen, seit die Glocken über dem Anger geläutet hatten, und die Sommersonne hatte sich warm und sanft über Oakridge gelegt.Der wilde Klee an den Zäunen stand hoch und duftend, umschwärmt von dicken Hummeln aus Mrs. Gables Bienenstöcken. Unten am Weg war der Schlamm der Frühjahrsschmelze längst vergessen, festgefahren zu trockenem, hellem Kies durch die Fuhrwerke, die von High River über den Pass kamen. Der Ort bewegte sich in einem ruhigen, stetigen Rhythmus, und oben in der Glockenstube schlug die Rathausuhr jede einzelne Stunde, ohne auch nur einen einzigen Takt zu versäumen.Im Laden von Skylar & Kings fiel das Morgenlicht durch die saubere Scheibe des vorderen Fensters und warf breite Bahnen aus goldenem Licht über die Kieferndielen.Die schwere Kirschholzwandbank, die Timothy aus dem Holz des alten Miller gehobelt hatte, stand mitten im Raum. Ihre tiefrote Maserung nahm bereits jenen feinen, weichen Glanz an, der nur durch die tägliche, ehrliche Arbeit ents

  • Seine wunderschöne Besessenheit von nebenan   Die Trauung am Glockenturm

    Der Samstag brach an, ohne dass auch nur ein Hauch von Bergwind die Nadeln der Hemlocktannen regte.Der Himmel über Oakridge leuchtete in jenem tiefen, reinen Blau, das sich erst zeigt, wenn die Kälte des Winters endgültig vergangen ist. Unten auf dem Dorfanger war das Gras trocken, weich und von kleinen weißen Kleeblüten durchsetzt. Zwei Dutzend Kirchenbänke aus Holz waren in den Sonnenschein getragen und in einem ruhigen Halbkreis direkt im Schatten des hohen Rathausturms aufgestellt worden.Oben im vorderen Raum des Uhrenladens stand Timothy vor dem kleinen Wandspiegel, während seine Finger mit dem dunklen Kragen seines sauberen Wollanzugs rangen.Der Rock war aus anthrazitfarbener Wolle geschneidert, sauber gebürstet und fleckenlos, weit geschnitten für seine breiten Schultern. Es war keine feine Seide aus der Stadt, sondern ehrlicher, fest gefügter Stoff, der nach Zeder und Seife roch.Owen saß auf der Kante der Werkbank und ließ seine geputzten Stiefel baumeln. Der Junge trug ei

  • Seine wunderschöne Besessenheit von nebenan   Die Zusammenkunft bei Mrs. Gable

    Sie waren noch keine zwei Schritte an den Fliederbüschen vorbei, als die hintere Fliegengittertür mit einem lauten Schlag aufsprang.Owen stolperte die Stufen der Veranda hinab, von seiner Angelrute war weit und breit nichts zu sehen. Sein Gesicht war rot angelaufen, sein sandfarbenes Haar stand wild ab, und er grinste so breit, dass seine Zähne im Sonnenlicht wie weiße Kieselsteine aufblitzten."Hat sie Ja gesagt?", brüllte Owen über den Hof und scherte sich nicht im Geringsten darum, wer auf dem Weg mithören konnte. "Timothy! Miss Lottie! Hat sie den Ring genommen?"Lottie konnte das Lachen nicht zurückhalten, das aus ihrer Brust aufstieg. Sie hob die linke Hand, und das Licht des Nachmittags fing den Kupferreif und den blassgrünen Bachkiesel ein.Owen blieb mitten im Klee stehen, stieß einen Jubelschrei aus, der drei Spatzen aus der Dachrinne aufscheuchte, und warf seine Mütze geradewegs in die Luft."Ich wusste es!", rief Owen, fing die Mütze an der Kappe auf und rannte auf sie zu

  • Seine wunderschöne Besessenheit von nebenan   Sonntag am Black Pine Creek

    Das Mittagsgeschirr war gespült, abgetrocknet und sauber im Kiefernschrank verstaut, noch ehe das Geläut der Nachmittagskirche verklang.Owen schlüpfte mit einer alten Angelrute und einer Wurmdose aus der Vordertür und pfiff leise vor sich hin, während er zum Mühlteich hinabging. Hinter Lotties Rücken warf er Timothy ein kurzes, wissendes Zwinkern zu, wobei seine Ohren vor lauter Vorfreude auf das wohlbehütete Geheimnis glühten.Timothy wartete, bis die Fliegengittertür ins Schloss fiel, ehe er sich zu Lottie umwandte.Sie stand am Küchentisch und band die Schleife ihrer Haube, ihre Wangen noch gerötet vom heißen Spülwasser. Sie trug ihren dunkelgrünen Wollrock und eine weiße Bluse mit kleinen Perlmuttknöpfen auf der Vorderseite."Lottie", begann Timothy mit ruhiger, fast schüchterner Stimme. "Lass den Besen in der Ecke stehen. Gehen wir ein Stück den Bachpfad hinauf, bevor die Sonne hinter den Kamm sinkt."Lottie blickte überrascht auf. "Was ist mit dem Zifferblatt der Schuluhr? Du m

  • Seine wunderschöne Besessenheit von nebenan   Ein Geheimnis im Werkzeugkasten

    Der Tanz auf dem Anger hatte bis weit nach Sonnenuntergang gedauert, doch um Mitternacht waren die Laternen verloschen, und im Ort war Ruhe eingekehrt.Der Sonntagmorgen brach über Oakridge an, ohne dass auch nur eine einzige Wolke am Himmel stand. Das Schmelzwasser in den Niederungen war beinahe abgeflossen und hinterließ das Gras der Wiese grün, feucht und duftend nach schwerer Erde. Hoch über den Hausdächern schlug die große Glocke neun langsame, melodische Töne, die bis hinauf zur Baumgrenze hallten.Unten im Werkstattschuppen hinter dem Uhrenladen war die Tür fast vollständig angelehnt, sodass nur ein schmaler Streifen Morgenlicht über den Lehmboden fiel.Timothy stand an seiner Werkbank, tief gebeugt über den kleinen Schraubstock aus Eisen, der an der Kante des Kirschholztisches befestigt war. Er trug eine alte Hose und eine offene Weste über einem grauen Wollhemd. Seine Ärmel waren bis über die Ellbogen hochgeschoben, und seine kräftigen Knöchel traten weiß hervor, während er e

  • Seine wunderschöne Besessenheit von nebenan   Der Mittagsschlag

    Die Sonne stieg über das Tal, bis sie hell und gerade über dem Kiefernkamm stand.Es war noch nicht ganz Mittag, doch das halbe Umland hatte sich bereits auf dem Anger versammelt. Pferdewagen säumten den abgetrockneten Weg, die Tiere an den Pfosten angebunden, mit Futtersäcken voll süßem Hafer vor den Nüstern. Kleine Kinder in sauberen Hemden jagten einander um die Stämme der Ahornbäume, und ihr Lachen klang hell durch die milde Bergluft.Oben in der Glockenstube fiel das Licht in breiten Bahnen durch die Holzlamellen.Timothy kniete auf den Eichendielen, den Schraubenschlüssel fest an der letzten Vierkantmutter der Wandfassung angesetzt. Er gab dem Werkzeug einen letzten, kräftigen Ruck, sodass sich das Eisen tief in das abgelagerte Holz grub."Das sitzt fest", sagte Timothy und wischte sich die Stirn mit dem Handrücken ab. "Die Welle weicht jetzt keinen Millimeter mehr aus."Lottie stand am Gestell des Räderwerks, ihre Taschenuhr auf der offenen Handfläche. Der kleine Sekundenzeiger

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