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Kapitel 8

Author: Ellie Wynters
last update Petsa ng paglalathala: 2026-03-02 09:20:38

Grayson setzte sich an den Tisch, seine Stimmung durch die Begegnung an der Bar getrübt. Er reichte Emma ihr Getränk, während er sich setzte. Die Rothaarige war umwerfend gewesen… diese grünen Augen, diese Figur, sie hatte Sexappeal ausgestrahlt. Er hatte sich sofort zu ihr hingezogen gefühlt, etwas, das schon lange nicht mehr passiert war. Meistens jagten Frauen ihm nach, nicht umgekehrt.

„Was ist passiert?“, fragte Emma und nahm einen Schluck von ihrem Mineralwasser. „Du siehst aus, als hätte gerade jemand unsere Mutter beleidigt.“

„Nichts“, murmelte er und nahm einen Schluck Scotch. Die Flüssigkeit brannte angenehm seine Kehle hinunter, tat jedoch wenig, um seine Gereiztheit zu lindern. „Nur ein Missverständnis.“

Emma hob eine Augenbraue. „Ein Missverständnis, das dich aussehen lässt, als wolltest du jemanden erwürgen? Komm schon, Grayson. Rede mit mir.“

Er seufzte und stellte sein Glas ab. „Die Frau an der Bar hat mich beschuldigt, Morgan zu betrügen. Mit dir.“

Emma verschluckte sich fast an ihrem Wasser. „Mit mir? Deiner Schwester? Das ist widerlich!“

„Sie wusste nicht, dass du meine Schwester bist“, stellte Grayson klar, sein Kiefer spannte sich an. „Sie hat mich erkannt, wusste, dass ich mit Morgan verlobt war, und hat Schlussfolgerungen gezogen.“

„War verlobt“, korrigierte Emma sanft. „Vergangenheit. Die Klatschpresse hat es nur noch nicht mitbekommen.“

Grayson fuhr sich durchs Haar. „Das habe ich ihr gesagt. Auch, dass du meine Schwester bist.“

„Und wie hat sie reagiert?“

„Ich bin nicht geblieben, um das herauszufinden.“ Er warf einen Blick zur Bar, aber die Rothaarige war bereits zu ihrem Tisch zurückgekehrt. Von hier aus konnte er nur ihr Profil sehen, die elegante Linie ihres Halses, wie ihr feuriges Haar das Licht einfing.

Emma folgte seinem Blick. „Ich muss sagen, sie ist wunderschön.“

„Und schnell im Urteilen.“

„Nach dem, was du mit Morgan durchgemacht hast, überrascht es mich nicht, dass dich das getroffen hat.“ Emma griff über den Tisch und drückte seine Hand. „Aber es ist nur ein Irrtum einer Fremden. Du kennst ihre Gründe nicht. Warum also unseren Abend ruinieren lassen?“

Grayson nickte, konnte seine Verärgerung jedoch nicht abschütteln. Die Anschuldigung hatte einen wunden Punkt getroffen; die Erinnerung daran, Morgan mit Tina gefunden zu haben, schmerzte noch immer. Beschuldigt zu werden, genau das getan zu haben, was seine Verlobung zerstört hatte, fühlte sich an wie Salz in einer offenen Wunde.

„An ihr war etwas Vertrautes“, sagte er nachdenklich und sah erneut zu ihrem Tisch. „Als hätte ich sie schon einmal getroffen. Aber sie meinte, wir hätten uns nie gesehen.“

„Vielleicht doch? Du triffst Hunderte Menschen.“

„Ich würde mich an sie erinnern.“

Emma grinste. „Weil sie umwerfend ist?“

„Weil sie den Mut hatte, mich so anzusprechen, sie hat ein großes Mundwerk“, sagte Grayson, auch wenn er nicht leugnen konnte, dass ihre Schönheit Teil davon war. „Die meisten Menschen sind zu eingeschüchtert.“

„Außer Joy Smith“, bemerkte Emma mit einem kleinen Lächeln. „Deine CFO macht dir laut deinen Beschwerden regelmäßig das Leben schwer.“

Grayson schnaubte. „Smith ist anders. Das ist Geschäft.“ Er nahm einen weiteren Schluck Scotch. „Das hier war… ich weiß nicht. Persönlich.“

Der Kellner brachte ihre Vorspeisen und lenkte ihn kurzzeitig von Gedanken an die feurige Rothaarige ab. Während Emma über ihre neueste Galerieausstellung sprach, wanderte sein Blick immer wieder zu ihrem Tisch. Da war etwas an ihrem Lachen, an der Art, wie sie gestikulierte, wenn sie sprach…

„Du solltest noch einmal mit ihr reden, wenn sie dich so interessiert“, sagte Emma plötzlich.

Grayson wandte sich wieder seiner Schwester zu. „Was?“

„Die Rothaarige. Du schaust ständig zu ihr. Geh dich entschuldigen oder so.“

„Ich habe nichts, wofür ich mich entschuldigen müsste.“

Emma verdrehte die Augen. „Gut. Dann stell dich wenigstens richtig vor. Sie hat offensichtlich Eindruck hinterlassen.“

„Ich habe gerade kein Interesse daran, jemanden zu daten“, sagte Grayson bestimmt. Was er jetzt brauchte, war guter, harter Sex ohne Verpflichtungen. Seine Mitgliedschaft im Club hatte er bereits wieder aktiviert.

„Wer hat von Dating gesprochen? Vielleicht musst du einfach mal wieder Sex haben.“

„Emma!“ Er funkelte seine jüngere Schwester an.

„Was?“ Sie zuckte unschuldig mit den Schultern. Morgan oder Tina erwähnte sie nicht, das war im Moment ein Tabuthema.

Grayson rutschte unbehaglich auf seinem Stuhl. Seine Schwester hatte nicht Unrecht, aber das würde er ihr sicher nicht zugeben.

„Mir geht’s gut“, beharrte er.

„Du bist angespannter als die Uhr, die du trägst.“

Grayson versteifte sich. „Geht dich nichts an.“

„Ich mache mir nur Sorgen um dich“, gab Emma zu.

Grayson starrte in seinen Scotch. Er hatte seine Mitgliedschaft im The Velvet Room aufgegeben, als es mit Morgan ernst geworden war, weil er geglaubt hatte, sie sei die Frau, mit der er eine Zukunft aufbauen konnte. Jetzt, da diese Illusion zerstört war, hielt ihn nichts mehr zurück.

„Vielleicht hast du recht“, gab er schließlich zu.

Emma musterte ihn einen Moment. „Versprich mir nur, dass du wegen dem, was Morgan getan hat, nicht alle Frauen verurteilst. Nicht alle sind wie sie“, sagte sie und lenkte das Gespräch auf Themen, über die er nicht sprechen wollte.

„Ich weiß“, sagte er, obwohl ein Teil von ihm sich da nicht mehr so sicher war.

Sein Blick wanderte erneut zur Rothaarigen. Trotz ihrer kurzen, angespannten Begegnung war da etwas Anziehendes an ihr, ein Funke, der in seinem Leben zuletzt gefehlt hatte. Sogar während seiner Zeit mit Morgan.

Vielleicht war es Zeit, wieder zu leben.

Honey atmete tief durch und versuchte, die Verlegenheit nach der Begegnung mit Grayson abzuschütteln. „Es war ehrlich gesagt schrecklich“, sagte sie und erklärte alles, was passiert war, bevor sie hinzufügte: „Riley und ich hatten seit Monaten keinen Sex mehr, und wenn doch…“ Sie senkte die Stimme und sah sich um, ob jemand zuhörte. „Es war furchtbar. Also wirklich spektakulär schlecht.“

Maggie verzog das Gesicht. „Wie schlimm reden wir hier?“

„Er ist…“ Honey drehte den Strohhalm in ihrem Glas. „Es geht nur um ihn. Fünf Minuten Missionarsstellung, dann ist er fertig und dreht sich zum Schlafen um, während ich einfach… da liege. Unbefriedigt. Es ist, als wäre er überhaupt nicht an mir interessiert.“ Sie nahm einen weiteren Schluck. „Ich hatte mit ihm keinen Orgasmus. Nicht ein einziges Mal in drei Jahren Ehe.“

„Nicht einmal?“, Laurens Augen weiteten sich. „Wie hast du das überlebt?“

Honey spürte, wie ihre Wangen warm wurden. „Ich kümmere mich selbst darum. Was soll ich sonst tun? Manche Nächte bin ich so frustriert, dass ich kaum schlafen kann, bis ich… du weißt schon.“ Sie machte eine diskrete Handbewegung. „Mein Vibrator bekommt mehr Aufmerksamkeit als mein Mann je bekommen hat.“

„Jesus“, murmelte Maggie. „Und er hatte die Nerven, dich zu betrügen?“

„Er hat mir gesagt, ich sei frigide“, gab Honey zu, ihre Stimme stockte leicht. „Dass es meine Schuld sei, dass ich mit ihm nicht kommen kann. Er meinte, er hätte dieses Problem noch nie gehabt. Eine Zeit lang habe ich ihm tatsächlich geglaubt.“

„Dieses manipulative Arschloch“, zischte Lauren, sah sich kurz im Restaurant um und beugte sich dann verschwörerisch vor. „Ich kenne einen Ort, an den du gehen könntest.“

„Einen Ort?“ Honey hob eine Augenbraue. Meinte sie einen Sexshop?

Lauren nickte und senkte die Stimme noch weiter. „Er heißt The Velvet Room. Sehr exklusiv, sehr diskret. Ein Club nur für Mitglieder, wo Menschen hingehen, um… zu erkunden. Jeder trägt Masken, völlige Anonymität.“

„Du meinst so etwas wie ein Sexclub?“, flüsterte Honey schockiert.

„Nicht ganz“, erklärte Lauren. „Ich meine, ja, es gibt Sex — aber nur, wenn du willst. Es geht mehr um Fantasie, Verlangen… herauszufinden, was du wirklich willst, ohne verurteilt zu werden.“

Maggie sah skeptisch aus. „Woher weißt du überhaupt von diesem Ort?“

„Ich habe mal einen Mann gedatet, der Mitglied war“, zuckte Lauren mit den Schultern. „Er hat mich einmal mitgenommen. Es war… sagen wir aufschlussreich.“

Honeys Gedanken rasten. Ein Ort, an dem niemand wusste, wer sie war, wo sie sie selbst oder jemand völlig anderes sein konnte. Wo sie vielleicht endlich herausfinden konnte, ob das Problem wirklich sie gewesen war, wie Riley behauptet hatte, oder ob sie mit dem richtigen Partner Lust empfinden konnte… nicht nur mit ihrem Vibrator und ihren eigenen Fingern.

„Ich weiß nicht…“, begann sie, doch etwas in ihr summte vor Neugier.

„Denk einfach darüber nach“, sagte Lauren und zog ihr Handy heraus. „Ich habe noch die Kontaktdaten. Sie überprüfen jeden gründlich. Die Sicherheit ist streng. Niemand würde jemals erfahren, dass du dort warst.“

Honey sah quer durch das Restaurant zu Grayson, der mit seiner Schwester saß, sein Profil stark und selbstbewusst. Dann dachte sie an Riley, wahrscheinlich gerade bei seiner jugendlichen Geliebten, beide überzeugt, Honey sei zu naiv, um etwas zu bemerken.

„Schick mir die Infos“, sagte sie plötzlich. „Keine Versprechen, aber… ich denke darüber nach.“

Lauren lächelte und tippte auf ihrem Handy. „Schon erledigt. Und Honey? Egal, was du entscheidest — denk daran… du verdienst Lust. Echte Lust. Nicht diese traurige Ausrede für Intimität, die Riley dir gegeben hat. Du schuldest ihm nichts.“

„Auf echte Lust“, sagte Maggie und hob ihr Glas zu einem Toast.

Honey stieß mit ihren Freundinnen an, während sich gleichzeitig Angst und Aufregung in ihrer Brust regten. „Auf echte Lust.“

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