LOGINFreitag, 6. Oktober 22:37 Uhr
Als Honey an diesem Abend nach Hause zurückkehrte, war die Wohnung noch immer leer. Die bewegungsaktivierten Kameras hatten keine einzige Benachrichtigung an ihr Handy geschickt. Riley verbrachte wahrscheinlich eine weitere Nacht mit seiner jugendlichen Geliebten, was ihr ganz recht war. Sie brauchte Zeit zum Nachdenken.
Sie streifte ihre High Heels an der Tür ab und schenkte sich ein Glas Wasser ein, plötzlich bewusst, wie viel sie beim Abendessen getrunken hatte. Genug, um ihre Zunge zu lockern, nicht genug, um ihr Urteilsvermögen zu beeinträchtigen — eine feine Linie, die sie bewusst eingehalten hatte, da sie nach Hause kommen würde. Riley hätte seine Pläne schließlich ändern und doch heimkommen können.
Die Informationen, die Lauren über The Velvet Room geschickt hatte, leuchteten auf ihrem Handybildschirm. Ein exklusiver Club nur für Mitglieder an einem diskreten Ort, der sowohl eine beträchtliche Mitgliedsgebühr als auch einen strengen Prüfprozess erforderte. Masken verpflichtend. Keine echten Namen. Absolute Privatsphäre garantiert.
„Das ist verrückt“, murmelte sie und scrollte durch die Details. „Ich kann unmöglich… überhaupt daran zu denken.“
Doch der Gedanke blieb, während sie ihrer Abendroutine nachging. Im Badezimmerspiegel betrachtete sie ihr Spiegelbild — das leuchtend rote Haar, die grünen Augen, die Kurven, die ihr Ehemann seit Monaten nicht mehr berührt hatte, und selbst wenn doch, blieb sie unbefriedigt.
Warum sollte sie nicht erkunden, was ihr gefehlt hatte? Riley hielt sich schließlich auch nicht zurück. Sie wusste, dass zwei falsche Dinge kein richtiges ergaben. Aber es gab keine Klausel in ihrem Ehevertrag, die an ihren Namen gebunden war. Das Geld in ihrer Beziehung gehörte ihr, abgesehen von dem, was Riley als Anwalt verdiente.
Ihre Begegnung mit Grayson im Restaurant spielte sich immer wieder in ihrem Kopf ab. Der Blick in seinen Augen, als er sie gesehen hatte… nicht Joy Smith, sondern Honey Johnson. Die Art, wie er sie mit echtem Interesse angesehen hatte, bevor sie ihn mit ihrer Anschuldigung abgewiesen hatte.
„Ich betrüge nicht“, hatte er mit solcher Überzeugung gesagt.
Honey seufzte und legte die Stirn gegen den kühlen Spiegel. Vielleicht gab es noch anständige Männer auf der Welt. Nur nicht den, den sie geheiratet hatte. Aber Grayson war nicht für sie. Es spielte keine Rolle, dass ihr Blutdruck in die Höhe schoss, wenn er sie ansah. Er war ihr Chef.
Honey ging ins Schlafzimmer, ihr Blick fiel auf das Bett, das sie mit Riley teilte. Die Kingsize-Matratze mit den weißen Laken. Hatte er Brittany hierhergebracht? Hatte er die neunzehnjährige Haushälterin in ihrem Ehebett gehabt, während Honey spät arbeitete?
Sie schauderte, ein Schwall von Ekel kroch über ihre Haut. Der Gedanke, dort heute Nacht zu schlafen, ließ ihren Magen sich umdrehen. Selbst mit frischer Bettwäsche konnte sie nicht dort liegen, wo sie vielleicht zusammen gewesen waren.
„Kommt nicht infrage“, flüsterte sie.
Sie wandte sich vom Bett ab, verließ den Raum und ging zum Wäscheschrank im Flur, zog saubere Laken, eine Ersatzdecke und Kissenbezüge heraus, deren Verpackungsfalten noch sichtbar waren. Das Gästezimmer war seit Monaten nicht mehr vorbereitet worden.
Honey bezog das Bett und schüttelte die Kissen vielleicht mit etwas mehr Kraft auf als nötig. Jedes Knallen des Stoffes fühlte sich an wie eine kleine Unabhängigkeitserklärung.
Als sie fertig war, trat sie einen Schritt zurück und betrachtete ihr Werk. Es war nicht nur ein Bett für diese Nacht. Es war der erste Schritt zu etwas anderem — einem Leben, in dem sie sich nicht mit weniger zufriedengab, als sie verdiente.
Als sie ins Bett schlüpfte, vibrierte ihr Handy mit einer Nachricht von Ben: Habe erste Überwachungsfotos. Treffen morgen?
Honey antwortete sofort: Ja. Ihr Büro. 10 Uhr?
Die Bestätigung kam umgehend. Sie legte das Handy beiseite und sank in die Kissen zurück. Das Bett war kleiner, aber sie fühlte sich wohl und vermisste Rileys Anwesenheit nicht. Sie vermisste etwas völlig anderes… die Intimität, die sie nie wirklich erlebt hatte, das Vergnügen, das ihr verwehrt geblieben war. Riley kuschelte nie, sagte immer, es mache ihn unwohl. Nein… das Leben musste besser sein als das.
Bevor sie zu viel darüber nachdenken konnte, nahm sie ihr Handy wieder auf und öffnete das Antragsformular, das Lauren geschickt hatte. Methodisch füllte sie es aus und beschrieb ihre Vorlieben und Grenzen, ohne zu zögern. Als sie den Abschnitt erreichte, in dem nach ihrem Clubnamen gefragt wurde — der Identität, die sie im The Velvet Room annehmen würde — hielt sie inne.
Nicht Honey. Nicht Joy. Etwas Neues. Etwas, das widerspiegelte, wonach sie suchte.
Sie tippte „Desire“ ein und löschte es wieder. Das war nicht sie, sie kannte ihre eigenen Wünsche noch gar nicht.
Nach kurzem Überlegen gab sie einfach „Red“ ein. Einfach. Eine Anspielung auf ihre natürliche Haarfarbe, die Riley nie geschätzt hatte und die sie nach der Hochzeit blond färben sollte.
Sie schickte die Bewerbung ab, bevor sie es sich anders überlegen konnte, legte dann das Handy auf den Nachttisch und schaltete die Lampe aus. In der Dunkelheit pochte ihr Puls vor Erwartung und Angst. Was tat sie da? Das war überhaupt nicht ihre Art.
Oder vielleicht war es genau ihre Art… ihr wahres Ich, begraben unter Jahren von Kompromissen, Rileys Gaslighting und der beruflichen Maske von Joy Smith.
Der Schlaf wollte nicht kommen, während ihr Kopf sich mit Möglichkeiten füllte. Als der Morgen dämmerte, hatte sie ihre Entscheidung getroffen. Sie würde das durchziehen. Eine Nacht im The Velvet Room konnte nicht schaden. Eine Gelegenheit herauszufinden, ob das Problem wirklich sie war, wie Riley behauptet hatte, oder ob sie mit dem richtigen Partner Lust empfinden konnte.
Eine Nacht, jemand völlig anderes zu sein. Sie musste diesen Gedanken nicht in irgendetwas Weiteres mitnehmen.
Samstag, 7. Oktober 10:00 Uhr
Am nächsten Morgen kleidete sich Honey sorgfältig in einen maßgeschneiderten Hosenanzug, den sie letzten Monat gekauft, aber nie getragen hatte — weder Joys biedere Arbeitskleidung noch das sexy Kleid vom Vorabend, sondern etwas dazwischen, professionell und zugleich feminin.
Ben begrüßte sie mit einem Nicken und deutete auf den Stuhl gegenüber seinem Schreibtisch.
„Schön, die Honey wiederzusehen, an die ich mich erinnere“, sagte er und schob ihr eine Mappe zu. „Ich muss sagen, die Akte, die Sie geliefert haben, hat geholfen, diese Informationen viel schneller zu bekommen.“
Honey öffnete sie und fand eine Reihe von Fotos: Riley und eine junge blonde Frau — eindeutig Brittany, ihre Haushälterin — beim Betreten eines Hotels, seine Hand besitzergreifend auf ihrem unteren Rücken. Ein weiteres zeigte sie in der Hotelbar, wie sie sich intim zuneigten. Das Mädchen war nicht einmal alt genug, um Alkohol zu trinken. Ein drittes Foto zeigte sie küssend im Aufzug, bevor sich die Türen schlossen.
„Diese wurden gestern Nachmittag aufgenommen“, erklärte Ben. „Sie verbrachten drei Stunden im Zimmer, bevor er ins Büro zurückkehrte.“
Honey betrachtete die Fotos mit klinischer Distanz. „Er hat mir gesagt, er müsse länger arbeiten.“
„Er ist nach ihrem… Treffen tatsächlich zurück ins Büro gegangen“, sagte Ben professionell. „Gegen 21 Uhr gegangen.“
„Und danach?“
„Direkt zu Paul Matthews’ Wohnung. Hat dort übernachtet.“
Honey nickte, nicht überrascht. „Paul deckt ihn. Wahrscheinlich schon seit Monaten.“ Sie hatte Paul nie gemocht, fand ihn unangenehm. Auf ihrer Hochzeit mit Riley hatte Paul den ganzen Abend damit verbracht, ihre Freundinnen anzubaggern.
„Sieht ganz danach aus.“ Ben beugte sich vor. „Es gibt noch etwas, das Sie wissen sollten. Das Mädchen, Brittany. Sie geht regelmäßig zu einer Frauenärztin. Begonnen vor etwa zehn Wochen. Ich habe die Belastungen auf Rileys Kreditkarte zurückverfolgt — die, die Sie markiert hatten, weil Sie nicht wussten, was sie waren. Sie haben nichts von einer Schwangerschaft erwähnt, also vermute ich, es geht um sie.“
Die Andeutung traf Honey wie ein körperlicher Schlag. „Sie ist schwanger?“
Wyatt zog sein Handy heraus, rief Nates Kontakt auf und starrte ihn einen langen Moment an, bevor er auf Anrufen drückte. Diesen Anruf hätte er machen sollen, bevor er Lauren gefickt hatte. Bevor er jede Grenze überschritten hatte, von der er geschworen hatte, sie niemals zu überschreiten.Aber er machte ihn jetzt, auch wenn es zu spät war.Das Telefon klingelte zweimal, bevor Nate abnahm. „Sag mir, dass du es nicht getan hast.“„Was nicht getan?“, fragte Wyatt, obwohl er genau wusste, was Nate meinte.„Mit ihr geschlafen.“ Nates Stimme war tonlos. „Sag mir, dass du es nicht getan hast. Als Prue deine Nummer auf meinem Handy gesehen hat, hat sie nur gesagt: Ich wette, die beiden haben miteinander geschlafen.“Wyatt schloss die Augen, sein Kiefer spannte sich an. „Hab ich aber.“Schweigen. Dann: „Scheiße.“„Ich weiß.“„Tust du das?“ Nates Stimme war jetzt scharf, dieser Ton, den er benutzte, wenn er stinksauer war. „Weißt du, was das bedeutet? Dass du jetzt, falls ihr etwas passiert, e
Lauren erwachte von dem Gefühl großer Hände, die über ihren Körper strichen, warmer Handflächen, die über ihren Bauch glitten, ihre Rippen hinaufwanderten, Fingerspitzen, die die Unterseite ihrer Brüste streiften. Sie stöhnte, ihr Körper schmerzte an Stellen, von denen sie nicht einmal gewusst hatte, dass sie schmerzen konnten. Jeder Muskel protestierte gegen die Bewegung, als sie versuchte, sich der Berührung zu entziehen.Wyatt hatte sie ordentlich rangenommen. Mehrmals. In verschiedenen Stellungen. Nach dem vierten Orgasmus hatte sie aufgehört mitzuzählen, ihr Gehirn hatte sich irgendwann in Brei verwandelt, ungefähr zu dem Zeitpunkt, als er sie über die Bettkante gebeugt und gefickt hatte, bis sie seinen Namen in die Matratze geschluchzt hatte.Jetzt öffnete sie ein Auge einen Spalt und blinzelte ihn im frühen Morgenlicht an, das durch ihre Vorhänge fiel. Er sah widerlich ausgeschlafen aus für einen Mann, der den Großteil der Nacht damit verbracht hatte, sie um den Verstand zu fic
Der Orgasmus riss mit einer Wucht durch sie hindurch, die ihr den Atem raubte und ihre Beine nachgeben ließ. Nur Wyatts Hände und sein Mund hielten sie aufrecht, während sie kam, ihre Muschi zog sich rhythmisch um seine Finger zusammen, ihr Körper zuckte, ihr Schrei hallte von den Schlafzimmerwänden wider. Er stöhnte an ihr, seine Finger bearbeiteten sie während des gesamten Orgasmus, sein Mund an ihrer Klitoris zog jedes letzte Zittern in die Länge, bis sie schluchzte, nach Luft schnappte und vollkommen fertig war.Als sie schließlich schlaff wurde, zog er langsam seine Finger heraus. Lauren beobachtete durch ihren benommenen Blick, wie er sie zu seinem Mund führte und sauber saugte, ohne die Augen von ihren zu nehmen.„Hmm“, murmelte er mit rauer Stimme. „Ich könnte deine Muschi die ganze Nacht lecken. Aber mein Schwanz ist gerade so verdammt hart, dass ich gleich den Verstand verliere.“Er stand auf, und Laurens Blick wanderte sofort zu der Wölbung, die seine Jeans spannte. Sie kon
„Kann nicht warten“, knurrte er an ihren Lippen. „Muss dich zuerst schmecken. Muss spüren, wie du auf meiner Zunge kommst, bevor ich dich ficke.“Er stellte sie ab, und bevor sie gegen den Verlust des Körperkontakts protestieren konnte, waren seine Hände bereits an ihrer Jeans, öffneten den Knopf und zogen den Reißverschluss herunter. Er zog ihr die Jeans zusammen mit ihren Stiefeln in einer einzigen fließenden Bewegung von den Beinen, sodass sie nur noch in ihrem BH dastand, der noch immer unter ihre Brüste heruntergezogen war, und in dem schwarzen Spitzentanga, der bereits völlig durchnässt war.Wyatt ging vor ihr auf die Knie, seine Hände umfassten ihre Oberschenkel, und Lauren stockte bei seinem Anblick der Atem. Dieser große, gefährliche Mann auf den Knien, der mit so dunklen Augen zu ihr aufblickte, dass sie beinahe schwarz waren, sein Gesichtsausdruck hungrig und besitzergreifend.„Wyatt …“„Spreiz die Beine“, befahl er mit rauer Stimme. „Ich will sehen, wie nass du bist.“Sie
„Hör nicht auf.“ Ihre Knie pressten sich fester an seine Hüften, zogen ihn näher, während sie sich durch ihre Jeans an der harten Wölbung seines Schwanzes rieb. „Bitte hör nicht auf. Ich glaube, ich bringe dich um, wenn du es tust.“Seine Hände glitten unter ihren Pullover, die Handflächen flach auf ihrem Bauch, und sie erschauerte trotz der Hitze, die von ihren beiden Körpern ausging. Seine Finger wanderten langsam über ihre Rippen nach oben und reizten sie ganz bewusst, während sein Mund wieder zu ihrem Kiefer wanderte, bevor er sich zu ihrem Hals hinunterbewegte und jene Stelle unter ihrem Ohr fand, die sie dazu brachte, sich seinen Berührungen entgegenzubiegen.„Du schmeckst nach Verlangen“, murmelte er an ihrer Haut, während seine Zähne leicht darüberstreiften. „Nach Begierde. Brauchst du meinen Schwanz so dringend?“„Ich glaube, das versuche ich dir schon die ganze Zeit zu sagen.“ Ihre Hände verkrallten sich in seinem Shirt und zerrten daran. „Hör auf zu reden und nimm mich.“Se
Das Abendessen an diesem Abend war einfach, aber gut. Die Ribeye-Steaks waren für ihn blutig und für sie medium rare gebraten, genau so, wie Wyatt gesagt hatte, dass er seines mochte, das Fleisch in der Mitte fast noch blutig. Lauren hatte einen knackigen Salat zubereitet und Brot im Ofen aufgewärmt, bis die Kruste knusprig war. Sie aßen an ihrem kleinen Küchentisch. Wyatt schmeckte es so gut, dass er jeden Bissen aufaß.„Das war wirklich gut“, sagte er und lehnte sich zurück.„Kling nicht so überrascht. Nana hat an selbst gekochte Mahlzeiten geglaubt. Ich war gern bei ihr.“Nachdem sie aufgeräumt hatten, wobei Wyatt trotz ihrer Proteste darauf bestanden hatte, zu helfen, machten sie es sich im Wohnzimmer bequem. Der Abend lag vor ihnen, Stunden, in denen sie in ihrer kleinen Wohnung zwangsläufig eng beieinander sein würden. Wyatt stellte das Warnsystem aus Blechdosen an der Eingangstür auf.„Stört es dich, wenn ich mir das Spiel ansehe?“, fragte Wyatt und deutete auf den Fernseher. „







