LOGINAn dem Tag, als ich erfuhr, dass ich Zwillinge unter dem Herzen trug, sah ich meinen Gefährten, Alpha Viggo Blackridge, wie er eine andere Werwölfin zu ihrer Schwangerschaftsuntersuchung begleitete. Ich blieb wie angewurzelt stehen. Der Schwangerschaftsbericht zerknitterte in meiner Faust. In jener Nacht sah er mich mit eisigen Augen an. Derselbe Mann, der einst jeden Zentimeter meines Körpers küsste. Derselbe Mann, der schwor, zu mir zu gehören. Nur mir. „Sie trägt meinen Welpen in sich. Ihre Wölfin ist instabil. Ab heute braust du ihr jeden einzelnen Tag Beruhigungstränke.“ „Sie ist empfindlich. Ohne meinen Geruch kann sie nicht schlafen. Bring also deine Sachen in den Westflügel. Mach ihr Platz.“ Die riesige Villa versank in totenstiller Ruhe. Meine Wölfin heulte auf. Es war ein scharfer, verletzter Schrei. Der Schmerz unserer Gefährtenbindung riss mir beinahe die Seele entzwei. Doch ich vergoss keine einzige Träne. Ich nahm nur den Koffer, den ich längst gepackt hatte, und ging zur Tür. Die Rudelwachen wollten mich aufhalten, doch Viggo hob nicht einmal den Blick. „Sie kommt zurück“, sagte er und ließ den Wein träge in seinem Glas kreisen. Seine ganze Alpha-Arroganz lag offen vor allen ausgebreitet. „Drei Tage. Länger hält sie es nicht durch. Ohne meine Berührung wird ihre Wölfin sie in den Wahnsinn treiben. Sie wird zurückkriechen und mich anflehen.“ Die Rudelmitglieder und Verbündeten, die zu unserer Zeremonie gekommen waren, brachen in schallendes Gelächter aus. Einige von ihnen schlossen sogar direkt vor meinen Augen eine Wette ab. Der Einsatz war eine Aurora-Erzmine im Wert von einer Million Euro. Sie wetteten darauf, dass die Angst, zum Rogue zu werden, mich zerfressen würde. Noch vor Mitternacht, davon waren sie überzeugt, würde ich vor Viggo auf die Knie fallen und ihn anflehen, mich wieder ins Rudel aufzunehmen. Doch sie ahnten nicht das Geringste. Mein leiblicher Vater hatte mir längst heimlich das Zeichen meiner Familie geschickt. Mein Rudel wartete bereits auf mich. Dieses Mal würde ich unsere Gefährtenbindung endgültig zerbrechen.
View More(Nyxias Perspektive)Als ich Odettes Schreie hörte, stieg mir Galle in die Kehle.Ich riss meine Hand los, als hätte mich etwas Schmutziges berührt.„Du bist ein Monster.“Die Hoffnung in Viggos Augen zerbrach.An ihre Stelle trat eine noch tiefere Verzweiflung.„Nyxia, ich habe das alles für dich getan...“„Für mich?“Ich lachte.Es war ein kalter, scharfer Laut.„Du hast für mich einen unschuldigen Welpen ermordet? Du hast für mich einer Frau die Fähigkeit genommen, jemals wieder Welpen auszutragen?“„Ich wollte nur die Hindernisse aus dem Weg räumen...“„Du wolltest nur deinen kranken Besitzanspruch befriedigen“, schnitt ich ihm das Wort ab.Meine Stimme war scharf wie eine Klinge.„Genau das wolltest du schon immer.“Ich drehte mich um und verließ die Krankenstation, ohne mich noch einmal umzusehen.Drei Wochen später stand ich im Heiligtum der Mondgöttin des Dawncrest-Rudels.Es war der Tag meiner Bindungszeremonie mit Rowan.Zugleich war es ein heiliger Segen für die Zwillinge in
Drei Tage später, nachdem die Ältesten eingegriffen hatten, bekam Viggo eine einzige Chance.Unter dem Vorwand einer „letzten Verhandlung“ durfte er Nyxia auf neutralem Boden treffen.In jener Nacht kam Viggo früh in einem verlassenen Tal an.Sorgfältig bereitete er seine Falle vor.Er schloss die Augen und bündelte all seine mentale Kraft. Nach und nach erschien am Himmel die Illusion eines riesigen, blutroten Mondes.Es war derselbe Mond wie in jener Nacht, in der sie ihre Bindung zum ersten Mal bestätigten.Unter genau so einem Mond gaben sie einander einst ihre Schwüre.Unter genau so einem Mond nahm Nyxia voller Ehrfurcht seine Paarungsmarkierung an.Er wollte diese Erinnerung benutzen.Er wollte sie damit brechen.Bald erschienen Nyxia und Rowan am Eingang des Tals.Beim Anblick des Blutmondes veränderte sich Nyxias Gesicht nicht.In Rowans Augen jedoch blitzte Zorn auf.„Was soll dieser Trick?“, fragte Rowan scharf und stellte sich vor Nyxia.Viggo trat aus den Schatten.Sein Ge
Als Viggo die Augen wieder öffnete, lag er in einem luxuriösen Gästezimmer.Doch die Fenster waren durch eine unsichtbare Energiebarriere versiegelt.Er war ein Gefangener.Mühsam kämpfte er sich hoch. Doch ein Krampf aus seiner zerrissenen Seele ließ ihn vor Schmerz aufschreien.Die durchtrennte Gefährtenbindung hatte dort, wo einst die Hälfte seiner Seele gewesen war, ein klaffendes, blutendes Loch hinterlassen.Er taumelte zum Fenster.Und dann sah er etwas, das sein Herz für einen Moment stillstehen ließ.Unten im mondbeschienenen Garten lag Nyxia in Rowans Armen.Der Mann strich ihr über das Haar.Dann senkte er langsam den Kopf.Sie küssten sich.Ein tiefer, leidenschaftlicher Kuss unter dem silbernen Mond.„Nein!“Viggo brüllte auf und warf sich gegen die Balkontür.Er wollte hinaus.Doch die unsichtbare Barriere schleuderte ihn brutal zurück.Er war ein Wolf im Käfig.Entkrallt.Gedemütigt.Mit blutigen Fäusten schlug er gegen die Barriere. Seine Augen brannten rot.„Nyxia! Du
Rowan hielt Nyxia schützend hinter sich.Ein herausforderndes Grinsen lag auf seinem Gesicht.„Ich bin Rowan Blackwood“, antwortete er ruhig. „Nyxias Verlobter.“Diese Worte trafen Viggo wie ein Schlag.„Verlobter?“Seine Stimme bebte.„Nein ... unmöglich...“Er entfesselte seinen Alpha-Befehl. Seine Stimme brach fast vor Verzweiflung.„Nyxia! Komm sofort her! Du bist meine Gefährtin! Du kommst mit mir zurück!“Doch Nyxia blieb still hinter Rowan stehen.Ihre ruhige Gleichgültigkeit war grausamer als jedes Wort.Da riss Viggos Verstand endgültig.Er zog die dunkle, unheilvolle Kette des väterlichen Anspruchs aus seinem Mantel. In seinen Augen glomm Wahnsinn.„Wenn du nicht freiwillig zurückkommst, hole ich mir eben zurück, was mir gehört!“Er hob die Kette und begann, eine uralte, frevelhafte Beschwörung zu murmeln.Schwarze Energie wand sich aus der Kette hervor und schoss auf Nyxias Bauch zu.„Hör auf!“Rowan sprang nach vorn.Doch die dunkle Energie bildete eine Barriere und schleud





