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Abhandlung über die Wollust - Kapitel 5

last update Last Updated: 11.01.2026 07:23:06

Kapitel 5

Die Nachricht kam um 3:17 Uhr morgens.

"Hast du heute Nacht von mir geträumt?"

Sie wachte vom Geräusch der Benachrichtigung auf, das Handy erhellte ihr dunkles Schlafzimmer. Ihr Herz raste, noch bevor sie las. Sie musste den Absender nicht prüfen. Niemand sonst schrieb zu dieser Stunde. Niemand sonst sprach so mit ihr.

Sie tippte eine Antwort, bevor die Schläfrigkeit sie klar denken ließ.

"Ja."

Drei Punkte erschienen. Verschwanden. Kehrten zurück.

"Was habe ich mit dir im Traum gemacht?"

Ihre Finger erstarrten über dem Bildschirm. Denn er wusste es. Natürlich wusste er es. Im Traum hatte er sie im Archivraum der Bibliothek in die Enge getrieben, seine Hand über ihrem Mund, während die andere—

Das Handy vibrierte erneut.

"Morgen. Archivraum. Mitternacht."

Sie antwortete nicht. Musste sie nicht.

Der nächste Tag verging wie im Nebel. Sie ging durch ihre Vorlesungen wie ein Geist, die Haut empfindlich an den Stellen, die er am Tag zuvor markiert hatte. Als der Literaturprofessor Schuld und Sühne erwähnte, beinahe kippte ihr Stuhl um, als sie zu schnell aufstand.

Um 23:55 Uhr war der Campus bereits verlassen.

Die Bibliothek schloss um 22 Uhr, aber er hatte die Hintertür offen gelassen. Immer ließ er sie offen. Sie trat lautlos ein, ihr Herz schlug so stark, dass es schmerzte.

Der Archivraum lag im Keller, ein Labyrinth aus Metallregalen und verstaubten Ordnern. Das Notlicht tauchte alles in blutrotes Licht.

Er wartete in der Raummitte, saß an einem dunklen Holztisch, seine Brille reflektierte das schwache Licht.

"Zu spät", sagte er, ohne auf die Uhr zu sehen.

Sie blieb zwei Schritte entfernt stehen.

"Es ist genau Mitternacht."

Er hob endlich den Blick, und das Lächeln, das er zeigte, raubte ihr die Luft.

"Zieh dich aus."

Sie trug den Rock, wie er es verlangt hatte – schwarz, eng, mit einem Seitenschlitz. Ihre Hände zitterten, als sie ihn öffnete.

"Langsam", befahl er, nahm die Brille ab und putzte die Gläser am Stoff seines Hemds. "Ich will sehen, wie du dich quälst."

Sie atmete tief ein und gehorchte, ließ den Rock über ihre Hüften bis zum Boden gleiten. Der Slip war derselbe, den er zurückgegeben hatte – der, den sie in seiner Tasche mitgenommen hatte.

Er beobachtete jede Bewegung, die Augen dunkel wie Messer.

"Jetzt das Hemd."

Die Knöpfe brauchten länger, als sie sollten. Als der Stoff fiel, stand sie nur noch im BH da, die Haut hatte Gänsehaut in der kalten Kellerluft.

Da stand er auf, schloss mit zwei großen Schritten die Distanz zwischen ihnen. Seine Finger fuhren die Linie des BHs entlang, blieben zwischen ihren Brüsten stehen.

"Du hast Schwarz getragen. Braves Mädchen."

Das Lob brannte mehr als jede Berührung.

Er drehte sie mit einem ruckartigen Zug herum, drückte ihren Oberkörper gegen den Tisch. Das kalte Metall klebte an ihrer nackten Haut.

"Zähl bis zehn."

Sie schluckte.

"Eins."

Der erste Schlag kam ohne Vorwarnung – hart, präzise, auf die rechte Kurve ihres Gesäßes. Sie schrie, die Finger krallten sich in die Tischkante.

"Zwei."

Der zweite war stärker. Sie spürte, wie die Haut sich erhitzte, der köstliche Schmerz sich ausbreitete.

Als sie bei zehn angekommen war, zitterten ihre Beine, und sie war zu nass, um so zu tun, als wollte sie nicht mehr.

Er drehte sie wieder herum, die Augen scannten ihr vom Vergnügen gerötetes Gesicht.

"Im Traum habe ich dich von hinten genommen", flüsterte er, die Hand vergrub sich in ihren Haaren. "Aber jetzt..."

Der Tisch knarrte, als er sie auf die Kante setzte, ihre Beine mit seinen Knien auseinanderdrückte.

"Jetzt wirst du mich sehen."

Er drang mit einem einzigen Stoß in sie ein, und sie bog sich, seine Finger hinterließen Spuren auf ihren Hüften. Jede Bewegung war darauf berechnet, wehzutun – um Erinnerungen zu hinterlassen.

Als sie begann, sich zu winden, zog er sie an die Tischkante, zwang sie, sich auf den rauen Boden zu knien.

"Öffne."

Sie gehorchte, die Zunge gestreckt, und er stöhnte, als er sich in sie ergoss, salzig und warm.

Er zog sie wieder hoch, wischte ihren Mund mit dem Daumen ab, bevor er sie tief küsste.

"Du bist dran."

Seine Finger fanden sie heiß und bereit, und es brauchte nur drei Berührungen, bis sie kam, sich an ihn klammerte, als wäre er der einzige feste Punkt im Universum.

Als er ihr später beim Anziehen half, waren seine Hände überraschend sanft.

"Morgen", sagte er, setzte die Brille wieder auf, schon wieder der perfekte Professor.

Sie wusste, es war keine Einladung.

Es war ein Befehl.

Und wie immer war sie bereits voller Erwartung, zu gehorchen.

Das Licht des Flurs blendete sie, als sie aus dem Keller kam. Ihre Schritte hallten in der Stille des Campus wider, jedes Aufsetzen ihrer Absätze auf dem Asphalt schien den rasenden Rhythmus ihres Herzens zu markieren. Der Rock war nun leicht zerknittert, und der Reißverschluss bis oben gezogen – als wolle er verbergen, was dort unten geschehen war.

Aber sie wusste, dass nichts es verbergen konnte.

Die Nachtluft war frisch, ein Kontrast zu der Hitze, die immer noch unter ihrer Haut brannte. Sie führte die Finger zu ihrem Hals, wo seine Lippen Spuren hinterlassen hatten, die bis morgen sicher dunkel werden würden.

"Du wirst morgen ein Tuch um den Hals tragen."

Der Befehl war nicht laut ausgesprochen worden, aber sie wusste, dass er es erwartete. Genau wie sie wusste, dass er es bemerken würde, wenn sie es nicht tät. Und dann…

Ein unfreiwilliges Lächeln legte sich auf ihre Lippen.

Und dann würde er sie bestrafen.

Das Handy in ihrer Tasche vibrierte, und sie musste nicht hinschauen, um zu wissen, was da stand.

"Ich will die Spuren morgen sehen."

Sie blieb mitten auf dem Weg stehen, die Finger zitterten leicht, als sie tippte:

"Du wirst sie sehen."

Die drei Punkte erschienen und verschwanden. Er würde nicht mehr antworten. Antwortete nie, nachdem sie gehorcht hatte.

Ihre Wohnung lag fünfzehn Minuten vom Campus entfernt, ein kleines, stilles Apartment, wo nichts ihre Gedanken unterbrach – oder deren Abwesenheit. Sie schloss die Tür hinter sich, ließ die Tasche zu Boden fallen, bevor sie sich an die Wand lehnte.

Ihr Atem ging immer noch schnell.

Sie schloss die Augen und sah jeden Moment wieder: seine Hände, die ihre Handgelenke umklammerten, der kalte Tisch gegen ihre nackte Haut, die raue Stimme, die Befehle flüsterte, denen sie ohne Zögern folgen würde.

Als sie die Augen wieder öffnete, starrte ihr Spiegelbild sie an – zerzauste Haare, geschwollene Lippen, dunkle Augen voller ungestillter Begierde.

Sie ließ die Hände über den Rock gleiten, spürte das leichte Zittern in ihren Oberschenkeln.

"Morgen."

Das Wort hallte in ihrem Geist wie ein Versprechen nach.

Aber was plante er? Klassenzimmer? Bibliothek? Sein Büro, nachdem alle gegangen waren?

Das Handy vibrierte erneut.

Diesmal war es ein Foto.

Nur ein dunkles, undeutliches Bild… bis sie erkannte, was es war.

Der Kellerboden.

Wo er sie hatte knien lassen.

Wo sie ihn ganz geschluckt hatte.

Und dann eine Nachricht:

"Du hast deine Strümpfe hier liegen lassen. Musst wiederkommen, um sie zu holen."

Sie sah auf ihre eigenen Füße – jetzt barfuß, die schwarzen Strümpfe fehlten tatsächlich.

Wann hatte er sie ausgezogen?

Ihr Herz raste erneut.

Er tat das immer. Ließ sie immer mit etwas Zurückgelassenem zurück, etwas, das sie zurückkehren ließ. Ein vergessenes Buch. Ein Kleidungsstück. Ein Stück von ihr selbst.

Sie antwortete, bevor sie besser nachdenken konnte:

"Wann?"

Die Antwort war sofort da.

"Wenn ich es will."

Sie ließ ein zitterndes Lüftchen entweichen, die Finger krampften sich in den Stoff des Rocks.

Denn sie wusste, was das bedeutete.

Er würde sie morgen nicht rufen.

Oder übermorgen.

Er würde sie warten lassen.

Bis die Sehnsucht zu sehr schmerzte.

Bis sie flehen würde.

Und dann, erst dann…

Würde er sie zurückkehren lassen.

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