LOGINDominikEin Sieg ist ein starkes Aphrodisiakum.Er strömt wie erstklassiger Scotch durch das Blut. Warm, berauschend und gefährlich.Eve summt noch immer vor Energie, selbst nach dem Aufzug und unserem Halt in einem Diner für Burger und Milchshake.Wir kichern noch immer wie Kinder, die zum ersten Mal verliebt sind.Der Besuch im Club war ihre Idee. Sie hat ihn mir zugeflüstert, mit einer Stimme, die geradezu darum gebettelt hat, dass ich schmutzige Dinge mit ihr anstelle.Als wir durch den Flur von The Vault gehen, die weiße Baumwolle ihres Kleides eng um ihre Hüften, strahlt sie eine manische, raubtierhafte Energie aus.Sie hat gerade mit einem Handy und einem Lächeln das Leben eines Mannes zerlegt. Sie hat Blut im Wasser geschmeckt und ist nicht zurückgeschreckt. Sie ist darauf zugeschwommen.Der Club ist still, wie er es immer zu sein scheint. Ein Beweis dafür, dass die Schalldämmung ihren Zweck erfüllt. Mein Hunger nach Kontrolle und Dominanz ist unersättlich, aber ich bin kein e
EveEs gibt tausend Möglichkeiten, einen Mann zu töten.Dominik bevorzugt die unmittelbaren, körperlichen Methoden. Eine Kugel in die Brust. Ein Messer an der Kehle. Das Knacken eines Genicks. Es ist sauber, es ist ehrlich, und es sendet eine Botschaft, die auf den Straßen nachhallt.Meine Methoden sind leiser.Sie hinterlassen kein Blut auf dem Teppich, aber einen Fleck, der sich nie wieder auswaschen lässt.Ich sitze Gavin Thorne im separaten Speiseraum von Gallaghers gegenüber und sehe zu, wie er ein Stück rosa gebratenes Ribeye mit einer Arroganz kaut, bei der es mich schaudert.Thorne ist neureich. Tech-Geld. Unter einem Blazer, der mehr kostet, als ein vernünftiger Mensch jemals dafür ausgeben würde, trägt er ein T-Shirt. Er hat die rastlose, fahrige Energie eines Mannes, der sich für den Klügsten im Raum hält, weil er programmieren kann.Er benutzt Grimaldi-Frachtcontainer, um Hardware am offiziellen Handel vorbei zu transportieren. Hochleistungsprozessoren, deren Handel streng
EveAn den Geruch von Schießpulver muss man sich gewöhnen.Vor einem Monat hätte ich bei dem beißenden Schwefelgeruch die Nase gerümpft.Ich hätte ihn mit Gefahr verbunden. Mit Tatorten.Jetzt riecht er nach Selbstbestimmung.Ich stehe mitten auf dem privaten Schießstand im Freien am Rand des Anwesens. Die Sonne steht hoch und brennt mir in den Nacken, aber ich spüre die Hitze nicht. Nur das kalte Gewicht der Sig Sauer P365 in meinen Händen.„Stell die Füße weiter auseinander“, befiehlt Dominik.Er steht direkt hinter mir. Er berührt mich nicht, aber ich spüre ihn. Von ihm geht eine Anziehungskraft aus, die mein Gleichgewicht durcheinanderbringt.Seit wir seinen BDSM-Club besuchen, reagiere ich noch feiner auf ihn als vorher.Ich rücke die Füße auseinander und grabe die Spitzen meiner Sneaker in die Erde.„Schultern nach vorn“, weist er mich an, seine Stimme ein tiefes Grollen an meinem Ohr. „Du lehnst dich zurück. Wenn du so schießt, bringt dich der Rückstoß aus dem Gleichgewicht. Ge
DominikSeit der Reise nach Florida ist Eve anders.Unbeschwerter. Zufriedener. Und fordernder.Als hätte sie beschlossen, sich ganz auf dieses Leben einzulassen und keinen weiteren Moment damit zu verschwenden, sich an Anstandsregeln zu klammern.Als sie mich gebeten hat, sie in einen BDSM-Club mitzunehmen, hatte ich nicht vor, Nein zu sagen.Der Laden hat kein Schild.The Vault existiert nur für diejenigen, die bereits wissen, wo die Tür ist. Die Spielräume liegen drei Stockwerke unter den Straßen von Tribeca. Ein Zufluchtsort mit schalldichten Wänden, schwarzem Samt und Geheimnissen, die Regierungen stürzen würden, kämen sie je ans Tageslicht.Ich gebe meinen Mantel dem schweigsamen Mitarbeiter an der Tür. Eve steht neben mir, ihre Augen funkeln vor Aufregung.Sie trägt ein Trägerkleid aus silberner Seide, die wie flüssiges Metall an ihrem Körper liegt. Ihr Rücken ist nackt. Sie hält den Kopf hoch. Sie sieht nicht aus wie eine Besucherin in dieser Welt. Sie sieht aus, als gehöre ih
EveDie Leine ist lockerer geworden.Durchgeschnitten ist sie nicht. Dominik Grimaldi kappt keine Verbindungen. Er verstärkt sie mit Stahlseilen und nennt das Freiheit. Aber das Würgehalsband ist weg.Ich stehe mitten in meinem Büro und packe eine schmale Aktentasche aus Leder.„Du nimmst Enzo mit“, sagt Dominik von der Tür aus.Er trägt kein Jackett. Die Ärmel seines weißen Hemds sind bis zu den Ellbogen hochgekrempelt und geben den Blick auf Muskeln und Adern frei. Er lehnt entspannt am Rahmen der Glastür, aber seine Augen verfolgen jede meiner Bewegungen wie ein Radarsystem.„Tue ich“, bestätige ich und lasse das Schloss zuschnappen. „Er kennt die Abläufe und redet nicht viel. Das schätze ich an ihm.“„Er ist loyal“, knurrt Dominik. „Er würde eine Kugel für dich abfangen.“„Hoffen wir, dass er das nicht muss.“Ich nehme die Tasche und gehe auf ihn zu.Seit dem Vorfall im Pierre vor einem Monat ist Dominik mein Schatten. Er ist überall. Fährt mich zur Arbeit. Sitzt in meinen Besprec
EveIch bin so aufgeregt und nervös wie eine Jungfrau in ihrer Hochzeitsnacht.Eigentlich ist es ziemlich lächerlich.Dominik kennt jeden Zentimeter meines Körpers. Er hat jeden Teil von mir gefickt, geleckt und gebissen, bis an die Grenzen seiner beträchtlichen Fähigkeiten.Aber es ist das erste Mal seit jener Nacht, und ich habe furchtbare Angst, meine Behauptung zu widerlegen, dass ich bereit bin. Dass mein Körper mir gehört.Denn was, wenn das nicht stimmt? Was, wenn dieser Bastard Larry Weeks mir das genommen hat? Meine Liebe dazu, von meinem gefährlichen Mann hart gefickt zu werden. Das ist inzwischen ein so großer Teil von mir, und ich will nicht darauf verzichten.Ich will Dominik nicht bitten, sich zurückzuhalten und sanft zu sein. Ich will, dass er an meinen Haaren zieht, seine Zähne in meinen Hals schlägt und mich mit seiner Zunge und seinem Schwanz zugrunde richtet, wie er es immer getan hat.Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden.Als wir ins Schlafzimmer kommen, schal







