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Unerwünschte Begierden

last update publish date: 2026-06-28 00:55:05

Rileys Sicht

Ich lag in meinem Bett und starrte an die Decke. Die Ereignisse des Tages ließen mich einfach nicht los.

Es war wirklich absurd, wie meine Gedanken immer wieder die Szene auf der Toilette abspielten.

Ich sollte angewidert sein, sogar wütend – wütend auf Jaxon, weil er schon wieder eine Angestellte gedemütigt und sich dann an ihrem Elend ergötzt hatte. Aber meine Gedanken kreisten immer wieder um das, was ich gesehen hatte.

Jaxon. In dieser Kabine. Sein perfekt geformter Körper, unbedeckt. Wie sich seine Muskeln anspannten, die Wut in seinem Gesicht, als er seinen Reißverschluss schloss, immer noch steif, als wäre nichts geschehen. Als hätte ich nicht alles gesehen.

Und mein Gott, dieser Körper. Allein beim Gedanken daran zog sich mein Magen zusammen.

Sein Schwanz – groß, dick – das hätte ich von jemandem so kalt und brutal wie ihm definitiv nicht erwartet. Und trotzdem saß ich da und dachte darüber nach.

Ich rutschte unruhig auf meinem Stuhl hin und her und presste frustriert die Augen zusammen.

„Warum zum Teufel denke ich an Jaxons Penis?“

Niemals hätte ich ihn für schwul gehalten. Nicht bei all den wunderschönen Frauen, die ich im letzten Jahr in seinem Büro hatte ein- und ausgehen sehen.

Immer groß, Modeltypen, die mit etwas zerzausterer Kleidung wieder herauskamen, als sie gekommen waren.

Ich hatte genug davon gesehen, um den Mann noch mehr zu hassen. Aber jetzt … jetzt fühlte sich alles verkehrt an.

Ich hasste ihn. Ich verachtete ihn.

Und doch lag ich hier im Bett, mit dem Bild seines Körpers, seiner Härte, das sich wie eine kranke Obsession in meinem Kopf festgesetzt hatte.

Und das Schlimmste? Ich war erregt.

Ich spürte, wie mir die Hitze in die Brust stieg, ein unerwünschtes Pochen in meinem Unterleib.

Meine Hand zuckte auf dem Laken, und ehe ich mich versah, glitt meine Handfläche unter den Bund meiner Boxershorts.

Ich spürte bereits, wie das Verlangen in mir aufstieg, die Sehnsucht, die mir den Atem raubte.

„Was zum Teufel tue ich hier?“

Ich knirschte mit den Zähnen und zwang mich, mich daran zu erinnern, an wen ich dachte.

Jaxon. Mein Chef. Der Mann, der allen im Büro das Leben zur Hölle machte, mir eingeschlossen. Der Mann, der Befehle bellte, jeden beleidigte und mich jeden Tag meinen Job hassen ließ. Derselbe Mann, der seine Angestellten demütigte, nur um sich dann heimlich von ihnen befriedigen zu lassen.

Aber … Gott, er war perfekt.

Meine Gedanken kreisten immer noch um das Bild seiner straffen Bauchmuskeln, wie sie sich unter Spannung wölbten. Seine kräftigen Hände. Sein Schwanz.

Bevor ich mich beherrschen konnte, glitt meine Hand weiter nach unten, meine Finger streiften meine Erregung. Ich schnappte nach Luft und biss mir auf die Lippe.

„Denk nicht an ihn. Denk nicht an ihn.“

Gerade als sich meine Hand bewegen wollte, vibrierte mein Handy laut auf dem Nachttisch und riss mich aus meinen Tagträumen.

Ich riss meine Hand zurück und stieß ein frustriertes Stöhnen aus.

Mein erigierter Penis pochte noch immer unangenehm, aber ich griff nach meinem Handy, begierig auf die Ablenkung.

Es war eine Nachricht – von diesem Typen aus der Dating-App.

„Hast du Zeit, dich zu treffen?“, stand da.

Ich setzte mich im Bett auf, mein Herz raste immer noch, aber jetzt aus einem anderen Grund.

Ich brauchte dringend Ablenkung, und die Vorstellung, jemanden zu treffen, der mich auch nur für einen Moment von Jaxon ablenken konnte, war genau das, was ich brauchte.

„Ja, ich hätte Lust“, tippte ich schnell zurück. „Wo sollen wir uns treffen?“

Fast augenblicklich antwortete er mit der Adresse eines schicken Restaurants in der Innenstadt.

Ich überlegte nicht lange. Ich warf die Decke zurück, schnappte mir ein paar anständige Klamotten und beeilte mich, mich anzuziehen.

Der Gedanke, mich mit jemandem zu treffen – egal mit wem – reichte aus, um die seltsame Anspannung zu lindern, die mich den ganzen Abend über geplagt hatte. Vielleicht würde dieses Blind Date die Ablenkung sein, die ich brauchte.

Innerhalb weniger Minuten war ich aus der Tür und unterwegs.

Als ich im Restaurant ankam, war ich beeindruckt. Es war nicht die typische Spelunke, die ich für ein schnelles Treffen erwartet hätte.

Dieses Restaurant war elegant, mit polierten Holzböden und Kristalllüstern an der Decke. Die Kellner trugen gebügelte Uniformen, und ein leises Stimmengewirr erfüllte den Raum.

Ich schrieb dem Mann kurz eine SMS.

„Ich bin da.“

Er antwortete fast sofort.

„Tisch 5. Ich bin kurz auf der Toilette. Bin gleich nachgekommen.“

Ich bahnte mir meinen Weg durch das Restaurant und fühlte mich in meinen Freizeitklamotten etwas deplatziert, aber egal. Ich war ja nicht für ein langes Abendessen hier.

Tisch 5 war in der Ecke, abseits vom Trubel. Perfekt.

Ich ließ mich auf den Platz gleiten, die Nervosität kribbelte in meinem Bauch, obwohl ich nicht wusste, warum.

Mein Handy vibrierte erneut, und ich warf einen Blick darauf und schrieb schnell Chloe eine Nachricht.

„Bin auf einem Blind Date. Drück mir die Daumen. Hoffentlich ist er heiß genug für einen schönen Abend.“

„Erzähl mir unbedingt alle pikanten Details!“, antwortete sie sofort.

Ich kicherte über ihre Nachricht, lehnte mich zurück und wartete.

Es hatte etwas Reizvolles, nicht zu wissen, wen ich gleich treffen würde. Die Anonymität. Die Ungewissheit.

Ich malte ihn mir schon in Gedanken aus, als ich spürte, wie sich jemand mir gegenüber setzte.

Ich blickte mit einem lässigen Lächeln auf – und erstarrte.

Jaxon.

Mein Herz setzte einen Schlag aus, als ich ihn anstarrte. Seine kalten, stechend blauen Augen blickten mich mit Schock, Wut … und etwas anderem an, das ich nicht deuten konnte.

Mein Kopf ratterte, tausend Gedanken stürmten auf einmal aufeinander zu.

Was zum Teufel tat er hier? War das eine Falle? Hatte er mich verfolgt?

Aber nein, sein Gesichtsausdruck war derselbe wie meiner – Verwirrung, Ungläubigkeit.

Er war genauso überrascht, mich zu sehen, wie ich, ihn zu sehen.

„Lawson?“, durchbrach Jaxons Stimme die Stille zwischen uns. Sein Kiefer war angespannt, seine Augen verengten sich vor kaum verhohlener Wut.

Ich schluckte schwer, mein Herz hämmerte mir in der Brust.

Das durfte nicht wahr sein. Das konnte einfach nicht wahr sein.

Aber es war wahr.

Ich war gerade auf ein Blind Date mit dem Mann gegangen, den ich am meisten auf der Welt hasste.

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