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Kapitel Zwei: Das Unsichtbare Band

ผู้เขียน: Freyaah
last update วันที่เผยแพร่: 2026-07-09 18:16:30

Rheas Sicht

„Heute“, verkündete der alte Mann, „ehren wir das Abkommen zwischen dem Ironclaw-Rudel und dem Crimson-Fang-Rudel, indem wir Rhea Thorne als Friedenspfand übergeben, damit zwischen beiden Rudeln für immer Frieden herrscht.“

Mein Herz schlug schneller.

Ein Friedenspfand zu sein, war kaum besser, als eine Sklavin zu sein.

Bis zu diesem Moment hatte sich alles wie ein Albtraum angefühlt.

Doch nun stand ich, in ein schlichtes graues Leinenkleid gehüllt, mitten im Ratssaal.

Nicht wie die Erstgeborene des Rudels.

Sondern wie eine Dienerin.

„Wenigstens blamiert sie uns nicht, indem sie aussieht, als würde sie zu diesem Rudel gehören“, hatte Celeste höhnisch gelacht, als sie mich sah.

Meine Hände waren schweißnass.

Ich verschränkte sie fest vor meinem Körper, damit niemand ihr Zittern bemerkte.

Alpha Victor Thorne saß am Kopf des Ratstisches. Er trug eine schwarze Festgewandung, und das silberne Wappen des Rudels glänzte auf seiner Brust.

Für seine Untertanen wirkte er wie immer mächtig.

Unantastbar.

Respektiert.

Niemand hätte geahnt, dass er von seiner zweiten Ehefrau wie eine Marionette an Fäden gelenkt wurde.

Er sah mich nicht einmal an.

Nicht ein einziges Mal.

Und genau das ließ meine Brust schmerzen.

Ein Teil von mir hatte gehofft, er würde diesem Wahnsinn ein Ende setzen.

Dass mein Vater mich ansehen und sagen würde, dass das alles nicht geschehen würde.

Doch ich hatte mich geirrt.

Selbst jetzt, wo seine eigene Tochter vor dem gesamten Rat wie eine Ware präsentiert wurde, rührte er sich nicht.

Ich zwang mich, ruhig zu atmen.

Schlimmer konnte es kaum werden.

Mein Blick wanderte zu Lydia.

Sie saß mit makelloser Haltung neben meinem Vater.

Hinter ihrem Stuhl standen Celeste und Calvin.

Sie beobachteten mich mit kaum verhohlener Belustigung, während Celeste ihr teures, figurbetontes Kleid zur Schau stellte.

Ich senkte den Kopf.

Nach dem Gesetz des Tausches durfte der Käufer den Wolf, den er erwerben wollte, erst sehen, nachdem das Geschäft abgeschlossen war.

Es sollte Vertrauen schaffen.

Das bedeutete heute, dass der Alphakönig des Crimson-Fang-Rudels hinter dem schweren Vorhang am Ende des Ratssaals wartete.

„Wir heißen den Alpha des Crimson-Fang-Rudels willkommen... Alpha Vander Clegane!“

Augenblicklich verstummte der gesamte Saal.

Für einen Moment war nichts zu hören außer den leisen Geräuschen seiner Ankunft.

Dann lief plötzlich ein unerklärliches Kribbeln meine Wirbelsäule hinauf.

Die Luft veränderte sich.

Sie wurde schwer.

Gespannt.

Ein Duft erfüllte meine Nase.

Süß.

Warm.

Eine Mischung aus Honig und Kiefernholz.

Meine Wölfin regte sich unter meiner Haut stärker als je zuvor.

Dann kam dieses unwiderstehliche Ziehen.

Fast gegen meinen Willen hob ich den Blick zum Vorhang.

Mein Herz raste.

Eine einzige Stimme erklang in meinem Kopf.

„Gefährte.“

Nein...

Das konnte nicht sein.

Mein Atem wurde kurz und hektisch, während sich meine Finger in den Stoff meines Kleides krallten.

Ich versuchte, ruhig zu bleiben.

Wie groß war schon die Wahrscheinlichkeit, dass jemand aus dem Crimson-Fang-Rudel mein Gefährte war?

Vielleicht der Beta.

Oder einer der Krieger, die den Alphakönig begleiteten.

Jahrelang hatte ich geglaubt, niemals einen Gefährten zu finden.

Meine Stiefmutter hatte mir immer wieder eingeredet, dass ihre Kinder alle ihren Gefährten finden würden...

Nur ich nicht.

Vielleicht irrte sich meine Wölfin.

Vielleicht spielte mir der Druck nur einen Streich.

Doch das Band legte sich wie eine unsichtbare Kette um mich und zog mich zu einer der Gestalten hinter dem Vorhang.

Vielleicht hatte die Mondgöttin endlich Erbarmen mit mir.

Vielleicht würde der Alpha mich freilassen, wenn mein Gefährte tatsächlich aus dem Crimson-Fang-Rudel stammte.

Bevor ich meine Gedanken ordnen konnte, durchschnitt eine tiefe Stimme die Stille.

„Ich verlange, dass euer Friedenspfand freigelassen wird.“

Die Stimme war tief.

Beherrschend.

Und sie ließ Hoffnung in meiner Brust aufkeimen.

Überall im Rat waren überraschte Atemzüge zu hören.

Mein Herz machte einen Sprung.

Hatte mein Gefährte mich erkannt?

Fast automatisch hob ich den Kopf zum Vorhang.

Dann trat er hervor.

Vor mir stand der Alphakönig des Crimson-Fang-Rudels.

Er hob sich von allen anderen ab.

Ein goldener Umhang lag über seinen breiten Schultern.

Sein rabenschwarzes Haar, seine kräftigen Arme, seine markanten Gesichtszüge...

Und seine eisgrauen Augen.

Sie ruhten direkt auf mir.

Das Band wurde stärker.

Und in diesem Augenblick begriff ich die Wahrheit.

Mein Gefährte... war der Alpha.

Ich erstarrte.

Nicht einmal in meinen kühnsten Träumen hätte ich geglaubt, mit einem Alpha verbunden zu sein.

Meine Knie wurden weich.

„Das ist unerhört und widerspricht sämtlichen Vereinbarungen, Eure Hoheit“, erklärte der Sprecher des Rates sofort, während Verwirrung den Saal erfüllte.

„Ihr habt mich hierher bestellt, damit ich eine Dienerin kaufe“, sagte Alpha Vander ruhig.

„Doch stattdessen stellt ihr mir eine Frau vor, die an die Seite eines Alphas gehört.“

Der Ratssprecher wollte etwas erwidern, doch Alpha Vander schnitt ihm scharf das Wort ab.

„Ich werde nicht zulassen, dass meine Gefährtin wie Eigentum behandelt wird!“

Mein Herz flatterte.

Allein das Wort Gefährtin ließ Wärme durch meinen Körper strömen.

Er hatte mich anerkannt.

„Das ist unmöglich!“, rief meine Stiefmutter und sprang auf. Wut und Unglauben spiegelten sich in ihren Augen.

„Die Mondgöttin würde niemals so grausam sein, ein verfluchtes Mädchen mit einem angesehenen Alpha zu verbinden. Sie muss Eure Hoheit verhext haben!“

„Und Ihr sprecht... im Namen der Mondgöttin?“, fragte er ruhig, doch der Sarkasmus in seiner Stimme war unüberhörbar.

Lydia schnaubte verächtlich, rieb sich jedoch nervös die Hände.

Noch nie hatte jemand so mit ihr gesprochen.

„Nein.“

„Gut“, erwiderte er kühl. „Dann ist Eure Meinung bedeutungslos.“

„Aber Eure Hoheit“, protestierte Celeste, „Ihr könnt Rhea nicht heiraten. Alles, was sie jemals gebracht hat, war Unglück!“

„Vater, sag etwas!“, drängte Calvin.

Es war offensichtlich, dass meine Stiefgeschwister sich auf diesen Tag vorbereitet hatten.

Die Vorstellung, dass ausgerechnet ich vom Alpha ausgewählt wurde, war für sie unerträglich.

Mein Vater wandte sich Alpha Vander zu.

„Alpha Vander...“

„Mit allem gebotenen Respekt, Alpha Victor“, unterbrach er ihn. „Ich werde dennoch den ursprünglichen Zweck dieses Treffens anerkennen.“

Zwischen den beiden herrschte einen Moment lang Schweigen.

Dann nickte mein Vater.

„Wie versprochen... gehört Rhea Euch. Ihr könnt mit ihr tun, was Ihr für richtig haltet.“

„Vater!“, schrie Celeste.

Lydia zitterte vor unterdrückter Wut.

„Sehr gut, Alpha Victor“, sagte Vander. „Wenn Frieden das ist, was Ihr wünscht, dann soll es Frieden geben.“

Dann richtete er seinen Blick wieder auf mich.

Ein sanftes Lächeln erschien auf seinen Lippen.

„Was die Luna meines Rudels betrifft...“

Er streckte mir die Hand entgegen.

„Sie kommt mit mir nach Hause.“

Das Wort Zuhause klang in meinen Ohren wie Musik.

Ich konnte es kaum glauben.

Gestern noch hatte ich den Küchenboden geschrubbt.

Und heute...

...war ich die zukünftige Luna des Crimson-Fang-Rudels.

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