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VERKAUFT AN MEINEN KUMPEL
VERKAUFT AN MEINEN KUMPEL
作者: Freyaah

Kapitel Eins: Der Preis einer Tochter

作者: Freyaah
last update 公開日: 2026-07-09 18:15:18

Rheas Sicht

„Rhea, wo zum Teufel steckst du?“

Es endete nie gut, wenn meine Stiefmutter meinen Namen so schrie.

Ich hatte gerade das Blech mit frischem Brot aus dem Ofen gezogen. Die Hitze drang selbst durch die Ofenhandschuhe und brannte leicht auf meinen Fingern. Vorsichtig stellte ich das Blech auf den Tisch und zog gerade die Handschuhe aus, als die Küchentür mit einem lauten Knall aufgerissen wurde.

Ich erstarrte.

Nicht, weil ich überrascht war, sondern weil ich genau wusste, was als Nächstes passieren würde.

Lydia Thorne stand in der Tür. Ihr seidener Morgenmantel fiel makellos über ihren Körper, während ihre Augen sich verengten, als wäre sie nur hereingekommen, um einen Grund zu finden, mir wehzutun.

Ihr Blick fiel auf das Brot.

Und an ihrem Gesichtsausdruck erkannte ich sofort, dass sie ihren Grund gefunden hatte.

Hinter ihr standen Celeste und Calvin und beobachteten voller Vorfreude das Drama, das sich gleich entfalten würde.

„Du hast Brot gebacken?“

Ich sah auf das Blech hinunter.

„Ja, Ma'am. Vater mag...“

Die Ohrfeige traf mich ohne Vorwarnung.

Mein Kopf wurde zur Seite geschleudert. Der Schmerz brachte mich aus dem Gleichgewicht, sodass meine Hüfte gegen den Tisch stieß. Meine Wange brannte, und ich schmeckte Blut auf meiner Zunge.

„Habe ich dir erlaubt, unser Mehl zu benutzen?“

Ihre ruhige Stimme passte überhaupt nicht zu dem, was sie gerade getan hatte.

Ich presste meine Hand gegen meine schmerzende Wange.

„Ich dachte...“

Lydia machte einen Schritt auf mich zu.

„Du dachtest?“

Sie lachte leise.

„Habt ihr das gehört?“

Hinter ihr schnaubte Calvin verächtlich.

„Sie dachte.“

Celeste stieß sich vom Türrahmen ab.

„Ich bin überrascht, dass sie überhaupt denken kann.“

Meine Hände ballten sich zu Fäusten, während ich den Drang unterdrückte, ihnen beiden ins Gesicht zu schlagen.

Stattdessen senkte ich den Blick.

„Ich habe Frühstück gemacht“, sagte ich leise. „Für Vater.“

Calvin brach in schallendes Gelächter aus.

„Für Vater? Glaubst du wirklich immer noch, dass er dein Vater ist?“

Celeste trat näher und drängte sich bedrohlich vor mich.

„Du glaubst immer noch, dass er sich für dich interessiert?“

Meine Brust zog sich schmerzhaft zusammen.

Ich wusste, dass mein Vater seine neue Familie mehr liebte als mich.

Aber er war trotzdem mein Vater.

„Ich wette, sie glaubt das wirklich“, grinste Calvin.

„Deshalb tut sie so, als würde sie hierher gehören.“

„Sie benutzt unsere Sachen, unsere Küche, unser Essen.“

Unsere.

Schon wieder dieses Wort.

Ich hatte achtzehn Jahre in diesem Haus gelebt.

Und trotzdem hatte mir hier nie etwas gehört.

„Du solltest dankbar sein, dass wir dich überhaupt hier wohnen lassen“, sagte Lydia und verschränkte die Arme. „Nach allem, was du getan hast.“

„Ich habe nichts...“

„Du hast deine Mutter getötet“, fiel sie mir mit denselben Worten ins Wort, die sie mir mein ganzes Leben entgegengeworfen hatte. „Du hast sie in dem Moment verbluten lassen, als du geboren wurdest.“

„Deshalb kann Vater deinen Anblick kaum ertragen“, sagte Calvin.

„Du bist verflucht“, fügte Celeste hinzu.

„Ich bin nicht verflucht!“

Kaum hatte ich die Worte ausgesprochen, packte Lydia mein Handgelenk mit eisernem Griff.

„Du verstehst es immer noch nicht, oder?“, flüsterte sie höhnisch.

„Du bist der Anfang all seines Leids. Erst hast du deine Mutter getötet... und dann warst du nicht einmal ein Junge.“

„Du hast recht... Mutter“, entgegnete ich bewusst und genoss den Ekel in ihrem Gesicht, sobald ich sie so nannte. „Vielleicht hätte Vater nie eine zweite Frau mit ihren Kindern geheiratet, wenn ich als Junge geboren worden wäre.“

„Wie kannst du es wagen!“, schrie Celeste und wollte sich auf mich stürzen.

Lydia ließ meinen Arm los, wodurch ich gegen den Tisch taumelte.

„Nicht ins Gesicht, Liebling“, sagte Lydia ruhig. „Lass sie ruhig reden... Morgen spielt das ohnehin keine Rolle mehr.“

Sie lächelte.

Dieses Lächeln ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.

„Was soll das heißen?“

Meine Stirn legte sich in Falten.

Celestes Grinsen wurde breiter.

„Sie weiß es nicht.“

Calvin lachte.

„Das wird ja noch besser, als ich dachte.“

Ein unangenehmes Gefühl breitete sich in meinem Magen aus.

„Wovon redet ihr?“

Lydia strich mir eine braune Haarsträhne hinter das Ohr.

„Du wirst morgen früh fortgehen, Rhea.“

Ich suchte ihr Gesicht nach einem Hinweis ab, dass sie bluffte.

Nichts.

„Der Alpha-König des Crimson-Fang-Rudels kommt morgen hierher, um den Friedensvertrag mit dem Ironclaw-Rudel zu besiegeln.“

Mit jedem ihrer Worte wurde mir kälter.

„Und du kannst dir sicher denken... was dieser Vertrag ist.“

Meine Haut prickelte.

Jeder kannte das Crimson-Fang-Rudel.

Das einzige Rudel, das niemals einen Krieg verloren hatte.

Ein Rudel, dessen Alpha als brutaler galt als jeder andere Herrscher.

Mein Magen zog sich zusammen.

„Mutter versucht nur, es freundlicher klingen zu lassen“, meinte Calvin gleichgültig.

„Eigentlich brauchen sie nur eine Dienerin.“

„Oder besser gesagt... eine Sklavin“, fügte Celeste fröhlich hinzu.

Ich schüttelte den Kopf.

„Nein... Ihr wollt mir nur Angst machen.“

Lydias Lächeln wurde noch breiter.

„Ach, Rhea... du bist wirklich dumm.“

„Mein Vater würde mir so etwas niemals antun...“

„Hat er aber bereits.“

„Du lügst!“

Ich versuchte, meinen Arm loszureißen.

„Er musste nicht einmal lange verhandeln“, sagte sie ruhig. „Er meinte, du wärst ein kleiner Preis für den Frieden zwischen beiden Rudeln.“

„Du bist einfach nicht wertvoll genug, um über dich zu verhandeln.“

Ich bin seine Tochter...

Die Worte blieben mir im Hals stecken.

„Du bist nur ein Problem“, fuhr Lydia fort.

„Und endlich haben wir eine Verwendung für dich gefunden.“

„Bitte...“

Meine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.

„Ihr könnt das nicht tun.“

Doch ihr Gesicht blieb regungslos.

„Ruh dich heute Nacht gut aus“, sagte sie und drehte sich um.

„Du wirst deine Kräfte brauchen.“

„Wäre doch schade, wenn du vor der Inspektion zusammenbrichst“, spottete Calvin.

„Oder... das Angebot ablehnst.“

Während sie sprach, stieß Celeste das Backblech vom Tisch.

Das Brot fiel auf den Boden.

Das Metallblech schepperte laut durch die Küche.

An der Tür blieb Lydia noch einmal stehen.

„Versuch wenigstens, uns nicht zu blamieren.“

Sie lächelte kalt.

„Celeste wäre eine würdige Ehefrau. Vielleicht fällt sie sogar dem Alpha auf... schließlich hat er noch keine Luna gefunden.“

Die Tür fiel hinter ihnen ins Schloss.

Mit einem Mal fühlte sich die Küche noch enger und erdrückender an.

Meine Wange pochte.

Meine von Mehl bedeckten Hände zitterten.

Verkauft.

Ich wurde verkauft.

Ihre Worte hallten immer wieder in meinem Kopf nach.

Morgen würde ich von einem Käfig in den nächsten gebracht werden... und ich hatte absolut nichts dazu zu sagen.

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